Assange - Folter mitten in Europa

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  • Die Wirtschaft würde noch einiges besser dastehen, ohne die Sanktionen.

    ja.

    und daher ist für den Westen das Instrument der Sanktionen (nicht nur gegenüber Russland) doppelt nützlich. ZB. um unsere eigene Erzählung über diese Länder zu verifizieren.

  • dein 2. punkt ist für mich gerade nicht relevant.

    es geht mir rein um eure aktuelle einschätzung.


    an eindrücken der letzten jahre, zeitungsartikel, TV u.ä.

    also ich habe mich nie bewusst mit dem thema beschäftigt, interessiere mich durchaus für Russland

    und fand daher eure einschätzung interessant.

  • Mein Mann war ja in den letzten Jahren ziemlich oft in Russland.
    Der Wohlstand ist halt sehr ungleich.


    Wenn wir an einem Lauf in der Region Moskau waren, da sind die meisten Läufer, die wir so getroffen haben gut ausgebildet, sehr reisefreudig, habe teurere Ausrüstung am Körper als wir und das obwohl die Sachen in Russland teurer sind als hier in der Schweiz.


    Wenn mein Mann zb. auf der Krim war, so sagte, er da sehe man schon Armut. Aber da ist es dann schwierig das auseinander zu dröseln, denn solange ist die Krim ja jetzt nicht wieder rússisch und das merkt man auch an der Korruption, was wirklich nervig ist und schon im kleinen wie Laufsportveranstaltungen durchschlägt und jetzt kommen natürlich noch die Sanktionen dazu.


    Probleme gibt es auch immer noch aus der Zeit des Verfalls der Sowjetunion. In Moskau gibt es Mehrfamilienwohnblocks, die wurden unter Chruschtschow gebaut und dann konnten die Bewohner nach der Zeit der Sowjetunion die Wohnungen sehr günstig kaufen. Das Problem war, das nur die Wohnungen verkauft wurden, nicht die Häuser, also war auch niemand für die Modernisierung der Bauhülle zuständig. Die Häuser sind stark renovationsbedürftig und aufgrund der Bausubstanz eigentlich nur Abrissfähig.


    Also versuchte man neue Wohnblocks zu bauen und die Menschen umzusiedeln, was natürlich nciht immer auf Gegenliebe stiess, denn die alten Blocks waren sehr zentral, die neuen nicht. Man kann sich schon vorstellen, wie meotional diese Debatten geführt wurden, natürlich gab es (wie meist bei Bauvorhaben dieser Grössenordnung auch Verdacht auf Korruption), man befürchtete, dass die Regierung sich mit den freiwerdenden Bauplätzen die Nase vergolden würde, usw.


    Aber grundätzlich ist es natürlich schwierig, wer ist für Renovation von Häusern verantwortlich in denen die Wohnungen privatisiert wurden, aber die Häuser selber quasi niemandem gehören?


    Die Proteste wurden von westlichen Medien dankbar aufgenommen, als Demokratiebewegung, Kritik an Putin und Wunsch nach Freiheit umgedeutet, dabei wird dann ausser Acht gelassen, das man selber in der gleichen Situation nicht viel anders handeln würde. Was wären denn Alternativen?

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Daroan: die krassen gegensätze in Russland kenne ich.


    daher geht es mir um wirkliche Wirtschaftsfakten.

    aber ansonsten such ich mir die Infos.

    dachte nur, dass Xenia und Viva da direkt was zur Hand haben