Bevorratung von Medikamenten wg. Lieferengpass aufgrund des Coronavirus

  • Spinosa: so ganz verstehe ich deine einwände hier nicht.

    Unter der Annahme, dass die lieferengpässe temporär sind (was sie vermutlich sind - entweder gibt es den normalen lieferweg mit erhöhter Produktion oder Lieferung von woanders), reicht es, einen Vorrat zu haben, bis man wieder was bekommt.

  • Ja - und es ist eine echte Gewissensentscheidung.

    BTMs dürfen offiziellerweise für maximal 30 Tage im Voraus verschrieben werden. Das schränkt die Vorratshaltung ein. Es gibt aber einen großen Schwarzmarkt - was der Grund für die Rezept-Beschränkungen ist.

    Silbermöwen sind Zugvögel.


    Weißt du, wo das Dings ist?

    ... Nein. Suche es selbst! Ich will das heute nicht.

  • Ja - und es ist eine echte Gewissensentscheidung.

    BTMs dürfen offiziellerweise für maximal 30 Tage im Voraus verschrieben werden. Das schränkt die Vorratshaltung ein. Es gibt aber einen großen Schwarzmarkt - was der Grund für die Rezept-Beschränkungen ist.

    Du meinst das generell und nicht mich, oder? Ich möchte nur meine Schilddrüse am Laufen halten.

    Mit BTM ist das sicherlich schwieriger und ja auch zurecht. Die Betroffenen tun mir aber leid.

  • Mio nein, Dich meine ich nicht, sondern uns - hier geht es um BTMs.

    Silbermöwen sind Zugvögel.


    Weißt du, wo das Dings ist?

    ... Nein. Suche es selbst! Ich will das heute nicht.

  • Meine Antworten sind unten fett eingefügt.

  • Eigentlich kann es dir überhaupt nicht egal sein, ob viele bunkern. Denn wenn das viele machen, nützt es dir nichts mehr. Bunkern nützt dir persönlich nur dann, wenn du deutlich mehr bunkerst als die meisten anderen.

    Ich verstehe Deinen Gemeinwohlgedanken.

    Nur ist diese Art von Solidarität nicht mehr sehr verbreitet in unserer Gesellschaft. Die Bereitschaft, ein persönliches Risiko für die Gemeinschaft auf sich zu nehmen, ist gering. Siehe Feuerwehr, siehe Impfen, siehe Ehrenamt...

  • Mööönsch! Ich hatte Dich extra oben rausgenommen, weil ich hier niemanden anpupsen will.

    Denn ich spiele auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung an!

    Nicht auf den Einzelfall, der absolut nachvollziehbar ist, denn ohne SD-Medikamente ist das Leben nichts.

  • China hat Antibiotika monopolisiert? Wow, wie clever... #blink#hammer

    Keine Ahnung, was davon du ernst meinst, aber das ist unsere eigene Verantwortlichkeit (bzw. die unserer Regierung). Es würde uns jederzeit freistehen, die Produktion von Antibiotika wieder in Europa stattfinden zu lassen.

  • Mööönsch! Ich hatte Dich extra oben rausgenommen, weil ich hier niemanden anpupsen will.

    Denn ich spiele auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung an!

    Nicht auf den Einzelfall, der absolut nachvollziehbar ist, denn ohne SD-Medikamente ist das Leben nichts.

    Sorry, bin empfindlich gerade. Ne, immer..

  • China hat Antibiotika monopolisiert? Wow, wie clever... #blink#hammer

    Keine Ahnung, was davon du ernst meinst, aber das ist unsere eigene Verantwortlichkeit (bzw. die unserer Regierung). Es würde uns jederzeit freistehen, die Produktion von Antibiotika wieder in Europa stattfinden zu lassen.

    das wusste ich nicht und es schockiert mich schon. denn für herzpatientinnen wie mich sind genau DAS die wichtigsten dinger, aber wenn man sie braucht und natürlich auch genau die, DIE man dann braucht. da hilft bevorraten jetzt nicht so viel. ich hoffe, der gedankengang setzt sich etwas durch (antibiotika wieder hier produzieren).

  • Nach wie vor gehört die Synthese von Wirkstoffen, die großtechnische Herstellung, die gesamte Analytik, Überwachung der Herstellung, Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln und vieles mehr zum festen Curriculum des Pharmaziestudiums.

    Das knowhow ist da und sollte genutzt werden, wie mein Chemieprof aus dem ersten Semester letztes Jahr im Herbst als Grußwort auf einem Pharmaceutical-Care-Kongress (richtet sich ans andere Ende des Arzneimittels, nämlich die Anwendung am und vom Patienten), formulierte.

  • China hat Antibiotika monopolisiert? Wow, wie clever... #blink#hammer

    Keine Ahnung, was davon du ernst meinst, aber das ist unsere eigene Verantwortlichkeit (bzw. die unserer Regierung). Es würde uns jederzeit freistehen, die Produktion von Antibiotika wieder in Europa stattfinden zu lassen.

    Xenia: Ja, so meinte ich das, ganz schön blöd von den anderen Regierungen und schlau von China. Die brauchen dann nicht mal mehr mit Atomwaffen drohen, die Schließung der AB-Werke würde schon reichen. #haare Mein Opa ist in WK II an Lungenentzündung gestorben, weil es eben kein AB gab. Ich dachte, nach 80 Jahren wären die Länder schlauer. #yoga

  • China hat Antibiotika monopolisiert? Wow, wie clever... #blink#hammer

    Keine Ahnung, was davon du ernst meinst, aber das ist unsere eigene Verantwortlichkeit (bzw. die unserer Regierung). Es würde uns jederzeit freistehen, die Produktion von Antibiotika wieder in Europa stattfinden zu lassen.

    Ja? Wie das denn?! Willst du staatlich das vorschreiben? Auch für Autokonzerne und die Textilindustrie etc, dass die nur noch in Deutschland /Europa produzieren dürfen? Die die höheren Produktionskosten trägt dann wer? Der Verbraucher? Der Steuerzahler? Oder die Unternehmen verschwinden vom Markt, weil der Rest der Welt billiger produziert?

  • Ich denke schon dass Regulation sinnvoll sein könnte, nicht zwangsweise durch "nur lokal produzieren", sondern auf mehrere Standorte und Regionen verteilt. Damit nicht bei Ausfall eines Werkes die ganze Welt betroffen ist.

  • Die die höheren Produktionskosten trägt dann wer? Der Verbraucher? Der Steuerzahler? Oder die Unternehmen verschwinden vom Markt, weil der Rest der Welt billiger produziert?

    Das einzige Problem ist, dass der Wille für diese Art von Steuerung fehlt.


    Du bist doch vom Fach, oder? Hast du Einblick in Kalkulationen? Die Produktionskosten der Rohstoffe machen welchen Anteil an den Endkosten aus?

    Wenn der Rohstoff doppelt so teuer ist, kostet die Packung Paracetamol nachher 1,30 statt 1,21?


    Man müsste dafür natürlich beim Endprodukt ansetzen (und nicht irgendwelche Vorschriften an ausgewählte Arnzeimittelhersteller machen).


    Vor dem Zusammenbruch des Ostblocks kannte man zum Schutz von Versorgungssicherheit und zum Schutz der heimischen Industrie recht viele Möglichkeiten, die man für sowas hätte nutzen können.


    (Wir haben uns durch die Neoliberalisierung der EU und durch diverse Handelsabkommen davon natürlich mehrere selber abgesägt, aber wie man an Trump sehen kann: Wenn man will, kann man diesen ganzen Kram auch einfach rückgängig machen. )

  • Das Problem ist viel größer. Es wird gar kein Geld mehr in die Entwicklung neuer Antibiotika seitens der Pharmaindustrie investiert. Es ist eigentlich egal, wo Antibiotika hergestellt werden, aufgrund immer weiter zunehmender Resistenzen, wird es in ca. 10 Jahren auch für völlig profane Infektionen, einfach nichts mehr geben. Dazu gab es vor einiger Zeit sogar einen wirklich beängstigenden Themenabend bei Arte. Kurz darauf hat sich auch das ZDF dieses Themas angenommen.

    https://youtu.be/u9H8Guv6vSA

    Ernest Hemingway — 'So far, about morals, I know only that what is moral is what you feel good after and what is immoral is what you feel bad after.'

  • Heute hatte ich die Horrorsituation!

    Frau in meinem Alter legt mir ein Rezept für ihren Mann vor. ASS, DOAK, Statin. Die Fachfrau liest: Hatte gerade ganz akut etwas am Herzen, Stent oder Herzinfarkt.

    Tippele im Computer, sehe das DOAK nur in einer größeren Packungsgröße als der verordneten, nichts mehr lieferbar. Verspreche der Kundin, mit der Praxis zu klären, ob ich auch diese Packung abgeben darf. Kein Durchkommen in der Praxis.

    Zeitgleich gibt meine Kollegin das selbe Arzneimittel durch für eine andere Kundin.

    Zank um die letzte Packung. Apotheke voll.

    "Ich hatte vor 4 Tagen einen Herzinfarkt!"..."Mein Mann hatte vor 5 Tagen einen Herzinfarkt!"

    Zeitgleich.


    Man kann nicht die Packung aufteilen, es gibt nix nachzubestellen.


    Natürlich haben wir auch dieses Problem gelöst (meine Kundin musste eh noch einmal selbst in die Praxis, es gibt nach ärztlicher Rücksprache gleich sichere Alternativen).


    Aber die wirklich berechtigte existentielle Angst zu erleben und den Mangel managen zu müssen ist echt hart.


    Meinen Respekt an Pflegekräfte und Ärzte, die solche Situationen immer wieder erleben müssen (nicht mit Arzneimitteln, aber vom Gefühl her ähnlich).