Assange - Folter mitten in Europa

Liebe Raben,

in Gedenken vom Sohn einer Userin, der so früh von uns gehen musste, halten wir am Sonntag um 20 Uhr fünf Minuten lang inne. In der Zeit wird Schreiben im Forum nicht möglich sein.

Wir werden sichtbar hier sein und an den kleinen O, seine Geschwister und Eltern denken.

Wir wünschen der Familie viel Kraft und viele tragende Hände.

Gemeinschaft des Rabendorfes.
  • Doch, tu ich. Die im verlinkten Artikel geschilderte Behandlung von Assange im Gefängnis, von der ich zwar hoffe, aber nicht glaube, dass sie eine Erfindung ist, ist in meinen Augen monströs. Unmenschlich und ungerechtfertigt.

    Die Behandlung ist monstroes. Aber die Waerter koennen ja wirklich am Wenigsten dafuer.


    Vielleicht habe ich ja was verpasst, aber ich habe nicht mitbekommen, dass europaeische oder die australische Regierung(en) das was dort vor sich geht lautstark und entschlossen als Unrecht reklamieren.

  • hier die Bundespressekonferenz mit dem rotbäckigen Seibert, der sich wieder windet wie ein kleiner Schuljunge bei den Fragen von Thilo Jung zum Prozess gegen Assange:

    Arrgggh! #haare

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Wir erleben m.E. etwas recht Bezeichnendes für die westliche Demokratie am Beispiel Assange.

    Da magst du Recht haben.


    Vielleicht gefällt mir deshalb "Borgen" so gut. Weil mir das die Illusion gibt, dass es so sein könnte.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • hier die Bundespressekonferenz mit dem rotbäckigen Seibert, der sich wieder windet wie ein kleiner Schuljunge bei den Fragen von Thilo Jung zum Prozess gegen Assange:


    https://fb.watch/2a-6G6D5x1/

    Gibt es das auch außerhalb von FB?


    Ich habe gerade eine lange BMK von J&N gefunden, aber die ist nicht mit St. Seibert:


    LG,

    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Wir erleben m.E. etwas recht Bezeichnendes für die westliche Demokratie am Beispiel Assange.

    Ich habe lange überlegt, ob hier was schreibe im Thread, weil ich schlicht sprachlos vor Entsetzen bin, was da geschieht, einem Menschen quasi vor aller Weltöffentlichkeit zugefügt wird.

    Habe nun aber eine Frage dazu, was du schreibst VivaLaVida: weil aus dem Bauch heraus würde ich dir da sofort zustimmen, kann das für mich aber nicht genauer ausdrücken. Könntest du noch mal genauer schreiben, was du meinst?

    Dankeschön!

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


    Es gibt eben so wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol. (Sigmund Freud)


    262 Beiträge im alten Forum – war ich so stolz drauf, deswegen steht's jetzt hier. #baden

  • was ist das bezeichnende für die westliche Demokratie, was am Beispiel Assange sichtbar ist/wird?

    ich sehe da eklatantes Fehlen von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsverletzung und für mich in einem demokratischen System unerhörten Geschehen. Aber was ist gerade das bezeichnende daran für westliche Demokratie? Ich würde das gern besser zu fassen kriegen.

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


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  • was ist das bezeichnende für die westliche Demokratie, was am Beispiel Assange sichtbar ist/wird?

    ich sehe da eklatantes Fehlen von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechtsverletzung und für mich in einem demokratischen System unerhörten Geschehen. Aber was ist gerade das bezeichnende daran für westliche Demokratie? Ich würde das gern besser zu fassen kriegen.

    In meinen Augen die Tatsache, dass nichts davon verurteilenswert - ach was, gar kritikwürdig - ist, solange es unsere Buddys sind, die das tun.

    ... wartet auf: Impfung - Chip - Morgellon-Entwurmung.

  • Das Bezeichnende für mich ist, dass dies alles nicht das erste Mal ist. Und dass wir bigott sind mit unseren Anprangerungen von (angeblichen) Menschenrechtsverletzungen in Ländern, die wir zu unseren Feinden erklärt haben.

    Wir messen permanent mit zweierlei Maß. Man muss sich nur die Haltung der Deutschen Politik zu Allende und Pinochet vor 50 Jahren ansehen.

  • Ohnezahn : Danke!

    VivaLaVida : Danke auch für deine eigene Erklärung!


    Dem gibt's leider nichts hinzuzufügen.

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


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  • Wir erleben m.E. etwas recht Bezeichnendes für die westliche Demokratie am Beispiel Assange.

    Ja, aber die meisten Menschen wollen oder koennen das nicht sehen. #haare

    weil man sicherheiten über die welt verliert.


    (das ist übrigens in meinen augen der grund, warum mehr ossis krass oder radikal auf politische geschehnisse reagieren. viele haben ihre sicherheit über den zustand und die redlichkeit der politik längst verloren.)

  • was ist das bezeichnende für die westliche Demokratie, was am Beispiel Assange sichtbar ist/wird?

    Ich weiß natürlich nicht, was VivaLaVida konkret gemeint hat, aber das, was ich da sehe ist, dass ein Deckmäntelchen an Rechtsstaatlichkeit schon reicht, um sich eine Einmischung durch andere Regierungen vom Leib zu halten. Oder umgekehrt: Dass Regierungen sich selbst dann erleichtert zurücklehnen können und proklamieren können "ist doch ein rechtsstaatliches Verfahren, ich weiß gar nicht, was ihr alle habt", solange nur ein paar Alibi-Grundsätze befolgt werden.


    Wieso soll das denn nicht ordentlich sein? Er bekommt doch ein Gerichtsverfahren, hat rechtlichen Beistand, ist doch alles fein.


    Auch wenn die Demokratie die einzige Regierungsform ist, mit der ich mich anfreunden kann, und mir Regierungen, die sich als Weltpolizei aufspielen und einfach ungefragt in andere Länder reinpoltern und dort "für Ordnung sorgen": Wenn irgendetwas so eklatant schief läuft wie hier, und alle sitzen nur rum und zucken mit den Achseln, finde ich das schwer belastend, und schon irgendwie systemimmanent.


    Mich erinnert das an die große Firma, in der mein Freund arbeitet, und wenn wir uns mit Freunden unterhalten, die in ähnlich großen Firmen arbeiten, berichten die eigentlich alle dasselbe: Alles, was früher mal von jemandem entschieden wurde, der von dem entsprechenden Vorgang Ahnung hatte, wurde über die Jahre nach und nach abgelöst durch formalisierte Prozesse, an denen jeweils mindestens 5 Personen beteiligt sind, von denen 4 keine wirkliche Ahnung haben, und wofür es außerdem mindestens 4 Sitzungen braucht, um endlich zu beschließen, was die Person mit Ahnung schon vor dem ersten Treffen beschlossen hätte. Dauert nur 5x so lang und kostet 10x so viel wie vorher, aber dafür ist wenigstens keiner individuell verantwortlich, wenn es schieflaufen sollte. Und auch wenn viele erkannt haben, dass sie mit dieser zunehmenden Formalisierung sich selbst ausbremsen und letztlich vor die Wand fahren, fährt der Dampfer stur weiter geradeaus...


    Im Unterschied zu der Firma, wo ja tatsächlich ein*e neue*r Vorstand tatsächlich einfach mal auf den Tisch hauen und das Ruder rumreißen könnte, geht das bei vielen miteinander kooperierenden Demokratien natürlich nicht so einfach. Frau Merkel kann nicht einfach in GB reinpoltern und dem Gericht dort erzählen, dass sie Scheiße bauen. Aber einfach zu sagen "ach, die machen das schon richtig, ist doch ein Rechtsstaat" ist in meinen Augen eben auch feige, wird aber durch das System der kooperierenden Demokratien begünstigt bzw. gefordert.


    So viel von einer, deren Ahnung von Politik knapp über dem absoluten Nullpunkt liegt...


    edit: Ich habe so lange zum Tippseln gebraucht, dass sich das mit den anderen Antworten überschnitten hatte.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Mich macht das auch völlig sprach- und fassungslos.

    Die Anstalt hatte übrigens vor Kurzem eine Sendung zum Fall Assange:


    KLICK

    Das hatte ich auch gesehen und fand es sehr erschütternd.


    (Ich habe ja immer das Gefühl, „die Anstalt“ erklärt extra für mich politische Zusammenhänge mit Handpuppen, also so, dass ich sie verstehe...)