Ideen für Praktikum/Ausbildung/Studium für Tochter gesucht - Medizinisch, aber nicht eklig!

  • Hi,


    meine Tochter (17 Jahre, 11.Klasse Gymnasium) macht sich langsam Gedanken über ihre berufliche Zukunft.

    Sie sagt , sie möchte am liebsten studieren.


    Was ihr liegt ist Biologie und Chemie.

    Der menschliche Körper generell ist auch interessant.


    Demnächst steht ein Berufspraktikum an, da ist es schon enorm schwierig für sie sich etwas zu suchen.

    Ergotherapie oder Logopädie hab ich ihr vorgeschlagen. - Langweilig, sagt sie. #hmpf

    Physiotherapie? - Jaaaa #confused


    Kieferorthopädin - Fand sie toll, leider nimmt die Praxis keine Praktikanten

    Kinderarzt - Keine Rückmeldung auf die Bewerbung


    Für das Praktikum, wie auch für den späteren Beruf, ist es ihr wichtig direkten Kontakt mit Menschen zu haben.

    Nur Labor oder Büroarbeit fände sie nicht schön. (Wobei sie wahrscheinlich denkt dort einsam zu sein, gibt ja aber auch noch Kollegen dort!)

    Nur eklig sollte es, wenn möglich, nicht sein.


    Im Labor mit Zellen zu arbeiten, Gene zu erforschen, sowas ginge.

    Aber keine Urin oder Stuhlproben bitte! <X


    Ich könnte mir sonst auch etwas in Richtung Kur- oder Rehaklinik für sie vorstellen.

    Oder irgendetwas Therapeutisches im KH?

    Oder Diätberaterin?


    Am liebsten hätte sie für die Zukunft auch geregelte Arbeitszeiten, keinen Schichtdienst, keinen Wochenenddienst. #freu


    Fällt euch vielleicht irgendetwas ein?


    Liebe Grüße

    Lilli

    Junge 11/1998
    Mädchen 12/2002
    Junge 07/2007
    Junge 06/2010
    Junge 10/2013
    Mädchen 03/2016

    Junge 04/2017

  • Optikerin oder Orthoptistin?


    Evtl. etwas aus dem Apotheken/Pharmaziebereich (Pharmazie, pharmazeutisch-technische Assistentin)?


    MTRA in der Radiologie?

  • Ergotherapie vielleicht?

    Das ist nicht langweilig. Es gibt so viele Bereiche. Kinder, ältere Menschen,etc,etc.

    Das kann Frau mittlerweile auch studieren.

  • Bio/Chemie auf Lehramt studieren?

    Wären erstmal im Studium die naturwissenschaftlichen Interessen abgedeckt. Später als Lehrerin dann ein sehr familienfreundlicher Arbeitsplatz und viel Kontakt mit Menschen.

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

  • Bio/Chemie auf Lehramt studieren?

    Wären erstmal im Studium die naturwissenschaftlichen Interessen abgedeckt. Später als Lehrerin dann ein sehr familienfreundlicher Arbeitsplatz und viel Kontakt mit Menschen.

    Hab ich auch schon gedacht.

    Aber sie hat Angst vor einer Klasse zu stehen, sagt sie (jetzt).

    Junge 11/1998
    Mädchen 12/2002
    Junge 07/2007
    Junge 06/2010
    Junge 10/2013
    Mädchen 03/2016

    Junge 04/2017

  • Optikerin oder Orthoptistin?


    Evtl. etwas aus dem Apotheken/Pharmaziebereich (Pharmazie, pharmazeutisch-technische Assistentin)?


    MTRA in der Radiologie?

    Pharmazie wäre schon gut.

    Aber was gibt es da für Aufgabenfelder?

    "Nur" in einer Apotheke arbeiten, ist das nicht langweilig und unterfordernd?

    Junge 11/1998
    Mädchen 12/2002
    Junge 07/2007
    Junge 06/2010
    Junge 10/2013
    Mädchen 03/2016

    Junge 04/2017

  • Hab ich auch schon gedacht.

    Aber sie hat Angst vor einer Klasse zu stehen, sagt sie (jetzt).

    Versteh ich, aber da wächst man rein, denke ich. Heute ärgere ich mich oft, weil ich (mehrmals) von der Lehramt-Idee wieder abgerückt bin und dabei nicht bedacht hatte, dass ich einen familienfreundlichen Job brauche.

    Viele meine Schulfreundinnen sind Lehrerinnen geworden und sind zufrieden, obwohl ich mir das für sie gar nicht hätte vorstellen können.

    Oder einfach nur Bio/Chemie - damit lässt sich ja so Einiges anfangen.

    Grüße von der bärin


    "Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben." A. Gide

  • Orthopädie-Mechanikerin

    Hörgeräte-Akustikerin

    Diätassistentin

    Logopädie ist auch alles andere als langweilig, der Beruf ist vielseitiger als man denkt

    Liebe Grüße von Spinosa


    "Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten." (Dietrich Bonhoeffer)

  • Forschung und Lehre

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.


  • In der Apotheke ist es nie langweilig. Das ist höchst anspruchsvoll auf allen Ebenen. Ich finde das großartig, meine Mama war PI und ich bin da groß geworden. Da ginge ein Praktikum sicher.

  • Pharmazie wäre schon gut.

    Aber was gibt es da für Aufgabenfelder?

    "Nur" in einer Apotheke arbeiten, ist das nicht langweilig und unterfordernd?

    Neben klassischer Offizin (Apotheke), die sehr viel jenseits des Tresens an spannenden Aufgaben bietet, kann man auch als Krankenhausapothekerin arbeiten, da entstehen zunehmend interessante Arbeitsplätze, zB in der Beratung von Ärzten (Medikamentenvisiten u.a.). Pharmafirmen/Arzneimittelhersteller mit diversen Aufgabenbereichen sind auch eine Möglichkeit. Da gibt es noch viel mehr, da kann bestimmt die.lumme was zu sagen:)

  • Bio/Che auf Lehramt und mit Verbeamtung. Ich finde es familienfreundlich und die Lehrerinnen bleiben mit kleinen Wehwehchen hier ständig zu Hause, in der Verbeamtung Problemlos möglich, dazu privat versichert und sie brauchen sich ums Altern keine großen Sorgen machen. In den vielen Schulferienwochen benötigen sie keine Betreuung für die eigenen Kids und sparen kräftig.
    Wenn nicht Lehrerin, dann Ärztin. Der Verdienst ist hoch, viele Ärzte brauchen derzeit nur noch Teilzeit arbeiten (2-3 Tage/Woche) um ein mehr als auskömmliches Gehalt zu erwirtschaften.


    Bei den Apotheken bin ich mir nicht ganz sicher, ob das in dem Umfang so weitergeht und ob es vielleicht doch mehr Online-Apotheken geben wird o.ä.

  • Aurora.75 Sowohl das Bild von der Lehrerin wie auch der Ärztin sind *hust* etwas geschönt. Ich bin Lehrerin und bleibe nicht bei jedem Wehwehchen zu Hause (und es macht auch nicht viel Spaß zu arbeiten, wenn man das tut, dann kriegt man nämlich ordentlich Gegenwind im Kollegium, die das schließlich ausbaden), und auch das Ruhegeld ist mitnichten gesichert, wenn du zwischendurch über längere Phasen Teilzeit arbeitest. Und als Ärztin, gerade am KH, verdienst du nicht automatisch so gut, dass zwei Tage Arbeit in der Woche reichen (ganz davon abgesehen, dass das Schichtarbeit mit Wochenenddiensten ist).

    Davon abgesehen finde ich Lehrer gut - es ist ein Beruf, der echt viel Freude bereitet. Nur nicht gerade aus den genannten Gründen #freu.


    Einige der genannten Berufe sind nicht sonderlich gut bezahlt, da würde ich auch noch mal draufachten. Gerade wenn man Familie möchte und dann mit Teilzeit rechnet.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Zahnärztin :) ... in einer Familienpraxis hat man mit sehr viel verschiedenen Menschen zu tun, die Medizin umfasst unter anderem konservierende Zahnheilkunde, abnehmbare und festsitzendeProthetik, Chirurgie, Dermatologie, Psychologie ...


    Die Arbeitszeiten sind meistens geregelt (Notfalldienste kommen vor), Teilzeitarbeit ist gut möglich ...


    Eklig ist es manchmal schon, aber man ist gut geschützt ("Ich habe heute extra die Zähne nicht geputzt, weil Sie sie ja gleich sauber machen werden!" #blink) ...


    Nachteile: permanenter Zeitdruck, alles muss perfekt sein

  • Finanziell ist Apothekerin echt nicht so der burner - wenn man das echt harte Studium, die oft nur mäßig guten Arbeitszeiten, die meist sehr hohe Arbeistdichte und die immense Verantwortung einrechnet.

    Nach 11 Berufsjahren sind es z.Zt. knapp über 4000 brutto.

    Das wird auch nicht relevant mehr werden, denn die Politik will noch reichlich Apotheken dicht machen.

    Der Bedarf an Apotheker:innen ist aber auch in absehbarer Zeit noch sehr hoch, Arbeitslosigkeit droht sicher nicht.


    Aber es ist nach wie vor ungemein spannend. Das Studium ist nahe an einem Studium Generale, mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, insb. Chemie. An der Uni kann man im Grunde in fast jedem Bereich promovieren, da Apotheker:innen eigentlich überall gerne genommen werden. Haben ein fundiertes Basiswissen in fast allen Bereichen und sind es gewohnt, sich von da aus in Themen einzuarbeiten. Können ranklotzen.

    Der Job in der öffentlichen Apotheke ist hochspannend und vielfältig, wenn man sich etwas reinhängt. Ich zum Beispiel mache auch Qualitätsmanagement. Wenn man es gut macht, hat man im Betrieb wirklich etwas davon. Und es ist einfach mal auch ein spannendes Thema, eine trockene ISO-Norm in gelebtes Qualitätsbewusstsein im Betrieb zu verwandeln.

    Mein zweites Herzensthema ist Medikationsmanagement. Von der theoretischen Fachinformation und der Therapieidee des Arztes zu einem für die individuelle Patient:in machbaren, positiv besetzen und wirklich umgesetzen Plan zu kommen... Bei der Abgabe des Arzneimittels genau die richtigen und passenden Worte zu finden, sich in kürzester Zeit auf die vor einem stehende Kund:in einzustellen, komplizierte Sachverhalte und neue Erkenntnisse in "Patientensprache" zu übersetzen. Profi in Sachen Dienstleistung und Kommunikation sein.

    Gaaaanz viel Fachwissen über Erkrankungen, Therapien und Arzneimittel zu haben und dieses Wissen ständig zu erweitern #love

    Herstellung von Arzneimitteln, die Prüfung von Rezepturen (passen alle Bestandteile zusammen? Sind die herzustellenden Kapseln für das herzkranke Kind richtig dosiert?)...

    Ich messe Bandagen und Kompressionsstrümpfe an; berate Ärzte, Pflegedienste und Heime zu Arzneimitteln. Papierkram kommt dazu, jede Menge Dokumentation... Mit Technik muss man fit sein.

    Wir haben eine kleine, aber sehr feine Gewerkschaft, da lohnt es sich aktiv zu sein (und wenn es nur der regelmäßige Stammtisch ist).


    Eine Freundin hat mich mal gefragt, welche Tätigkeit ich eigentlich hauptsächlich ausführe. Letztendlich ist es Prüfen. Ich prüfe das Rezept auf formal korrekte Ausfertigung, prüfe die Medikation auf Plausibilität, prüfe die Rabattverträge und die Lieferfähigkeit. Prüfe, ob die Kund:in alles für sie relevante über das Arzneimittel weiß. Ich prüfe Medikationspläne, prüfe auf Interaktionen oder Allergien, ich prüfe Rezepturen.


    Ansonsten gibt es noch Stellen in Krankenhäusern (in Zukunft vermehrt), in der Industrie (meist langweilig), bei der Bundeswehr (auch meist langweilig), bei Krankenkassen (vermutlich meist weitestgehend langweilig), an der Uni (kann man Glück haben) und in der Standesvertretung/Lehre...

  • Mein Cousin habilitiert sich gerade in Chemie, das hört sich ziemlich spannend an und man hat viel Kontakt mit Kolleg:innen und Team-Mitgliedern.


    Eine Mitbewohnerin früher von mir promovierte in Pharmazie, das hörte sich aucv interessant an.


    Bei der Berufswahl bitte auch an die Verdienstmöglichkeiten denken, die.lumme sprach es ja schon an, aber ich wollte es nochmal unterstreichen, weil du lauter so mies bezahlte Frauenjobs aufgelistest hattest, für die man auch nicht unbedingt ein Studium braucht.


    Wenn sie Kontakt mit Menschen haben möchte, sollte sie auch überlegen, was für Menschen. Fachpersonal/Profis? Jedermann? Langfristige Kontakte, bei denen sie Bindung aufbaut oder viel Laufkundschaft?