Zu viel/lange Stillen

  • Hallo liebe Raben,

    Letztens war U5 mit dem Zwergerl angesagt. Wächst und gedeiht ganz wunderbar, wird viel gestillt, futtert 1 bis 2 mal pro Tag Kartoffel, Karotte, Kürbis oder was ihn sonst gerade so anlacht auf Mamas Teller und relativ wenig gewürzt ist.

    Jetzt hat die Kinderärztin gesagt, dass er schon mindestens 3 Mal pro Tag Beikost braucht, sonst bekäme er eine Proteinüberversorgung. Ich kann mir das ja nicht vorstellen weil sich die Muttermilch ja auch anpasst... Hab dann brav abends mal ein Breichen gegeben, 2 Stunden vor dem Schlafen, das war eine sehr anstrengende Nacht.


    Vielleicht habt ihr schon mal so was gehört?

    die.lumme ich werde jetzt erstmal weizenfrei füttern, und dann noch mal gezielt weizen füttern und beobachten

  • U5 ist doch mit einem halben Jahr? Dann passt doch alles bei Dir, verstehe nicht warum die Ärztin da bereits auf 3 Mahlzeiten rumreitet? Viele Kinder haben da noch gar nicht mit Beikost angefangen. Und welchen Hintergedanken hast Du bei der Auslassdiät?

  • Ich glaub du musst etwas weiter ausholen. Warum willst du eine Auslassdiät machen?

    Warum sollte häufiges stillen schädlich sein? Ich habe mal gelesen das die Mütter keine Eiweißreichen Diäten machen sollen, aber unter normalen Umständen ist doch stillen nicht schlecht fürs Kind, hätte ich noch nie gehört

  • Ich würde einfach so weitermachen, wie gehabt. Das klingt doch super mit Stillen nach Bedarf und Essen nach Lust. ("under one - just for fun"). Die Idee mit der Auslassdiät war einfach auf Verdacht, weil das Kind jetzt einmalig so schlecht nach Abendbrei geschlafen hat? Ich würde das mal im Hinterkopf behalten, aber keine Versuche wegen einer einmaligen Beobachtung starten. Ein Hinweis noch: ich habe mal gehört, dass das abendliche Stillen wichtig für die produzierte Milchmenge sein soll. Sollte die Milchmenge also mit der Einführung von Abendbrei zurückgehen, dann kann man an dieser Stelle drehen. (Ich habe da aber keine Infos zu, nur irgendwo aufgeschnappt.)

  • Mein Kinderarzt hat mir in dem Alter erzählt, dass mein Kind jeden Tag einen halben Liter Kuhmilch bräuchte #freu (er war schon seeehr alt...) Ich nur freundlich genickt und gesagt, das Kind bekommt seine Milch, keine Sorge (und hab ihm dann gar nicht mehr erzählt, dass es Mamamilch ist und nicht von der Kuh).

    Von dem her - äh- nehme ich nicht alles, was Kinderärzte zum Thema Stillen und Zufüttern sagen, sehr ernst. Du hast ein halbjähriges Baby und das wird nach Bedarf gestillt und isst nach Bedarf bei euch mit, wächst, nimmt zu, gedeiht. Also alles gut. Und ja, die Milch passt sich dem Bedarf des Babys an und in Muttermilch ist angepasst an uns Menschen weniger Protein und mehr Fett als in Kuhmilch.

    When you’re a kid, they tell you it’s all… Grow up, get a job, get
    married, get a house, have a kid, and that’s it. But the truth is, the
    world is so much stranger than that. It’s so much darker. And so much
    madder. And so much better.

  • in diesem alter hat mein zweites kind noch gar keine breinahrung gewollt und wurde zu 100% gestillt. übrigens auch mit einem jahr noch hauptsächlich. diese proteinüberschusstheorie habe ich noch nie gehört.


    sie ist ein topgesunder teenager.

  • So eine Kinderärztin hatte ich auch mal. Hatte. Wegen dieser und ähnlichen Geschichten habe ich dann die Praxis gewechselt. Die damalige Ärztin meinte auch, ich soll dem Kind soundsoviel Brei füttern und wenn es das nicht mag, dann nicht gleich stillen. Ruhig auch mal schreien lassen, wenn sie Hunger hat, isst sie den Brei schon noch. Und die Ärztin ist in meinem Alter und hat selbst Kinder.


    Jetzt bin ich bei einer Praxis, die nie etwas wegen der Häufigkeit des Stillens gesagt hat. Bei keinem meiner drei Kinder, die alle viel und lange gestillt haben.


    Ich würde in dem Alter auf jeden Fall noch nach Bedarf stillen, wenn das für dich so ok ist.

  • Naja, Du solltest dann wohl lieber mit einer Stillberaterin als mit der Kinderärztin über das Thema sprechen, wenn Du Dich unsicher fühlst.

    Natürlich kannst Du so viel stillen, wie es für Euch passt. Wenn das Kind schon Beikost nimmt, ist das doch toll! Lass das ruhig angehen!

    Was glutenhaltige Nahrung betrifft, so kann (und sollte) sie genauso zugefüttert werden, wie alles andere auch. Das ist sogar sinnvoll, damit bei einer evtl. bestehenden Zöliakie Anzeichen ggf. frühzeitig erkannt werden können.

  • Ein Klassiker aus Raben-Experten-Hand lohnt sich da: Stillen - Gesund und richtig, Gabi Eugster und Denise Booth.


    Stillen nach Bedarf und Beikost ("Bei" ist hier die Zaubersilbe) ist für dieses Alter bei einem gesunden Kind absolut richtig.


    Aber noch zum "Muttermilch passt sich an": reife Muttermilch (ab 6 Wochen ca., korrigiert mich, wenn ich das falsch im Kopf habe) ändert die Zusammensetzung der Nährstoffe nicht mehr. Es ist eher umgekehrt: das Kind passt sich an. Es trinkt häufiger und länger, wenn es einen Wachstumsschub hat, es trinkt kürzer und öfter, wenn es im Sommer durstig ist...


    Wozu eine Auslassdiätauf Weizen? Ich kann mir gerade keinen vernünftigen Grund dafür vorstellen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Stillen kann man immer nach Bedarf, vorausgesetzt, das Kind ist gesund. Bei Beikost entscheidet im besten Fall das Kind, wieviel es von was aufnimmt.


    Das mit dem weizenfrei hab ich auch nicht verstanden...

  • Es ist doch echt erstaunlich, wie sich Mythen halten und verbreiten. Da sollte man doch denken, dass die Kinderärzte sich irgendwann in den vergangenen Jahren mal zum Thema Kinderernährung fortgebildet haben. Aber falsch gedacht!


    Ich kann mir schon vorstellen, dass die Nacht nach dem Abendbrei sehr anstrengend war. Vielleicht hatte das Kind einfach schneller wieder Hunger, weil der Abendbrei eben doch nicht so satt gemacht hat, weil es einfach weniger war, als eine Stillmahlzeit.


    Wenn ich es richtig weiss, trinken voll gestillte Babys mit einem halben Jahr über einen Liter Muttermilch am Tag. Da geht die Kalorienaufnahme einfach schneller als bei dem gerade erst erlernten Brei essen.


    Lass dich nicht stressen. (Und erzähl dem Arzt nicht, dass es Kinder gibt, die ganz ohne Brei gross werden. Der kippt grad vom Stuhl) #angst


    Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, lass dich von einer Stillberaterin zu dem Thema beraten.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • die.lumme ich werde jetzt erstmal weizenfrei füttern, und dann noch mal gezielt weizen füttern und beobachten

    Ist das aus einem anderen Thread abgetrennt?

    Ich habe jetzt nachgelesen, woher die Vermutung kommt.

    Auch wenn ich die.lumme natürlich recht gebe, dass ein wachsames Auge auf so etwas immer gut ist: in dem Fall würde ich erst mal auf die Umstellung tippen. Natürlich hat ein Säugling, der sonst Muttermilch nach Bedarf trinkt am Abend von so einem mickrigen Breichen erstmal Hunger und schläft nicht so gut.


    Und bitte: wenn auch nur der leiseste Verdacht auf Zöliakie besteht, auf keinen Fall Auslassdiät auf eigene Faust!

    Stillen bzw "langes Stillen" bei Beikoststart scheint den Zeitpunkt des Ausbruchs von Zöliakie herauszögern zu können - in Gänsefüsschen deshalb, weil unsere Allergologin mein: "Ich habe ihn nur 9 Monate gestillt" mit: "medizinisch ist das lang" beantwortet hat. Statistisch, zumindest...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Zuerst mal, Stillen ist nie falsch! Einzige Ausnahme: Du hast Alkohol getrunken. Selbst Müttern die Rauchen wird es empfohlen zu stillen, weil anscheinend die Vorteile der Muttermilch die Nachteile des Rauchens übertreffen.


    Zu viel Stillen kann man nicht. Ein Kind, dass grad nicht stillen will, wird nicht andocken. Brei und Flaschen kann man "reinstopfen", mit der Brust funktioniert das nicht.


    Bei der Beikost ist es gut, die Sache langsam anzugehen. Eher die Experimente damit auf die Mittagszeit legen. Wenn das Kind irgendwie darauf reagiert, dann passiert das am Nachmittag und nicht in der Nacht. Außerdem heißt es Beikost, nicht Anstattkost. Sprich, die Sachen kommen extra dazu, damit das Kind andere Geschmacksrichtungen und andere Konsistenzen in Ruhe kennenlernen kann. Die Hauptnahrungszufuhr sollte im ersten Jahr immer durch Milch bestritten werden (auch wenn man Fläschchen gibt).


    Und noch ein Hinweis: Jegliche Art der Beikost hat deutlich weniger Kalorien als Muttermilch. Sprich, es kann echt sein, dass Dein Kind einfach schneller hunger hatte. Oder es kann sein, dass ihm der schwerer verdauliche Brei im Magen lag.


    Schieß die Kinderärztin in den Wind und such Dir eine Stillberaterin, wenn Du unsicher bist.

  • Hat die Kinderärztin vielleicht verstanden, dass er Kuhmilch bekommt?


    Dann hätte sie nämlich recht. Ansonsten ignorier sie bitte.

    Das glaube ich nicht, sonst hätte sie mir ja nicht gesagt dass sich muttermilch anpasst. Ich hab das mal ganz am Anfang gelesen, aber ich habe am Anfang so viel gelesen, dass ich mir das falsch gemerkt habe Talpa . War aber die Aussage der Ärztin dass sich Muttermilch fortlaufend anpasst... Naja

    Naja, Du solltest dann wohl lieber mit einer Stillberaterin als mit der Kinderärztin über das Thema sprechen, wenn Du Dich unsicher fühlst.

    Natürlich kannst Du so viel stillen, wie es für Euch passt. Wenn das Kind schon Beikost nimmt, ist das doch toll! Lass das ruhig angehen!

    Was glutenhaltige Nahrung betrifft, so kann (und sollte) sie genauso zugefüttert werden, wie alles andere auch. Das ist sogar sinnvoll, damit bei einer evtl. bestehenden Zöliakie Anzeichen ggf. frühzeitig erkannt werden können.

    Was sind denn Anzeichen für Zöliakie?


    So sehr unsicher fühle ich mich gar nicht, ich Stille super gerne, der Zwerg auch, würde dass nicht gerne aufhören. Aber ich nehme halt im Normalfall an, wenn jemand etwas studiert /gelernt hat dann stimmt das auch. Und das nervt mich dann auch, wenn ich herausfinden dass es Schrott ist was erzählt wird. Vor allem weil ich mir denke, wieviele Mütter lassen sich davon direkt beeinflussen und haben niemanden den sie fragen können (an dieser Stelle ein großes Lob an dieses Forum!)

    Wozu eine Auslassdiätauf Weizen? Ich kann mir gerade keinen vernünftigen Grund dafür vorstellen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Sorry, das mit dem weizen kam aus einem anderen Thread. Und keine auslassdiät auf eigene Faust, auch gemerkt.


    Danke euch und schön dass ich nicht die einzige mit seltsamen Ärzten bin (und Mist, dass ich nicht die einzige bin 😂, sehr schade dass man sich da nicht auf eine professionelle Stelle verlassen kann)

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  • Selbst Müttern die Rauchen wird es empfohlen zu stillen, weil anscheinend die Vorteile der Muttermilch die Nachteile des Rauchens übertreffen.

    Zum Thema wurde ja schon alles gesagt.


    Kurzer Einschub zum Rauchen: Ein Kind, dessen Betreuungsperson raucht, wird über den Kontakt der Kleidung und Haut allen negativen Belastungen durch das Rauchen ausgesetzt. Dem ist der Fall, egal, ob das Kind mit der Flasche gefüttert oder gestillt wird. Die Muttermilch selber wird vom Rauchen nicht negativ beeinflusst. Deswegen wird, wie allen Müttern, auch Raucherinnen, das Stillen empfohlen.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Zum hervor gehobenen: Da hat Du vollkommen Recht! Es ist nervig, wenn veraltetes oder nicht bewiesenes weiter gegeben wird. Man muss sich immer wieder bewusst machen, dass Kinderärzte (Hebammen im übrigen auch) im Studium nur wenige Stunden über das Stillen lernen. Sie sind eben keine Experten für das Stillen, es sei denn sie haben sich freiwillig nach dem Studium weiter gebildet.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Kinderärzte sind leider oft keine Experten für das Thema Stillen.


    Anzeichen für Zöliakie sind sehr unterschiedlich, da es eine Krankheit ist, die zu Mangelerscheinungen ganz unterschiedlicher Art führen können. Ein "klassisches" Zöliakiekind hat Durchfall und sieht aus wie ein hungerndes Kind mit dünnen Ärmchen/Beinchen und Blähbauch. Das kommt aber - v.a. je später ein Kind viel Gluten zu sich nimmt - nicht mehr so oft vor, wie früher, wo schon mit 2-3 Monaten viel Brei gefüttert wurde. Oft sind es jetzt Mangelerscheinungen wie Eisenmangel, Wachstumsprobleme oder auch Traurigkeit/Weinerlichkeit. Hier findet man mehr dazu: https://www.dzg-online.de/zoel…im-kindesalter.378.0.html

  • Richtig. Kinderärzte lernen nur sehr wenig über Ernährung. Meine Hebamme hat mir mal erzählt, das was sie in der Ausbildung übers Stillen gelernt hat, ging auf eine Halbe Seite. Selbst informieren ist (leider) total wichtig. Bei mir war das relativ einfach, weil wir sehr viele Stillberaterinnen im Freundeskreis haben. Allein 4 davon waren auf unserer Hochzeit. ;)