Hüttenferien (Alpen) im Sommer - Entscheidungshilfe gesucht

  • Hallo zusammen,


    wir sind ja bisher nicht sonderlich bergerfahren (zumindest nicht im alpinen Gelände), aber wollen dieses Jahr mal Urlaub auf einer Hütte in den Alpen machen. Der DAV hat da ja so nette Angebote. Bei 4 Hütten haben wir jetzt die Verfügbarkeit angefragt und schon 3 Zusagen bekommen. Und nun bin ich ein wenig ratlos.

    Der Favorit meines Mannes ist nicht so hoch gelegen und die Berge ringsum gehen sind maximal 1800m hoch - scheinbar ein Moutainbikerparadis. Aber er meint, dass das als Einstieg ganz gut wäre.

    Mein Favorit ist deutlich höher gelegen, das Gelände schon einiges über der Baumgrenze (somit kein Schatten ringsum) und entsprechend hohe Berge ringsum.

    Die beiden anderen sind ähnlich - vielleicht nicht ganz so super alpin... und näher an der Baumgrenze dran.


    Die Angebote sind ja explizit für Familien mit Kindern.


    Meine Bedenken bei der tiefgelegenen Hütte, dass dieses Wow-Gefühl zu kurz kommt - die Weite der Berge. Ich kann mich noch gut an meine letzte Wanderung in Norwegen erinnern. Meine Begleiter waren nicht so fit und blieben irgendwann zurück und ich bin noch ein Stückchen allein gestiegen und dann war ich endlich über der Baumgrenze... Was für ein Gefühl. Ich würde mir wünschen, dass ich die Kids mit meiner Begeisterung anstecken kann, aber mich begeistert die Aussicht auf Wandern im Wald grad nicht so... Aber vielleicht hab ich ja auch falsche Vorstellungen und es ist trotzdem eine super Wahl. Überfordern will ich die Kinder ganz sicher auch nicht.


    Wie würdet ihr Euch entscheiden? Vielleicht hilft mir das bei der endgültigen Wahl...

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...

  • Wo sind denn die Favoriten? Das fände ich nicht so unwichtig zu wissen. Grundsätzlich finde ich hoch oben nicht verkehrt, aber die Ausrüstung sollte passen. Sprich, gute Schuhe für alle und regendichte Sachen.


    Mountainbike Paradis ist gut, wenn man selber fahren will. Zu Fuß im Mountainbike Paradis, kann zu Frust auf beiden Seiten (Fußgänger und Biker) führen.

  • Ich denke, dein mann hat da schon recht, fürs erste mal kannst du , wenn du nicht so hoch bist, mehr machen. Für dein persönliches wow-Gefühl, kannst du ja mal eine extratour machen auf einen richtig hohen Berg. Aber mit Kindern, ist 1800 schon ganz gut, da sind dann auch noch alpen, die man besuchen kann...... Du kannst da dann ja auch sehen, wie das mit Kindern läuft und gegebenfallls nächstes Jahr, was höheres suchen.

    viel spass dann....

  • wie alt sind die Kinder? Vielleicht mögen die Wald, Bach, Hügel noch lieber?

    Und man kann ja trotzdem mal hoch hinaus.

    Hütte über der baumgrenze finde ich blöd, wenn es windig ist, gerade für die Kinder.

    Mir wäre die direkte Umgebung wichtig, können die Kinder da frei rumlaufen oder muss ich ständig Angst haben (abstürze, ....).

    Gibt es einen Bach in der Nähe zum Spielen?

  • Wo sind denn die Favoriten? Das fände ich nicht so unwichtig zu wissen.

    Die niedrigere Hütte ist in den Brandenberger Alpen/Bayrische Voralpen (also schon Österreich, aber quasi Grenze)

    Die hohe Hütte im Karwendelgebirge.

    Die dritte in den Kitzbühler Alpen.

    Die vierte in den Tuxer Alpen.

    (Ich hoffe ich hab alles richtig nachgeschlagen).


    Ausrüstung (grad Schuhe und Regenkleidung) müssen wir für die Kids noch besorgen (aber das ist ja für alle Hütten wichtig...).

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...

  • wie alt sind die Kinder? Vielleicht mögen die Wald, Bach, Hügel noch lieber?

    Meine Kinder sind dann 10,5 und 7,5. Gelände sollte bei allen Hütten sicher sein, sonst würden die das nicht explizit anbieten. Und es gibt da ja teilweise richtig Programm, was auf die Kids abgestimmt ist.

    Bach in der Nähe ist (glaube ich) bei allen gegeben, aber der dann zum Spielen gut zugänglich ist, kann man ja von der Ferne nie einschätzen.

    Yeza


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  • Wie sind denn die Zustiege auf den jeweiligen Hütten?


    Wir waren letztes Jahr ein paar Tage in der Silvretta auf 2400m. Das war wirklich hochalpin und in Gletschernähe. Selbst im Hochsommer gehören Mütze und Handschuhe unbedingt dazu. Ich würde tatsächlich erstmal niedriger anfangen und mir keine Sorgen um das fehlende "Bergfeeling" machen.

  • Wie sind denn die Zustiege auf den jeweiligen Hütten?

    Das sollte überall machbar sein. Gepäck müssen wir nicht mal raufschleppen und die Distanzen/Höhenmeter sind kindertauglich (sonst würden die Hütten das nicht anbieten).


    Aber, auch wenn ich gern etwas anderes gehört hätte - es hilft mir tatsächlich beim Sortieren, dass die meisten von Euch eher zur niedrigeren Hütte raten. Ich hatte mich nur spontan in diese eine Hütte verliebt (irgendwie die ganze Aufmachung, die Atmosphäre - einfach ein Bauchgefühl) und mir fällt es ein bisschen schwer mich davon zu verabschieden...

    Aber am Ende möchte ich natürlich eine gute Wahl für die ganze Familie treffen.

    Abgesehen davon werden wir nachher noch ein paar Tage in einer Ferienwohnung irgendwo in den Alpen verbringen (damit sich die Anreise lohnt). Da können wir uns ja noch an höheren Bergen ausprobieren.

    Yeza


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  • Seid ihr denn Mountainbiker? Ansonsten würde mich ein Mountainbiker-Paradies eher abschrecken....

    Ich finde 1.800m jetzt auch gar nicht mal so niedrig, wenn das die Höhe ist, auf der die Hütte gelegen ist hast du ja oft rundherum Gipfel, die im hochalpinen Bereich liegen. Eine unserer Lieblingshütten liegt im Karwendel auf 1.800m, die Wanderung auf den zugehörigen Gipfel (2.600) ist durchaus anspruchsvoll und hochalpin.

  • Also, wie gesagt, egal ob hoch oder niedrig, die Mountenbiker Hütte würde ich nicht nehmen, es sei denn ihr wollt selber biken.


    Karwendel #love Da bin ich sicher nicht ganz objektiv, aber ich liebe das Karwendel (und Innsbruck).


    Die Kitzbühler Alpen haben so generell mehr Weite, sind nicht ganz so schroff wie das Karwendel. aber auch nicht ganz so dramatisch, eher lieblich. Dafür ist die Steinplatte dort in der Nähe und da gibt's viele tolle Fossilien, wenn ihr danach eh noch in eine Ferienwohnung wollt, kann ich das sehr empfehlen.


    Die Tuxer Alpen sind auch toll, vom Gestein her interessanter als das Karwendel (nur Kalk). Dort gibt's auch Höhlen. Keine Ahnung ob die auch für Familien machbar sind. Wir waren mit der Uni in einer. Je nachdem wo, sind die Orte drum rum sehr touristisch und die Gefahr, dass man laute Musik von der Bergstation der nächsten Seilbahn hört ist leider sehr hoch.


    Hach, Tirol.. #herz

  • Seid ihr denn Mountainbiker? Ansonsten würde mich ein Mountainbiker-Paradies eher abschrecken....

    Nein, wir wollen nur wandern.


    Ich finde 1.800m jetzt auch gar nicht mal so niedrig, wenn das die Höhe ist, auf der die Hütte gelegen ist

    Bei der niedrigen Hütte (liegt auch 1600? 1500?) sind die Gipfel drumerherum bis zu 1800m...

    Die Kitzbühler Alpen haben so generell mehr Weite, sind nicht ganz so schroff wie das Karwendel. aber auch nicht ganz so dramatisch, eher lieblich. Dafür ist die Steinplatte dort in der Nähe und da gibt's viele tolle Fossilien, wenn ihr danach eh noch in eine Ferienwohnung wollt, kann ich das sehr empfehlen.


    Die Tuxer Alpen sind auch toll, vom Gestein her interessanter als das Karwendel (nur Kalk). Dort gibt's auch Höhlen. Keine Ahnung ob die auch für Familien machbar sind. Wir waren mit der Uni in einer. Je nachdem wo, sind die Orte drum rum sehr touristisch und die Gefahr, dass man laute Musik von der Bergstation der nächsten Seilbahn hört ist leider sehr hoch.

    Wie spannend. Ich hab mir da noch gar keine Gedanken gemacht, dass die unterschiedlichen Gebirgszüge auch so unterschiedlich sein könnten... Wenn es nach Deiner Beschreibung geht, könnten die Kitzbühler Alpen ja vielleicht doch ganz gut für uns passen - 'schroff' und 'dramatisch' klingt zwar toll, ist für uns aber sicherlich auch zu anspruchsvoll.

    Fossilien klingt interessant für die Kids.


    Ach ja, es ist doch so schade, dass wir so weit weg von den Hochgebirgen wohnen um regelmäßig wandern gehen zu können. Mich faszinieren Berge und Felsen. Ich bin jetzt schon total kribbelig.

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...

  • WIr haben im Herbst mit unseren Kindern eine Hüttentour durch Karwendel gemacht. Wenn Du magst, kannst Du mir per PN die dortigen Hütte mal schicken, vielleicht kann ich mehr dazu sagen. Ansonsten fallen mir spontan noch Nona, HeikeNorge und Freda ein, die alpin-wandererfahren mit Kids sind.

  • bedenke bei der Höhe auch, dass es je höher desto anstrengender für den Körper. Ich merke es schon, wenn wir die Verwandtschaft auf 1200 m besuchen und das sind nur 500 m über meiner "Normalhöhe" . Da dauerhaft zu sein ist was anderes als eine Wanderung, gerade für Kinder (wobei es sicher auch nicht schadet, wenn man abends richtig müde ist :D)

  • Ich denke, der Weg ist das Ziel und es ist wichtig, gerade für im Bergwandern unerfahrene Kinder, die Strecke nicht zu lang und ausgesetzt zu wählen. Man kann da auf keinen Fall von km-Angaben ausgehen und auch bei Zeitangaben, sollte man mit Kindern sehr großzügig planen.

    Die Höhe ansich finde ich da nicht ganz so entscheidend, eher die zu bewältigenden Höhenmeter.
    Gibt es Bergbahnen, mit denen man ggf. abkürzen kann? Vertragen die Kinder Höhe (mein großer Sohn gar nicht!)? Wie ausdauernd sind sie beim „normalen“ Wandern?

    Ich würde auch von Bikergebieten eher abraten.

  • Zum Rest kann ich gar nichts sagen,aber:

    ich würde auch von Bikergebieten dringend abraten. Wenn ihr da wandern wollt ist das so nervig, wenn dauernd Biker vorbeikommen, man ständig aufpassen muss (manche fahren wirklich sehr unachtsam). Mir ist das vor einigen Jahren mal auf einer Wanderung auf einem -früher und auf meiner Karte noch- reinen Wanderweg passiert, der für Biker zugelassen worden war. Ich habe mich dann so schnell als möglich auf einen Nebenweg begeben weil ich es wirklich nicht ausgehalten habe.

    Ansonsten sind Berge und Hütten einfach toll!

  • Ist die Hütte in den Tuxer Alpen zufällig die Olperer Hütte?

    Das ist mein absoluter Hüttenfavorit. Da kann man sich gut mit Kindern aufhalten. Bach, Tiere und so weiter alles da. Aber nicht ohne vom Zustieg, wenn wenig Erfahrung vorhanden. Ich war da letztes Jahr Ende Juni und es war noch viel Schnee. Manche Zustiege waren noch nicht begehbar.

    Nona mit großer (03) und und kleiner (05) Tochter und kleinem Sohn (2008 )

  • Man kann da auf keinen Fall von km-Angaben ausgehen und auch bei Zeitangaben, sollte man mit Kindern sehr großzügig planen.

    Das möchte ich auch nochmal betonen. Die üblichen Gehzeitangaben beziehen sich meiner Erfahrung nach auf geübte Erwachsene und beinhalten keine Pausen. Mit Kindern muss laufend wer was trinken, kurz gucken, Schuhe binden, Jacke an- oder ausziehen. Außerdem wollen alle Fernglas rausholen, gucken, fotografieren. Wanderwege über Geröll heißt auch gerne mal, dass die Steine für Erwachsene kniehoch sind, das ist für Kinder natürlich deutlich anstrengender, weil es klettern bedeutet. Im letzten Jahr haben wir es, wenn es gut lief, die angegebenen Gehzeiten fast geschafft, unser jüngstes Kind war da 12 und sehr sportlich, alle mit guter Grundkondition.


    Davon abgesehen ist Hüttenurlaub aber trotzdem toll. Allein morgens direkt nach dem Aufstehen und abends unmittelbar vor dem Schlafengehen im Berg zu sein lohnt es.

  • Ich wollte gerade Freda Post auch noch mal hervorheben, jetzt unterschreibe ich einfach Wort für Wort bei Elektra. Nur dass wir es im letzten Sommer (mit sportlichem Neunjährigen) noch nicht ganz geschafft haben, die angegebenen Zeiten einzuhalten (wobei meiner Meinung nach Zeitangaben auf Wanderschilder auch als Paradebeispiel für Eklektizismus herhalten können :D).

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • bedenke bei der Höhe auch, dass es je höher desto anstrengender für den Körper. Ich merke es schon, wenn wir die Verwandtschaft auf 1200 m besuchen und das sind nur 500 m über meiner "Normalhöhe" . Da dauerhaft zu sein ist was anderes als eine Wanderung, gerade für Kinder (wobei es sicher auch nicht schadet, wenn man abends richtig müde ist )

    ich glaube, das mit der höhe werden wir wohl ausprobieren müssen. für mich und meinen mann sehe ich da kein problem. bei den kids wird es sich zeigen.

    Wie ausdauernd sind sie beim „normalen“ Wandern?

    das kommt auf die strecke drauf an. wenn es spannend ist oder in gemeinschaft laufen sie schon ganz gut, denke ich. aber wenn es nicht passt, fangen sie auch nach 2 km schon an zu jammern. spannend wird das thema schuhe für die kids. wir werden im frühling wanderschuhe kaufen und dann schauen, dass wir sie bis zum urlaub regelmäßig einsetzen. schmerzende füsse sind der wanderlustkiller schlechthin...


    WIR HABEN UNS ENTSCHIEDEN :-)


    Es wird doch mein Favorit im Karwendel. Das Format der Zusage der freien Plätze passte zu meinem Bauchgefühl. Es gab sehr genaue Infos und was da konkret angeboten wird und - na ja Bauchgefühl eben.

    Außerdem lag die niedrige Hütte auf dem Tiroler Bike Trail - das hört sich wirklich nach vielen Mountainbikern an...


    Zustieg müssen die Kids packen. Es sind 700 Höhenmeter zu bewältigen (langes Tal hinauf), aber nur mit leichtem Marschgepäck für uns Erwachsene und mit der Bergferiengruppe. Ich denke Vorfreude zieht da bestimmt ordentlich.

    Laut 'Plan' ist auf der Hütte dann noch eine Wanderung für alle geplant (man muss ja nichts), ansonsten gibt es teilweise Kinderprogramm und Elternfreizeit. Soll also heißen, wie viel und wie weit wir dort oben noch wandern, können wir spontan mit den Kindern entscheiden. Alles kann - nichts muss.


    Ist die Hütte in den Tuxer Alpen zufällig die Olperer Hütte?

    Nein, das wäre das Meißner Haus gewesen. Die Olperer Hütte bietet solche Bergferien nicht an. Sieht aber auch wirklich toll aus :-)


    So - ich bin irgendwie erstmal geschafft von dieser Recherche bis hin zur Entscheidung. Am Wochenende kümmern wir uns dann um das Thema Übernachtung vorher und wohin danach und ob wir mit dem Auto anreisen, oder die Bahn nehmen. Aber für den Moment bin ich einfach nur froh einen ersten konkreten Schritt gegangen zu sein...

    Yeza


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  • Das möchte ich auch nochmal betonen. Die üblichen Gehzeitangaben beziehen sich meiner Erfahrung nach auf geübte Erwachsene und beinhalten keine Pausen.

    Danke, das werden wir berücksichtigen. In der Hinsicht fühle ich mich bei diesen Bergferien gut aufgehoben. Die Hüttenwirte können aus Erfahrung sicher Tipps geben, welche Touren wir mit den Kindern schaffen würden (bzw. auch was für uns Erwachsene in Frage kommt).

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...