einem Kleinkind das Rauchen erklären

  • Meine Schwiegermutter raucht leider. Mein Sohn (2,5) hat eine enge Bindung an seine Oma. Ich habe versucht, dass er das Rauchen nicht mitkriegt aber mittlerweile weiß er es. Es macht mich irgendwie wütend, ich will nicht, dass er das so vorgelebt bekommt.


    Leider weiß er, was es bedeutet, wenn sie auf den Balkon geht, nämlich dass sie eine rauchen geht. Er sagt jetzt schon manchmal, er will mitgehen, auch eine rauchen.


    Aufhören will sie nicht und tagsüber gar nicht rauchen, solange sie bei uns zu Besuch ist, schafft sie nicht, das heißt, er bekommt zwangsläufig mit, das sie zwischendurch raus geht zum Rauchen.

    Ich habe ihm neulich schon mal versucht zu erklären, dass das ungesund ist, dass das stinkt, keine Ahnung... es kam gar nicht an. Irgendwie bin ich da echt empfindlich.


    Wie geht man denn mit so einem Thema um?

  • WIr haben im Umfeld auch einige Raucher, hatten also auch irgendwann mal das Thema zwangsweise.

    Ich habs Sohni als Sucht erklärt. IRgendwann mal ausprobiert weil ein Freund auch geraucht hat und dann nicht mehr aufhören können. So ähnlich wie wenn ein kleines Kind sich so an den Schnulli gewöhnt hat dass er ihn gar nicht mehr weggeben will auch wenn es versteht dass die Zähne davon kaputt gehen wenn man zu lange schnullert. Und bei den Erwachsenen ist es genauso. Die meisten wissen, dass sie davon krank werden können und dass das die Lunge kaputt macht. Weil man atmet ja den Rauch ein und dann hat die gesunde Luft nicht mehr so viel Platz. Aber die schaffen es einfach nicht aufhören zu wollen weil sie sich so dran gewöhnt haben. Deshalb ist es besser, gar nicht erst damit anzufangen.

    Und ich will nicht, dass Sohni daneben steht weil er sonst auch den Rauch einatmet und der für Kinder noch viel giftiger ist weil die Kinderlunge ja noch viel kleiner ist und eh schon nicht so viel Platz für gute Luft hat wie bei den Erwachsenen.


    Für ihn war das Erklärung genug.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Ich sehe das nicht so problematisch...

    Immerhin geht sie raus, wenn sie raucht.


    Verheimlichen würde ich das vor meinem kind sicher nicht. Wieso auch? Ich hätte einiges vor meinen kindern zu verheimlichen, wenn sie mit all den dingen nicht in Kontakt kommen sollten, die ich doof finde.

    Und Rauchen finde ich da echt noch harmlos - RaucherInnen schaden in erster Linie nur sich selbst, wenn sie nicht in geschlossenen Räumen rauchen.

    Von z.B. AutofahrerInnen kann man das nicht behaupten?

  • Ich würde auch eine möglichst kurze und einfache Erklärung suchen, die aber der Wahrheit entspricht: Schlechte Angewohnheit, die krank macht, aber Erwachsene machen eben auch oft dumme Sachen. Sowas in der Richtung.

    Ich kann verstehen, dass du es doof findest, dass deine Schwiegermama raucht, aber ich würde es ehrlich auch nicht überdramatisieren. Du rauchst nicht und du bist zusammen mit dem Papa das wichtigste Vorbild. Du ordnest es für dein Kind ein und dann wiederholst du diese Erklärung immer wieder.

    Wir hatten das Thema bislang mit Alkohol und Cola und hatten da mit simplen Erklärungen und steter Wiederholung gute Erfolge.

  • ...naja, aber es ist ja schon so, das Rauchen auch familiär weitergegeben wird. Und wenn man zB als Eltern raucht die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Kinder das auch irgendwann tun.

    Das ist mein Problem bei der Sache.


    Preschoolmum ok, danke. Ich versuche ihm das mal so zu erklären. Ich weiß nicht, ob er das schon versteht. Aber es ist eine schlüssige Erklärung, das werd ich versuchen.

  • vielleicht bin ich da auch zu empfindlich, keine Ahnung..

    Komischerweise ist das bei uns kein Thema, dass Kaffee nur für Erwachsene ist oder Alkohol. Das wurde nie in Frage gestellt. Aber Rauchen scheint interessanter zu sein.

  • Bei dem Titel bin ich fast vom Stengel gekippt... #gruebel klingt, als wolltest du deinem Kind das Rauchen beibringen. :D

    तत् त्वम् असि

  • Klar kann Rauchen auch familiär vorgelebt werden (Ich glaube da persönlich an eine Kombination aus Vorleben & Anlagen für Sucht), aber trotzdem seid ihr als Eltern das wichtigste Vorbild und du machst ja sehr deutlich, dass du es nicht gut findest.

    Aber ehrlich, ich fände es auch legitim, wenn du der Oma sagst, dass sie bitte nicht in Sichtweite rauchen, sondern auf die Straße gehen soll. Das wird sie vielleicht doof finden, aber du hast da ja durchaus Argumente auf deiner Seite. Und was heißt schon überempfindlich - Menschen sind eben verschieden und es stört dich, dass sie auf eurem Balkon raucht. Das darfst du dann auch sagen.

  • ...naja, aber es ist ja schon so, das Rauchen auch familiär weitergegeben wird. Und wenn man zB als Eltern raucht die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Kinder das auch irgendwann tun.

    Das ist mein Problem bei der Sache.

    aber du rauchst nicht, und dein mann auch nicht, obwohl deine schwiegermutter raucht? #weissnicht


    da meine schwester und mein bruder rauchen (wir sehen sie aber aufgrund geographischer differenzen ein mal im jahr) , wurde ich auch gefragt, meine erklärung war simple: es ist eine sucht, also krankheit und aufgrund der inhaltsstoffe in den zigarretten, die süchtig machen, ist es nicht einfach damit aufzuhören. dann auf fragen antworten.


    rauchen war auch hier eine zeit lang spannend hier, es wurde stöckchen geraucht, aus taschengeld wurden kaugummi zigaretten gekauft usw. wir haben das nicht weiter thematisiert und es war schnell vorbei.


    allerdings in unsere umgebung rauchen ziemlich wenige, daher war das recht leicht.


    mein vater hat in der wohnung und im auto!! geraucht, daher käme ich nicht auf die idee der oma zu sagen, dass sie nicht aufm balkon rauchen soll, bei einem 2,5 jährigen (bei einem baby wäre das anders). wie oft seht ihr euch denn? wie oft raucht sie in der zeit?

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Ich finde das total unproblematisch, solange die Kinder nicht vollgeraucht werden. Ich kenne auch ein paar Frauen (Männer fallen mir keine ein), die ihren Kindern verheimlicht haben, dass sie rauchen, und konnte das noch nie richtig nachvollziehen. Ich finde, auch Eltern (und erst recht Großeltern) haben ein Recht auf schlechte Angewohnheiten, solange sie damit sonst niemandem schaden.


    Mag ja sein, dass es statistisch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Kinder rauchen, wenn die Eltern rauchen. Aber in meinem Umfeld sehe ich das nicht verwirklicht. Meine Mutter und die meisten Eltern meiner Freundinnen und Freunde aus der Kindheit haben geraucht, aber von meinen Freund*innen/Verwandten ist meine eine Schwester die einzige, die selbst raucht.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich sehe da kein großes Problem, bzw. auch nicht die Gefahr, dass Kinder deswegen andangen zu rauchen.


    Ich bin mit Rauchern aufgewachsen, hab aber selber nicht angefangen zu rauchen.

    Ich hatte zahlreiche MitschülerInnen, deren Eltern nicht geraucht haben und die dafür starke Raucher waren.


    Ich würde vermuten, dass das heimlich auf den Balkon gehen den Reiz ausmacht.

    Das ist interessant und spannend.


    Meine Kinder fanden, dass die Großmutter danach schlecht gerochen hat.

    Sie haben auch gefragt, warum sie das macht.

    Da hat sie gesagt, weil sie nicht aufhören kann und das ziemlich blöd ist.

    Sucht usw. kam dann später dazu.


    Ich glaube meine Kinder waren immer dem Alter entsprechend gut aufgeklärt.

    Sie empfanden es eher als negativ.


    Haben aber auch Stifte genommen und rauchen gespielt usw.


    Ob sie später mal anfangen weiß ich nicht.

    Der Teenie hat bisher kein Interesse.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • ...naja, aber es ist ja schon so, das Rauchen auch familiär weitergegeben wird. Und wenn man zB als Eltern raucht die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Kinder das auch irgendwann tun.

    Das ist mein Problem bei der Sache.

    Deswegen kann man nur den Hinweis geben, dass es ungesund ist.

    Und es muss ja nicht heißen, dass es das Interesse weckt.

    Mein Mann und ich sind beide mit rauchenden Eltern aufgewachsen, haben beide noch NIE geraucht#weissnicht


    Klar ist es ein doofes Gefühl, aber man kann sie nicht zum Aufhören zwingen.

    Mein Vater hat das Rauchen in meiner ersten Schwangerschaft endlich aufgegeben, mein Schwiegervater raucht weiterhin.

  • vielleicht bin ich da auch zu empfindlich, keine Ahnung..

    Komischerweise ist das bei uns kein Thema, dass Kaffee nur für Erwachsene ist oder Alkohol. Das wurde nie in Frage gestellt. Aber Rauchen scheint interessanter zu sein.

    Kaffee und Alkohol ist vermutlich bei Euch üblicher. Also ist es von Klein auf schon verankert dass das eben nur für Erwachsene ist und wird nicht hinterfragt. Alkohol trinken wir so gut wie nie, aber hier ist es dasselbe mit Cola/Spezi und Kaffee. WUrde nie groß hinterfragt. Zigaretten kennt er von daheim nicht und daher hat ers mehr hinterfragt.

    Und ich denk ein bisschen liegts schon auch dran, wie man selber mit dem Thema umgeht. Wenn man innerlich ne noch so gut verborgene Abneigung gegens Rauchen hat werden die Kinder das merken und erst recht hinterfragen warum das so ist. Halt in ihren Worten oder auf ihre WEise (sprich, dabei sein wollen weil sie kapieren wollen was da so spannend dran ist o.ä.)

    Ist denk ich ganz normal und vergeht auch mit der nötigen Erklärung recht bald wieder.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Ich finde das total unproblematisch, solange die Kinder nicht vollgeraucht werden. Ich kenne auch ein paar Frauen (Männer fallen mir keine ein), die ihren Kindern verheimlicht haben, dass sie rauchen, und konnte das noch nie richtig nachvollziehen. Ich finde, auch Eltern (und erst recht Großeltern) haben ein Recht auf schlechte Angewohnheiten, solange sie damit sonst niemandem schaden.

    Das sehe ich tatsächlich auch so.

    Es ist SchwieMas Entscheidung.

    Und ich bin sicher, das Kinder damit umgehen.

    Und ob sie zu Rauchen beginnen ist im entsprechenden Alter eh tendenziell viel eine Frage der Peergroup, nicht der Eltern.


    Ich glaube, dass Du das so vehement ablehnst erhöht die Spannung dazu enorm. Mama findet es total blöd, das machts spannender.


    Wir haben übrigens die selbe Konstellation, SchwieMa raucht, Rest nicht. Ich sorge mich kein bisschen deswegen.

    Und bin selber Kind 2er rauchender Eltern und hab noch nie in meinem Leben eine geraucht.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • ok, danke für das Feedback. Dann sehe ich das vielleicht echt zu eng, hmmm... danke, manchmal braucht man ja einfach ne unabhängige Meinung.

  • Ich seh das noch viel enger und das DKFZ auch. Google mal DKFZ und kalter tabakrauch

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Wenn ich meine Mutter als Kind nach einer Zigarette gefragt habe, hat sie mir die noch angezündet.
    Damit war das Thema lanweilig, weil nicht verboten, und ich habe abgewunken. (Und natürlich war das ihre Strategie: Es nicht durch Verbote spannend zu machen).


    Meine Mutter war sehr starke Raucherin, ich habe in meinem Leben eine halbe Zigarette geraucht, als Teenager, weil alle es getan haben.

    Aber es war ekelhaft, ich musste husten, alle haben gelacht und das wars mir Rauchen.


    Meine Kinder finden das Gequalme ihrer Stiefoma (die zweite Frau meines Vater ist auch starke Raucherin) nicht sonderlich spannend. Es stinkt, Oma hustet häufig, was soll der Quatsch?

    Die beiden sind nun 15 und 20, und ich denke nicht, dass sie noch anfangen werden zu rauchen.


    Also ich würde das gelassen sehen, das Kind sich das auch ansehen lassen, und auf mein Kind vertrauen.

    Es wird sicher nicht anfangen zu rauchen, weil Oma raucht.


    Meine Mutter hat angefangen, weil sie in der Uni cool rüberkommen wollte. Das war damals in den 60ern.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • mia2018 MICH würde vor allem der gesundheitliche Aspekt enorm stören, den claraluna schon erwähnt hat. Unabhängig vom Vorleben ist das aus meiner Sicht in keinster Weise reine Privatangelegenheit deiner SChwiegermutter, wenn sie auf eurem Balkon raucht und danach direkt wieder reinkommt und KOntakt mit eurem Kind und dir hat.

    Du kannst dich zum Thema thirdhandsmoking mal infomieren- dann kommst du dir denk ich sicher nicht mehr zu "engsehend" vor. Ob das Rauchen deiner Schwigermutter das Risiko für dein Kind, selbst mal zu rauchen deutlich erhöht, find ich da total sekundär.

    Das Rausgehen ist ja wohl die absolute Mindestanforderung. ICh komm mir grad wie auf einem fremden Stern vor, wenn ich sowas höre.

  • ...naja, aber es ist ja schon so, das Rauchen auch familiär weitergegeben wird. Und wenn man zB als Eltern raucht die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Kinder das auch irgendwann tun.

    Das ist mein Problem bei der Sache.

    Ist es wirklich so, dass Rauchen familiär weitergegeben wird? Mein rauchender Vater war der Grund, warum ich nicht einmal in Versuchung gekommen bin zu rauchen.


    Ansonsten bin ich immer wieder froh, dass zumindest hier in meinem Umfeld das Rauchen so viel weniger ist als in meiner Kindheit. Mein Großer reagiert ganz empfindlich drauf, wenn er nur auf der Strasse an rauchenden Leuten vorbeikommt. Da habe ich als Kind sicherlich deutlichst mehr passiv abbekommen als meine Kinder heutzutage. Alleine die verqualmte Gaststätten früher...


    Wenn die SchwiMu nur gelegentlich zu Besuch ist, würde ich versuchen entspannt zu bleiben. Wäre sie Dauergast und in unmittelbarer Nähe wohnen, würde ich wohl schon versuchen, die Zeitspanne zwischen Rauchen und Kindkontakt auszudehnen.

  • Ich halte es auch in erster Linie für cliquen-bedingt. Meine Eltern haben beide geraucht, meine Schwiegereltern nicht. Ich war in einer Clique als Teenie, bei der Rauchen extrem uncool war (noch heute raucht KEINER von uns damals). Mein Mann hat im Lehrbetrieb mit Rauchen angefangen und als das erste Kind da war lange, lange Jahre gekämpft - unterdessen würde ich sagen: geschafft. Aber es war hart.

    Meine Schwester war in einer Clique, die geraucht hat - sie raucht (und das, obwohl meine Mutter in ihrer Schwangerschaft aufgehört hat und das auch beibehalten hat).


    Ich bin froh, dass Klein-Talpos Gruppe auch eher rauch-kritisch ist. Das ist glaube ich das beste Präventionsmittel.


    Liebe Grüsse


    Talpa