GKV oder PKV?

  • Hallo zusammen,


    ich bräuchte dringend ein paar Gedanken zum Thema Krankenversicherung - eine zeitnahe Entscheidung muss her und ich tue mich wirklich schwer damit:(


    Seit 2 Wochen bin ich Beamtin. Vorher war ich knapp 12 Jahre als Angestellte beim gleichen Dienstherrn beschäftigt. Jetzt kann ich mich einmalig entscheiden ob ich mich ergänzend zur Beihilfe privat krankenversichern möchte oder freiwillig gesetzlich mit pauschaler Beihilfe (in diesem Fall zahle ich 15% meines Bruttoeinkommens an die GKV, bekomme aber die Hälfte davon von meinem Dienstherrn dazu). Es gibt noch eine weitere Variante - damit hab ich mich aber noch nicht auseinandergesetzt...kommt aber eher nicht in Frage.


    Hat hier jemand schon vor der gleichen Entscheidung gestanden? Wie habt ihr euch entschieden und warum?


    Ich schrecke ein bisschen vor dem größeren Papierkram zurück.


    Achso, wenn ich in die PKV gehen müsste ich die beiden Kids ebenso privat versichern.


    Über eure Gedanken dazu wäre ich sehr dankbar! #applaus


    Liebe Grüße

    Callas

  • Ich bin aus ethischer und politischer Überzeugung gesetzlich versichert geblieben. Und ein bisschen auch, weil ich keine Lust auf den Paperkram habe, es für die großen Kinder später teuer werden kann, und ich kein Geld vorstrecken will.

  • Ganz klar: GKV.
    Wir betreuen gerade einen PKV-Krebspatienten, der monatlich Arzneimittel für 10.000€ braucht. Muss er vorstrecken, bis er das Geld von seiner Kasse wieder hat. Eine durchschnittliche Apotheke kann da auch keinen Kredit gewähren, da die Spanne das Risiko nicht trägt.


    Am charmantesten ist es, in der GKV zu sein, und genügend Geld für private Leistungen auf der Hohen Kante zu haben.

  • Zu den Kindern : In Hessen erhält man nur Beihilfe , solange diese Kinderkindergeld berechtigt sind. Das kann schnell recht teuer werden , wenn das Kind nach der Schule einfach nur rumhängt. Da zahlt man nämlich 100 % PKV und das ist teurer als die 100 % in der GKV und ein Wechsel ist auch nicht möglich.

    Ähnliches wie die.lumme kann ich von meinem Vater berichten , Der Onkologe war ganz erleichtert, als er erfahren hat , dass mein Vater als pensionierter Beamter GKV versichert ist, da das Finanziell bei der Chemotherapie, dann nämlich keine Schwierigkeit darstellte.

    Außerdem würde ich mir einmal genau ausrechnen lassen, wie groß der Unterschied zwischen PKV Beitrag und GKV Beitrag ist( für dich und die Kinder) , unter Umständen ist die PKV sogar teurer (Vorerkrankungen und vermutlich bist du schon etwas älter und zahlst deswegen sowieso schon mal mehr) .

    Was auch noch zu bedenken ist, der Beitrag für die PKV steigt immer weiter unabhängig von deinem Gehalt, bei der GKV sinkt er , wenn du weniger verdienst.

  • Ganz klar: GKV.
    Wir betreuen gerade einen PKV-Krebspatienten, der monatlich Arzneimittel für 10.000€ braucht. Muss er vorstrecken, bis er das Geld von seiner Kasse wieder hat. Eine durchschnittliche Apotheke kann da auch keinen Kredit gewähren, da die Spanne das Risiko nicht trägt.


    Am charmantesten ist es, in der GKV zu sein, und genügend Geld für private Leistungen auf der Hohen Kante zu haben.

    Genau so.


    Ich bin auch freiwillig gesetzlich versichert.


    Beihilfe ist die Pest.

    Mein Vater hat unheimlich viel Geld verloren, als er aus gesundheitlichen Gründen OP-Rechnungen nicht innerhalb der Frist bei der Beihilfe einreichen konnte.

    Ich als seine Tochter hatte keine Privatsphäre, weil ich alle Arztrechnungen über ihn einreichen musste.

    Du hast Selbstbehalte im hohem dreistelligen Bereich (Bundeslandabhängig).


    PKV hat zwar teilweise bessere oder nettere Leistungen, je nach Tarif.

    Dafür bist du auch die Goldkuh, die viele Ärzte melken wollen.

    Die Preissteigerungen sind nicht wirklich kalkulierbar.

    Die Kosten für Kinder wurden ja schon angesprochen.

    Die Kosten für euch alle bleiben gleich, egal, wie viel du verdienst.


    GKV ermöglicht mehr Kindkranktage.


    Außerdem ist die Zweiklassenmedizin eine soziale Sauerei.


    Sei froh, dass du in Hamburg die Wahl hast, und überlege dir lieber, welche Zusatzversicherungen du abschließen möchtest

  • Wenn ich die Wahl hätte, würde ich auch die GKV wählen.

    Das liegt weniger an dem Papierkram (wobei ich da auch schon blöderweise Sachen vergessen habe), sondern vielmehr an den teilweise nicht kalkulierbaren Kosten. Wenn der Arzt etwas abrechnet oder verschreibt, was nicht übernommen wird, bleibt man auf den Kosten sitzen.


    Die Kosten für die Kinder kommen hinzu, da die nicht wie bei der GKV kostenlos mit versichert sind. Und dass dort die Kosten nach Schulabschluss sehr steigen können, wurde ja schon genannt.

  • Wenn ich die Wahl hätte, würde ich auch die GKV wählen.

    Das liegt weniger an dem Papierkram (wobei ich da auch schon blöderweise Sachen vergessen habe), sondern vielmehr an den teilweise nicht kalkulierbaren Kosten. Wenn der Arzt etwas abrechnet oder verschreibt, was nicht übernommen wird, bleibt man auf den Kosten sitzen.


    Die Kosten für die Kinder kommen hinzu, da die nicht wie bei der GKV kostenlos mit versichert sind. Und dass dort die Kosten nach Schulabschluss sehr steigen können, wurde ja schon genannt.

    Mein Mann ist mit den Kindern auch in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung geblieben. Bei uns kommt noch dazu das der große behindert ist. Das hätte mit der PKV schnell ein unkalkulierbarer Faktor werden können. Auch wenn viele immer auf die GKV schimpfen, wir hatten bei ihm noch nie Probleme mit Kostenübernahme (und sind sogar bei der großen mit dem A..)

    LG Anne mit #male 06/05 und #male 02/08
    _______________________________________________________________
    The secret of life is to fall seven times and to stand up eight times!

  • Da du die Möglichkeit hast, einen Zuschuss vom Dienstherren zu bekommen, würde ich das wirklich mal ordentlich durchrechnen.

    Ich stand vor 2 Jahren vor der selben Frage und hab mich für die PKB entschieden, weil freiweillig in der GKV (wo ich vorher, auch freiwillig, war) für mich mehr als doppelt so teuer gewesen wäre. Da hat auch die Familienversicherung nichts dran geändert. Papierkram geht, finde ich.


    Achso, gegen Sachen in der Rechnung, die man so nicht passend findet, hilft ansprechen ;)

    Unterschiede in der Behandlung kann ich übrigens Null feststellen.

    Bei keinem der Ärzte wo wir sind.

    Da muss ich um Leistungen sogar noch betteln...

  • Richtig krank oder arm darf man halt nicht werden in der PKV.

    Im Basistarif der PKV ist nichtmal das lebensnotwendige Insulin für Typ-1-Diabetiker enthalten...

    Oder der Selbstbehalt von einigen % bei Arzneimitteln, wenn man keine entsprechende Zusatzversicherung hat, kann schnell sehr hoch werden (siehe o.g. Krebspatient; aber es haut ja auch schon rein, wenn man ein Biological braucht für 3000€ im Quartal, und das betrifft schon echt viele).

  • Lass es dir von beiden durchrechnen. Dabei sollte man ggf. auch überlegen, wie sich die Beiträge im Alter gestalten.

    Das ist nicht die gleiche Situation, aber mein Vater ist selbstständig und in der PKV. Für ihn war das zunächst günstiger. Jetzt fällt ihm die PKV aber auf die Füsse, weil die Versicherung im Alter deutlich teurer ist, als es die GKV wäre. Und so habe ich das auch schon öfter zu hören bekommen.


    Der Vorteil an der PKV ist vielleicht, dass man meist im 2-Bett Zimmer liegt (je nach Tarif) und oft sind die Zimmer etwas schöner.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Es ist aber ein großer Unterschied ob man selbständig ist oder verbeamtet. Bei Beamten zahlt ja der Staat den Großteil der Gesundheitskosten, vor allem wenn man Kinder hat, aber auch im Alter. Immerhin noch 50%, vorher bis 80!!

    Man muss nur einen kleinen Teil selbst versichern, während eine Selbständige 100% zahlt. Man bekommt quasi eine Premiumversorgung für kleines Geld. Vielleicht als Ausgleich für die Nachteile des Beamtenstatus?
    Jedenfalls muss man schon ziemlich selbstlos sein, um darauf zu verzichten.
    Wobei die gkv auch Vorteile hat, wurden ja zahlreiche genannt.
    Jedes der beiden Systeme hat Vor- und Nachteile. Kostenexplosion im Alter gehört für Beamte allerdings nicht dazu .

  • Ganz klar GKV! Ich kenne mehr als einen Fall, in denen die Patientin bei einer schweren chronischen Erkrankung fast vor den Zug gesprungen wäre wegen der PKV. Da wurden Therapien nicht bezahlt über Jahre hinweg, Arztrechnungen nicht übernommen usw. und wir sprechen da von Dingen wie Ergotherapie nach Schlaganfall...


    Auch im Krankenhaus wird die PKV Patientin nicht anderes behandelt - es sei denn, sie hat Zweibettzimmer etc. extra versichert! Und solche Zusatzversicherungen kann man ja auch als GKV Patientin abschließen.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Wie viel bezahlt man denn in der GKV im Alter?

    Beihilfe übernimmt für Beamte 50% im Alter, ok. Gleichzeitig steigt ja der Beitragssatz in der PKV unvorhersehbar je nach Altersgruppe und vor allem für Frauen. Wechsel der PKV ist Quatsch, je älter man ist, weil manja wegen Alter und Vorerkrankungen sowieso höhere Tarife zahlt, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich zahle z.B. für meine PKV derzeit wegen Kindern nur 30% der Versicherungssumme und das sind schon knapp 200 € monatlich - ob ich Einkommen habe oder nicht.

    Ich gehe also im Alter von ca. 400 - 500€ monatlich aus. Steigt ja jährlich, der Beitrag.

    Schwanger werd ich vermutlich nicht mehr, da musste ich einiges selber zahlen bzw. rumdiskutieren.

    Und Mutterkindkur oder präventive Kur ist auch nicht.

    Ich bin sehr froh, dass ich nicht auch noch dauernd Geld für drei Kinder auslegen und bei 2 verschiedenen Stellen wieder beantragen muss. Das würde den finanziellen Rahmen hier echt auf Dauer sprengen und kostet Zeit.

  • Ich habe die Umstellung von PKV auf GKV als sehr angenehm empfunden - mit der Ausnahme davon, dass es danach schwieriger war, Termine zu kriegen. Aber man ist eben nicht mehr diejenige, die tausende Untersuchungen „ganz dringend“ braucht und deren Zahn „nicht mehr rettbar ist und unbedingt durch ein Implantat ersetzt werden muss“.

  • Noch eine Stimme für GKV.

    Solange man nicht ernsthaft krank ist ist das mit PKV ok, aber wenn doch fängt oft der Krieg an.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Ach, noch was. Wo ich gerade den Beitrag von Silke1978 nochmal lese.


    Du müsstest bei Berichten aus der PKV, insbesondere bei den positiven, immer auch nachfragen, welche PKV das ist. Bei den PKVs gibt es große Unterschiede. Es gibt private Krankenversicherungen, die ein sehr großes Werbebudget haben und nur mäßig hohe Preise - das sind dann diejenigen, mit denen du dann möglicherweise tödlichen Stress haben wirst.

    Die „bei uns ist alles super“-Berichte kommen entweder von Leuten mit einem preisgünstigen Krankheitsprofil oder von Leuten, die eine besonders gute und eher teure PKV haben.

  • GKV kostet 14,6% vom Bruttoeinkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die derzeit knapp unter 4700EUR monatlich liegt. Davon übernimmt bei Angestellten 50% der Arbeitgeber. In Hamburg ist das anscheinend auch für Beamte möglich.


    4700EUR * 14,6% = 686EUR

    50% hiervon = 343EUR wären der maximale Eigenanteil pro Monat. Entsprechend geringer, wenn man weniger verdient.


    Die PKV ist nur in jungen Jahren und ohne Vorerkrankungen günstig. Wie die Rechnung mit Beihilfeberechtigung aussieht, kann ich nicht sagen. Chronische Erkrankungen oder Pflegebedürftigkeit werden aber auch in diesem Modell teuer. Im Freundeskreis ist einer der Partner (beide beamtet) erwerbsunfähig mit Pflegestufe, sie haben regemäßig Ärger weil die Beihilfe zwar übernimmt, nicht aber die Zusatzversicherung.


    Wenn du die Möglichkeit hast, dass dein Dienstherr auch die GKV bezuschusst, würde ich mir die PKV sehr genau überlegen.

  • Hier in Bayern übernimmt die Beihilfe für pensionierte Beamt:innen 70% der Kosten, auch für Beamt:innen in Elternzeit. Ich glaube, hier wird einiges durcheinander gemischt - es macht einen immensen Unterschied aus, ob es sich um PKV mit oder ohne Beihilfe handelt.

    Ich selbst würde immer wieder in die PKV gehen, mein Mann (kein Beamter) ist ebenfalls privat versichert, das würde er aus heutiger Sicht eventuell nicht mehr machen, aber sicher bin ich mir nicht.


    Kinder, die nach dem Abi rumgammeln - sorry, dann müssen sie halt einen Teilzeitjob annehmen, schwupp sind sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt und raus aus der PKV. Inzwischen können sie mit Studienbeginn dann sogar wieder rein.


    Nach der Berufsausbildung ist es normalerweise auch kein Problem, aus der PKV rauszukommen, so viel verdient man da ja üblicherweise noch nicht.

  • Gartenprinzessin Die GKV ist für die Beamten nur im "bisherigen System" doppelt so teuer, was eine richtige Sauerei ist. Du musst nur 50% versichern, kannst aber in der GKV nur eine 100%-Versicherung bekommen, weil der Beamte in diesem System faktisch nicht vorgesehen ist. Was eine massive Subventionierung und Unterstützung der Privatwirtschaft (Versicherungsanbieter) durch den Staat darstellt. Zwei-Klassen-Medizin ist nur der sichtbare Auswuchs davon.


    Kleine Ergänzung noch: Menschen, die eine chronische Erkrankung haben, die aber einer Lebenszeitverbeamtung nicht im Weg steht (z. B. Typ1-Diabetes, Rollstuhlfahrer) kommen manchmal garnicht in die PKV. Die sind den werten Versicherungsunternehmen zu teuer. Wir als Staat setzen darauf, dass diese Menschen trotz dieser Erkrankung normal leistungsfähig sind - natürlich! Aber die PKV grenzt diese Menschen aus und sie haben faktisch keine Wahl - und zahlen derzeit in vielen Bundesländern noch drauf, weil freiwillig-GKV.


    Aber: Zum Glück hat Hamburg angefangen, das Problem zumindest auf der Auswirkungs-Seite für die Betroffenen zu lösen!! Die "pauschale Beihilfe" ist zwar genaugenommen nur eine Krücke, weil sie das Grundproblem nicht löst. Aber endlich wird überhaupt eine Frage wie die von Callas zu einer echten Entscheidung!!


    Callas Ich muss jetzt wohl nicht mehr erwähnen, dass auch ich zur GKV raten würde. Die meisten der tausend Argumente, die ich seit Jahren gebetsmühlenartig wiederhole, kamen hier zum Glück schon von anderen. Das tut auch wirklich gut, das zu beobachten, denn ich setze ich jetzt schon sehr lange für dieses Thema ein und hoffe, wir haben es auch in Hessen bald geschafft, dass die "pauschale Beihilfe" kommt. Die 15 Jahre, die ich jetzt schon "zu viel" gezahlt habe aus purer Überzeugung, die gibt mir sowieso keiner zurück.


    Aber ich hatte einfach nie die Probleme, die ich von anderen Beamtenkollegen so höre. Kur oder Reha oder Psychotherapie, die nicht gezahlt wird, ewiges rumtelefonieren und Belege kopieren, exorbitante Beiträge für Kinder, keine Familienversicherung selbst wenn du dich ohne Bezüge Beurlauben lässt. Leider schafft auch die "pauschale Beihilfe" nicht der Problem der Beitragsbemessung in der freiw. GKV ab: Da man wie Selbstständige behandelt wird, müsste man eigentlich auch andere Einnahmen (z. B. Mieteinnahmen) bei der Beitragsberechnung zu Grunde legen - müssen Angestellte nicht!! Aber die sind halt auch "pflichtversichert" - es muss also irgendwann eine Änderung des SGB V her. Aber leider hat die SPD ja das Thema "Bürgerversicherung" erstmal erfolgreich verbrannt, vielen Dank dafür *ironieoff*


    Und was man meiner persönlichen Ansicht nach nicht vergessen darf: Die "Vorzugsbehandlung" der Privatversicherten äußert sich gerne auch in Überdiagnose, sinnlosen Facharzt-Untersuchungen (schön, wenn man sofort n Termin für die Röhre kriegt. Schlimm, wenn du dauernd Panik schiebst, dass es ja alles noch viel schlimmer sein kann - um dann wieder Entwarnung zu bekommen). Meinen 60jährigen Chef schickt man ständig hierhin und dorthin, ständig muss er Blut abgeben und Langzeitblutdruckmessungen machen - aber die naheliegendste Empfehlung, nämlich bei seiner heftigen Neurodermitis mal ne harte Ernährungsumstellung hinzulegen und sich nicht mehr nur von Zucker zu ernähren, das hat ihm bisher irgendwie keiner der Ärzte angedeihen lassen. Die verdienen sich dumm und dusselig an ihm. Ich persönlich bin ein Mensch, der den Gang zum Arzt und die Inanspruchnahme diagnostischer Möglichkeiten auf das Nötigste beschränkt. Ich hätte keine Lust, mich mit Händen und Füßen zu wehren. Und ich könnte es nicht mit mir vereinbaren, das auf Kosten der Staatskasse zu tun.

  • Wir hatten die Entscheidung vor der Anwartschaft von Herrn Libretto zu treffen, der Bundesbeamter ist. Wir haben mit Unterlagen von der Versicherungsmaklerin, finanztip, älteren Beamten und der Verbraucherzentrale jongliert - da der Kinderwunsch schon bestand, fiel das Thema auch noch mit rein.


    Entschieden hat er sich für die PKV, da es sich für Bundesbeamte fast als einzige Gruppe “lohnt”, durch den Beihilfesatz von 50, später 70 %. Er ist noch Beamter auf Probe und hat damit die Möglichkeit, falls etwas schief gehen sollte, später wieder in GKV zurückzuwechseln. Dies geht, weil ohne Verbeamtung die Vertragsgrundlage wegbricht. Zusätzlich hat er eine Dienstunfähigkeitsversicherung.


    Ich habe mich aber in das ganze wirklich, wirklich lästige Abrechnungsprozedere mit eingearbeitet, um im Notfall seine Anträge vertretungsweise stellen zu können. Die Rechnungen kommen hier manchmal schneller, als einem lieb ist und müssen dann ja zügig vom Tisch.

    Was mir sehr am Herzen lag, war die Versicherung des Kindes, das ich aus Gründen keinesfalls in der PKV haben wollte. Das war auch machbar, weil ich weiterhin gesetzlich versichert bin und bleibe. Sonst hätten uns allein schon die 4 Wochen ITS nach der Entbindung in den Ruin getrieben. Einzig wenn eine Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird, wäre das Kind zwangsweise in der PKV. Das dauert aber noch einige Jahre und kann durch Stundenreduzierung ausgeglichen werden.

    Ich finde die GKV für mich ausreichend, auch wenn man hier genügend Probleme mit Reha, Kuren u.ä. hat.



    Alles in allem ist es aber kein einfach zu durchsteigendes Modell, das lässt mich immer etwas verzweifeln. Die letzte Entscheidung trifft aber dann nun der, der sich versichern muss. Mal hinzuhören, was so an Erkrankungen im Familienkreis herumschwirrt (wie Diabetes, Krebserkrankungen, Rheuma) ist sicher auch nicht verkehrt, um sein eigenes Risiko abzuwägen.


    Gute Nerven bei der Entscheidungsfindung.

    Silberner Mond du am Himmelszelt, strahlst auf uns nieder voll Liebe.
    Still schwebst du über Wald und Feld, blickst auf der Menschheit Getriebe.
    Oh Mond, verweile, bleibe, sage mir doch, wo mein Schatz weile.

    Sage ihm, Wandrer im Himmelsraum, ich würde seiner gedenken: mög' er,

    verzaubert vom Morgentraum, seine Gedanken mir schenken.



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