Probleme mit Pflegedienst

  • für meinen Papa kommt jede Woche der Pflegedienst und duscht ihn.

    ausgemacht war 10 Uhr,steht aber nicht in der Akte.

    Lief 8 Wochen wunderbar, kam meistens +-15min pünktlich. Seit ich hier Stallwache mache, ist der Knoten drin, seit 4 Wochen keine Woche pünktlich da, meistens zwischen 11 und 11.30 Uhr, heute kam sie jetzt, um 12.25. Mein Papa ist Diabetiker, muss pünktlich essen. Das Essen ist fertig, da klingelt es.Nun verkocht mir hier alles, dann ißt er es nicht. Teures Fleisch gekauft, alles kaputt.
    Ich hab schon zigmal angerufen in den letzten Wochen: "mei, man arbeitet halt mit Menschen, da kann man nicht pünktlich" und wir sitzen und warten und warten und warten.

    Ist sowas normal? Dann halte ich meine Klappe und brummle in mich hinein.

  • Ich kenne das auch so dass es mit den Zeiten nicht hinkommt von meiner Oma.


    Fürs Essen würde ich Warmhaltebehälter anschaffen. Und was kochen, was es auch mal länger aushält im Topf. (Wenn er Essen auf Rädern kriegen würde, würde er sich extrem umgewöhnen müssen...).

  • Leider ist das ein sehr üblicher Kritikpunkt :( Aber je nach Aufnahmefähigkeit der Pflegedienstleitung könnte man auch mal besprechen woran das liegt und was man verändern könnte (zB ist die Tour zu eng geplant? Verbindlich eine andere Zeit ausmachen? sowas...) Ich kenne es allerdings von allen aufsuchenden Berufsgruppen, die viele Hausbesuche mit Chaosfaktor haben.

  • danke für Eure Einschätzung, ich hatte bislang nie mit Hausbesuchen zu tun, kenne das nur von der Ergotherapie und da sind +-10min das höchste der Verspätung.

    Sie sind wohl grad sehr knapp besetzt, was sich nach Nachfrage auf dauer auch nicht ändern wird. Und ich finde es höchst unbefriedigend, wenn ich mich von 10-? Uhr bereit halten muss, weil da irgendwann jemand für 15min duschen vorbeikommt. Wir fragen jetzt mal die anderen Pflegedienste im Viertel ab,was die so anbieten können.

  • warum musst du dich bereit halten ab 10 Uhr? Du wirst doch nicht geduscht.

    Dass wahrscheinlich sämtliche pflegedienste PersonalNot haben, dürfte dich bei deinem Job jetzt eigentlich nicht überraschen.

  • Musst du dich denn bereithalten? Oder könnte man die Pflegedienstarbeiten ausweiten?


    Und Essen in Wärmebehältern. Mäkeliger Esser hin oder her, bei Erwachsenen wäre ich stinksauer, wenn ich alles wegschmeissen müsste, nur weils zu lange gekocht hat auf dessen Herd oder ist er bettlägerig? Dann Punkt 1, dann reicht duschen nicht.

  • Es muss jemand dabei sein, normalerweise meine Mama,aber die ist grad auf Reha. Ich muss ne Unterschrift leisten. Ihn und das Bad vorbereiten,ihn danach anziehen.

  • Oje. Ist das üblich? ( Bei meiner Oma war das nicht so und bei der vom Mann auch nicht, da war duschen komplett mit allem, auch an-und ausziehen. Ohne Unterschrift oder die Omas haben unterschrieben. Sie wohnten alleine, daher ja der Pflegedienst).

  • Das muss auch anders gehen, zumindest die zeit in der deine Mutter in reha ist.

    Hat ja nicht jeder Angehörige.


    Dass der pflegedienst nicht pünktlich sein kann, verstehe ich.

    Dass du stundenlang wartest geht aber auch nicht.


    Dann braucht er für die rehazeit deiner Mutter mehr Unterstützung als sonst.

  • Warum musst Du beim Duschen und den Vor- und Nachbereitungen assistieren? Das gehört eigentlich dazu. Wie sollte das sonst auch bei all den Alleinstehenden funktionieren? Die Verspätungen sind leider fast überall üblich, da durch den Personalmangel zu eng getaktet wird und die Fahrtzeiten sehr verkehrsabhängig sind. Da muss nur irgendetwas nicht glatt laufen und schon verschieben sich alle weiteren Termine nach hinten. Wobei es natürlich auch nicht schaden kann bei anderen Pflegediensten nachzufragen, ob das Problem dort auch so extrem besteht. Und am Besten gleich mitzuklären, dass Du nicht assistieren musst.

  • Ich habe selbst schon in der mobilen Krankenpflege gearbeitet. Das Thema Pünktlichkeit war für unsere Kunden der mit Abstand häufigste Anlass zum Meckern. Kann man aber tatsächlich nicht ändern. Mich hat es ganz extrem gestresst, auf einer Tour mit 18 Kunden von mindestens 8 angemotzt zu werden, weil ich zu früh oder zu spät gekommen bin, aber ich konnte wirklich nichts dafür und die PDL auch nicht.


    Was mich aber sehr wundert ist, dass du deinen Papa an- und ausziehen sollst. Das gehört definitiv zu einer Ganzwaschung dazu. DARÜBER kannst du dich zu Recht beschweren und die anderen Pflegedienste fragen, ob das bei denen dazu gehört oder nicht. Bei der Caritas gehört es jedenfalls dazu.

    Liebe Grüße von Spinosa


    "Selbst der Kleinste vermag den Lauf des Schicksals zu verändern." (Galadriel in Der Herr der Ringe)

  • Ich habe früher bei einem Pflegedienst gearbeitet, der tatsächlich in der Regel die abgesprochenen Zeiten einhielt was wirklich besonders und außergewöhnlich war und von vielen Menschen sehr geschätzt wurde. Leider eine große Ausnahme in dem Bereich. Allerdings habe ich nicht erlebt, dass Angehörige Vor- und Nacharbeit durchführten, höchstens freiwillig. Wird dafür dann nur eine Teilpflege abgerechnet? Bei so viel Aufwand kann man es fast selbst machen.

  • Zu meiner Oma kommt auch der Pflegedienst ins Haus, sie wohnt in Deiner Region. Was sie so erzaehlt, ja, sie kommen zu unterschiedlichen Zeiten. Auch je nachdem, welche Pflegekraft an diesem Tag kommt. Sie versuchen die Zeit schon ungefaehr einzuhalten aber oft kommen sie auch erst viel spaeter.

  • danke für Eure Einschätzung, ich hatte bislang nie mit Hausbesuchen zu tun, kenne das nur von der Ergotherapie und da sind +-10min das höchste der Verspätung.

    Sie sind wohl grad sehr knapp besetzt, was sich nach Nachfrage auf dauer auch nicht ändern wird. Und ich finde es höchst unbefriedigend, wenn ich mich von 10-? Uhr bereit halten muss, weil da irgendwann jemand für 15min duschen vorbeikommt. Wir fragen jetzt mal die anderen Pflegedienste im Viertel ab,was die so anbieten können.

    ich möchte noch als rückmeldung dalassen, dass ich den vergleich zur Ergo total unpassend finde;

    dass ist ja ne kalr bagegrenzte tätigkeit, wo man sich den wecker stellen kann, dass man wirklich nach den gesetzten bspw. 30 min beendet

    und da ist das unkalkulierbare der verkehr von person A zu B.


    vielleicht kannst du es auch andersrum sehen, dass anscheinend die pflegende person nicht mit dem weckerklingeln nach x min "pünktlich" die zu pflegende person fallen lässt, sondern eben die nötige zeit braucht

  • Hallo,


    Ich habe großes Verständnis dafür, daß bei der Arbeit mit Menschen nicht auf die Minute geplant werden kann und es mal zu Verspätungen , auch deutlichen Verspätungen kommen kann. Zur menschenwürdigen Pflege gehört auch, auf besondere Vorkommnisse einzugehen.


    Aber wenn es 1. regelmäßig passiert (seit 4 Wochen NIE zeitnah...) und 2. die Verspätungen dann auch noch häufig sehr drastisch sind (über 2 Stunden statt 20 Minuten) , finde ich es schon berechtigt das anzusprechen.

    Dann ist es nicht mehr "mal" sondern eben Dauerzustand. Dann muss aus meiner Sicht irgendwo in den Abläufen etwas geändert werden - oder deutlich gesagt werden, daß man keine vereinbarten Zeiten einhalten kann (und ggf. weinen Wechsel des Anbieters o.ä. in Kauf nehmen).


    Die einzelnen Leute können da am wenigsten dafür, die sind enorm unter Zeitdruck. Aber ich weiß auch, daß die Prioritätenliste aus genau diesem Grund nicht selten danach entschieden wird, wer sich am wenigsten beschwert (beschweren kann)... Ich finde schon, daß es da auch für die Mitarbeiter wichtig ist, daß der Träger entsprechende Rückmeldungen bekommt - also daß man mit der Arbeit als solcher zufrieden ist (wenn es denn so ist), nicht aber mit der zeitlichen Gestaltung, die es den Mitarbeitern offenbar nicht ermöglicht, die vereinbarten Zeiten auch nur ansatzweise einzuhalten.


    Wobei das noch mal ein Problem sein könnte - wenn du schreibst, daß die Zeit nirgendwo fixiert ist. Ich finde es verständlich, daß dann ggf. ein Mensch nach hinten geschoben wird, bei dem vielleicht nur "vor dem Mittagessen" drinsteht, wenn es zeitlich anderswo brennt (Medikamentengabe usw.). Da würde ich als erstes versuchen, eine Zeit festzuschreiben (begründen, warum es so sein muss), dann schauen, was passiert und dann weiter entscheiden.

  • ich habe es so verstanden, dass nur 1x die woche jemand kommt.


    oder ist das eine tägliche sache?

    dann fände ich die abweichung seit 4 wochen auch krass

  • Aber wenn es 1. regelmäßig passiert (seit 4 Wochen NIE zeitnah...) und 2. die Verspätungen dann auch noch häufig sehr drastisch sind (über 2 Stunden statt 20 Minuten) , finde ich es schon berechtigt das anzusprechen.

    Dann ist es nicht mehr "mal" sondern eben Dauerzustand. Dann muss aus meiner Sicht irgendwo in den Abläufen etwas geändert werden - oder deutlich gesagt werden, daß man keine vereinbarten Zeiten einhalten kann (und ggf. weinen Wechsel des Anbieters o.ä. in Kauf nehmen).

    Das wäre ein sinnvolles Vorgehen bei jeder normalen Branche. Aber die Pflegebranche ist nicht normal. Wir haben PFLEGENOTSTAND. Das möchte ich ganz groß als Graffiti an jeden Bauzaun und an jede Wand schreiben. Und unter dem Pflegenotstand leiden eben tatsächlich nicht "nur" die Pflegekräfte, sondern auch die Patienten. Das glaubt nur immer keiner der nicht selbst betroffen ist.


    Es kann z.B. sein, dass seit 4 Wochen die Magen-Darm-Grippe umgeht und mehrere Pflegekräfte sich krank gemeldet haben. Dann müssen die Touren der kranken Pflegekräfte aufgeteilt werden auf die anderen, so dass dann eine Tour die sonst (hier in ländlicher Gegend) 30 km lang wäre mit 12 Kunden plötzlich 50 km und 18 Kunden lang ist. Die Personaldecke ist so dünn, dass Krankheitswellen nicht anders aufgefangen werden können. Und das sieht nicht bloß bei einem Pflegedienst so aus, sondern bei allen. Ein Wechsel bringt also nichts.


    Im Gegenteil. Ich habe es hier erlebt, dass Pflegedienste einigen ihrer Kunden von sich aus gekündigt haben, weil sie sich nicht imstande sahen die Versorgung zu gewährleisten. Die Angehörigen müssen in dem Fall notgedrungen einen neuen Pflegedienst suchen und können froh sein, wenn sie einen finden. Oft haben die anderen Pflegedienste dann nämlich Aufnahmestopp. Der Pflegedienst für den ich gearbeitet habe (Caritas) hat das nicht gemacht, wir hatten zwar zeitweise Aufnahmestopp, aber wir haben im Unterschied zu privaten Pflegediensten niemals einen bestehenden Vertrag von uns aus gekündigt. Wir sind dann eben Doppelschichten gefahren (ich bin manchmal Frühdienst und Spätdienst am selben Tag gefahren) oder bis zu 50% längere Touren, was dann halt Verspätungen zur Folge hatte. Aber wir haben die Angehörigen nicht komplett im Regen stehen lassen und haben niemanden rausgeworfen.

    Liebe Grüße von Spinosa


    "Selbst der Kleinste vermag den Lauf des Schicksals zu verändern." (Galadriel in Der Herr der Ringe)

  • Aber wenn es 1. regelmäßig passiert (seit 4 Wochen NIE zeitnah...) und 2. die Verspätungen dann auch noch häufig sehr drastisch sind (über 2 Stunden statt 20 Minuten) , finde ich es schon berechtigt das anzusprechen.

    Dann ist es nicht mehr "mal" sondern eben Dauerzustand. Dann muss aus meiner Sicht irgendwo in den Abläufen etwas geändert werden - oder deutlich gesagt werden, daß man keine vereinbarten Zeiten einhalten kann (und ggf. weinen Wechsel des Anbieters o.ä. in Kauf nehmen).

    Das wäre ein sinnvolles Vorgehen bei jeder normalen Branche. Aber die Pflegebranche ist nicht normal. Wir haben PFLEGENOTSTAND. Das möchte ich ganz groß als Graffiti an jeden Bauzaun und an jede Wand schreiben. Und unter dem Pflegenotstand leiden eben tatsächlich nicht "nur" die Pflegekräfte, sondern auch die Patienten. Das glaubt nur immer keiner der nicht selbst betroffen ist.


    Das ist mir klar. Zumal ich in einem Beruf arbeite, in dem der Begriff "Notstand" nicht unbekannt ist und weiß, daß man mit dem besten Willen und der besten Organsiation keine Wunder vollbringen kann.


    Trotzdem finde ich, daß "alles kommentarlos hinnehmen, weil es ist, wie es ist" auch nicht die Lösung sein kann. Vor allem nicht, wenn man Veränderungen erreichen will. Man muss sich aber an die richtigen Stellen wenden und das sind eben nicht die ganz unten, das ist klar.


    Zum Beispiel ein ehrliches "Wir sehen generell keine Möglichkeit, vor ... Uhr da zu sein" oder auch im Aktutfall ein kurzer Anruf "Ich weiß, daß wir .... Uhr ausgemacht haben, aber vor .... Uhr schaffen wir es heute leider nicht". könnte z.B. schon helfen. Um den Tag entsprechend zu organisieren und auch, auch um Verständnis zu haben.

  • Die kommen nur 1x die Woche, das zweite Mal bade ich ihn selbst.

    Aber danke für Eure Einschätzung, ich hatte mir schon so was gedacht, deshalb bringt es wohl nicht viel, sich hier zu beschweren.

    Meine Schwester hat heute angerufen und es wurde gesagt, ihnen fehlt Personal, der Zustand wird auf Dauer so bleiben.

    Ist ein kleiner privater Pflegedienst und die Leute bekommen Mindestlohn.

    Ich werd jetzt mal alternativ die großen anfragen, da weiß ich wenigstens, dass sie Tarif bezahlen und die dadurch ihre Beschäftigten auch eher bleiben.

  • Hallo,


    Ich denke, geht ja nicht vorrangig ums "sich beschweren", mir zumindest nicht. Sondern so wie du es gemacht hast, erst mal ums "nachfragen".


    Dann bekommst du Bescheid und kannst überlegen, was du damit machst. Verständnis haben und aushalten, wenn das in der Situation OK ist, oder eben andere Lösungen suchen, wenn es so für deinen Vater auf Dauer nicht funktioniert.


    "Aushalten und sich gleichzeitig aber dauerhaft ärgern" hätte vermutlich keinem etwas gebracht. Nun wünsche ich euch (und allen, die gepflegt werden oder die in der Pflege arbeiten...) gute Lösungen.