Lehrer bitte mal lesen

  • Ja, meine Postings driften von furrinas thema ab. Hatte auch schon länger überlegt einen thread aufzumachen, aber Angst davor, missverstanden zu werden. Wenn eine Lehrerin explizit sagt, dass frontal oder einzelarbeit gemacht wird, weil es mit der Klasse ja nicht anders geht, ist es eine Strafe.

    Das sagt man auch nicht so.

    Man macht halt, was mit der Klasse gut geht, womit die Klasse gut lernt und lenkt immer mal wieder in die Richtung Gruppenarbeit, ein paar Spiele, etwas spanendere Methoden. Ich würde nie sagen "Das geht eben nicht anders" sondern so etwas positiv begründen: "Diese Klasse lernt so am Besten."

    Aber das klingt ja eh, als sei die Lehrerin überfordert.
    Wobei manche Klassen auch durchaus laut sein können beim lernen, andere brauchen viel Ruhe. Wichtig ist eben zu erkennen, ob sie gerade laut kernen, oder einfach nur laut sind und sich am lernen hindern.

    Ich finde Frontalunterricht und Aufgaben auch nicht per se immer falsch. Das braucht es auch immer wieder mal. Man kann sich nicht immer alles in Gruppen erarbeiten, manche Dinge muss man auch mal der Klasse einfach erklären, manchmal ist es auch ganz angenehm nur zuzuhören, manchmal ist es unruhig und beruhigt sich, wenn ich vorne stehe, die Aufmerksamkeit auf mich ziehe und was Interessantes erzähle.


    Der Unterschied liegt in der Tat darin, wie man es begründet. "Ich denke, dass das jetzt für die Klasse das Beste ist" klingt eben ganz anders als "Mit der Klasse geht nichts anderes".



    Wenn man mit Erwachsenen frontalunterricht macht, wie du es beschreibst, kann es einfach daher kommen, dass sowohl die Teilnehmer als auch die Lehrkraft das am besten kennen und gewohnt sind. Das ist dann ein anderer schnack, weil den TN einfach ihre Rolle klar ist.. Ruhig dasitzen

    Klar, ich habe da Menschen sitzen, die einfach Unterricht als Frontalunterricht kennen.

    Ich mache das aber auch bei jedem Kurs etwas anders. Manche mögen auch gerne Spiele, und wollen immer mal wieder was witziges, andere finden das doof und Zeitverschwendung und wollen lieber klare Ansagen von vorne.

    Das ist bei Erwachsenen nicht viel anders als bei Kindern.


    Und auch Frontalunterricht kann spannend und witzig sein, und aufgebrochen werden durch Diskussionen im Kurs, Anekdoten oder ähnliches.


    Wie gesagt: Das muss man ja nicht als Strafe machen, es geht auch als eine Möglichkeit Unterricht zu gestalten.


    Ich habe während meiner Ausbildung mal bei jemandem hospitiert, der richtig klassischen Frontalunterricht gemacht hat, das aber so toll hingekriegt hat, das alle stil dasaßen und zugehört haben - ich auch. Aber der hat das auch nicht als Strafe gesehen, sondern einfach es so gemacht, dass man ihm gerne zugehört hat.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Für Schüler kann Frontalunterricht durchaus mal Belohnung sein, weil der wesentlich weniger anstengend sein kann.



    Nur für das Protokoll: Strafarbeiten auf Note und auch für Erkrankte lassen mich sprachlos zurück.

  • Ich finde schon, dass man Kinder und Erwachsene da nicht so einfach vergleichen kann. Kinder haben einen höhen Bewegungsdrang (die meisten), einfach noch keine so lange Aufmerksamkeitsspanne etc. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass in der Grundschule die Methoden häufig wechseln müssen. Erwachsene schaffen es eventuell eine Stunde still zu sitzen, auch wenn sie sich langweilen. Für Kinder ist das unmöglich. Manchmal ist es so, dass sie durch ein Spiel so sehr aufdrehen, dass es kaum anschließend wieder ruhig zu bekommen ist, in einer anderen Klasse bringt das gleiche Spiel nicht nur viel Freude sondern auch Lernerfolg. Erwachsene finden das Spiel vielleicht nicht ansprechend, es ist aber eher unwahrscheinlich, dass sie dabei völlig aufgedreht werden.

    Oder Beispiel: Umziehen im Flur um nach draußen zu gehen. (Unterrichtsgang, Sport...) Fast alle Kinder sind im Flur laut, das stört den Unterricht in den Nachbarklassen sehr. Ich bitte sie zurück in den Klassenraum, erkläre noch einmal, warum das stört und bitte sie leise zu bleiben. Im Flur wird es erneut unruhig. Ich bitte sie wieder herein, schicke nur noch kleine Gruppen hinaus zum Umziehen. Wir brauchen 15 Minuten, dies fehlt an der eigentlichen Zeit für das Unterrichtsthema. Solche Dinge wurde mir von Eltern schon als "Kollektivstrafe" vorgeworfen. Bei Erwachsenen fände ich ein solches Verhalten unverschämt, bei Kindern gehört es zum Lernprozess. Trotzdem sind natürlich die Kinder "gestraft", die bereits beim ersten Versuch leise waren. Ich finde auch durchaus, dass es zu diesem Lernprozess gehört, den Kindern zu erklären, dass jetzt deutlich weniger Zeit für die eigentliche Aufgabe bleibt.

    Allerdings sind wir jetzt wirklich weg vom eigentlichen Thema. ?(

  • Cesalu


    Da hast du aber ein sehr idealistisches Bild von Erwachsenen.

    Im wesentlichen wollen Erwachsene wie Erwachsene behandelt werden, auch wenn sie sich wie kleine Kinder aufführen.


    Ok hier sind keine Garderoben im Flur, also hängen die Jacken im Raum über den Stühlen, und ein Aufbruch geht recht stressfrei. Ansonsten muss ich schon sehr genau aufpassen, sonst wird das auch hier schnell unruhig, und so Sachen wie: Ich höre zu, was die Frau da vorne sagt, und warte nicht bis sie vor mir steht und es mir persönlich erklärt, mussten wir auch erstmal üben.

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  • gerade in der Grundschule kann man Sport ganz ohne Klamottenwechsel machen. Das spart soviel Zeit in dem Alter.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Moose und cesalu, ich nehme das, was ihr schreibt, sehr ernst und habe keine Lösung, nur Gedankengänge und meine Erfahrungen, die sich aber auf Erwachsene beziehen, was natürlich einen Unterschied macht. In meinen Kursen wird es an Punkten unruhig, die ich genau festmachen kann. Beispielsweise: zu lange einzelarbeit, zu lange Schreibarbeiten, zu wenig Abwechslung in den Unterrichtsphasen. Dann driften meine Leute ab. Bei interaktiven Aufgaben, spielerischen Elementen, Gruppenarbeit und Abwechslung in der herangehensweise machen sie mit.

    Ich mache auch Erwachsenenbildung. Letztlich hat man genauso wie in der Schule mit Menschen zu tun und die Unterschiede in den Altersstufen sind - meiner Meinung nach - gar nicht so groß. Allerdings kommen die Leute bei mir grundsätzlich freiwillig, interessieren sich für die Sache und bezahlen dafür. Das ist ein großer Unterschied zum Schulunterricht. Lehrer/innen an Schulen unterliegen jeder Menge Zwängen, die es in der Erwachsenenbildung so gar nicht oder nur in Teilbereichen gibt. Das fängt schon mit der Klassengröße an. Keine VHS bietet Englischkurse mit 32 Teilnehmer/inne/n an - aus gutem Grund!


    OT:

    Mit den allermeisten Lehrkräften meiner Kinder bin ich zufrieden oder ausgesprochen zufrieden. Die leisten wirklich tolle Arbeit! ...und bei einigen merkt man wirklich, dass das genau ihr Job ist.

    (...und dann gibt es ein paar, die sich selber und den Kindern das Leben schwer machen - schade!)


    Wobei ich als Mutter bemerke, wie wichtig gute Lehrkräfte sind. Das wirkt sich sehr auf das Kind aus und wirkt auf das Familienleben zurück.

  • gerade in der Grundschule kann man Sport ganz ohne Klamottenwechsel machen. Das spart soviel Zeit in dem Alter.

    Erklär mir mal bitte, wie das mit den Sicherheitsvorschriften im Schulsport zu vereinbaren ist, und wie man das Müffeln anschließend in der Klasse abstellen kann?

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Es müffelt niemand nach Grundschulsport hier. Wenn dann wären das glaube ich Ausnahmen, erste und zweite Klasse sollte klappen. Turnschuhe an, Schmuck ab und los. Da sehe ich kein Problem.

  • "Turnschuhe an" dürfte - neben dem Weg zur Sporthalle - gerade in der ersten Klasse das zeitaufwändigste sein. HIer gab es in diesem Alter die ausdrückliche Ansage, dass Strumpfhosen und Leggings anbehalten werden sollen, um Umkleidezeit zu sparen

  • Ich weiß, dass turnkleidung bei vielen als Notwendigkeit gilt. Auch das haben wir halt schon anders erlebt. Die Kinder sollten einfach bewegungstaugliche Kleidung anhaben, gewechselt wurde Kleidung nur wenn es wirklich notwendig war, zB beim schwimmen. Ich sehe da kein wirkliches Sicherheitsproblem. Müffeln war irgendwie kein Thema bis einschließlich 5. klasse.

    An unserer jetzigen Schule haben die Kinder Strümpfe an, wenn sie ihr Schuhe vergessen, weil Straßenschuhe in Turnhallen ja absolut verboten sind. Außerdem kenne ich auch jetzt viele Kinder, die sich, obwohl empfohlen, nicht umziehen.






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  • An unserer jetzigen Schule haben die Kinder Strümpfe an, wenn sie ihr Schuhe vergessen, weil Straßenschuhe in Turnhallen ja absolut verboten sind.

    Da frage ich mich, wie der Sportunterricht damit aussehen soll. Mit Strümpfen rutscht man doch auf dem Holzboden.

  • An unserer jetzigen Schule haben die Kinder Strümpfe an, wenn sie ihr Schuhe vergessen, weil Straßenschuhe in Turnhallen ja absolut verboten sind.

    Da frage ich mich, wie der Sportunterricht damit aussehen soll. Mit Strümpfen rutscht man doch auf dem Holzboden.

    Das liegt vermutlich an der unterschiedlichen Art des Unterrichts.


    Hier sind feste Sportschuhe und Sportkleidung vorgeschrieben.


    Es werden Sportspiele, Leichtathletik, Ballspiele, Klettern, Laufspiele usw. gemacht.


    Wenn die Kinder nur mal etwas Bewegung brauchen, dann gehen sie raus oder bewegen sich in der Klasse.


    Die Sporthalle ist ja eh besetzt durch andere Klassen.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Also ich bin auch der Meinung, dass die Kinder ruhig in ihren Sportsachen zur Schule kommen können, ohne dass sie riechen. Das ist in der Klasse meiner Tochter auch so. Allerdings gibt es bei uns in der Schule Hausschupflicht und wir müssen über den Schulhof zur Sporthalle. Bei schlechtem Wetter heißt das also: Straßenschuhe an, Jacke an bevor es überhaupt zur Halle geht. Das kann schon dauern.

  • An unserer alten Schule kamen die Kinder in Kleidung zur Schule, in der sie sich bewegen konnten. Je nach Sportsthema (schwimmen zB) wurde dann doch umgezogen. Aber eben nicht grundsätzlich.


    Es gab auch keine Hausschuhpflicht.


    Ob Sport in Strümpfen eine Sicherheitspflichtsverletztung ist weiss ich nicht. Aber klettern und Turnen tut man doch eh iA nicht in festen Turnschuhen. Und auch unser Boden ist rutschig. Dennoch gelten Schuhe als besser als Strassenschuhe - ist halt in der Schule so, war an der anderen Schule anders.


    Wenn man natuerlich null auf Hausschuhen besteht, und das Umziehen als wichtig erachtet, dann ist das halt so. Alles was ich sagen wollte war, dass es eben auch ohne gehen kann.


    Ich fand das ganze gehetzte Umziehen oft mit Schelte verbunden, als sehr schrecklich, und wenn ich meine Kindern glauben mag, dann schimpfen auch heute noch Lehrer, dass die Klasse sich zu langsam umzieht, dass sie nur 2 Minuten haben etc. Das sind doch auch einfach unschöne Situationen, die man eventuell vermeiden koennte.

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  • Bei mir an der Schule undenkbar, denn für NRW gilt:

    Beim Schulsport ist aus sicherheits- und gesundheitsförderlichen Gründen grundsätzlich von allen Beteiligten angemessene und passende Sportkleidung zu tragen.

    Die Sportkleidung muss ausreichende Bewegungsfreiheit ermöglichen und darf bei motorischen Tätigkeiten und beim Helfen und Sichern nicht hinderlich sein. Sie muss der sportlichen Tätigkeit, der Sportstätte, der jeweiligen Witterung und den jeweiligen Temperaturen angepasst sein. Das Tragen der Sportkleidung unter der Alltagsklei- dung vor und nach der schulsportlichen Veranstaltung ist aus hygienischen Gründen nicht zulässig. Das gilt insbesondere auch für das in der Sportstätte verwendete Schuhwerk.“

    https://www.schulsport-nrw.de/…erung/pdf/1033_Inhalt.pdf

    LG
    rotesPesto mit ♂ Frühling '10, ♂ Sommer '06 und ♂ Herbst '12

  • Natürlich muss man auch als Lehrerin den eigenen Job können...


    In meiner Schule gab es weit überwiegend Frontalunterricht und riesige Unterschiede zwischen dem Lärmpegel und Mitarbeit bei verschiedenen Lehrkräften. Bei derselben Klasse. Die Lehrkräfte, die unsicher wirkten oder einfach nur nicht genug Energibe ausstrahlten, hatten total verloren (wir waren keine besonders nette Klasse, bei uns wurde insgesamt viel auf den Schwachen heumgetrampelt, auch zB auf Klassenkameraden mit spastischn Lähmungen...).


    Der wesentliche Faktor, den ich da ausmachen konnte, war, welche Autorität und Souveränität und Energie die Lehrkraft ausstrahlte.


    Das kann man mE lernen. Ich übe das für die 3 Vorträge, die ich im Jahr halte, auch - Inhalte souverän vemitteln.


    Wenn mein Job wäre, 22 Vorträge pro Woche zu halten (#kreischen) wäre das GANZ oben auf meiner Prioritätenliste. Aus reinem Selbstschutz.

    "Every day, in every vay, ve get better and better."

  • Was viele Leute vergessen oder wahrscheinlich auch noch nie selbst am eigenen Leib erlebt haben: es gibt manchmal einfach Gruppen, die nicht zu einem passen, ganz ohne fassbaren Grund.

    Ich halte mich nun für wirklich versiert und souverän im Auftreten vor einer Klasse. Dennoch gibt es ab und an mal einen Trupp, zu dem ich keinen Bezug bekomme. Da nützen keine der üblichen Tipps und Tricks.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Da hast du aber ein sehr idealistisches Bild von Erwachsenen.

    Im wesentlichen wollen Erwachsene wie Erwachsene behandelt werden, auch wenn sie sich wie kleine Kinder aufführen.

    Sorry, ich hatte Dich nur am Handy gelesen und da schreibe ich ungern mehrere Sätze. Ja, das kann gut sein, dass Erwachsene sich auch manchmal wie kleine Kinder aufführen. Und für mich wäre Erwachsenenbildung überhaupt nichts, genauso wenig wie die Arbeit mit Jugendlichen. Für mich ist Kita oder Grundschule die Altersgruppe, bei der ich mich wohlfühle. Aber gerade, weil sie so lebendig sind ;) Auf Elternabend schauen mich meistens ca. 20 Augenpaare mehr oder weniger gelangweilt an. Ja und manchmal hätte ich auch das Bedürfnis zu sagen: Wenn es Sie nicht interessiert, gehen sie doch bitte nach Hause o.ä. Allerdings habe ich es noch nicht erlebt, dass die Eltern laut brüllend durch die Klasse laufen o.ä.

  • :D

    Ich gehe ja seit diesem Schuljahr wieder zur Schule, und es ist mindestens genauso "schlimm" wie in den Klassen meiner Kinder...


    Ich persönlich habe Frontalunterricht viel lieber, aber das mag auch daran liegen, dass ich ADHS habe

  • So geht es mir leider mit meiner ersten "eigenen" Abschlussklasse als Klassleitung.

    Da geht so gar nichts. In der 10. Klasse haben sie jetzt ein Sozialverhalten wie in der siebten, beginnen so gerade mit der Pubertät.

    Wir passen einfach nicht zusammen. Die sind träge ohne Ende. Es gibt KEINE gemeinsamen Interessen worüber man sich unterhalten kann.

    Dafür "schenkt" mit die KL der 9a die Klasse wohl nächstes Jahr, da passt sie nicht rein und die Klasse ist - laut ihr - auf mich geprägt, hängen mir am Rockzipfel und sie versteht nicht, warum ich die nicht bekommen habe. Wir hätten einfach tauschen sollen.


    Manchmal ist es einfach so, dann läuft es nicht. Und das ist jetzt die 2. Klasse in den 10 Jahren da hilft nur noch Augen zu und durch.

    Ich hatte mir das auch anders vorgestellt.