Kind mit Angst vor Musikschule

  • Unser Sohn gerade 5 geworden, interessiert sich grundsätzlich für Musik. In seinem Kindergarten wird einmal die Woche Musikunterricht angeboten. Er möchte an sich dorthin gehen, aber nicht ohne uns :( Unser Sohn ist immer Mittagskind, das heisst er würde von uns zu der Stunde hingebracht und hinterher wieder abgeholt, was soweit in Ordnung ist. Die Musiklehrerin macht wirklich ein tolles Programm und ich würde mich absolut für ihn freuen, wenn er das machen kann. Die anderen Kinder werden von der Musiklehrerin in ihren einzelnen Gruppen abgeholt, da sie keine Mittagskinder sind und hinterher dann im Musikraum von den Eltern abgeholt. Unser Sohn kennt zwar einige der Kinder aus seiner Gruppe, aber es sind nicht seine engsten Freunde. Da er generell eher schüchtern ist, möchte er nicht ohne mich dort bleiben. Er war bis jetzt zweimal zum Schnuppern da, jedesmal wenn mich die Musiklehrerin rausschicken wollte, fing er an zu weinen und war total blockiert. Die Lehrerin ist wirklich geduldig und nett. Sie sagte wir können es nächstes Mal nochmal probieren und wenn er mich dann wieder nicht gehen lässt nochmal ein halbes Jahr warten oder so. Ich weiß aber, dass warten nichts bringt, da er wie gesagt generell sehr schüchtern ist. Er sagt auch er möchte zur Musikstunde. Aber er möchte nicht mehr hingehen wenn er allein dort bleiben muss. Ich finde das so schade. Wie könnte ich ihm helfen? Ihn nur absetzen und gleich gehen? Oder irgendeine Belohnung versprechen? Ich möchte ihm auch nicht alle Schwierigkeiten oder "neue Situationen" ersparen, denn mit der Schule nächstes Jahr geht es ja dann weiter. Nächstes Mal müssen wir entscheiden ob wir ihn anmelden, mit den damit verbundenen Kosten, darum muss irgendwie eine Lösung her.

  • Das wäre für mich keine Frage. Dann eben nicht.

    Er ist nicht bereit, allein zu bleiben, für mich hieße das dann, dass dies eben nicht der richtige Kurs ist. Entweder findet sich ein Kurs mit Mama oder ihr wartet, bis er sagt, dass er nun alleine hin will.

    Musik findet er sicher nächstes Jahr auch noch toll. ?

  • Habt ihr eine Musikschule mit Musikgarten Kursen da?

    Die sind mit Eltern.

    Ich hab auch so einen schüchternen, seinen Geigenunterricht hat er mit Mama, ansonsten beginnen wir eben später.

    Schule ist ja in einem Jahr, da kann sich noch sehr viel entwickeln. Üben nicht mehr schüchtern zu sein würde ich kleinschrittiger machen als Musikkurs.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Hier auch ein schüchterner 5 jähriger, wobei es besser wird. Wäre es "einfach" möglich, euer Kind für diesen Tag länger im Kindergarten zu lassen, so dass der Kurs zum Programm dort gehört? Ginge vermutlich dann bei meinem Sohn. Ansonsten haben wir einen Turnkurs und einen Schwimmkurs mit bekannten und gemochten Leitern nicht weiter gemacht, weil er ohne Begleitung nicht will. Nächster Versuch ist im April, mal schauen, ob es dann schon besser geht.

  • Ich habe/hatte auch ein sehr schüchternes musikalisches Kind. Und sie wäre in dem Alter auch nicht allein bei so einem Kurs geblieben. Schüchtern ist sie geblieben (nun fast 10), aber nach und nach wurde es schon etwas besser und sie traut sich heute mehr als damals. Da es keine Option ist, dass du dabei bleibst, würde ich es lassen. Ist eine nette Sache, aber kein Grund dir oder dem Kind damit Stress zu machen.
    Ihr erstes Instrument das meine Tochter dann übrigens mit knapp 7 begonnen, privat, bei einer Flötenlehrerin bei uns um die Ecke. Da war ich das erste mal mit, danach war sie allein dort und das hat dann gut geklappt. Sie spielt das Instrument nun seit 3 Jahren, tut das gern und übt auch fleißig. Der Zeitpunkt war für sie einfach gut, früher hätte trotz musikalischem Interesse keinen Sinn gehabt.

  • Was spricht denn dagegen, dass Du beim Musikunterricht dabei bleibst? Mein Sohn hat Instrumentalunterricht, und ein Elterrnteil sitzt einfach lesend im Raum, das machen viele Eltern so.

  • mein Frosch hat auch mit 5 gestartet. Er wollte so gerne und traute sich nicht. Ich hab das mit der Lehrerin besprochen und bin einfach dabei geblieben. Ich hab mich nicht mit in den Kreis g3setzt und nicht mit gemacht. Die ersten 2 mal saßer auf meinem Schoß und hat somit nur zugeschaut. Dann war er mit im Kreis (Ich in der ecke) und hat zugeschaut,... Ich war bestimmt 5 mal dabei. Danach hab ich ihn rein gebracht, hingesetzt und hab auf'm Gang gewartet, ... irgendwann durfte ich dann auch wieder heim gehen. Inzwischen ist er seit 1 1/2 Jahren dort und geht immer noch total begeistert hin. Er fährt auch ganz alleine mitm Roller hin, ... .

    Mit der Lehrerin spricht er immer noch nicht wirklich aber er macht gut mit undsie ist da ganz entspannt. Sie meint sie sieht dass er Spass hat und alles checkt.


    Ich würde mit der Lehrerin reden, wenn sie es zulässt dass du länger noch mit drin sitzt (und das für dich ok ist) weiter machen ansonsten abbrechen und schauen ob es evtl andere musikalische Angebote gibt die besser passen oder halt nix machen.


    Zwingen, Belohnung,... halte ich nicht für so besonders zielführend.

  • Das er an dem Tag länger bleibt hatte ich schon mit der Kindergartenleiterin besprochen und geht leider nicht. Auch mit der Mama von seinem besten KiGa Freund den er am liebsten dabei haben möchte, hab ich schon gesprochen, er war auch schon dort und möchte es aber nicht mehr machen.


    Die Musiklehrerin meint, es bewährt sich nicht, dass die Eltern drin bleiben, weil die Kinder dann nichts machen. Immer wenn die anderen was gemacht haben ist er fast auf meinen Schoß gerutscht, damit er nichts machen muss.


    Vielleicht versuche ich es wirklich wie Erdbeerquark sagt, das ich mit der Lehrerin spreche, das ich außerhalb des Kreises in einer Ecke lese und dann nach ein paar Mal vielleicht auf dem Gang, also so als schrittweise Eingewöhnung.

  • Ich sehe ebenfalls keine Notwendigkeit, dafür Stress zu haben.

    Er schafft es ja, den Vormittag allein in der Kita zu bleiben, da scheint mir ein zusätzliches Üben für die anstehende Einschulung nicht notwendig.

    Er hat die Muslimstunde mit dir kennenlernen können und ihm ist der Preis des Alleinbleibens zu hoch.

    Warum glaubst du, dass Warten nichts nützt? Dein Sohn wird sich ja zwangsläufig weiterentwickeln. Er wird ja nicht mit 14 immer noch nur auf deinem Schoß sitzen ;).

    In einem halben oder ganzen Jahr überwiegt bei ihm vielleicht die Freude an dem Unterricht. Und bis dahin kann man ja Zuhause Musik hören und einfache Instrumente erproben.


    Ich argumentiere natürlich stark eingefärbt aus meiner Erfahrung. Meine Kinder waren auch so und es hat eigentlich nur etwas gebracht zu drängeln #rolleyes.

  • Ich erinnerte mich gerade ans Turnen.

    Mama turnt mit.

    Mama sitzt auf der Bank. (darf nicht mehr Turnen)

    Mama darf in der Umkleide warten. (Kind traut sich schon, will aber sicherheitshalber die Mama in der Nähe wissen)

    Mama darf einkaufen gehen. (Kind ist schon total groß)


    Dieses Kind ging bis fast zur Schule nicht alleine auf Kindergeburtstage. In die Schule ging sie vom ersten Tag an gerne alleine. War nie ein Problem.

    Ich würde also von allzu dollen Sorgen diesbezüglich abraten. Das wird schon. :)

  • Ich argumentiere natürlich stark eingefärbt aus meiner Erfahrung. Meine Kinder waren auch so und es hat eigentlich nur etwas gebracht zu drängeln #rolleyes.

    NIE, es hat NIE etwas gebracht zu drängen, nicht NUR #haare

  • Sie sagte wir können es nächstes Mal nochmal probieren und wenn er mich dann wieder nicht gehen lässt nochmal ein halbes Jahr warten oder so.

    Genau so.

    Ich weiß aber, dass warten nichts bringt, da er wie gesagt generell sehr schüchtern ist.

    Woher weißt du das? Dein Kind ist in einem halben Jahr ein halbes Jahr älter. Und weiter entwickelt. Kann sein, dass es dann noch schüchterner ist (was hätte es dann gebracht, es jetzt zu zwingen oder zu überreden oder whatever?) oder in einem halben Jahr, in einem Jahr, in zwei Jahren ist es dann so weit.


    Ohne jetzt mit Kompromisslösungen zu kommen und eigene Stories zu erzählen, aber aus der Rückschau heute (meine Kinder sind groß) , sehe ich das Problem darin, dass du etwas anderes willst als dein Kind und das nicht akzeptieren kannst.


    Excuse my french.


    Meine Vorrednerinnen haben alles andere bereits geschrieben, was ich zu sagen gehabt hätte.

    तत् त्वम् असि

  • Ich verstehe dich total dass du deinem Kind eine schöne Erfahrung wünschst und überlegst, wie du es ihn ermöglichen kannst. Ich saß in dem Alter mit dem Kind beim Eltern-Kind-Turnen entweder auf der Bank oder ich musste an der Hand mit zum Gerät kommen. Wegbleiben wäre auch nach Eingewöhnung lange keine Option gewesen, lieber wäre sie gar nicht hingegangen. Und hier auch: es hat sich bis zur Einschulung eine gewaltige Menge getan.

    Ich schließe mich darum an, und plädiere für Geduld. Ohne dich kann er sich auf das Angebot nicht einlassen, das ist ok und ihm wird nichts fehlen was er nicht später nachholen kann, wenn er bereit dafür ist.

  • Ich würde versuchen, eine Möglichkeit zu finden, dass Du doch dabeibleibsen kannst; so lange, wie Dein Sohn das braucht.

    Ich war drei Jahre lang bei den Klavierstunden meiner Tochter dabei... ;)


    Ansonsten würde ich warten und mich nach einer anderen Möglichkeit für musikalische Früherziehung oder gleich Musikunterricht umsehen. Ich finde, das ist keine Situation, in der man ein Kind zwingen muss, selbständiger zu sein, als es sein möchte/kann. Oder?

  • hier auch ein mega schüchterner Musikliebhaber. Immerhin hat er von Anfang an komplett nein zu allen Angeboten gesagt. In der 2. Klasse war er dann so weit, sich ab der 3.Klasse für den Chor anzumelden. Tja, dann hat die Chorleiterin gewechselt und hinfort war diese Möglichkeit. Echt schade, er ist super musikalisch, singt unglaublich schön und hat solchen Spaß daran...

    Aber dieser special Effect überwiegt eben und dann ist es eben so. Er ist trotzdem glücklich, auch ohne dieses "Extra".