Frage zu geplanter kieferorthopädischer Behandlung

  • Darf ich mich mal mit einer Frage einklinken?


    Sohn soll auf Vorschlag des KFO Brackets und einen Malu-Apparatur bekommen. Jetzt spielt er aber ein Blasinstrument und sein Lehrer empfiehlt, wenn irgend möglich, auf eine lose Spange auszuweichen. Mir ist nicht klar, ob es überhaupt lose Alternativen gäbe. KFO scheint keine Erfahrung mit Bläsern zu haben und war einigermaßen erstaunt, dass wir nach zu erwartenden Problemen fragten.


    Wie oft müssen die Apparaturen denn verstellt werden?


    Kieferhaltung ist - zumindest habe ich das als Sängerin gelernt - auch eine Muskel- bzw. Trainingssache. Wäre ggf. Logopädie ein alternativer Ansatz?

  • Eine Malu-Apparatur wird zur Behandlung einer Angel-Klasse 2 eingesetzt. Das ist nicht nur eine Zahnfehlstellung sondern eine Kieferfehlstellung, der Unterkiefer befindet sich dabei zu weit hinten.


    Ich bin keine KFO sondern war Zahnärztin, aber eine Klasse 2 kann auch mit einem Headgear behandelt werden. Das ist ein herausnehmbares Gerät mit extraoraler Abstützung, das nur zu Hause und nachts getragen wird.


    Gegen Ende einer Klasse 2-Behandlung müssen allerdings meistens die Zähne noch ein wenig gerichtet werden. Dies geschieht dann mit Brackets oder neueren, herausnehmbaren, unsichtbaren Zahnspangen.


    Eins ist sicher: Nur mit Logopädie wird man eine Klasse 2 nicht beheben können.


    Ich würde Euch einerseits empfehlen, Behandlungspläne bei anderen KFOs erstellen zu lassen mit dem expliziten Wunsch, festsitzende Apparaturen nach Möglichkeit zu vermeiden, und andererseits sich bei anderen Bläsern umzuhören, wie sie das so sehen oder erlebt haben mit dem Musik machen während KFO-Behandlungen.

  • Unser KFO hat bei der Vorstellung der möglichen Brackets und der dazugehörigen Preise gefragt, ob das Kind ein Blasinstrument spielt. Dann würden sich nämlich die Mini-Brackets empfehlen.

    Da hier keiner ein Blasinstrument spielt, habe ich nicht weiter nachgefragt, aber der KFO hörte sich an, als ob das ein häufigeres Problem mit dazu passender Lösung wäre...

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • ich habe Posaune gespielt und hatte eine feste Spange.

    Beim Entfernen der Brackets sagte ich: "jetzt kann ich wieder besser spielen" oder ähnliches und die KfO wurde ziemlich blass...

    Da ich nur 1x in der Woche für 60 Min. im Posaunenchor gespielt habe, d.h. netto vermutlich nicht mehr als 30-40 Minuten, ist nichts passiert. Ich hätte mir damit aber lt. KfO die Wurzeln ziemlich kaputt machen können.


    Ich kann Eure Diagnose nicht einordnen.

    Für meine Kinder habe ich länger nach einer KfO gesucht, die bereit ist, ausschließlich mit losen Spangen zu behandeln.

    Einmal Engstand, einmal Überbiss + Kreuzbiss.

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

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  • Danke für Eure Erfahrungen soweit. Es wäre bläsertechnisch möglicherweise kein absolutes No-Go, lt. Lehrer muss man aber bei jeder Veränderung (Weisheitszähne ziehen, Brackets einlegen, enger stellen, ...) mit zwei Wochen Anpassungszeit rechnen. Im Orchester stehen im kommenen Jahr einige wichtige Termine an, und ich bin unsicher, ob man die Behandlungstermine ordentlich drumherum geplant bekommt. Wir haben eine Emfpehlung für eine Zweitmeinung, da werde ich mich nächste Woche um einen Termin kümmern.


    Noch eine abrechnungstechnische Frage: Wenn wir die Behandlung beim Zweitmeinungsarzt machen lassen, zahlen wir dann die Diagnosestellung beim ersten KFO privat? Wir sind GKV.

  • Frag doch mal nach Invisalign, das ist die "unsichtbare," herausnehmbare Spange. Wäre für meinen Sohn in Frage gekommen, allerdings hätte die Krankenkasse es nicht übernommen.

  • Invisalign oder andere ähnliche Produkte sind die unsichtbare herausnehmbare Alternative zu Brackets. Allerdings kann man damit alleine (und auch nicht mit Brackets alleine) keine Klasse 2 (Kieferfehlstellung) behandeln, nur die Zahnstellung richten ...

  • Noch eine abrechnungstechnische Frage: Wenn wir die Behandlung beim Zweitmeinungsarzt machen lassen, zahlen wir dann die Diagnosestellung beim ersten KFO privat? Wir sind GKV.

    Nein! Du kannst auch drei oder noch mehr Diagnosen stellen und Behandlungspläne ausarbeiten lassen.

    Du kannst jederzeit- auch mehrfach -wechseln.

    Alle Adrücke/Fotos usw. müssen vom an den dann behandelnden Arzt übergeben werden.

    Ich hab das auch durch.

    Die Krankenkasse war da sehr entspannt, ich hatte deshalb extra mit der TK telefoniert.

    annalin mit Nr 1 M 9/2003 und Nr2 W 3/2006

  • Frag doch mal nach Invisalign, das ist die "unsichtbare," herausnehmbare Spange. Wäre für meinen Sohn in Frage gekommen, allerdings hätte die Krankenkasse es nicht übernommen.

    Nach meinem Wissensstand wird das grundsätzlich nicht übernommen. Von keiner Kasse.

    Liebe Grüße

    Katrin



    Klar bin ich peinlich :D

    Das gehört schließlich zu den Kernkompetenzen einer Mutter #nägel

  • Meine Söhne haben auch mit nun 13 und 15 die KFO Behandlung begonnen und haben beide die Invisalign Methode gewählt - der KFO hat uns hierbei auch den Vorteil beim Spielen von Blasinstrumenten als Argument genannt. Laut seiner Aussage übernehmen die GKVs diese Methode nicht - unsere private Kasse hingegen 100%.

  • Nächste Woche haben wir einen Termin beim Hauszahnarzt.


    Bzgl. Instrument bin ich etwas entspannter, schließlich ist er nicht Blech- sondern Holzbläser. Für motivierte Schülern doof aber machbar, für unmotivierte Schüler ein willkomener Grund aufzuhören. Ich hoffe auf ersters. Allerdings wird das einige Terminakrobatik erfordern - ich hoffe, die KFO-Praxis ist da ausreichend flexibel.

  • Unser Kieferorthopäde hat die Info bekommen, dass das Kind ein Instrument spielt - war nie ein Problem. Er hat Brackets.


    Invisalign hätte bei ihm nicht gereicht, bei mir (nur Zahnfehlstellung) gings super.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Das stimmt so nicht ganz.

    Wir haben auch gewechselt.

    Der aufnehmende KfO hat gesagt, dass es klappen sollte, es aber keine Garantie gibt.

    Die Krankenkasse hat eine Begründung verlangt und es dann nach Prüfung genehmigt.


    Vor Behandlungsbeginn ist es unproblematisch, da kannst du zu mehreren KfO fehen und einem wählen.

    Nach Behandlungsbeginn wurde es bei uns "schwieriger".


    Lag evtl. an unserer Kasse, das weiß ich nicht.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • aber es geht doch hier um Wechsel vor Behandlungsbeginn.


    Bei uns war zweimal Wechsel, weil die behandelnde Ärztin aufhörte, dann 2x Erstgespräch mit mündlicher Info, was er machen würde, 1 weiteres Mal Diagnose mit Abdrücken, Fotos und Behandlungsplan/Kostenplan. Hatte schon als Patient dorthin gewechselt offiziell. Bevor ich da dann auch weg bin, habe ich mit der TK telefoniert.

    Ein Wechsel kostet die Kasse etwas zusätzlich, aber das wurde übernommen.

    Jetzt haben wir eine KFO, die das ohne feste Spange macht (aus medizinischer Überzeugung, nicht nur, weil wir das so wollten)

    Die ersten haben mir ein schlechtes Gewissen gemacht, das sei allerhöchste Eisenbahn und nur mit Herbstscharnier usw. zu lösen.


    Letztlich muss man sich generell überlegen und ehrlich sein, was man erreichen kann und will.

    Nicht jedes Problem im Kieferbereich ist durch KFO ohne gravierende Nebenwirkungen zu beheben. Manchmal ist vielleicht sogar eine OP das kleinere Übel.

    annalin mit Nr 1 M 9/2003 und Nr2 W 3/2006

  • annalin weil du geschrieben hast, dass man jederzeit auch mehrfach wechseln kann.

    Vor Behandlungsbeginn hab ich ja geschrieben, dass es geht.


    Ich weiß jetzt auch was genau das Problem war/ist.


    Wenn es schon einen bewilligten Behandlungsplan gibt, dann muss der neue KfO diesen übernehmen.

    Wenn er das nicht macht, weil er eine andere Behandlung für sinnvoller hält, dann gilt die erste Behandlung als abgebrochen und man bleibt auf den 20% Zuzahlung sitzen. Die kann man ja nach erfolgreicher Behandlung zurück bekommen.

    Das ist je nachdem viel oder wenig Geld.


    So wurde es uns von KfO und Krankenkasse erklärt.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen