Schuleingangsphase ... Springen von Klasse 1 in Klasse 2

  • Unser Julizwerg wurde kurz nach seinem 6. Geburtstag eingeschult. Leider hat ihm das nicht gereicht. In der Schule immer lieb und angepasst, zu Hause aggressiv, wütend, schulunlustig. Es hat unsere komplette Familie belastet und wir wussten nicht mehr weiter. Wir haben ihn dann testen lassen, sein IQ liegt auch deutlich über 130. Wir standen dem Springen auch sehr sehr skeptisch gegenüber, aber entgegen unserer Vermutungen sprach sich auch die Lehrerin für ein Springen aus und letztlich haben wir es dann auch gewagt. Er hatte in seiner alten Klasse auch kaum Anschluss gefunden und kannte die neuen Kinder schon aus dem klassenübergreifenden Unterricht von 4 Wochenstunden.

    Letztlich war es bisher exakt die richtige Entscheidung. Obwohl er körperlich wirklich klein ist, ist er top integriert (er spielt auch leidenschaftlich Fußball, das ist bei den Jungs eh sehr wichtig...). Es war nicht immer einfach, er ist auch recht sensibel und hatte anfangs emotional schon zu kämpfen, aber kein Vergleich zu der Belastung durch dauernde Unterforderung. Schreiben haben wir noch lange üben müssen, aber mittlerweile ist das auch in Ordnung. Sein bester Kumpel ist 1 Jahr und 11 Monate älter. Emotional und sozial gab es da aber keine Probleme - durch die bessere Passung zu seinen Klassenkameraden wurde das auch alles viel viel besser.


    Im Sommer kommt er nun kurz nach seinem neunten Geburtstag aufs Gymnasium (mit sehr guten Leistungen auf dem Übertrittszeugnis). Natürlich graut es mir auch vor der Pubertät, aber letztlich sollte man Probleme lösen, wenn sie auftreten. Unser Plan B ist ein Hochbegabterinternat... Auch wenn ich es mir für den Kleinen noch nicht vorstellen kann, wird er doch immer mein Baby bleiben ;) .


    Die Große dagegen ist auch sehr intelligent, kam aber relativ problemlos durch die Grundschule (auch Sommerkind, auch kurz nach dem 6. Geburtstag eingeschult). Bei ihr haben wir nie einen Gedanken an einen Sprung verloren. Sie hat aber auch nie gelernt zu Lernen. Am Gymnasium erreicht sie jetzt mit Nichtstun recht gute Noten und ist glücklich, hat aber auch wenig Ehrgeiz. Mal sehen, wie das weiterläuft.


    Letztlich hängt es viel vom Kind, den äußerem Umständen und den Lehrpersonen ab...

  • Ja leider ist das so, und die Lehrperson kann man sich ja nicht aussuchen. Ich denke auch, wenn der Zwerg die Grundschullehrerin der Großen gehabt hätte, hätte er vielleicht auch nicht springen müssen.

  • Danke für all eure antworten , Ideen, Meinungen und Denkanstöße.


    Wir sind heute offiziell gewechselt und es sind alle erleichtert. Die alte Lehrerin der 1. Klasse und auch die neue der 2. Sie berichtete uns, dass sie das Gefühl hat, das unser Sohn schon ewig dabei ist. Es gab keinerlei Schwierigkeiten. Er war vom 1. Tag an angekommen.

    Und das Familienleben ist auch wieder im Gleichgewicht

  • 2 unserer 3 Kinder haben sich in der Grundschule auch sehr gelangweilt. Unsere Tochter konnte bei der Einschulung recht flüssig lesen. Trotzdem haben wir sie in ihren Klassen gelassen. Jetzt auf dem Gymnasium (inzwischen Klasse 11 und 6) sind sie genau richtig. Bekommen zwar auch immer zu den Zeugnissen die Mitteilung, daß sie vom Notenbild her eine Klasse überspringen dürften, wollen sie aber nicht und sind so glücklich.

    LG, LilliMarleen


    *`74 + Mädchen*7/03 + Junge*5/06 + Junge *5/08