"Verstopfung" beim Kind

  • Frau willenborg ist toll, in der Praxis nur privat. Sie arbeitet aber auch tageweise in einer Klinik. Wir waren bei ihr zur Abklärung Bauchschmerzen. Mir fällt gerade der Name nicht ein. Nähe Tempelhof.


    Das Problem ansonsten kenne ich auch. Gleiches Alter. Was ich auf klos vorgelesen habe... mit drauf achten, dass die darmbewegungen genutzt werden - regelmäßig früh oder Mittag oder Abend WC- Zeit. Die Kita hat mitgemacht. "Ergebnisoffen" und nett. Da diese Sache als Grund für die Rückstellung anerkannt wurde, war ich vielleicht irgendwie auch ausgesöhnt damit. So etwa Mitte 1.kl. 7 Jahre war der Spuk vorbei. Nach wie vor, aber reagiert sie auf Stress und Aufregung mit moderatem einhalten.

    Ich hatte auch manchmal den Eindruck, es ist Geist gegen Körper. Sie will sich nicht diktieren lassen, wann sie ihr Spiel oder so unterbrechen soll.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Wir hatten das auch im "klassischen" Alter von ca. 1,5 bis 2,5. Unsere Kinderärztin hat sofort und für insgesamt über ein Jahr Movicol verschrieben. Wir mussten eher rückversichert werden, dass das nicht schadet. Aber diese Qual beim Kind war schrecklich und nur mit Ernährung hätte das niemals geklappt, das Kind wollte ja nicht kaka machen (O-Ton).

    Movicol hat keinerlei Nebenwirkungen, außer Durchfall und im Altenheim bekommen das auch alle, wundert mich, dass das nicht verschrieben wird.

    Hier kann ich unterschreiben. War bei uns genauso.

    Nicht aufs Klo gehen können, ist echt eine Qual.

    Liebe Grüße
    pitcat


    Dumm geborn, dor kanns nix för, Dumm starben dat is'n Malör.

  • Danke für den Tipp! Ich werd das mal recherchieren, die empfohlene Ärztin und auch der Hausärztin nochmal ins Gewissen reden und hoffe sie unterstützt das. Ich mag es nicht neue Ärzte aufzusuchen und mache das trotzdem, aber nur wenn der Versuch heut mit ihr zu sprechen scheitert. Meine arme Kleine leidet so :( Und sie will es einfach nicht raus lassen. 36Std sinds jetzt und sie janmert nur noch und läuft herum. Zwar setzt sie sich aufs Klo, aber nur wenige Momente und ist dabei hoch angestrengt nicht zu drücken. "Ich gegen meinen Körper" genau so kommt es mir vor.


    Dankedankedanke für eure Erfahrungen zum Thema.

  • bei uns fing es ja schon an, da hatte er noch eine Windel. Ich kann mich erinnern, dass es schon beim ersten StuhlGang, der nicht reiner mumistuhl war, Tränen gab.


    Das war aber nur einmalig.

    Dann mit 1,5 Jahren fing es richtig an.

    Er ist oft gefühlt stundenlang im Kreis gelaufen, hat geheult und geschrieen: Mama. Hilfe. Aua. Aua. Mama. Aua #crying


    Ich habe die Nachbarschaft aufgeklärt, nicht dass eines Tages noch Polizei oder Jugendamt vor der Tür gestanden wären.


    Zäpfchen und Mikroklist hat er einfach verdrückt .

    Auch mit movicol war es anfangs ein Drama. Dass es weich und schmerzlos ist, hat er lange nicht geglaubt.

    Was wir auf Topf, WC und in der dusche verbracht haben, mit Büchern, später Tablet usw.

    Ich fürchte wir haben anfangs zu lange mit Pflaumen usw. rumgedoktert, heute würde ich gleich zu movicol greifen.

    Es ist übrigens nur das aromafrei Junior verschreibungspflichtig. Schoko nicht, das wurde hier aber nicht getrunken.

    Aromafrei oder macrogol , das schmeckt nach orange, wurde akzeptiert.

    Dazu muss aber viel getrunken werden, sonst kann es nicht wirken.


    Nach fast fünf Jahren dauereinsatz hat er heute eine völlig normale Verdauung, keine Folgeschäden oder so.


    Hat hier der Kinderarzt verschrieben, war allein aus kostengründen praktisch. Wenn ich das folgerezept zu spät geholt habe, habe ich mit macrogol überbrückt.


    Handelt schnell, umso schneller geht es vorbei.

  • movicol junior ist frei verkäuflich, nur das aromafreie nicht mehr.

    Ansonst gibt es noch Kinderlax und Laxantan M, was du auch kaufen könntest.


    Eigentlich ist Movicol bzw. die Generika dazu Standard.

    Alternativ köntest du den selben effekt mit Flohsamenschalen (viel trinken), Leinsamen und/ oder Dattel(mus)

  • mmhh, vielleicht könnt ihr sie mit einem Video überreden. Da wird auf Englisch erklärt, wie man am besten auf dem WC sitzt. Das alles wird vorgespielt durch ein Einhorn, welches dann Softeis in Hörnchen drückt. Ich wriss, das klingt schräg. Ist aber voll niedlich gemacht.

    Wenn du möchtest, geh ich das Video mal suchen.


    LG

  • Oh, das kenn ich! Vielleicht zeig ich ihr das mal.


    Heute Morgen war es noch ein Drama. Dadurch dass sie so lang gewartet hat wer es jetzt natürlich echt schwer und sie hat so gelitten. Bestimmt gibt es Haarrisse :((( Aber ich hab mit unserer Ärztin telefonieren können und sie hat sich auf eine Verordnung eingelassen, sieht die Dauermedikation aber problematisch. Ich halte sie für uninformiert. Aber sie konnte mit mir ins Gespräch gehen, was mir wichtig ist und wir haben abgemacht, dass wir es jetzt vorerst einen Monat mit Movicol probieren und wenn sich abzeichnet, dass es weiter nötig ist, sehen wir weiter. Notfalls würde ich dann einen anderen Arzt suchen wenn sie sich ganz und gar weigert. Und ich glaube es ist klar geworden, dass es eine Lösung braucht, denn so etwas wie heute Morgen will ich meiner armen kleinen Tochter nie wieder zumuten.


    Jetzt hab ich also ein Rezept und hol das nachher ab. Ich hab jetzt auch verstanden, dass man wohl Macrogol selbst kaufen könnte und dann eben selbst dosieren. Wäre also auch noch eine Lösung im Notfall. Danke für eure Infos!

  • Oh, wie gut, dass Ihr nun ein Rezept habt.


    Bei uns gab es ähnliche (aber nicht ganz identische) Probleme mit dem Thema Verstopfung und wir haben es dann so gemacht, dass nach jeder Haupt-Mahlzeit ein Erwachsener mit dem Kind zur Toilette ging um "dem kleinen Bauch ein Angebot zu machen". Wir hatten mit einem Bilderbuch über den Körper genau erklärt, wie die Verdauung funtioniert und dass man es dem Bauch möglichst leicht machen sollte. Es war egal ob etwas kam oder nicht, es ging nur darum, dass man sich um seinen Bauch eben kümmern muss (wie um die Zähne, die man putzen muss etc) und es ihm einfach machen sollte, sich zu entleeren.

    Dzu war es auf der Toilette möglichst gemütlich (warm genug, Sitzverkleinerer mit Fußbank...).

    Ich hatte das hier im Forum gelesen (eine Familie hatte sogar einen Toiletten-TipToi als besonders attraktives Spielangebot nur für die Toilette) und wir waren damit erfolgreich. Es war schon recht nervig weil man ja, sobald das Kind satt ist und aufstehen möchte, auch das eigene Essen unterbricht und mit zur Toilette geht um dort eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Aber es war eine gute Lösung für uns.

    Nach 3 Monaten wollte das Kind dann wieder alleine gehen und nur wenn es muss (also nicht nach jeder Mahlzeit), seitdem gab es keine Probleme mehr.

  • Das find ich eine gute Idee und werd das auch einführen zuhause. Ich vermute im Kindergarten (wo die ganze Misere ja anfing) ist das kaum umzusetzen. Ich werd das mal durchdenken. Ein Toilettentiptoi find ich cool

  • Jetzt sind ja ein paar Tage vergangen. Wir haben zu Beginn 2 Tütchen in Saft eingerührt (sonst unerträglich) gegeben, dann noch eine Woche lang eine Tüte am Tag. Es hat alles so gut geklappt und sie war wider Erwarten nicht ungewillt aufs Klo zu gehen, dass wir das Mittel dann gleich wieder abgesetzt haben. Wir haben mit ihr geübt sich selbst sauber zu machen nach dem Klogang, sodass sie das auch im Kindergarten selbst kann und seitdem ist sie viel entspannter diesbezüglich. Ich bin so sehr froh, dass wir damit nicht so lange herummachen mussten (auch wenn ich ein bisschen verdrossen bin bzgl. meiner Ärztin, die so ein großes Problem damit hatte, das Zeug zu verschreiben bzw. dauerhaft zu verschreiben im Notfall. Naja, wir haben es ja nicht gebraucht.).


    Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass ihr mir so viele ähnliche Geschichten erzählen konntet. Mittendrin war ich wirklich verzweifelt. Mein armes Mädchen!

  • Ich freu mich, dass es sich so schnell aufgelöst hat.


    Bezüglich Ärztin verstehe ich dich. Ich stand auch schon mit ähnlichen Gefühlen da, nach einem Termin. Aber sie hat andererseits ein unglaubliches Händchen direkt ins Schwarze zu treffen bei vielen anderen Sachen und ich fühle mich immer ernstgenommen und nicht bewertet. Das wiegt es bei mir auf.

  • Bei mir an sich auch. Und nach anfänglichen "Ärztegehabe" hat sie sich dann eigentlich schon auch auf meine Augen-Höhe begeben (statt "nein" hat sie mir ihre Gründe erklärt, meine gehört und sich auf einen Kompromiss eingelassen, insofern ists auch in Ordnung. Ich bin seit vielen Jahren dort und war immer wieder sehr dankbar über ihre Art.)