Berechnungen von Gehältern im TVöD

  • Hallo,


    kennt sich hier jemand mit TVöD aus? Ich stehe irgendwie komplett auf dem Schlauch.

    Ab wann ist man denn auf welcher Stufe? Gilt da auch externe Berufserfahrung oder nur diejenige auf der Stelle/als Beamte?

    Und wie viele Monatsgehälter gibt übers Jahr bzw gibt es da auch Boni oder Vergünstigungen?

    Gibt es einen Rechner, was dieses Gehalt dann in der freien Wirtschaft wäre, da man ja auch weniger Abzüge hat?


    Vielleicht kann mir ja jemand von Euch helfen.

  • Du wirst eingeordnet in eine Tarifgruppe. Es gibt Tabellen online, alle wie viel Jahre man eine Erfahrungsstufe höher eingruppiert wird. Dafür können Zeiten aus vorherigen Tätigkeiten angerechnet werden. In der Regel gibt es TVÖD Weihnachtsgeld. Du hast weder mehr noch weniger Abzüge als in der freien Wirtschaft, manchmal jedoch Vergünstigungen bei Versicherungen. Beamte haben ein niedrigeres Brutto, weil sie weniger Abzüge haben.

  • Alter und Berufserfahrung zählen auch rein, Versicherungen (Auto!), Weihnachtsgeld, genau weiß ich es nur für die Schule...

    Ar scáth a chéile amhaireann na daoinne

  • Nach TVÖD zählt Alter nicht mehr. Nur Berufserfahrung. Die wiederum wird nur anerkannt, wenn sie als förderlich erkannt wird. Da haben AG leider Ermessensspielraum, bzw. nutzen diesen.

  • Nach TVÖD zählt Alter nicht mehr. Nur Berufserfahrung. Die wiederum wird nur anerkannt, wenn sie als förderlich erkannt wird. Da haben AG leider Ermessensspielraum, bzw. nutzen diesen.

    So kenne ich es von meinem Mann auch. Auch zählen Abschlüsse evtl. deutlich mehr als tatsächliches Können, als jemand mit Uni Abschluss bekommt wahrscheinlich mehr als mit FH Abschluss, auch Promotion macht sich u.U. stärker finanziell bemerkbar als in der Wirtschaft.

  • Man kommt je nach Ausschreibung in eine Entgeltgruppe (die in der Regel von den geforderten Qualifikationen und den Anforderungen der Stelle abhängt).


    Die Stufen funktionieren so: 1 Jahr in Stufe 1, 2 Jahre in Stufe 2, 3 Jahre in Stufe 3 usw.


    manche stellen nur in Stufe 1 ein, andere werten vorherige Berufserfahrung.

    There is a crack in everything. That's how the light gets in.
    - Leonard Cohen

  • Das heißt die Brutto-Netto Rechnung läuft genauso ab wie wenn ich das gleiche Geld in einem Unternehmen verdienen würde?

    Ja - da gibt es absolut keinen Unterschied zwischen Angestellten im öffentlichen Dienst und Angestellten in Unternehmen.


    Es gibt einige wenige Stellen, wo man als Angesteller im öffentlichen Dienst finanzielle Vorteile haben kann - z.B. bei einigen Versicherungen, evtl. auch bei Bankkrediten (Hintergrund ist nach meinem Verständnis, dass man davon ausgeht, dass Angestellten im öffentlichen Dienst quasi unkündbar sind und damit die finanzielle Ausfallwahrscheinlichkeit sehr gering)

  • Eine Zusatzversicherung gibt es auch noch, da hast du aber nur was davon wenn du und dein Arbeitgeber fünf Jahre eingezahlt haben. Ist eine Zusatzrente.

    Je nachdem wo du wohnst gibt es auch noch Ballungsraumzulagen (je nach Einstufung). Und auch noch Kinderzulagen. Ich erhalte nun endlich auch mal eine Münchenzulage, nachdem die früher nur für niedrigere Einstufungen gegolten hat#super


    https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/


    Der Rechner ist nicht schlecht.

    Du musst halt wissen, für wen du arbeitest: Kommune, Land, Bund. Es gibt verschiedene Listen:)

    holly mit großer Tochter (07/03) und kleinem Sohn (06/06)

  • Und wenn da steht ""Die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst ist Voraussetzung für die Wahrnehmung der Position im Beamtenverhältnis"? Dann ist man (irgendwann? vermutlich?) Beamter? Und macht es das irgendwie besser?

  • Du kannst nur verbeamtet werden, wenn du die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst hast (Masterabschluss oder gleichwertig, zB Diplom, Magister...), so lese ich das. Sonst wirst du angestellt.

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    - Leonard Cohen

  • ja, das macht es erheblich besser. a) mehr netto, b) exponentiell erhöhte sicherheit, c) bessere altersbezüge. als meine freundin nach quereinstieg und angestelltenphase verbeamtet wurde, hatte sie mal direkt 500 tacken mehr im sack als vorher, bei gleicher arbeitszeit. und sie wird niemals erleben, was es heißt, gefeuert zu werden (wofür andere töten würden). ob man diese von dir beschriebene position automatisch im beamtinnenverhältnis ausüben kann/darf, wenn man diese befähigung hat, weiß ich nun nicht. aber danach fragen würde ich auf jeden fall.

  • Du kannst nur verbeamtet werden, wenn du die Laufbahnbefähigung für den höheren Dienst hast (Masterabschluss oder gleichwertig, zB Diplom, Magister...), so lese ich das. Sonst wirst du angestellt.

    Wenn das reicht habe ich das. Und dann wird man automatisch verbeamtet?

  • Für Beamtinnen gilt dann auch nicht mehr die TVÖD-Tabelle, sondern die Besoldungstabellen des jeweiligen Landes bzw. des Bundes.

    Höherer Dienst beginnt bei A13.

    Und das mit der Laufbahnbefähigung ist tricky, je nach Behörde können immer nur Absolventinnen bestimmter Fachrichtungen überhaupt verbeamtet werden.

    Von der Besoldung geht dann nur noch die Steuer ab und der Eigenanteil zur Krankenversicherung. Keine Sozialversicherungsbeiträge.

  • Das müsstest du mit denen klären, die Verbeamtung hat vermutlich noch andere Voraussetzungen. Aber ohne den entsprechenden Abschluss kommt sie halt garnicht in Betracht.

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    - Leonard Cohen

  • Dass sich die Sicherheit exponentiell erhöht, würde ich so nicht unterschreiben, in meiner ehemaligen Behörde war es relativ egal, ob man Beamtin oder Angestellte im öffentlichen Dienst war.

    Das Einkommen ist aber normalerweise deutlich besser, auch das Ruhegehalt ist sehr gut.

    Dafür kommst du je nach Bundesland aus der Nummer halt auch nicht mehr raus. Als sie mir meine Behörde unterm Hintern weg woanders hin verlagert haben, hätte ich mit meiner doch recht speziellen Fachrichtung auf dem freien Markt sehr gute Chancen gehabt, hätte dann allerdings meinen Pensionsanspruch komplett verloren. In anderen Bundesländern hat man anteilig Anspruch auf seine bereits erworbene Pension. In Bayern nicht. Der Staat zahlt dann zwar ein paar Ocken aufs Rentenkonto ein, aber das ist so lächerlich wenig, dass man das echt nur als junger Mensch machen kann.

  • Und für die Verbeamtung gelten in der Regel Altersgrenzen und du musst eine Gesundheitsprüfung machen (zumindest im Bayern.... weiss nicht wie das in anderen Ländern ist)

    Aufgrund meiner Einstellung zum Leben sehe ich keinen Grund, mich meines Alters entsprechend zu verhalten!

  • Und zu „nur Steuern“ werden abgezogen- ja, aber ungefähr doppelt so viele wie bei Angestellten.
    Bitte beachten, es gibt eine gesonderte Steuertabelle für Beamte. Irgendwo her müssen die Pensionen ja kommen. Ich zahle monatlich 1.300€ Steuern, bei demselben Brutto zahlt mein Mann um die 600€.
    Private KV ist je nach Alter auch teuer, Achtung.
    Eine gute Entscheidung wünsche ich dir. Ich könnte aufs Beamtentum verzichten.