Assange - Folter mitten in Europa

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  • „23 Stunden am Tag befindet er sich in vollständiger Isolation. „Weiße Folter“ nennt man das unter Menschenrechtsexperten. Jeden Morgen um 5 Uhr wird er geweckt, mit Handschellen gefesselt, in eine Arrestzelle gesteckt, nackt ausgezogen und einer Röntgenuntersuchung unterzogen. Besuch darf er nur einmal im Monat für 40 Minuten empfangen. Für das Telefonieren steht ihm ebenso bloß ein äußerst beschränktes Zeitkontingent zur Verfügung.


    Der Kontakt zu seinen Anwälten wird dem Australier fast vollständig verwehrt, er kann sich nicht mit ihnen beraten. Er kann seine Verteidigung nicht ordentlich vorbereiten, und nach einem Jahr in Haft hat er zwar wenigstens endlich einen Computer erhalten, aber ohne Internetzugang. Nicht einmal die Tasten kann er bedienen, weil sie festgeklebt sind, um ihn daran zu hindern, etwas zu schreiben.“


    https://www.derstandard.at/sto…LjHvCQo#Echobox=160578535

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    schlaue signatur in arbeit

  • Unglaublich! Da zeigen wir in Europa immer auf Russland und die Türkei, was da mit Journalisten, Autoren, Regierungskritikern geschieht und dann so etwas?


    Ich hab ganz stark das Gefühl, dass es eine Abschreckungstaktik ist, die Regierungen haben eine Heidenangst vor Enthüllungen.

  • Ja, ich höre dieses Schweigen in meinem Kopf. Ich weiß gar nicht, was ich dazu noch schreiben soll #hmpf

    Gruß,
    Chrisss *pling*


    Hier werden nur Zähne geputzt, keine Fenster ... #zaehne

  • es ist unfassbar, dass unsere Regierung zu feige ist, um dagegen aufzustehen. Da wird die Pressefreiheit öffentlich zu Grabe getragen und alles, was daran hängt. Ein Mann wird sichtbar für alle, die hinsehen, monatelang mitten in Europa gefoltert und unsere Politiker zucken mit den Schultern.

  • Ich habe dazu immer wieder etwas auf facebook gepostet aber es kommt so gut wie keine Reaktion. Überlege daran rum, trotz Corona eine Mahnwache zu initiieren, wie das jetzt schon an vielen Orten stattfindet.


    Es macht so furchtbar hilflos, zu sehen, dass sich nichts, nichts, nichts bewegt in dieser Sache.


    Es gab doch gerade eine Abstimmung in Brüssel, ob der Fall in einen Bericht aufgenommen werden soll, ich habe dazu ein Schaubild gesehen (das war doch ein Repost von Dir VivaLaVida oder? wenn ja, verlink das doch auch mal hier!) und war fassungslos, wer da alles dagegen gestimmt oder sich enthalten hat).

    Viele Grüße
    Elena mit Mini1 (*2004) und Mini2 (*2006)

  • Ich bin auch wirklich fassungslos. Es gibt aber eine Petition an Amnesty, endlich etwas zu tun.

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Ich muss zugeben, dass mich die Vorkommnisse um Assange erschüttern wie sonst wenig, das mich nicht unmittelbar betrifft. Ich muss mich tatsächlich zwingen, die Berichte zu lesen, und würde oft lieber einfach wegklicken.


    Mir fällt es schwer, in Worte zu fassen, was es genau ist, das mich so erschüttert.

    Denn es ist nicht allein die Tatsache, dass da ein Mensch leidet. Oder dass der Staat sein Gewaltmonopol missbraucht. Oder dass das auf Betreiben der USA geschieht.


    Ich denke, der Grund ist eher, dass in die Angelegenheit so viele "normale" Personen involviert sind, die sich monströs verhalten.

    Wenn eine Person, die für die CIA arbeitet, Menschen entführt und foltert, finde ich das furchtbar und absurd, aber da gehe ich davon aus, dass solche Aufgaben quasi Teil der Stellenbeschreibung waren, und nur solche diesen Job machen, die sich das überhaupt prinzipiell vorstellen können.


    Aber irgendwelche britischen Gefängniswärter*innen, Richter*innen, Staatsanwält*innen? Wie können die auch nur ansatzweise annehmen, dass das, was sie treiben, irgendwie OK sein könnte? Das sind doch bestimmt Leute wie du und ich. Wie können die bei so etwas mitmachen? Wer kann der/die Nächste sein, der/die so eine Gehirnwäsche verpasst bekommt?

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich finde es auch erschreckend, wie wenig in der Öffentlichkeit darüber gesprochen wird und in den Medien darüber berichtet - dabei sind das doch die ersten, die es betrifft. Und wie leicht es für alle Beteiligten ist, sich da rauszureden (oder sich als Unbeteiligte darzustellen).


    Ich habe gerade mal eine Petition unterzeichnet, ist zwar wenig, aber besser als nichts.

    Gruß,
    Chrisss *pling*


    Hier werden nur Zähne geputzt, keine Fenster ... #zaehne

  • huehnchen69 : Ich hoffe, dass ich da falsch verstehe und du nicht den Gefaengnisangestellten monstroeses Verhalten unterstellst?! Was sollen sie bitte schoen tun? Es geschieht auch nicht nur auf Betreiben der USA.


    Hier ist in Australien ist Whistelblowing zur Straftat geworden. In der deutschen Presse suche ich meistens vergeblich nach Kritik an Merkels alternativlosen Entscheidungen...

  • Ich hoffe, dass ich da falsch verstehe und du nicht den Gefaengnisangestellten monstroeses Verhalten unterstellst?!

    Doch, tu ich. Die im verlinkten Artikel geschilderte Behandlung von Assange im Gefängnis, von der ich zwar hoffe, aber nicht glaube, dass sie eine Erfindung ist, ist in meinen Augen monströs. Unmenschlich und ungerechtfertigt.

    Was sollen sie bitte schoen tun?

    Ich hoffe sehr, dass ich nie in eine solche "aber ich hab doch nur Befehle befolgt"-Situation komme. Aber wie würdest du das im Artikel beschriebene Handeln der Gefängniswärter*innen bezeichnen, vor dem Hintergrund, dass du offenbar davon ausgehst, dass diese Angestellten keine Wahl hätten? Mir fällt für Folter keine andere Bezeichnung ein, egal ob die Folternden eine Wahl haben oder nicht.


    Einfach mitzumachen ist in meinen Augen nicht normal. Ich möchte wetten, dass keine der Personen, die in dem Gefängnis arbeiten, davon geträumt haben, einen Gefangenen mal so zu behandeln. Deshalb würde es mich interessieren, was für Mechanismen dahinterstehen, die diese Menschen dazu bringen, das Mitmachen bei Folter für die bessere Variante zu halten. Ich bin so phantasielos, dass mir nur Gehirnwäsche und Erpressung einfallen.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • huehnchen69 Ich denke mal, die Folter ist nicht direkt als solche zu erkennen, es ist ja hauptsächlich psychologisch. Ich glaube da braucht es nicht viel - vor allem weil da ja generell eher gefährliche Menschen einsitzen - den Aufsehern zu vermitteln, dass dies und das zur Sicherheit absolut notwendig ist.

    Das ist ja das perfide. Ich befürchte, es kann sich niemand davon freisprechen, dass er oder sie da ähnlich handeln würde als Teil des Systems. Dazu gibt es ja auch etliche Filme und Versuche.

    Gruß,
    Chrisss *pling*


    Hier werden nur Zähne geputzt, keine Fenster ... #zaehne

  • Wie lange hält ein Körper es eigentlich aus, täglich geröntgt zu werden?


    (Ich hoffe ja immer noch, dass es einfach nicht stimmt, habe das jetzt aber so oft in unterschiedlichen Zeitungen gelesen...)

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    schlaue signatur in arbeit

  • Ich bin auch wirklich fassungslos. Es gibt aber eine Petition an Amnesty, endlich etwas zu tun.

    Das wollte ich auch gerade schreiben und auch „Reporter ohne Grenzen“ sind aktiv. Es ist unglaublich was da mitten in Europa passiert....

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf


    Men det finns sätt att leva och inte bara överleva - Lena Hallengren 2020