Taschengeld - Gedanken von Nora Imlau

  • Ihr wisst schon, dass das kein Artikel ist sondern ein Statement auf Twitter? Und es gab im richtigen Thread zu den von euch hier bemängelten Sachen (Armut bspw.) auch Gespräche. Es wäre also sinnvoll aus der Diskussion Nora Imlau raus zu halten... das ist nämlich auf Twitter gut und ausführlich besprochen worden.



    Möwe aber wenn sie dir zu jung sind zum zuverdienen, dann sind sie für das Konzept Geld auch zu jung.

  • Iverna: hier wurde die Meinung von n.i. verlinkt und daraus entspann sich eine Diskussion. - wo ist die Logik, die auslösende Meinung jetzt herauszustreichen?


    Sonst: nö, sind sie nicht.

    Aber der Gesetzgeber hat auch eine klare Meinung zu Kinderarbeit.

    Darf dann jemand, der zu jung für den Führerschein ist, auch nicht im Auto mitfahren?

  • Es ist aber kein Artikel und wenn man nur das was auf Twitterperlen steht - liest, dann liest man halt nicht alles... also wäre es sinnvoll, nicht so zu tun, als wenn Nora nur das gesagt hat.


    Und zu dem Arbeitsgeld: Dann versteh ich dein Ansatz leider nicht. Kinder können auch mit 6 schon "arbeiten" erledigen. Siehst du es eher so, dass das Geld nicht an Bedingungen geknüpft sein soll?

  • ich fand die Diskussion spannend, weil ich mich noch nie damit beschäftigt hatte. Bei uns hat sich das so entwickelt.


    Dass das Twitter statements sind, fand ich doch nochmal gut herauszuheben. Hier haben einige pauschal geschrieben, ich fand den Artikel blöd.....Es ging also nicht um die Diskussion an sich, sondern um den Artikel.


    Möwe, so muss es halt für viele Familien passen. Meine Kinder bekommen Geld von der Oma (nicht viel, da sie es dann aber nie ausgeben, hat sich hier einiges angesammelt) Und es gibt hier auch keine Wünsche, die über Weihnachten, Geburtstag usw. hinausgehen. Wenn ich jetzt sehen würde, dass ich im Laden ständig gelöchert würde, würde ich mir das vielleicht anders überlegen. Das passiert aber nicht.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Iverna Na ja, so gesehen ging arbeiten, sobald sie “in“ und “Müll“ verstanden und sich zielgerichtet bewegen konnten.

    Aber sonst: ja, Taschengeld gibt es komplett ohne Bedingungen und (fast) zur freien Verfügung.

    Und Mithilfe im Haushalt wird nicht bezahlt, die erwarte ich einfach so.


    claraluna genau, es muss passen. Ich finde es aber spannend, wie und warum andere es machen.

  • ich sehe da große unterschiede zwischen stadt und land - am land bei uns gibt es gar nicht so groß viel an auswahl, wo man taschengeld anlegen könnte, in der stadt ist gerade für teenager ein mega angebot. bis vor kurzem bekamen beide kinder bei uns 10 euro im monat und das war ok...

  • Möwe aber wenn sie dir zu jung sind zum zuverdienen, dann sind sie für das Konzept Geld auch zu jung.

    wieso das? geldverdienen darf man in bestimmten rahmen gesetzlich ab 13, richtig? das bedeutet aber keinesfalls, dass das konzept des geldes nicht früher gelernt werden kann. das muss natürlich nicht sein, es sind ja hier hervorragende beispiele genannt worden, das kind hat kein interesse, es sind keine zusätzliche wünsche vorhanden, die übers familienbudget hinausgehen, geld kann nicht ohne weiteres ausgegeben werden, TG passt nicht zu familie usw, aber bei bedarf darf es doch sein.


    unsere fanden schon im kiga schon super mit ihren 50 cent ins kiosk zu rennen und sich süßigkeiten zu holen, zwei wochen abwarten oder mit uns um zusätzliche 20 cent zu diskutieren um sich eine packung sammelkarten kaufen zu können.


    ich selber bin ohne taschengeld aufgewachsen bis oberstufe, hab aber nichts vermisst, weil ich geld bekam, wenn ich etwas haben wollte. war wohl im rahmen unserer finanziellen möglichkeiten und/oder hab wohl nichts haben wollen, was meine eltern hätten nicht finanzieren wollen.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Wir hatten bei unserem Großen zuletzt folgendes Problem:

    Das Geld für die Mensa in der Schule mussten wir im Voraus einzahlen. Die Kinder konnten dann aber davon nicht nur das Mittagessen kaufen, sondern auch Dinge am Kiosk. Da kam es dann nicht nur einmal vor, dass kein Geld mehr da war, wenn ich Essen bestellen wollte, weil das Kind schon alles mögliche andere (wahrscheinlich v.a. Softgetränke) von diesem "frei verfügbaren" Geld gekauft hatte. Da waren dann schon mal 10 € am Tag weg.

    Auch mehrmaliges Besprechen, dass das so nicht geht, weil wir uns das nicht leisten können/wollen, hat nicht wirklich zur Einsicht geführt.

    Mit einer freien zugänglichen Kasse zu Hause hätten wir sicher das selbe Problem: Ist frei verfügbares Geld da, wird es ausgegeben von diesem Kind. Bei ihm ist es echt wichtig, einen Rahmen vorzugeben. Sein Taschengeld teilt er sich da ganz anders ein.


    Mein mittleres Kind ist übrigens ganz anders. Sie meinte gerade: Mama, von Euch wünsche ich mir nichts zu Weihnachten, ihr habt doch erst letztlich so viel Geld für xy ausgegeben. Das reicht mir. Bei ihr wäre eine offene Kasse sicher kein Problem, weil sie ganz genau überlegt, was mit dem Geld wird.


    Sehr interessante Erfahrungen haben wir auch mit "Weihnachtsmarktgeld" gemacht. Früher, als wir alles bezahlt haben, war es immer ein riesiges Gequengel: Ich will noch das fahren, noch einen Kinderpunsch, noch eine Waffel ... Vor 2 Jahren haben wir "Weihnachtsmarktgeld" eingeführt. Jedes Kind bekommt Betrag x und darf es beliebig auf dem Weihnachtsmarkt ausgeben. Es war total interessant, wie die Kinder - ganz verschieden - ihre Prioritäten gesetzt, Preise verglichen und Entscheidungen getroffen haben, was sie wirklich (machen) wollen.

  • Sehr interessante Erfahrungen haben wir auch mit "Weihnachtsmarktgeld" gemacht. Früher, als wir alles bezahlt haben, war es immer ein riesiges Gequengel: Ich will noch das fahren, noch einen Kinderpunsch, noch eine Waffel ... Vor 2 Jahren haben wir "Weihnachtsmarktgeld" eingeführt. Jedes Kind bekommt Betrag x und darf es beliebig auf dem Weihnachtsmarkt ausgeben. Es war total interessant, wie die Kinder - ganz verschieden - ihre Prioritäten gesetzt, Preise verglichen und Entscheidungen getroffen haben, was sie wirklich (machen) wollen.

    Oooooh ja, das kenne ich auch. Seitdem wir das so regeln, gehe ich mit den Kindern auch wieder gerne auf den Hamburger Dom.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Ich stolpere bei Frau Imlau über den Satz "Ich werde auch nicht für Waschen und Putzen bezahlt." Na toll, das ist ja wohl überhaupt ein Grundproblem bei der Gleichberechtigung von Geschlechterrollen und der Definition von Arbeit, wirf doch einfach den jahrzehntelangen Kampf der Hausfrau um Anerkennung auf den Müll in der Diskussion um Taschengeld.

    Wir wurden erschaffen, um uns weiterzuentwickeln, sonst hätte Jesus sicherlich vor über zweitausend Jahren gesagt: "... und jetzt sitzt ganz still und tut gar nichts, bis ich wiederkomme!" Swami Beyondananda

  • Sehr interessante Erfahrungen haben wir auch mit "Weihnachtsmarktgeld" gemacht. Früher, als wir alles bezahlt haben, war es immer ein riesiges Gequengel: Ich will noch das fahren, noch einen Kinderpunsch, noch eine Waffel ... Vor 2 Jahren haben wir "Weihnachtsmarktgeld" eingeführt. Jedes Kind bekommt Betrag x und darf es beliebig auf dem Weihnachtsmarkt ausgeben. Es war total interessant, wie die Kinder - ganz verschieden - ihre Prioritäten gesetzt, Preise verglichen und Entscheidungen getroffen haben, was sie wirklich (machen) wollen.

    Oooooh ja, das kenne ich auch. Seitdem wir das so regeln, gehe ich mit den Kindern auch wieder gerne auf den Hamburger Dom.

    Same here. #ja

    Bei uns ist es die Kirmes.

    Früher Dauergequengel und dazu noch meine eigene Wertung ob der Sinnhaftigkeit solcher Fahrgeschäfte, Losbuden, Greifautomaten etc.

    Jetzt bekommt jedes Kind 10€ und die dürfen sie ausgeben, wie sie wollen.

    Kind 1 kauft davon Accessoires auf dem dazugehörigen Markt.

    Kind 2 gibt sein Geld an der Losbude aus und gewinnt Schnaselkram.

    Kind 3 macht alles 1x...losen,fahren,süßes kaufen.

    #super No one is you and thats your power #super

  • Ich stolpere bei Frau Imlau über den Satz "Ich werde auch nicht für Waschen und Putzen bezahlt." Na toll, das ist ja wohl überhaupt ein Grundproblem bei der Gleichberechtigung von Geschlechterrollen und der Definition von Arbeit, wirf doch einfach den jahrzehntelangen Kampf der Hausfrau um Anerkennung auf den Müll in der Diskussion um Taschengeld.

    Ich finde das etwas spitzfindig.

    In einem Artikel hätte Nora vermutlich geschrieben "Mein Mann und ich werden auch nicht fürs Putzen bezahlt" oder "Ich werde auch nicht fürs Putzen und Waschen bezahlt und mein Mann nicht fürs Kochen und Bügeln".

    Der Punkt ist ja hier: Wir leben zusammen in einem gemeinsamen Haushalt, damit ist es unsere gemeinsame Arbeit, zu der alle beitragen, ohne dass einzelne dafür besonders ent- oder belohnt werden.


    Wenn man nicht nur die herausgeschnittenen Teile der Diskussion liest - es ist ja auf Twitter ein Austausch, kein Artikel - fällt auch sofort auf, dass Nora an keiner Stelle irgendwie Familien kritisiert, die faire Taschengeldlösungen anwenden. Sie beschreibt einfach nur, wie es in ihrer Familie ohne geht und warum sie sich - vorerst - so entschieden haben.

  • Meine kriegen seit Schulbeginn Taschengeld, haben es aber oft vergessen. Es war nicht wichtig.

    Jetzt mit 9 wird es aber wichtig, weil sie alleine in die Stadt einkaufen dürfen. Das ist für sie ein Riesenschritt zur Freiheit und da brauchen sie eigenes Geld!

    Sie wollen sogar- eigene Idee der Kinder- Geld verdienen und dafür Aufgaben erledigen. Ich überlege mir was.

    Was ich sagen will: solange man mit den Eltern einkaufen geht, braucht man eigentlich kein eigenes Geld. Aber wenn man alleine loszieht, wird es wichtig.

  • Wir haben bei unserem großen Sohn auch mal mit Taschengeld angefangen, aber wie hier schon einige schrieben gibt es (übrigens obwohl wir in der Großstadt wohnen) hier kaum Möglichkeiten, das Geld auszugeben. Außerdem ist mein Sohn ein totaler Süßigkeitenjunkie und hat das Geld immer direkt beim einzigen Bäcker weit und breit in die dort völlig überteuerte kleine Auswahl an Süßigkeiten investiert.

    Dann habe ich ihm eine Weile statt Taschengeld lieber direkt Süßis gekauft, die er sich selber einteilen durfte. Das hat auch nicht funktioniert, weil er vor dem Frühstück heimlich runterschlich um die Tüte seines Bruders leerzuessen.


    Das Süßiproblem haben wir immer noch nicht so wirklich im Griff. Beim Taschengeld habe ich meinem Sohn irgendwann gesagt, er bekommt es, wenn er mich danach fragt - das macht er aber nie.

    Das Geld von den Großeltern sacke ich direkt ein und gebe es für Kleidung etc aus. Das mache ich, weil das meist viel zu große Summen sind um von einem Kind umgesetzt zu werden (wir hätten entweder Jahresvorräte an Süßis oder irgendwelche Teile, die bei uns gar keinen Platz hätten) und weil das Geld auch meist nur einem Kind gegeben wird und das andere nichts bekommt, obwohl es keinen Anlass gibt.


    Wenn wir zusammen auf den Flohmarkt gehen, dann bekommt jeder ein paar Euro und darf sich davon kaufen, was er will.

    Auf Volksfesten bezahle ich einfach alles, weil das keinen Spaß macht, wenn man da nichts machen kann (oder alles ganz allein machen muss, weil der Bruder dann doch lieber was anderes machen will).


    Wenn meine Kinder mal größer sind und so Aktivitäten wie Kino, Eis essen mit Freunden oder Markenklamotten eine Rolle spielen, dann werden wir aber auf jeden Fall nochmal neu über Taschengeld nachdenken.

  • warum mir es so wichtig ist, dass es für Haushaltstätigkeiten kein Geld gibt:


    Wenn mir meine große Tochter etwas abnimmt oder ihrem Papa, ist das eine Riesenhilfe, sie weiß das, sieht das und ich sage es ihr.

    Sie trägt also ganz aktiv was zur Familie bei.

    Als Konsequenz haben wir mehr Zeit, etwas Schönes als Familie zu machen.


    Würde sie das für Geld machen, hätte sie das oben beschriebene nicht.

    Extrinsische vs. intrinsische Motivation.

    Deswegen ist mir das so wichtig, dass es dafür kein Geld gibt, sondern dass es selbstverständlich ist, dass jeder seinen Teil beiträgt.



    edit: insofern sehe ich das ganz klar als ein - Haushaltstätigkeiten sind wichtig und werden anerkannt.... also das genaue Gegenteil was elbeentchen schrieb

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

    Einmal editiert, zuletzt von claraluna ()

  • Iverna Na ja, so gesehen ging arbeiten, sobald sie “in“ und “Müll“ verstanden und sich zielgerichtet bewegen konnten.

    Aber sonst: ja, Taschengeld gibt es komplett ohne Bedingungen und (fast) zur freien Verfügung.

    Und Mithilfe im Haushalt wird nicht bezahlt, die erwarte ich einfach so.


    claraluna genau, es muss passen. Ich finde es aber spannend, wie und warum andere es machen.

    Okay :) da habe ich nämlich hingedacht.. ;)


    fibula ich denke das hat sich zw Möwe und mir ja geklärt...

  • warum mir es so wichtig ist, dass es für Haushaltstätigkeiten kein Geld gibt:

    Deswegen gibt es fuer normalen Alltag bei uns auch kein Geld. Aber fuers Auto putzen zB dann schon.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • ja der Logik kann ich folgen.

    Das spare ich dann ja in der Waschanlage.....


    lach... ich könnte da jetzt noch weiter schreiben... ich meine einfach für die Familie muss es passen.

    Wenn ich sehe wie freudig meine Kinder helfen, glaube ich, das kann Geld nur kaputt machen.


    Vielleicht sehe ich das irgendwann anders wenn sie 16 sind, dann passen wir das wieder an.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.