Geschlechtererkennungsgedöns Ungeborenes (Luftballon, Torten, Holi powder .. USA) Frage dazu...

  • ainu . Ich hab’s nochmal gelesen Da hast du ein wohl recht. Ich wollte nicht so rüberkommen. Ich hatte versucht etwas zu erklären, was mir bei manchen antworten auffiel. Und es stimmt schon man sollte bei vielen genderdingen aufpassen wie man damit umgeht.


    Nur manche postings waren mit zu herablassend, denn ich glaube fassender meisten Menschen das gar nicht so meinen.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~


  • Immer wenn mein Schwiegervater die Spielzeugautos hervorholt, weil wer jetzt endlich einen Enkelsohn hat, sage ich laut und deutlich zu meinen Töchtern: Oh! Schaut mal, was Opa euch da geholt hat! Extra für euch!


    Vor allem zu der Zeit, als mein Sohn sich dafür noch gar nicht interessiert hat, aber vor allem meine zweite Tochter ausgiebig mit dem Autos gespielt hat. Jetzt spielen halt die Tochter und der Sohn damit.


    Ich habe meinen Schwiegereltern auch absichtlich die rosa Puppentrage auf die Liste für meinen Sohn geschrieben. Ich konnte nicht anders ... Es war Weihnachten. Wer da jetzt genau was bekommt und mit was spielt stellt sich bei uns eh oft erst hinterher heraus.

  • Almarna, ich finde Deinen Vergleich auch ziemlich krass.... rosa Luftballons und Kindesmisshandlung? Genau das ist es, was mich an diesen Diskussionen oft so stört bzw. mittlerweile eher ermüdet.


    Und die Raben achten mehr aufs Kind als andere Familien? Na, da wäre ich mir auch mal nicht so sicher. Und wer definiert eigentlich, welches „drauf Achten“ gesund ist für ein Kind?


    Deine Kinder sind ja aber noch recht jung, da neigt man tendenziell eher dazu denke ich. Mit älter werdenden Kindern kommt dann oft die Ernüchterung - und irgendwie auch das coole Gefühl, dass der eigene Einfluss dann doch begrenzt war. Das kann auch befreiend wirken



    Wir sind das Gegenteil von traurig!


    Einling und Zwillinge #dance

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  • Es geht doch um das Argument, dass die Kinder geliebt werden, und damit alles gut sei.
    Das stimmt nämlich nicht. Es kann durchaus sein, dass ein Kind erwartet und geliebt und beachtet wird, aber bitte nur, wenn es so ist, wie es sein soll.

    Oder auch von den Eltern mit besten Absichten (und die hatten sie damals auch) in eine Rollen gezwungen wird - sonst würde ja ausgelacht).


    Und ganz allgemein ist etwas, nur weil es allgemein üblich ist und von Eltern ausgeführt wird, die sich um ihre KInder kümmern und sie lieben eben nicht automatisch gut und ok.

    Ein Kind in eine Rolle zu zwingen, in der es sich nicht wohlfühlt, nur weil es einem bestimmten Geschlecht angehört, kann für das Kind schlimmer sein als Schläge.


    Und dieses ganze rosa und hellblau-Getue ist genau davon der Anfang.

    Wenn es später nichts mehr zu sagen hat und nur ein Gag am Anfang ist, bevor das Kind was davon mitbekommt, ok. Aber irgendwie glaube ich gerade im aktuellen gesellschaftlichen Rollback nicht so recht daran.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Also ich hab ja beruflich und privat mit recht vielen Klein- und Kindergartenkind Familien zu tun . Und ich muss sagen, so Blase sind die Raben gar nicht. Sondern eher das was ich auch im RL von vielen Familien ohne Rabenkontext erleb.


    Babypartys sind hier eh nicht so verbreitet wie in USA (wo ja alles extremer und v.a komerziallisierter ist). Und wenn eine gemacht wird, drückt das mehr Freude aus als was Anderes. Das Geschlechtsouting ist dann mehr der Gag für die Gäste als dass es irgendwie Bedeutung hätte.


    Der Grossteil der Mädchen in meinem RL spielt ganz selbstverständlich Auto und hat auch welche zu Hause. Und der Grossteil der Jungs hat mindestens eine Puppe und ne Puppenküche.


    Wo ichs ab und zu mal erleb dass Jungs Puppen nicht anfassen dürfen (was grade im beruflichen Kontext regelmäßig Diskussionen bringt - ICH werde nämlich kein Kind dran hindern und ich habs auch noch in keinem Kiga erlebt ) wegen der Schwulheitssorge ist bei Familien die in Ostdeutschland aufgewachsen sind. Aber selbst da nur bei nem Teil. Scheinbar wars da aber irgendwie mehr Thema als im Westen. Oder länger.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Also schön dass das bei euch so ist. Hier erlebe ich das ganz anders. KiGa-Jungs dürfen sich keinen rosafarbenen Luftballon nehmen wenn die Mama beim Sommerfest daneben sitzt und der Junge der Rock trägt wird bemitleidet und gegen seine Eltern gehetzt... Und das ist jetzt nicht der städtische Kiga gewesen sondern der örtliche „alternative“ Waldkindergarten...

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Ich finds ja schön, dass es offenbar solche Inseln der Glückseligkeit zu geben scheint, wo den Kindern keinerlei Gender-Schubladendenken entgegen schlägt. Ich habe die allerdings noch nie besucht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich finds ja schön, dass es offenbar solche Inseln der Glückseligkeit zu geben scheint, wo den Kindern keinerlei Gender-Schubladendenken entgegen schlägt. Ich habe die allerdings noch nie besucht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    #freu


    Ich werfe nochmal in die Runde auf's Kind zu gucken.

    Es gibt noch etliche Graustufen. Dieses Rosa-Blau-Ding ist irgendwann oft passé und da kann man sich dann vom Kind leiten lassen, das dann oft signalisiert was es will.

    Nicht immer, die sind ja unterschiedlich, aber ich habe überwiegend die Beobachtung gemacht, daß man schon mit Vehemenz vorgehen müßte, wenn man die Genderkacke über ein gewisses Alter (hier ungefähr Grundschulalter) hinaus durchziehen will.


    So ein Überstülpen von Werten geht gegen jeden vernünftigen Erziehungsansatz. Das macht ja diese Forum aus, das nicht zu unterstützen (und kommt hier für die Meisten sicher nicht infrage). Da sind letztendlich beide Richtungen gemeint.

  • Ich finds ja schön, dass es offenbar solche Inseln der Glückseligkeit zu geben scheint, wo den Kindern keinerlei Gender-Schubladendenken entgegen schlägt. Ich habe die allerdings noch nie besucht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    ich auch nicht. Ich würde aber sagen, dass diese Schubladen vorhanden sind, unabhängig davon ob man so eine Party macht oder nicht. Die existieren ja nunmal einfach in der Welt um uns herum.


    Und auch auf persönlicher Ebene:

    Ich kann ohne so eine Party mein Kind in die übelste Genderschublade stecken, Bagger verbieten und nur rosa anziehen.

    Und ich kann trotz Party versuchen, möglichst offen zu agieren.

    Even in the darkest moments, light exists if you have the faith to see it.

  • Das kannst Du natürlich, Ebura. Und ich bezweifle auch nicht, dass es einigen Familien auch gelingt.

    Aber meine ganz persönliche Vorurteilsschublade vermutet, dass der eher grössere Teil der Familien, denen diese Art des Sex-Reveals bereits vorgeburtlich wichtig ist, das eher anders handhaben.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Also von den Leuten die ich so kenne, ist das tatsächlich sehr gemischt. Viele machen es aus Spaß an der feierei, weil man es halt so macht, weil die Freunde es organisieren. Ich kann da nachgeburtlich keine größere schubladisierung erkennen.


    Ist vielleicht ein bisschen wie mit Taufen und kirchlichen Hochzeiten hierzulande: viele machen es, weil es ein schönes Fest ist, man es so macht, die Oma sonst traurig wäre... ohne dass man jetzt drauf schließen könnte, dass sie besonders gläubig sind.

    Even in the darkest moments, light exists if you have the faith to see it.

  • Meine Erfahrung ist da eher, dass das mitmachen an Gender Rebels Parties nichts darüber aussagt wie sehr die Kinder später ihre Freiheiten in Punkto gender und kleidungswahl haben. Vielleicht verstehe ich deswegen die aufregung nicht so ganz.

    We know our children best, when we know ourselves best;

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    ~a.joy~

  • Also schön dass das bei euch so ist. Hier erlebe ich das ganz anders. KiGa-Jungs dürfen sich keinen rosafarbenen Luftballon nehmen wenn die Mama beim Sommerfest daneben sitzt und der Junge der Rock trägt wird bemitleidet und gegen seine Eltern gehetzt... Und das ist jetzt nicht der städtische Kiga gewesen sondern der örtliche „alternative“ Waldkindergarten...

    Das mit dem Luftballon finde ich schräg. Also, dass nem Jungen reflexartig der blaue (oder die Ritterfigur oder der Dino) hingehalten wird während dem Mädchen reflexartig der rosane (oder die Prinzessin oder das Einhorn) hingehalten wird (weniger aber im Kiga sondern mehr in Freizeitparks, bei Kinderevents, Messen, Geschäften, ...) erleb ich schon oft. Dass die Jungs sich aber keine Prinzessin/rosa/name it... nehmen DÜRFEN hab ich außer bei einer Kinderbespassung in nem Freizeitpark (wo er dann auch durfte, aber nur nach deutlicher Vehemenz meinerseits) noch nicht erlebt. Erstaunte Gesichter schon, klar.

    Junge im Rock wäre hier tatsächlich auch etwas, das Irritation auslösen würde. Einfach weils sehr ungewöhnlich ist. Mädchen im Dirndl oder Junge in Lederhose würden hier aber genauso viel Irritation auslösen. Ich würd fast so weit gehen zu sagen, dass der Junge im normalen Kleid weit weniger seltsam angeschaut würde als der in der Lederhose.


    Ich finds ja schön, dass es offenbar solche Inseln der Glückseligkeit zu geben scheint, wo den Kindern keinerlei Gender-Schubladendenken entgegen schlägt. Ich habe die allerdings noch nie besucht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Wie gesagt, Insel der Glückseligkeit mit keinerlei Gender-Schubladen ist hier auch nciht. Aber schon überwiegend sehr individuell. Alle Jungs die ich mitkrieg haben z.B. irgendwann mal die Rosa-Glitzer-Lila-Phase und rennen dann auch mal mit rosa Einhörnern durch die Gegend. Oder mit rosanem Skye-Pulli. Wird hier mehr als "mag er halt grade" akzeptiert. Auch in den Kigä. Anton ist am liebsten mit Berta und Charlotte in der Puppenecke, David am liebsten mit Emma und Finn in der Autoecke, Gerda und Hannes mögen beides gleich gern....



    Schwierig find ichs, wenn absichtlich auf geschlechtsneutral oder gegengeschlecht hingedrängt wird. Also ein Mädchen z.B. gar kein Rosa haben darf, egal ob es möchte oder nicht (ja, erleb ich auch ab und zu - zum Glück auch das sehr selten) oder ein Junge ein Puppenhaus kriegt obwohl das überhaupt nicht sein Fall ist. Individuell schauen ist doch das sinnvollste. Ohne "mein Kind muss komplett dem Geschlechtterklische entspechen " und ohne "mein Kind darf auf keinen Fall dem Geschlechterklische entsprechen".

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Danke, Preschoolmum. Deinen Beitrag kann ich Wort für Wort unterschreiben.

    Liebe Grüße von Spinosa


    "Selbst der Kleinste vermag den Lauf des Schicksals zu verändern." (Galadriel in Der Herr der Ringe)

  • Sag ich ja. Irgendwo scheint es komplett andere Lebenswelten als meine zu geben.

    Ich freue mich natürlich, sollte das so sein - bis ich es mit eigenen Augen gesehen habe, behalte ich mir eine gesunde Skepsis vor.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich finds ja schön, dass es offenbar solche Inseln der Glückseligkeit zu geben scheint, wo den Kindern keinerlei Gender-Schubladendenken entgegen schlägt. Ich habe die allerdings noch nie besucht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Da hatte ich ein spannendes Erlebnis die Tage.

    Ich bin mit meinem Kind in die Bahn gestiegen und wir wurden von einer älteren Dame sehr nett angelächelt

    Meinem Kind war an dem Tag selbstgewählt bekleidet mit einer orangenen Mütze, rote Jacke, rote Hose, pinke Einhorngummistiefel...

    In der Bahn war es warm, mein Kind zog die Mütze aus und der selbstgewählte (mit der Haarschneidemaschine kurz gemähte) Kurzhaarschnitt kam zum Vorschein.

    Den Blick von der älteren Dame hättet ihr mal sehen sollen.

    Ich dachte die kippt gleich vom Sitz.

    Lg

    Annanita



    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*