Gehaltswünsche bei Bewerbungen

  • Wie ich das rauslese, bist du im technischen Bereich.

    D. h. Tarifvertrag IG Metall (?) könnte Anhaltspunkte geben für die Bezahlung.


    Ich würde mein aktuelles Gehalt auf 40h/Woche + 5%Verhandlungsspielraum nehmen und das angeben.

    Eine Firma, die ihre (SW-) Entwickler nicht gut bezahlt, hat sehr bald ein Problem. Entweder nur Newbies, oder nur schlechte Quali, oder in der Persönlichkeit sehr schwere Personen, hohe Fluktuation - egal. Es würde unangenehmes Arbeitsumfeld mit sich bringen. Und somit die Probleme verstärken.


    Du hast mehrere Jahre Erfahrung. Im Doing, im Projekt, im Team.

    Gibt es herausragende Projekte, die du nennen kannst? Besondere Sachen/Rollen/Aufgaben, die du erledigst hast?


    Bzgl der Programmiersprache : magst du da nochmal genauer schreiben um welche Sprachen es geht? Dann kann ich dir da qualifizierter antworten.


    Personaler haben meist keine Ahnung von den Details in denen sich die Sprachen unterscheiden. (ja, das ist ein allgemeinplatz, personaler:innen bitte überlesen.)

    Egal, ob da Assembler, C/++/#, Perl oder HTML steht: "kann programmieren... "

    Erst der Zuständige der Fachabteilung wird das einschätzen können.

    D. H. du musst erstmal nur an der PA vorbei.


    Schreibe also Projektbezogen.

    Die Sprachen führe ich im Lebenslauf auch gesondert auf, ebenso die Tools.

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Ich fand das schwierig, konnte mich aber letztlich von meinen Qualifikationen an den Gruppen des öffentlichen Dienstes orientieren und habe das dann auch so angegeben. Inzwischen weiß ich da sehr genau, was ich will.

  • hanna Dann kommt da aber auch wieder der strukturelle Unterschied dazu, dass für Mann in den meisten Fällen Vollzeit klar ist - für mich sind Punkte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber einfach mal auch sehr wichtig, so dass ich VOR einem Gespräch mit einer Firma nicht mal genau sagen kann, wie viele Stunden ich dort arbeiten kann. Für mich macht es auch einen Riesenunterschied, ob Vollzeit 40h oder nur 35h bedeutet. Und ob es Gleitzeit mit Freizeitausgleich gibt oder etwa irgendwelche wilden Kappungsregelungen, die verhindern, dass ich ggf. Arbeitszeit etwas hin- und herschieben kann (z.B. wegen krankem Kind weniger und von zu Hause arbeiten, danach aber wieder ranzuklotzen)


    Dieser AG-Wunsch, dass ich meinen Gehaltswunsch als erstes angeben soll, ist daher gerade für Frauen auch ein zusätzlicher Nachteil.

  • Jette

    Das würde ich entweder recherchieren oder konkret vorher per Telefonat abfragen.


    eine "falsche" Zahl ist überhaupt kein Ausschlusskriterium, wenn ansonsten viel stimmt. Dann verhandelt man eben. Daher würde ich nie zu niedrig ansetzen. Ist eben Basar und man kann ja dann durchaus im Gehalt nachgeben und freie Tage o.ä. rausholen. Gerade im ÖD ist nach der probezeit ja alles möglich, da wäre ich am Anfang flexibel und würde dann sehen.


    Der Arbeitsmarkt ist gerade sehr Arbeitnehmer:innen-freundlich. Ich rate jeder diese Situation auszunutzen und Pfründe zu sichern.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Aber irgendwie kommt das halt auch doof wenn man als erstes solche "organisatorischen" Fragen stellt bevor man auf die Inhalte kommt. Ich fände es eigentlich echt besser wenn ich erst mal inhaltlich punkten könnte und man sich dann Gedanken machen kann, o es auch von den Rahmenbedingungen her passt.

  • Frauen eher "zufrieden sind mit dem was sie kriegen" "den Job nicht wegen des Geldes machen" oder dass ganz allgemein Bescheidenheit als Tugend gilt, sie auch im Job weniger häufig um Gehaltserhöhungen bitten.

    Ich hab grad einen Job, da kann ich so viel arbeiten wie ich will, zum größten Teil wann ich will und mir aussuchen was ich arbeite (natürlich im Rahmen dessen, was die Firma anbietet).


    Das ist für mich wesentlich mehr wert, als jeder Euro extra...

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Nein, nicht konkret auf Dich. Ich hab schonmal eine Untersuchung gelesen, dass Männer durchschnittlich weniger Probleme haben, klare Gehaltsvorstellungen zu äußern und auch zu fordern. Frauen eher "zufrieden sind mit dem was sie kriegen" "den Job nicht wegen des Geldes machen" oder dass ganz allgemein Bescheidenheit als Tugend gilt, sie auch im Job weniger häufig um Gehaltserhöhungen bitten.

    Ich will damit keinesfalls ausdrücken, dass Frauen selbst schuld sind am Genderpaygap.

    Ich denke aber tendenziell, dass wir Frauen etwas mutiger sein dürfen diesbezüglich. Oder es zumindest bewußt machen dürfen, dass der männliche Mitbewerber uU sich diese Gedanken nicht macht und einfach 20% auf sein bisheriges Gehalt draufschlägt.

    Inhaltlich hat ja patrickstar alles perfekt aufgedröselt, ich hab nur den feministischen Aspekt noch nachgereicht.

    Ok, ich bin davon eigentlich auch wirklich nicht betroffen. Mein Problem ist eher andersherum. Ich werde viel besser bezahlt als meine männlichen Kollegen und in meiner Branche üblich, wenn ich mich aber damit +10% bewerbe, dann finde ich nie was anderes.

  • Ich finde es eigentlich total unverschämt von Unternehmen - es ist für Bewerber reines Glaskugellesen.

    Eigentlich ist es verhandlungstechnisch geschickt, den Ausgangspunkt der Verhandlungen zu bestimmen, Stichwort Ankereffekt.


    Man kann doch eine größere Spanne nenmen und dann dazuschreiben, dass man letztlich das Gehalt davon abhängig macht, wie die Arbeitsbedinungen im Übrigen sind.


    Jette, in deinem Fall könntest du dich zB sagen, ich erwarte ein Gehalt von x im ersten Jahr, das etwa einer Juniorposition plus Zuschlägen für verwandte Vorerfahrung und Verhandlungspuffer entspricht, und im zweiten Jahr dann y, und mit Verhandlungsbereitschaft nach unten, wenn a, b und/oder c gegeben sind.

  • Ich finde es eigentlich total unverschämt von Unternehmen - es ist für Bewerber reines Glaskugellesen.

    Eigentlich ist es verhandlungstechnisch geschickt, den Ausgangspunkt der Verhandlungen zu bestimmen, Stichwort Ankereffekt.


    Man kann doch eine größere Spanne nenmen und dann dazuschreiben, dass man letztlich das Gehalt davon abhängig macht, wie die Arbeitsbedinungen im Übrigen sind.

    lustiger Weise schrieb ich gensu das einen Absatz weiter. :)

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • hanna Dann kommt da aber auch wieder der strukturelle Unterschied dazu, dass für Mann in den meisten Fällen Vollzeit klar ist - für mich sind Punkte der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aber einfach mal auch sehr wichtig, so dass ich VOR einem Gespräch mit einer Firma nicht mal genau sagen kann, wie viele Stunden ich dort arbeiten kann. Für mich macht es auch einen Riesenunterschied, ob Vollzeit 40h oder nur 35h bedeutet. Und ob es Gleitzeit mit Freizeitausgleich gibt oder etwa irgendwelche wilden Kappungsregelungen, die verhindern, dass ich ggf. Arbeitszeit etwas hin- und herschieben kann (z.B. wegen krankem Kind weniger und von zu Hause arbeiten, danach aber wieder ranzuklotzen)


    Dieser AG-Wunsch, dass ich meinen Gehaltswunsch als erstes angeben soll, ist daher gerade für Frauen auch ein zusätzlicher Nachteil.

    Also zunächst mal: ich verstehe dich total. Auch in Bezug auf die gewünschte Reihenfolge: erst mal kennen lernen, Inhalte klären und dann zum Schluss das Gehalt.

    Aber gerade DASS die Vereinbarkeit wieder fast nur für Frauen von so einer enormen Wichtigkeit ist und der Partner (auch Vater!) oder männliche Mitbewerber hingegen seinen Fokus stärker auf das Gehalt legen kann, ist ja das strukturelles Problem, das Frauen im Beruf benachteiligt. Also nicht das Frausein an sich natürlich oder gar die Fähigkeiten, sondern dass frau eben Job und Care-Arbeit wuppen muss.

  • Ich bin auch gerade in der Situation und möchte mich im ö.D. bewerben. In der Stellenausschreibung wird die Gehaltsvorstellung mit abgefragt und ich habe nun wie wild recherchiert, was andere in der Position verdienen. Leider traue ich mich nicht so recht, dieses Gehalt auch zu fordern - es erscheint mir einfach unangebracht hoch.


    Als ich mich vor Jahren beworben hatte, habe ich gelesen, dass man als Bewerber vermeiden solle, zuerst mit einer Gehaltsvorstellung rauszurücken. Damals habe ich einfach keine in die Bewerbung geschrieben (und wurde trotzdem eingeladen).


    Könntest du dir Informationen aus erster (oder wenigstens zweiter) Hand besorgen, wie die Gehaltsstruktur für die Einrichtung an der du dich bewerben möchtest, so aussieht?


    Bzgl. der Fähigkeiten, die laut Ausschreibung verlangt werden: Männer sehen das meist nicht so eng. Einfach bewerben!

  • Könntest du dir Informationen aus erster (oder wenigstens zweiter) Hand besorgen, wie die Gehaltsstruktur für die Einrichtung an der du dich bewerben möchtest, so aussieht?

    Dürfte schwierig sein. Kleiner Mittelständler, vermutlich ohne Tarifbindung. Ich kenne da niemanden.


    Andersherum: ich könnte Dir die Gehaltsstruktur meiner jetzigen Firma auch nicht wirklich benennen. Dank aktueller Einbindung in großen Konzern wird es zunehmend transparenter - davor hat wirklich jeder selbst verhandelt.


    Die bei Xing angegebenen Gehälter für Stellenausschreibungen kommen mir oft sehr niedrig vor gemessen an dem was ich bekomme. Ich habe aber auch keine Ahnung, ob das wirklich mit der Realität hier vor Ort übereinstimmt.

  • Mmh, wenn es so ist, wirst du vmtl. nicht mehr als dein jetziges Gehalt bekommen können, wenn du die gleichen Aufgaben abdeckst. Dann würde ich wohl auch das aktuelle Gehalt schreiben, ggf. noch etwas mehr und Verhandlungsbereitschaft signalisieren.

    Oder du schreibst, was du aktuell verdienst (also die Größenordnung) und dass du in dieser Größenordnung auch weiterhin entlohnt werden möchtest (sofern das so ist).

    Vmtl. hast du gute Gründe dich wegzubewerben, obwohl es schwierig wird, das gleiche Gehalt zu bekommen. Weißt du denn für dich, wo dein Minimum liegt? Was würdest du als Wucher empfinden? Und dann etwas in der Mitte wählen?

    Vielleicht kann man auch über andere Goodies zum eigentlichen Gehalt sprechen, z.B. Jobrad o.ä. und dahingehend Gesprächsbereitschaft signalisieren.

  • Ich bin auch gerade in der Situation und möchte mich im ö.D. bewerben. In der Stellenausschreibung wird die Gehaltsvorstellung mit abgefragt und ich habe nun wie wild recherchiert, was andere in der Position verdienen. Leider traue ich mich nicht so recht, dieses Gehalt auch zu fordern - es erscheint mir einfach unangebracht hoch.

    Für den öD finde ich es vergleichsweise einfach. Viel hängt vom Ausbildungsgrad und der Position ab. Ist es eine Sachberarbeiter*innenstelle ider eine für wiss. Personal? Uni- oder FH-Abschluss? Wie sieht die Position aus etc. wären Fragen, anhand derer man die EG beurteilen kann.

    Dann vergleichbare Stellen anschauen.
    Die Stufen dann je nach Berufserfahrung, wobei manche Einrichtungen außerhalb des öD erworbene Erfahrung nicht anerkennen.


    Bei meinem ersten Job nach dem Studium habe ich mir tatsächlich so eine kostenpflichtige Einschätzung für vergleichbare Stellen machen lassen - da war es aber auch schon recht sicher, dass ich ihn bekomme. Grundsätzlich finde ich das aber auch eine Idee.

  • Irgendwie komme ich mir ignoriert vor. Aber vermutlich werden keine weiteren genaueren Aussagen von mir gewollt.

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019