Probehalbjahr am Gymnasium nicht bestanden - und nun? Speziell an die Berliner

  • Ich bin froh, dass in unserer Grundschule so gutes Englisch gelehrt wurde, dass unser Großer nach dem Wechsel auf das Gymnasium immer noch eine 1 hatte und schon während der Grundschulzeit angefangen hat, englische Filme zu schauen.


    Gut, dass ihr nun mehr Zeit habt!

  • das ist dann niegelnagenneu. War sowohlnin Englisch die letzten 2 Jahre als auch in Französisch letztes Jahr definitiv nicht so.

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • das ist dann niegelnagenneu. War sowohlnin Englisch die letzten 2 Jahre als auch in Französisch letztes Jahr definitiv nicht so.

    seltsam, aber ich höre das seit zwei Jahren eben von mehreren Lehrern. Meine Tochter ist ja jetzt in G9, hat es damit zu tun?


    warum sollten die Lehrer mich anlügen? #gruebel

  • mein Sohn ist auch G9, der erste Jahrgang. Vielleicht ist das ja nur eine Richtlinie und keine zwingende Vorgabe?

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Ihr wollt nicht wissen, wie erleichtert das duracellmädchen war, als ich ihr eben die E-Mail der Klassenlehrerin vorgelesen habe.

    Mein Kind ist durchaus aufgeweckt auch interessiert, sie tut sich mit Fremdsprachen schwer, die Erkenntnis kommt nach drei Jahren Englischunterricht recht spät, aber was sollen wir machen, wenn die Lehrerinnen in der Grundschule nicht ehrlich kommunizieren....

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Sagt mal, gibt es an den Berliner Grundschulen eigentlich keinen Lehrplan oder sowas?

    Ich habe es schon so oft gehört, dass da quasi verlängerter Kindergarten stattfindet und die Kinder mit guten Noten aber quasi keinen relevanten Kenntnissen in die weiterführenden Schulen kommen.

    Und in Englisch verstehe ich das alles ohnehin nicht so recht: Hier in NRW gibt es zwar Englisch an den Grundschulen - aber sie fangen in der weiterführenden (hier in der 5. Klasse) trotzdem mit den Materialien an, mit denen man auch beginnt, wenn es keinen Englisch-Unterricht gab.


    Leslie, was würde das Duracellmädchen von zweisprachigen Büchern zum Lernen halten? Eine Kollegin schreibt sowas, soll ich die mal fragen, ob sie welche zu viel hat? Für ein verbessertes Sprachgefühl sollen die sehr gut sein.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Am Rande noch - s. Guckt inzwischen gerne ihre Serien auf englisch erst mit deutschen, dann mit englischen Untertiteln. Fürs sprachgefühl. J. Hat ihr Englisch allein mit Netflix & YouTube auf ne 1-2 gebracht, ohne dass sie jemals groß Vokabeln gepaukt hätte, aber sie ist vom lernen her der Typ dafür, Audio besser als geschriebener Text.

    LG H. mit J. (15,5) und S. (bald 10)

  • Ich weiß nicht, ob das gleich "unehrliche" Kommunikation sein muss. Ohne die Verhältnisse in B und Bayern zu kennen - in HH gibt es einen riesigen Gap zwischen dem eher spielerisch vermittelten Englisch der GS und dem Unterricht am Gym (The Green Line, falls das jmd. was sagt). Manche Gymis gehen im Vorfeld darauf schon etwas ein ("Englisch ist im ersten Jahr das wichtigste Fach"), ein paar kluge GS-Lehrer haben diese Lücke auch schon verstanden, trotzdem dürften viele Kids nach wie vor ins kalte Wasser geworfen werden.


    Redet die Lehrerin im Unterricht auch Deutsch, Leslie? Meine Tochter hat manchmal die Aufgaben nicht verstanden, weil wirklich viel nur auf Englisch war. Es ist das eine, eine Vokabel nicht zu wissen, aber wenn man die ganze Frage nicht checkt, weil einem ein bestimmtes Wort fehlt (und sich nicht traut nachzufragen), wird's schwierig. Und das war oft so.

  • Hier, nicht Bayern, waren neulich 75% eine drei minus.


    hier in SH scheint es so, als würde in englisch in der 5. zwar von vorne angefangen. Aber der Stoff zieht sehr schnell an und sehr viele Vokabeln gelten als bekannt aus der Grundschule.


    Meiner Erfahrung nach kann geundschulfremdsprachebubterricht wirklich super sein. Aber es kann auch einfach nutzloses absitzen sein. Hängt meiner Erfahrung nach einzig an der Lehrpersonal.

    We know our children best, when we know ourselves best;

    they chose the most authentic version of who we are.

    ~a.joy~

  • Ohnezahn : Klar gibt es einen Rahmenlehrplan. Aber wenn die jeweiligen Lehrkräfte nicht gut sind, haben sie zwei Jahre länger Zeit es zu verbocken. Das ist aber längst nicht der Regelfall. Ich kenne viele Kinder, die notentechnisch am Gymnasium nicht wirklich abgerutscht sind. Mein Mittlerer zum Beispiel. Der Große hatte schon an der Grundschule schlechte (Sprachen) und sehr gute Fächer (Naturwissenschaften), da ist die Tendenz geblieben.


    @Leslie: Sagst du mal, was deine Tochter schon versucht? Eine App wurde hier ja oft empfohlen. Was sagt sie dazu?

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • wie Miamarie schon schrieb.

    Es gibt Rahmenlehrpläne in Klasse 3 und 4 noch sehr spielerisch mit 2h/ Woche, da es als Frühenglisch läuft.

    Ab Klasse 5 und 6 normaler Englischunterricht.

    Das was in Klasse 3/4 so gelehrt wird an unserer GS ist ein Witz.

    Es gibt Arbeitshefte und die sind am Ende des Schuljahres leer. Hier fällt viel Englisch aus, weil ist jaFrühenglisch unwichtig (nehme ich an).

    Es kommt immer auf Schule und Lehrer an, wie immer.

    Kröti war im 2. Schuljahr 1x wöchentlich im Zusatzunterricht englisch (quasi sowass wie AG), dort hat sie mehr gelernt als in Klasse 3 und 4.#blink

    Sie hat ganz schön gestaunt, wie weit ander Schulen da sind und was die so vermittelt haben.

  • In BW wurde Englisch grad wieder abgeschafft und erst ab Klasse 3 gelehrt. Es gibt keine schriftlichen Test, Vokabeln auch nicht wirklich... ich weiß echt nicht, wie man das vorbereiten soll. ^^

  • Das "Problem" ist doch, dass in Berlin der Wechsel von der Grundschule ins Gymnasium erst in der 7. Klasse erfolgt. Also "verlieren" die Kinder 2 Jahre Englischunterricht, wenn es in der Grundschule bis Klasse 6 spielerisch und ohne entsprechenden Zug gelehrt wird, im Gegensatz zu den Bundesländern, wo ab Klasse 5 systematisch die Fremdsprache aufgebaut wird.


    Da wir bei unserem großen Sohn schon die Erfahrung gemacht haben, dass die Lücke zwischen dem, was in der Grundschule (bis Klasse 4) gelehrt wird und dem, was das Gymnasium in Klasse 5 erwartet wird, sehr groß ist, haben wir bei unserer Mittleren (und werden das auch mit der Kleinen so machen), schon in Klasse 3 und 4 den Grundwortschatz an Vokabeln (das sind hier ca. 300-400) mit memrise lernen lassen. Das hat sich wirklich gelohnt, weil man das ganz in Ruhe über 2 Jahre damit beschäftigen konnte.

  • Das ist ein Vokabellernprogramm, das nach dem Karteikastenprinzip funktioniert.

    Man kann dort auch eigene Vokabelsets eingeben, das habe ich gemacht.

    Der Vorteil ist, das keine Vokabel, einmal gelernt, "verschwindet", sondern immer wieder auftaucht, in immer größeren Abständen, wenn sie noch gewusst wird.

  • Ohnezahn

    Verlängerter Kindergarten finde ich das hier nicht. Die Bedingungen sind oft einfach zum Speien.

    Lehrpläne gibt es natürlich und auch sehr sehr gute (staatliche) Grundschulen, in denen die Kinder gutes Englisch lernen. Leider meistens nur in den Stadtteilen mit den entsprechenden Mieten und Kindern aus Elternhäusern, die viel für die Förderung ihrer Kinder tun.


    Dazu sind alle Schulen chronisch unterfinanziert und der Lehrermangel macht auch Berlin zu schaffen (und leider sind die Anreize hier LehrerIn werden zu wollen nicht super).

    Um das aufzufangen gibt es immer mehr Quereinsteiger.

    Meine Tochter selbst wurde noch nicht von Quereinsteigern unterrichtet, dafür hat der gleichaltrige Sohn einer guten Freundin eine Quereinsteigerin als Klassenlehrerin und eine andere Freundin von mir arbeitet selbst als Quereinsteigerin. Sie verzweifelt teilweise an den Anforderungen. Ich bekomme dadurch einiges von den Problemen mit. Da fehlen oft didaktische oder pädagogische Grundlagen, aber es wird erwartet, dass sie mit heftigsten Klassen klarkommen. Dadurch leidet natürlich die Unterrichtsqualität.


    Wir haben lange in einem Brennpunkt-Kiez gewohnt. Meine Tochter geht dort immer noch zur Schule und fast alle Freunde meiner Kinder besuchen ebenso Schulen in Brennpunkt-Kiezen.

    Der Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Herkunftsprache macht da im Schnitt 80% aus, mitunter auch mehr. Es herrschen unabhängig davon viel Armut und Elend, immer mehr Kinder mit Fluchterfahrung. Da müssen ganz andere Basics erarbeitet werden und es bräuchte sehr viel mehr Geld und Personal um das abzufangen.

    Wenn die Kinder nicht einmal deutsch sprechen, ist Englisch das kleinste Problem.

    Oft fehlen zudem bei den Kindern die elementarsten Unterrichtsmaterialen. Und schon Erstklässler kommen völlig erratisch zum Unterricht und die Eltern sehen da kein Problem oder sind selbst hilflos.


    In der Schule meiner Tochter kommt das nicht so arg zum Tragen, weil es dort einer Förderschwerpunkt für Hochbegabtenförderung gibt und die Schule 20% Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet aufnehmen darf, was zu einer besseren Durchmischung führt und Fördergelder und Personal freisetzt. Die Gesamt-Elternvertretung ist zudem sehr engagiert, was auch einen großen Unterschied macht.

    Die Unterrichtsqualität dort ist unfairerweise nicht mit der der benachbarten Grundschulen zu vergleichen und das Niveau, nachdem was ich z.B. hier lese oder von Eltern gleichaltriger Kinder in meinem Umfeld mitbekomme, höher als in anderen dritten Klassen. Gerade in Englisch merke ich den Unterschied, wie es anzieht. Während bei meiner Tochter im Englischtest schon Sätze geschrieben werden, beinhaltete der zeitgleiche Test beim Sohn meiner Freundin nur Wörter ankreuzen.


    Auch wenn meine Tochter davon profitiert und sich sehr wohl in ihrer Schule fühlt, ist es ein unfaires Mistsystem, dass Lernqualität und - erfolg so sehr von Wohnort und Elternhaus abhängig sind.

    "Was ich übers Leben weiß, weiß ich aus Stand By Me." - Danke für die Angst, Thees Uhlmann

  • Freda


    Ab Klasse 5 ist es normaler Unterricht wie überall auch (tests, noten). Nur 3. Und 4. Klasse sind Frühenglisch.


    Das Problem ist, wenn die Lern und Lehrbedingungen nicht gut sind, dann passieren so Sachen wie beim Duracellmädchen.


    Wenn die Lehrerin einfach alles schönredet oder auf die vergangen Jahre aufbauen will, aber nicht kann, weil nix da ist udn sie quasi den Stoff erstmal nacholen muss. Oder die Leistungsniveaus in der Klasse so krass unterschiedlich sind, das man einfach nicht alles immAuge behalten kann.

  • Bei uns (Bayern) ist es so, dass in der 3./4. Klasse Englisch von Grundschullehrerinnen unterrichtet wird. Das Zertifikat, das man dafür braucht, kann man in 1-2 Wochen erwerben (so habe ich das verstanden, korrigiert mich, wenn es anders ist). Ab der 5. Klasse wird Englisch von Leuten unterrichtet, die dieses Fach studiert haben. Wie ist das denn in Berlin? Genauso?

    Liebe Grüße von Alusra
    #rose


    Manchmal braucht man keine Tipps. Manchmal braucht man nur einen
    Zuhörer, der an den richtigen stellen "Hmmm" sagt und auch alles blöd
    findet.


  • genau so Erbsprinzessin , die Quereinsteiger werden an Schulen verheizt, in denen es aus Gründen an Personal fehlt. Gerade diese Kinder dort würden aber überqualifiziertes Personal brauchen. Eine Bekannte von mir ist in Marzahn eingesetzt und am Verzweifeln.


    Selbstverständlich gibt es einen Lehrplan und entsprechende Ansprüche aber in der Realität ist das nicht umzusetzen.


    Die letzte Meldung zum Thema Berliner Gemeinwesen, die ich gelesen habe - Eltern mit neugeborenen Babies können aufgrund fehlender Kapazitäten in den Standesämtern ihre Kinder nicht rechtzeitig anmelden.

    💀 diese ganze Stadt ist kaputt und fertig, das macht vor Schule nicht Halt. Wer irgend kann flüchtet in Alternativen. (Da nehme ich mich gar nicht aus) die Situation an unserer alten Grundschule war ein weiterer Grund für einen Umzug.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ohnezahn

    Verlängerter Kindergarten finde ich das hier nicht. Die Bedingungen sind oft einfach zum Speien.

    Lehrpläne gibt es natürlich und auch sehr sehr gute (staatliche) Grundschulen, in denen die Kinder gutes Englisch lernen. Leider meistens nur in den Stadtteilen mit den entsprechenden Mieten und Kindern aus Elternhäusern, die viel für die Förderung ihrer Kinder tun.

    Danke für deine Ausführungen.
    Ich beobachtete das recht verwundert bei einer Freundin. Die Kinder waren auf einer Montessori-Grundschule in Kreuzberg, aber da schien sämtliches Lernen und Lehren zu Hause zu erfolgen, die Schule wirkte da wirklich eher wie ein leibevoller, netter Vorschulkindergarten.

    Zum Glück waren die Eltern sich dessen bewusst und haben von Anfang an zu Hause die Hilfslehrer gespielt, nur darum gab es dann in Klasse sieben beim Übertritt keine Vollkatastrophe.


    Das ist schon übel. Ich könnte das gar nicht.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.