Windeln- nein, klo- nein bei 2 1/2 jährigem

  • Sohnemann (2 1/2) hat grad die ich will nicht/ich will aber phase . Die schlägt sich jetzt leider auch wieder auf die wickelsituation nieder.


    D.h. er will eigentlich keine Windel mehr, aber aufs Klo halt auch nicht.


    Hatten wir im Sommer schon mal, nach einer sehr guten windelfrei- Phase, wirklich ausgeprägt mit schreikrämpfen und um sich schlagen, wenn man ihn auch nur Richtung Klo gelotst hat. Damals war unser kompromis, das er sich dafür die (stoff)windel selber aussuchen darf, die er dann anzieht.



    Jetzt ist die klo- Abneigung nicht ganz so stark, zuhause geht er mit ein bischen Überredung auch hin. Dafür will er Windel grad eigentlich so gar nicht... zuhause funktioniert es (bei mir) eigentlich recht gut mit unterhose, wenn wir Zeit haben. Also kein Besuch oder sonst was ansteht.

    mir ist auch egal, ob hose oder Windel nass ist, waschen muss ich ja sowieso.(Stuhl ist halt blöd, aber ok)Das mal was danebengeht, ist vollkommen ok, bisher sagte er aber auch, wenn hose nass war. Momentan sagt er da aber auch nix und will auch nicht umziehen... ich hab dann meist nach der 3 nassen hose innerhalb von 2h abgebrochen, weil ich denke, das er grad anderweitig beschäftigt ist.


    Bei Papa geht's gar nicht, da geht er entweder gar nicht auf Klo oder es kommt nix und 5 min später ist alles nass. Papa sieht momentan keinen Sinn an windelfrei, weil eben von ihm gar nix selber kommt und zieht ihm sofort bzw nach der ersten nassen hose eine Windel an.

    In den Kindergarten wollte er letzte Woche auch ohne Windel, da gabs täglich nach 2 nassen Hosen aber doch auch wieder Windel, weil er einfach überhaupt aufs Klo geht.



    Auf der einen Seite fühle ich mich ganz schlecht, weil ich meinem Sohn gegen seinen Willen eine Windel anziehe, auf der anderen Seite gegen seinen Willen unter Protest aufs Klo schleppen und dann kommt nix bzw kurz nachher wieder umziehen müssen ist doch auch doof..

  • Ganz ehrlich? Ich finde die Variante deines Mannes ganz gut. So hat dein Sohn es doch halbwegs selbst in der Hand. Wenn er die Windel nicht will, muss er halt aufs Klo. Und ihr helft ihm da ja auch, indem ihr ihn regelmäßig erinnert. Ihr lasst ihn ja nicht mit einer Situation alleine, die ihn überfordert.

  • Hast du die Möglichkeit ihn zuhause unten ohne rumlaufen zu lassen? Wir haben das bei unserer Tochter in solchen Phasen gerne gemacht. Töpfchen in Sichtweite und wenn es für mein Empfinden doch etwas frisch war, dann halt mit Stulpen und dicken Socken. Klar musste man erstmal etwas wischen, aber so hatte sie es relativ schnell raus, dann dafür doch aufs Klo oder Töpfchen zu gehen.

  • Drahtesel sel: müsste ich mal wieder probieren. Wir haben im Dezember wieder auf "normale" gewechselt, weil er sowieso nicht auf Klo geht- mit einer Windel an noch weniger als so.. und die normalen sind leichter anzuziehen.



    MeineRasselbande: ich glaub, das hab ich schlecht erklärt. Papa zieht ihm nur äußerst selten selber eine Unterhose an, meist geht die Initiative von mir aus. Ich denk halt, das eine nasse hose mal passieren kann, deswegen gibts bei mir mehrere Versuche.


    Klar, wir ermuntern ihn immer, aufs Klo zu gehen, auch mit Windel an. ich frag ihn auch, ob er mit mir gehen will, so hat es vor über einem Jahr auch mit windelfrei angefangen...



    Aber momentan glaub ich, er hat recht. Vl probieren wir es in 2-3 Wochen wieder mal.


    Aber schön langsam mag ich nimmer. Bei meiner großen war das ganz anders. Die hat mit 2 1/2 plötzlich beschlossen, keine Windel mehr zu brauchen und das wars dann auch.... bei ihm ist es so ein dauerndes auf und ab, hin und her, das ist mühsam....



    Poldibaer: mag er nicht, zumindest letztes Jahr nicht. Kalte Fliesen und Laminat am Oberschenkel/Popo hält er nicht aus. Und t shirt von Schwester anziehen ist leider nicht lang genug, das rutscht auch rauf...müsste ich mal wieder probieren.. und topfi ins Wohnzimmer- das geht gar nicht, der kleine ordnungsfanatiker sagt gleich, das gehört aber nicht so :D



    Dank dem niederschreiben hier fällt mir auch auf, das er vl auch nur bei mir so ein Theater macht. Ich höre hauptsächlich den ganzen Tag "ich will aber/will nicht" (zb gehen in den kindergarten: 5x ankündigen, er soll sich anziehen, was er auch schon kann. 5x reaktion: ich will nicht. Dann zieh ich ihn an- seine Reaktion: aber ich will! Bähbährabäh), mein Mann deutlich weniger. Auch windeltechnisch ist bei ihm weniger Diskussion...

  • Huber207 mein Sohn ist gleich alt und die Phase haben wir teilweise jetzt auch. Meist hilft es wenn ich dann auf sein „nein“ sage, „ok“ und es nicht mehr beachte, dann macht er es oft von selber. Geht aber natürlich nicht bei allen Dingen.


    Hilft dir nicht, aber ich bin echt froh, dass mein Sohn schon letzten Frühling beschlossen hat, aufs Töpfchen zu gehen, da war er sich glaube ich nämlich noch weniger seinen eigenen Willen bewusst #rolleyes


    Du schreibst immer vom Klo, habt ihr es mal mit dem Töpfchen versucht? Die Toilette lehnt mein Sohn komplett ab, außer das Miniklo im Kindergarten.


    Sonst ist die Idee mit dem unten ohne lassen und wenn’s anfängt zu läuft, aufs Töpfchen setzen ganz gut, vielleicht könnt ihr ja für eine Weile die Heizung höher stellen. Vielleicht lässt er das Töpfchen im Wohnzimmer zu, wenn du ihm erklären, dass es zum Üben ist? Vielleicht könnt ihr euch auch Bücher zum Thema zusammen anschauen, dass fand mein Sohn immer toll. Und mit mir zusammen auf Toilette gehen #pfeif

  • Ja, im Moment ist " ich will aber nicht!" seine standartantwort auf alles, selbst auf die frage, ob er was essen mag- und das Kind mag eigentlich IMMER essen! Erst dann denkt er nach....

    .oder sagt es, obwohl er die Sachen eben eigentlich schon will, oder zumindest in 3 min mag (spielen, lesen etc...)

    Genau,vieles macht er dann doch irgendwann

    aber "ich will aber/nicht) kommt halt so inflationär, das ich es a) nicht mehr hören kann und b) eigentlich übergehe, was mir auch irgendwie wehtut, weil ich die Wünsche meiner Kinder nicht gern übergehe



    topfi geht nur beim baden, Klo ist am andren Ende der Wohnung, das ist nass natürlich nicht gut. Wenn er geht, geht er NATÜRLICH (bin ja schon groß!) Aufs große Klo! #zwinker ohne Aufsatz übrigens, da hat er immer drübergespritzt...

  • vielleicht irre ich, dann entschuldige. Aber es klingt ein bisschen, als fiele es dir schwer, zu akzeptieren, dass dein Sohn ein anderer Mensch ist als deine Tochter.

    Auf und ab dabei ist normal. 2,5 ist früh, hat noch Zeit.

    Das Alter und ja/nein/doch gehört doch quasi zusammen. - Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen ist aber auch schwer. Außerdem ist es spannend zu sehen, wie wer reagiert.

    Wünsche übergehen? Warum nicht? - Bedürfnisse würde ich ernst nehmen. Aber “ich will mich beliebig umentschieden, bis ich ein aufgelöstes häufchen elend bin“ sehe ich da nicht als Bedürfnis. Eher “ich kann es nicht alleine, es ist zu viel, hilf mir, auch wenn ich mich wehre“.

    Wenn dich die Seen nicht stören, dann probier es weiter. Wenn es dir zu viel wird, dann bekommt er ab jetzt die windel.

    Wenn es dich so nervt, dass du es nicht mehr hören kannst, würde ich es ändern. Das klingt nicht als seist du noch entspannt dabei und ihr habt bald einen super Machtkampf.

  • Hallo,


    Ich würde mich nach dem Kind richten und dann, wenn das für euch schwwierig ist, Kompromisse finden.


    Wenn es dir egal ist, ob du Hosen oder Windeln wäschst und das Kind es nicht stört, sich umzuziehen, dann ist so weit alles klar.


    Wenns Kind phasenweise lieber Windeln hat oder es ihm egal ist und andere Familienmitglieder damit ruhiger leben - auch OK.


    Mal so, mal so - ebenfalls OK.


    Wenn die Pfützen im Haus stören, dann würde ich versuchen, als Kompromiss Trainings-Unterhosen aus Stoff (Also etwas dickere Unterhosen mit Nässeschutz zwischen den Stoffschichten) oder/und eine zu einem Steg gefaltete Mullwindel als "Einlage" in der Unterhose anbieten. Das fängt das meiste ab.


    Ich würde auch sagen - entspannen, auf das Jetzt schauen und nicht auf das Ziel "trocken werden" (das kommt so oder so) und schauen wer was gerade braucht und wie man das zusammenbasteln kann.


    Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht, aber halt auch nicht, wenn man drauftritt - Im Gegenteil, manchmal gehen in beiden Fällen dadurch zarte Wurzeln kaputt...


    Alles Gute.

    Pause machen, an die Luft und nicht in die Luft gehen und dann irgendwann weitersehen...

  • wir haben nach einer Phase ohne Windel dann doch wieder Windeln genutzt, nachdem die Unfälle zu viele wurden. Es ging eine Zeit lang mit ca 2,5 Jahren echt gut und zuverlässig vieles ins Klo. Da machte es uns auch nichts, wenn mal etwas daneben ging. Aber dann weigerte sie sich aufs Klo zu gehen, und das Klo wurde zum Dauerthema. Das war für uns alle sehr nervig. Also sind wir wieder auf die Windel umgestiegen. Klar, sie wollte manchmal nicht, aber es war weniger schlimm, als das Theater beim Klo bzw. Aufputzen und Umziehen fand sie eben auch immer sehr schlimm. Und wir waren einfach alle gestresst.

    Ein paar Wochen später wollte sie von sich aus keine Windel mehr. Dann hat es plötzlich geklappt.

    Und auch heute ist sie noch so, dass sie es hasst, ans Klo erinnert zu werden. Sie geht, wenn sie will. Das klappt auch in den allermeisten Fällen sehr gut.

    Klo-Routinen (vor dem Raus gehen, vor dem Schlafen, etc) haben hier nur Streit gebracht.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Hallo,


    Übrigens lief bei allen meinen Kindern das trocken werden in Wellen ab. Das finde ich ganz normal.


    Mal ist es neu und interessant, mal sind andere Dinge wichtiger. Mal möchte man groß und damit ohne Windeln sein, mal ist es Gewohnheit geworden und darum nicht so wichtig.

    Mal waren sie gesund und fit und hatten ein gutes Gespür dafür, mal kränkelten sie körperlich oder waren emotional mit anderem beschäftigt.

    Mal lief das Kinderleben ruhig ab und mal stand irgendwo ein Entwicklungssprung an und alle inneren Kräfte wurden dafür gebraucht.

    Mal war der Stolz, etwas tun zu können, im Vordergrund, mal das Bedürfnis, selbst über sich zu entscheiden und auch Gekonntes nicht tun zu MÜSSEN.

    Und so weiter.


    Das war bei den Kindern so, daß "klassisch" trocken geworden sind, aber auch bei denen, die wir von Anfang an bei Bedarf abgehalten haben.

    Und es war auch bei ganz vielen davon unabhängigen anderen Entwicklungsschritten so,

    Pause machen, an die Luft und nicht in die Luft gehen und dann irgendwann weitersehen...

  • Das ist, wie ich finde, eine DER wichtigsten Erkenntnisse. Danke für die schöne Zusammenfassung, Trin

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • sorry, das ich mich erst jetzt melde.

    Ich hab jetzt ganz ganz viel Denkanstöße bekommen, ich gehe jetzt nicht auf alle ein.

    Nur ein dickes DANKE mal für eure Tipps und die ausensicht. Selber in der Situation hat man manchmal einfach ein Brett vorm Kopf.


    Und danke, das ihr mir erklärt habt, das wellen dabei normal sind. Wie gesagt, ich kannte das nicht und finde es vl deswegen anstrengender als bei der großen.


    Möwe: ich glaub, du hast recht. Also "nicht akzeptieren" ist vielleicht ein sehr harter und nicht ganz treffender Ausdruck. Aber ich sollte es mir definitiv öfter in Erinnerung rufen, das er /jedes Kind eigen und ganz anders ist.

    Und ich neige gern dazu, ihn zu überschätzen. Er ist kognitiv, sprachlich und körperlich so weit entwickelt, das ich oft vergesse, das er eigentlich erst 2 1/2 und eigentlich noch klein ist.


    Trin: der Tipp mit dem JETZT war auch gut, ich war definitiv im kopf schon wieder 2 Schritte weiter. Und auch eher enttäuscht, warum es jetzt einfach nicht funktioniert, wo es doch im Sommer schon so toll geklappt hat. Aber das heißt ja nicht, das es das nicht wieder tut, und ja, eigentlich hat er ja Zeit, das stimmt.