Akustik-Filter kaputt

  • Hallo zusammen,


    obwohl das Thema mich eigentlich schon länger beschäftigt, denke ich heute erst dran, mal bei euch zu fragen, ob das eine*r von euch auch kennt, und ob ihr vielleicht eine Lösung habt.


    Mein Gehör ist, soweit ich weiß, vom reinen Wahrnehmen von Geräuschen her in Ordnung. Wenn es keine/wenig Störgeräusche gibt, kann ich eigentlich auch recht leise Geräusche gut hören und verstehen. Gerade in der letzten Zeit kam es ein paar Mal vor, dass T oder mein Freund sagten: "Was, da hast du was verstanden? Ich habe das ja noch nicht mal gehört, und erst recht nichts verstanden".


    Aber sobald Hintergrundgeräusche dazu kommen, versagt irgendwie mein Filter, und ich tue mich extrem schwer damit, etwas zu verstehen. Beispielsweise eine Unterhaltung mit anderen in einer lauten Kneipe geht nur, wenn jemand direkt neben mir sitzt, oder wenn ich die Hände an die Ohren lege und so ausrichte, dass ich hauptsächlich meine*n Gesprächspartner*in hören kann.


    Kann ich irgendwas dafür tun, dass es besser wird?

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Das kenne ich auch. Unter Stress ist es noch heftiger. Manchmal höre ich kaum, was die Kinder zu mir sagen.

    Ich war kürzlich beim HNO. Da wurde auch das Hörvermögen unter einem Störschall getestet. Bei mir ist es zumindest laut Test nicht schlimmer geworden.

  • Ich habe das auch, war vor 20 Jahren bei meiner HNO Ärztin, weil ich dachte ich bin schwerhörig.

    Wenn die Kollegen im Hintegrund quatschten, habe ich laum was verstanden. Andererseits höre ich Flöhe husten, wenn es ruhig ist und keine Störgeräusche sind.


    Resultat: Ich höre in allen frequenzbereichen sehr gut besonders die hohen Töne sind extrem ausgeprägt und ich höre bereits ab 2 dB. Dazu kommt ein sehr empfindliches Innenohr, welches bei zuviel Geräuschen auf den stress abschaltet. ( dann habe ich extreme gleichgewichtsprobleme. Radfahren ist nicht möglich, da Verkehr zu laut ergo Streß ergo Ohr zu, ergo kippe vom Rad)


    Aktiv dagegen was tun kann man nicht. Nur meiden.

  • Es gibt sehr teure Hörgeräte die das finden. Das sind Welten! Mein Mann hat das Problem. Eine Verordnung bekommt er laut HNO aber erst in frühestens zwei Jahren. Ist noch nicht schlimm genug. Aber im Alltag merkbar, er bekommt einiges nicht mit.

  • Ich hab das auch. Da gibt es beim HNO einen lustigen Test aus den 70ern, bei dem ein Mann im Zug (laute Geräusche im Hintergrund!) Nonsenssätze sagt, die sich das Gehirn nicht zusammenreimen kann. Der Test wird heute noch eingesetzt. Ick hab nüscht verstanden...


    Laut Spezialistin ist das nur mit Hörferät regulierbar. Bislang ist es nicht so schlimm, Radfahren geht ( buntgrün, wie ätzend!), aber Kantinengespräche sind wahnsinnig mühselig.

  • wegen dem Radfahren, ich bin ja damals froh endlich eineErklärung bekommen zu haben, warum ich nicht einfach radfahren lernen konnte und kann. Bzw. warum ich mich so dagegen gesträubt habe.

    Man kann damit leben bzw. Ssich arrangieren. So für die Kinder ist es doof, weil ich das nicht mit ihnen machen kann. Aber lieber bin ich fit und gesund als irgendwas zu riskieren.

  • Victoria, ist es dann, wenn es weniger ausgeprägt ist als bei buntgrün, trotzdem das mit dem empfindlichen Innenohr und dem Abschalten, oder gibt es noch eine andere Ursache?

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich kenn das Phänomen von einigen Leuten vom Älterwerden... Gehör ist gut, aber Nebengeräusche können schlechter ausgeblendet werden / oder liegt das Phänomen am Richtungshören (gibts das?)?

  • Ich kenn das Phänomen von einigen Leuten vom Älterwerden... Gehör ist gut, aber Nebengeräusche können schlechter ausgeblendet werden / oder liegt das Phänomen am Richtungshören (gibts das?)?

    Wenn man Probleme mit dem Richtungshören hat (z.B. auf einem Ohr taub oder andere Gründe) macht das bestimmt auch das Fokussieren auf eine*n Gesprächspartner*in schwer. Aber zumindest ich kann Richtungen von Geräuschen gut zuordnen. Und ob es bei mir schon immer war, kann ich nicht sagen, aber zumindest in Unimensazeiten war es auch schon so. Ob es schlimmer geworden ist, weiß ich nicht genau. Möglicherweise.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich kenn das Phänomen von einigen Leuten vom Älterwerden... Gehör ist gut, aber Nebengeräusche können schlechter ausgeblendet werden / oder liegt das Phänomen am Richtungshören (gibts das?)?

    Ja, mit nur einem Ohr kann Störschall auch nicht ausgeblendet werden. Da sind Gruppensituationen oft anstrengend.

    aber hier ist es ja nochmal anders.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und


    hebamme4u-Ticker


    hebamme4u-Ticker

  • Oder es liegt nicht am Ohr, sondern am Gehirn, dass die Umgebungsgeräusche nicht richtig rausgefiltert werden.

    Ich habe in der Oberstufe meine ADS-Diagnose bekommen und in dem Zuge Ritalin genommen, bis mein Magen gestreikt hat.

    Die erste Mittagspause in der Schulcafeteria mit Ritalin war unfassbar... kein superanstrengender Klangbrei, sondern ich hab eine Stunde dagesessen und mir Gespräche von den Nebentischen "rangezoomt".

    Ich hatte ja schon vorher Sagen und Gerüchte gehört, dass "man" das angeblich kann... das dann mal selbst zu erleben war "WOW!"

    Bei Umgebungsgeräuschen einer Unterhaltung folgen geht zwar meistens irgendwie, aber es ist echt ein geistiger und tlw. auch körperlicher Kraftakt.

    _._._._._._._._
    Prokrastinierer aller Länder: vereinigt Euch - morgen


    “Schatz, komm bitte ins Bett. Man braucht sieben Stunden Schlaf, um als Mensch zu funktionieren.“ “Ich bin Mutter, ich brauch vier.“


    Silence is golden... unless you have a toddler. Then silence is extremely suspicious.

  • InLa, das klingt ja faszinierend. Ja, so ein Gehirnproblem ist das, was ich mir eigentlich als Ursache vorstelle. Dass es tatsächlich Medikamente gibt, die das "reparieren" können ist erstaunlich.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Die erste Mittagspause in der Schulcafeteria mit Ritalin war unfassbar... kein superanstrengender Klangbrei, sondern ich hab eine Stunde dagesessen und mir Gespräche von den Nebentischen "rangezoomt".

    Das finde ich auch insofern interessant, weil ich erst als Erwachsene die Erkenntnis hatte, dass es auch Menschen gibt, die das ohne allzu große Mühe bewusst steuern und somit ggf. vermeiden können. Ich kann zwar bei Umgebungsgeräuschen einer Unterhaltung folgen, aber die Anstrengung bei mir liegt darin, auch wirklich nur dieser einen Unterhaltung zu folgen. (Das kann auch leider zu ziemlich interessanten bis peinlichen Missverständnissen führen, weil ich dann die Gespräche durcheinanderwerfe und irgendwie unhöflich und unaufmerksam wirke, oder ich habe kurzfristig Wortfindungsstörungen und schmeiße so für andere irritierende Worte in den Ring.) Wenn ich ohne direkten Gesprächspartner irgendwo sitze, kann ich die Gespräche am Nachbartisch leider nicht nicht ranzoomen. Leider habe ich als Jugendliche lange gedacht, ich bin einfach zu träge und schusselig, um mich genügend anzustrengen.