selbstbestimmtes Fernsehen

Registrierungsanfragen bitte an kontakt[at]rabeneltern.org
  • Aber dann schreibe das doch auch als deine Meinung und nicht als „das funktioniert immer“.


    (Wahrscheinlich habe ich das ähnlich gemacht, aber ich hoffe auch immer noch, dass vielleicht Julchen86 mir erklärt, warum sie nicht den Fernsehkonsum ihres Kindes ändern kann, wenn er ihr nicht zusagt.)

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Silke1978 das würde ich dir gerne erklären. aber es fällt mir gerade nicht so leicht und ich habe gerade keine Zeit um ausführlich zu antworten.

    Ich versuche es heute Abend oder am Wochenende.

    Sorry, dass du so lange auf die Antwort warten musst.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Wo liest Du bei mir das Wort immer? Ich hab nur geschrieben, dass es funktioniert. Als Gegenpol zu den vielen Meldungen a la "das kann doch gar nicht funktionieren".

  • Julchen86 Alles gut!


    Almarna Stimmt - "immer" hattest du nicht geschrieben - dann müsste es wohl heißen "Es funktioniert - bei uns". Aber das sind eigentlich Wortklaubereien, die ich gar nicht mag. Ich glaube, ich fühle mich gerade ziemlich unverstanden (gar nicht mal von dir) und das äußert sich in meinem spitzfindigen Genörgel. Entschuldige!

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Kein Problem. Ich weiß dass meine Meinung und unser Umgang damit sehr weit vom Mainstream entfernt ist. Da kann es schon mal vorkommen, dass man etwas schärfer formuliert, weil man so oft hört, dass man falsch ist. Ich wollte Dich nicht mit Spitzfindigkeiten ärgern.

  • Das trifft es ziemlich genau. Es kostet natürlich Energie und die ist im Alltag leider nicht immer vorhanden.


    Und ja Silke1978 ich hab mich etwas angepiekt gefühlt, weil es sich für mich so las, als ob du in etwa sagst "da muss man doch nur Mal richtig durchgreifen". Was einfach blöd bei mir ankam nachdem hier einige inklusive der Threadstellerin schrieben, dass sie da an dem Punkt damit Schwierigkeiten haben. Vielleicht hab ich da aber auch ein bisschen viel reininterpretiert.


    Wir handhaben es zwar nicht so offen, aber von der Grundhaltung bin ich eher bei Almarna . Ich glaube nicht, dass Kinder durch Medienkonsum grundsätzlich Schaden nehmen. Mein Kind liebt z.B. alles an Geschichten, vorlesen, erzählen und ja eben auch anschauen als Serie. Da sehe ich nicht, wieso das problematisch sein soll.

    Wir regulieren aber, weil wir schon das Gefühl haben, dass das Kind hauptsächlich mehr oder weniger aktiv damit beschäftigt ist die Welt zu entdecken und es das einfach mit Medien in dem Maß nicht tut.

  • Silke1978 ich mag mich mal virtuell neben Dich setzen.

    Ich hab hier auch einen 3.5 jährigen, der ausrastet, wenn die 10 Minuten Folge Jim Knopf zu Ende ist. Auch körperlich zieht er alle Register, die er zur Verfügung hat. Beim Fernsehen selbst ist er komplett weggebeamt , keine äußere Wahrnehmung mehr- ich konnte ihm gerade das erste mal in drei Jahren die Fußnägel schneiden, weil er es schlicht nicht mitbekommen hat.

    Selbstbestimmt würde dieses Kind vor einem Bildschirm verhungern. D.h. dass es Ein mal in der Woche max diese kurze Sequenz gibt und wenn das Theater hinterher zu groß ist, dann erstmal gar nix mehr. Da ich große Strecken unseres Alltags allein mit drei Kindern bin, weiß ich schon auch, wie nett es vielleicht anders wäre und wie viel Kraft für diesen Kampf- nicht- da sein kann.

    Bei unsere Kinderärztin hängt übrigens eine Untersuchung über die Fähigkeit von Kindern zu Zeichnen, je nachdem wie hoch der Fernsehkonsum ist. So ganz ohne Folgen scheint es nicht in jedem Alter für jedes Kind zu sein.

  • Ich bin auch ganz bei Silke1978. Es ist die Aufgabe von uns Erwachsenen, gewisse Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen. Die Kinder dürfen dabei wütend und traurig sein. Das müssen wir aushalten. Oder was würdet ihr machen, wenn euer Kind morgen mit Trägerröckchen und Sandalen in den Kindergarten möchte? Es einfach lassen? Das Kind kann wählen, ob es den grünen oder den roten Pulli möchte und meinetwegen das Trägerröckchen darüber tragen. Aber Sommerlook im Januar gibt es (zumindest bei uns) nicht.


    Ich habe einen seeeehhhhhhr willensstarken und sturen Sohn. Wutanfälle gab es nie, aber Sitzstreiks und schon mit drei Jahren Diskussionen ohne Ende wegen jedem Sch.... Fernseh schauen finktionierte in diesem Alter nicht. Gar nicht war wesentlich einfacher wie drei Mal die Woche - das hätte mir den letzten Nerv ausgerissen. Heute mit 9.5 Jahren haben wir mit Medien einen entspannten Umgang. Er fragt immer, wenn er gamen oder Youtube schauen möchte und meistens passt es dann auch. Er fragt lange nicht jeden Tag, im Winter aber sicher mehr wie im Sommer. Wenn ich sage abstellen, macht er das ohne Diskussionen (natürlich darf er fertig schauen oder spielen) . Definierte Zeitkontingente haben und brauchen wir nicht. Er ist jetzt reif genug, damit umzugehen und auch eine Begrenzung zu akzeptieren. Mit 3 war er das nicht. Der Nachbarsbub dagegen ist noch mit knapp 11 so gebannt von seinen Games, dass er nicht aufs WC geht und Tobsuchtsanfälle hat, wenn die Zeit um ist. Da wären bei mir diese Geräte GANZ SCHNELL weg.


    Und ganz ehrlich: Sind wir denn immer fähig, uns zu regulieren? Wer hängt nicht regelmässig länger hier im Forum wie er möchte?

    nicht links - nicht rechts - selber denken

  • Malaga1 die Frage ist doch aber nicht so wichtig, ob man sich immer reguliert. Sondern eher, ob die regulation immer wichtig ist.


    Silke1978 das “einfach“ im Sinne von “ist halt so“ sehe ich genauso. Im Sinne von “simpel“ einfach nicht. Natürlich haben die Eltern die Aufgabe, die für sie wichtigen Grenzen zu setzen, mit allen Konsequenzen. Aber ich glaube nicht an Eltern, die noch nie eine regelüberschreitung einfach “übersehen“ haben oder nicht noch “eines mehr als eigentlich“ haben durchgehen lassen, weil sie gerade keine Lust oder Kraft für den Kampf hatten.

  • Möwe Ich habe nicht gesagt, dass es simpel ist. Und ich bezog mich auch nicht auf „mal einfach übersehen“ oder so, sondern darauf, dass Kleinkinder generell mehr fernsehen, als die Eltern eigentlich wollen.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Danke für eure Antworten und Ansichten.

    Seit meinem Ausgangspost ist der Fernseher kaputt. Ich habe es mir damit etwas einfacher gemacht, da ich es hier schaffe ihn gut zu begleiten. Er ist traurig, fragt warum und hat sich mal etwas geweint. Wenn ich einfach nein sage, flippt er total aus.

    Er ist seit dem sichtlich entspannter und spielt wieder ganz toll. Allerdings haben wir nun diese heftigen Wutanfälle bei anderen Themen, dafür aber deutlich seltener.

    Ich glaube unser Sohn hat momentan auch einfach stark mit seiner Wut zu kämpfen. Andere Eltern sind oftmals erschrocken wie extrem sein Wutanfall ist ( er schreit ganz schrill und laut, wirft alles was er in die Finger bekommt durch den Raum, tritt, kratzt und haut und das ganze über mehrere Minuten)

    Ich denke der TV bleibt erstmal kaputt und vllt probieren wir es in einem halben Jahr oder ähnliches nochmal, nur etwas anders.

    Freies Fernsehen war hier selten und wenn dann nur begleitet, meist lief Netflix. Allerdings läuft da ja auch eine Folge nach der anderen.

    Er sagt jeden Tag " ich wollte doch paw patrol schauen" lässt sich aber gut auffangen mit dem kaputten Fernseher.


    Ich Berichte mal wie es weit er läuft.

  • Ich denke der TV bleibt erstmal kaputt und vllt probieren wir es in einem halben Jahr oder ähnliches nochmal, nur etwas anders.

    Wozu?

    Ich würde den kaputt bleiben lassen.


    Was verpasst er?

    Paw Patrol?


    Ganz ehrlich... kein großer Verlust für die kindliche Entwicklung.#pfeif

  • Ich habe auch schon Tablets versteckt und eingeschlossen

    Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hab ich das Tablet irgendwohin versteckt und dann selbst nicht wiedergefunden. Das passierte andauernd. #schäm


    In jungem Alter hat meine Tochter Regeln und Vereinbarungen über Zeiten nicht verstanden. Wenn es zu viel war, gab's ein elterliches Aus die Maus. Ja, das war dann mit Geschrei verbunden, aber dann war auch irgendwann gut. TV war nichts Regelmäßiges, schon gar kein festes Ritual (jeden Tag Lieblingssendung oder so). Vllt. mit uns Eltern mal länger gucken, dann eine Woche gar nicht.

    Das hat ganz gut geklappt. Sich alleine vom Fernsehen zu lösen funktionierte im KiGa-Alter nicht.