Wartezeit beim Hausarzt

  • Wartezeit- da können oft die Ärzte doch auch nix für! wie soll das denn gesteuert werden wenn einfach alle so kommen? Und man dann auch noch sehen soll in wenigen Minuten was los ist? Und bloß nix übersehen. Ich finde das immer wieder einen ganz schönen Balanceakt...

    Das nennt man Praxismanagment.


    Ich warte als Akutpatient in der Regel 5 bis max. 20 min.

    Meine HÄ hat täglich 1h Akutsprechstunde. Termine bekommt man recht gut, je nachdem wie akut es ist auch für den nächsten Tag.

  • Gibt es Praxen, in die man ohne anrufen geht?

    Ja, leider. Die, in denen keiner ans Telefon geht, wenn man abklären möchte, wann es halbwegs passen würde.

    Ich finde mein Hausärztin klasse und nehme sowohl das als auch die manchmal bis zu 2 Stunden Wartezeit in Kauf, aber es ist schon ziemlich anstrengend, gerade wenn es mir wirklich schlecht geht. Aber wenn ich akut krank werde und für die Arbeit eine AU brauche, dann kann ich halt nicht erst zwei Tage später gehen...

  • Dafür müssen sich die Pat. dann aber auch an die Termine halten.. Bei uns sind die meisten regeltermine, da ist kein bis max 10min. warten drin. Aber die Akutsprechstunde lässt sich zumindest bei uns nicht steuern. Klar ist das kein Problem das wir die Leute dann halbwegs passend auf dem handy anrufen so ds sie nicht im Wartezimmer sitzen müssen. Aber mehr geht da nicht.

  • Aber woher weiß man denn, wann man mehr akuttermine freihalten muss? Und wie macht man eine gute Anamnese, ohne sich "zu verplaudern"? Und wie bringt man Patienten dazu, ihre Termine einzuhalten, so dass man wirklich bedarfsgerecht alle 30 Minuten einbestellt und nicht alle 15 Minuten, um potentielle Lücken zu vermeiden, wenn mal wieder die Hälfte nicht kommt?

  • Nur zur Ausgangsfrage: Ob mit lange geplanten oder AAkuttermi, wartet man im der Regel bis zu 10 Minuten, ganz selten auch mal 30. Man ruft vorher an und lässt sich einen Akuttermin geben. Bisher hat das fast immer am gleichen Tag geklappt. Selten wird gefragt, ob es auch bis Morgen Zeit hätte.


    Ich finde das super so und kenne das erst so seit dem Wegzug aus Deutschland. Bei den Kinderärzten muss man meist gar nicht ins Wartezimmer, sondern kann direkt in den Behandlungsraum bei Ankunft, es hat einfach zwei pro Arzt. So sieht man fast nie direkt andere kranke Kinder und die Ansteckungsgefahr ist geringer.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Ich glaube, dass viel SN der Praxisorganisation liegt.

    Bei meinem alten Arzt hab ich selbst auf geplante Blutabnahmen eine Stunde gewartet. Termine immer 2-3 Stunden. Jetzt sowohl mit Termin als auch akut 20-30 Minuten (nach vorherigem Anruf, ohne bekommt man eben einen Termin am selben Tag). Im Ausnahmefall war es auch schon eine Stunde.

  • unterschiedlich. normalerweise rufe ich an und dann geht es recht flott, wenn ich dann komme 15 bis maximal 30 minuten oder so. ich hab aber auch schon erlebt, dass ich mit ziemlich krankem kind keine 5 minuten warten musste, weil alle nervös wurden, umgekehrt aber auch, dass ich 'ne stunde warten musste, weil ein anderer ziemlich zermatschter mensch in die praxis gestolpert kam und alles stehen und liegen gelassen wurde.


    ich nehm inzwischen immer ein buch oder was zu arbeiten mit.

  • Aber woher weiß man denn, wann man mehr akuttermine freihalten muss? Und wie macht man eine gute Anamnese, ohne sich "zu verplaudern"? Und wie bringt man Patienten dazu, ihre Termine einzuhalten, so dass man wirklich bedarfsgerecht alle 30 Minuten einbestellt und nicht alle 15 Minuten, um potentielle Lücken zu vermeiden, wenn mal wieder die Hälfte nicht kommt?

    Ich habe keine Ahnung. Aber ich vermute Hausärzte haben eine gewisse Erfahrung, " überbuchen tagsüber ein bisschen" ubd gehen im Optimalfall 30 Minuten früher nach Hause oder machen Papierkram.

  • Aber woher weiß man denn, wann man mehr akuttermine freihalten muss? Und wie macht man eine gute Anamnese, ohne sich "zu verplaudern"? Und wie bringt man Patienten dazu, ihre Termine einzuhalten, so dass man wirklich bedarfsgerecht alle 30 Minuten einbestellt und nicht alle 15 Minuten, um potentielle Lücken zu vermeiden, wenn mal wieder die Hälfte nicht kommt?

    Bei meinem Frauenarzt hatte ich mal einen Freitagmittagstermin. Ich kam pünktlich und wurde schon mit den Worten "Igel, heute dauerts länger!" empfangen.

    Grund war, dass der Erfahrung nach am Freitag oft Termine in der früh abgeblasen werden und man deshalb den Freitagskalender deutlich überbucht.

    Und an diesem Freitag hat nicht eine einzige Patientin abgesagt...


    Wann ein Hausarzt mehr Akuttermine freihalten sollte und wann es auch weniger tun, ist Erfahrungssache. Das spielt sich mit der Zeit ein.


    Mit "verplaudern" ist auch nicht die gründliche Anamnese gemeint, sondern, dass manche Patienten gerne erzählen. Und ein Besuch beim Arzt ist nunmal kein Kaffeekränzchen.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Die Grenze zwischen "gerne erzählen" und dem auch hier immer geforderten "den pt zu Wort kommen lassen, um ihn zu verstehen" ist wahrscheinlich schwer zu ziehen.


    Wenn die pt damit zufrieden sind, nach 3 Minuten mit AU und Rezept wieder draußen zu sein bekommt man das wahrscheinlich besser hin. Ist vielleicht auch bei Hausärzten auch anders.


    Ich scheitere immer an den pandorabüchsen, die sich mit pillepalle anmelden und dann aber irgendwas kompliziertes mitbringen. Und an der fehlenden kalkulierbakeit der Anzahl der pt. Und die akuten dazwischen brauchen dann eben schnell mal eine Stunde, solche langen Termine kann ich unmöglich freihalten. Terminvergabedingens sei dank....

  • Aber woher weiß man denn, wann man mehr akuttermine freihalten muss? Und wie macht man eine gute Anamnese, ohne sich "zu verplaudern"? Und wie bringt man Patienten dazu, ihre Termine einzuhalten, so dass man wirklich bedarfsgerecht alle 30 Minuten einbestellt und nicht alle 15 Minuten, um potentielle Lücken zu vermeiden, wenn mal wieder die Hälfte nicht kommt?

    Ich weiß leider nicht, wie genau die das machen.

    Allerdings sind dort sehr erfahrene Ärztinnenhelferinnen, die mit der Ärztin schon seit 25 Jahren in der Praxis sind und da klappt es einfach total gut. Die Praxis ist immer voll und die Ärztin nimmt sich Zeit. Richtig lange wartet man selten.

    Die Akutsprechstunde ist dort täglich zwischen 11 und 13 Uhr. Und wenn man anruft, dann bekommt man die Uhrzeit, also z.B. dass man um 11.45 Uhr da sein soll.

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    "Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut." Carolin Emcke


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  • 3min pro Arztbesuch? Das klingt extrem wenig.


    Ob man sich beim Arzt gehört fühlt, hat auch ganz viel mit simpler Psychologie zu tun. Zeit ist da nicht mal der hauptfaktor. Da hatte ich einige gute Gespräche zum Thema mit werdenden Ärzten.


    In Frankreich wurde man im 15min Takt bestellt für akute Sachen. In den USA je nach Arzt 10-15min.


    Ausserdem musste man einen ausgefallenen und nicht abgesagten Termin Bezahlen - 100Dollar etwa. Das reizt die Patienten natürlich an, die vereinbarten Termine auch wahrzunehmen.


    Hilfreich empfinde ich auch Erinnerungsanrufe, emails oder sms am Tag vorher.

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  • 3 min standardmäßig sind bestimmt nicht genug, aber ich persönlich brauche tatsächlich nicht mehr bei akuten Sachen, denn das ist dann meist altbekannte Migräne oder akuter virusbedingter Atemwegsinfekt. Da brauche ich eine AU (ab dem ersten Tag leider) und fertig, wie ich mich behandle weiß ich selbst.


    Erinnerungs-SMS für lange vorher arrangierte Termine finde ich auch hilfreich, gibt es hier aber nur für online gebuchte Termine und das machen nur wenige Ärzte.

    tt1c48ce.aspx
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  • den ausgefallenen Termin zu bezahlen fände ich auch gut, das würde die Planung immens erleichtern. Dann würde ich die neuen Patienten mit 30 Minuten einbestellt und könnte die wiederholer für 15 Minuten einplanen.


    In Deutschland ist das für die meisten Fachrichtungen leider verboten.

  • Aber woher weiß man denn, wann man mehr akuttermine freihalten muss? Und wie macht man eine gute Anamnese, ohne sich "zu verplaudern"? Und wie bringt man Patienten dazu, ihre Termine einzuhalten, so dass man wirklich bedarfsgerecht alle 30 Minuten einbestellt und nicht alle 15 Minuten, um potentielle Lücken zu vermeiden, wenn mal wieder die Hälfte nicht kommt?

    Ich habe keine Ahnung. Aber ich vermute Hausärzte haben eine gewisse Erfahrung, " überbuchen tagsüber ein bisschen" ubd gehen im Optimalfall 30 Minuten früher nach Hause oder machen Papierkram.

    Hier in der Schweiz werden nicht wahrgenommene Termine in Rechnung gestellt. Die Kasse übernimmt diese dann nicht und man muss sie selber zahlen. Je nach Praxis muss man Termine 24 bis 48 Stunden vorher absagen. Obwohl ich selbst bei kurzfristig abgesagten Terminen bisher noch nie eine Rechnung bekommen habe. Ich hatte immer gute Gründe, warum ich gerade nicht in die Praxis konnte. Das hat denen gereicht.


    Bei vielen Praxen auch mit der deutlichen Ansage, dass min bitte 15 Minuten vor dem Termin an der Anmeldung zu erscheinen hat. Wenn man zu spät ist, kann der Termin eventuell nicht mehr wahrgenommen werden. Wieder, ich denke, das wird mit Augenmass gehandhabt.


    Unsere Praxen vergeben Termine verschiedener Länge. Akuttermine sind normalerweise 15 Minuten, normale 30 Minuten, Vorsorge evtl. länger. Die Praxisangestellte macht eine kurze Anamnese am Telefon.


    Das Freihalten von Akutterminen machen die Praxen wohl nach Erfahrung: ein paar am Vormittag, ein paar am Nachmittag, oft auch vor und nach der Mittagspause und am Ende der Sprechstunde. Wenn keiner kommt, machen die Ärztinnen eben Bürokram, das müssen sie ja eh meist an den Randzeiten oder abends noch erledigen. Oder würden halt früher gehen. Ich müsste unsere Ärztinnen mal fragen, ich glaube, in der Realität kommt das eher selten vor.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • ich zahlte bisher nur beim Kiferorthopäden für verpasste Termine und zwar 150,- . Das ist recht happig.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • ich zahlte bisher nur beim Kiferorthopäden für verpasste Termine und zwar 150,- . Das ist recht happig.

    So viel hätte ich hier auch für eine verpassten Termin beim Kieferchirurgen zahlen müssen. Das tut dann schon weh.


    Am Donnerstag sind 5 nicht gekommen. Wäre ja ein schöner Zusatzverdienst...