Blut abnehmen - was ich schon immer mal wissen wollte

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  • Warum haben manche Menschen "gute" Venen und andere nicht?
    Warum "findet" man an einem Arm die Venen besser, als an dem anderen?
    Warum tut das Stechen manchmal weh, und manchmal nicht?
    Und warum tut nach dem Stechen manchmal der ganze Arm weh, obwohl das Stechen selbst okay war?

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Madrone, ich hatte in den letzten Monaten eine ganze Menge Blutabnahmen, und ob ich "gute" oder "schlechte" Venen habe, hing immer am medizin. Personal. Inzwischen glaube ich nicht mehr, dass ich schlechte Venen habe. Stattdessen kann ich am Gesichtsausdruck beim Blick auf meine Armbeuge ziemlich genau vorhersagen, ob der- oder diejenige treffen wird oder nicht.

    Mir ist aufgefallen, dass die Schwestern und Ärzte, die das gut können, nicht unbedingt gutes Licht brauchen. Die fühlen die Venen.

  • Ich hatte schon seit ich mich erinnern kann „gute“ Venen. Die sind einfach gut sichtbar und rutschen nicht leicht weg.


    Aber ich habe keine Ahnung weshalb.


    Als meiner Mittleren als Baby mal Blut abgenommen werden musste, hatte sie extrem „schlechte“ Venen, inzwischen ist es aber ähnlich wie bei mir.

  • Ja, ein bisschen ist das schon so. Ich freue mich schon immer, wenn ich im Labor eine bestimmte Person bekomme, weil ich weiss, dass sie "gut sticht".

    Aber vor einigen Jahren, als mir noch eher selten Blut abgenommen werden musste, hat jede Person sofort getroffen, es war nur mehr oder weniger schmerzhaft und ich habe auch manchmal "Komplimente" für meine Venen bekommen. Inzwischen muss jede Person suchen, auch die guten. Und als ich im Krankenhaus war und mein Allgemeinzustand richtig übel, da war es fast unmöglich, Blut abzunehmen, und endete jedesmal in einer Tortur mit mehreren Löchern und riesigen blauen Flecken.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Bei mir spielt das Desinfektionsmittel eine Rolle, ob der Stich schmerzhaft ist oder nicht. Glaub ich zumindest. Teilweise brennt es mir den ganzen Arm hoch, wenn gestochen wird. Den Stich selber spüre ich kaum.

  • Und als ich im Krankenhaus war und mein Allgemeinzustand richtig übel, da war es fast unmöglich, Blut abzunehmen, und endete jedesmal in einer Tortur mit mehreren Löchern und riesigen blauen Flecken.

    Ich könnte mir vorstellen, dass bei schlechtem Allgemeinzustand das Problem aus zu viel Flüssigkeit im Gewebe und zu wenig Druck in den Blutgefäßen besteht.

    Außerdem ist wohl auch viel Unterhautfettgewebe schwierig - das ist zum Beispiel das Problem bei Babys.

  • zu viel Flüssigkeit im Gewebe und zu wenig Druck in den Blutgefäßen besteht.

    die Aztin sagte, es liegt daran, dass dann vordringlich die Körpermitte versorgt wird, wo die Organe sind.
    Der Druck in den Blutgefässen, ist der denn wohl zu beeinflussen? Durch den Trainingszustand zum Beispiel?
    Unterhautfettgewebe ist auch ein Problem? Also ist es leichter, bei schlanken Menschen Blut abzunehmen?

    Bei mir spielt das Desinfektionsmittel eine Rolle, ob der Stich schmerzhaft ist oder nicht.

    Stimmt, manchmal brennt es, aber das ist ein anderer Schmerz als "schlecht gestochen". Und wenn der Arm hinterher wehtut, fühlt sich das auch nochmal anders an. Ich habe mich gefragt, ob es was damit zu tun hat, wie (lange/fest/winkel?) nachher auf die Wunde gedrückt wird?


    Aber woran liegt es nun, dass manche Leute "gut" stechen und es nicht wehtut? Also: was machen die richtig?
    Ich weiss aus Erfahrung, dass ausatmen während des Stechens auf jeden Fall hilft, aber manchmal tut es trotzdem weh.

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    (alice walker)

  • Also ist es leichter, bei schlanken Menschen Blut abzunehmen?

    Ich vermute: Ja.

    Aber woran liegt es nun, dass manche Leute "gut" stechen und es nicht wehtut? Also: was machen die richtig?

    Ich nehme mal an, dass niemand so schlecht im Blut abnehmen ist, dass er dabei Nervenbahnen oder bekannt besonders empfindliche Stellen erwischt. Deswegen denke ich, dass es die Frage ist, wieviel Gewebe man beim Einstechen kaputt macht.


    Wie beim Zwiebelschneiden auch: Mit einem scharfen Messer und schnell im richtigen Winkel macht gleich den gewünschten Schnitt und wenig in der Umgebung kaputt.


    Also wenn beim Blutabnehmen der Pieks selber sehr schnell geht und das einfache Bewegen in der Haut oder in der Vene sehr langsam, das würde ich jetzt mal vermuten dass es am wenigsten schmerzhaft ist.

  • Bei mir spielt das Desinfektionsmittel eine Rolle, ob der Stich schmerzhaft ist oder nicht.

    Stimmt, manchmal brennt es, aber das ist ein anderer Schmerz als "schlecht gestochen". Und wenn der Arm hinterher wehtut, fühlt sich das auch nochmal anders an. Ich habe mich gefragt, ob es was damit zu tun hat, wie (lange/fest/winkel?) nachher auf die Wunde gedrückt wird?


    Aber woran liegt es nun, dass manche Leute "gut" stechen und es nicht wehtut? Also: was machen die richtig?
    Ich weiss aus Erfahrung, dass ausatmen während des Stechens auf jeden Fall hilft, aber manchmal tut es trotzdem weh.

    bezüglich brennen hilft bei mir, wenn nach dem Desinfizieren kurz gewartet wird mit dem Stechen.

  • Mein sehr schlankes Kind hatte immer Schwierigkeiten bzw das Personal, die Vene zu finden. Wobei sich die "Blutabnahme-Schwestern" im Labor KKH deutlich weniger aufgeregt haben als die Schwestern beim Kinderarzt, kann also durchaus auch eine Rolle spielen.


    Bei mir selbst gibt es nie Probleme, aber ich muss auch nicht oft.

  • Ich nehme mal an, dass niemand so schlecht im Blut abnehmen ist, dass er dabei Nervenbahnen oder bekannt besonders empfindliche Stellen erwischt.

    Doch genau das ist mir schon mehrmals passiert. Und ich bin da auch nicht die einzige. Seit dem ersten Mal passiert es leider immer wieder. Das fühlt sich an wie Feuer, dass den Arm lang schiesst, und hielt lange an, ausserdem war ein Teil meiner Hand taub. Es ist selten, aber nicht unbekannt zB https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5403734/



    Seither bitte ich um dünne Nadeln, dann wird mir gesagt, dass es dann laenger dauert, aber das ist ok so. Es dauert tatsaechlich laenger, tut aber weniger weh.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • also ich habe (besonders am rechten Arm) eine richtig gute Vene, dh die finden wirklich alle. (Mir hat mal ein Arzt gesagt, "mit diesen Venen können sie sich ja selbst stechen"#cool) Wie "weh" es dann tut, hängt von der Routine des Stechenden ab, da merke ich schon einen Unterschied.

    #rose Sohn (2/92), Sohn (2/97), Tochter (8/01)


    "Das Vorhandensein eigener Kinder, unabhängig von ihrer Zahl, stört die Reinheit des theoretisch-pädagogischen Denkens erheblich"
    G. Laub

  • Ich sage und zeige den Punkt, wo man gut reinstechen kann. Wenn auf mich gehört wird, habe ich gute Venen, da es dort es gut geht, wenn ich ignoriert werde und der andere Arm genommen wird, habe ich sehr schwache, schlechte Venen.

  • Meine Beobachtungen bezüglich der Venenpunktion sind, dass "gute Venen" ,beziehungsweise "einfaches Blutabnehmen" viel von der Flüssigkeitsmenge, also ob die Person ausreichend getrunken hat, abhängt, das Blut ist dann "dünner", fließt besser. Und natürlich auch von individuellen körperlichen Gegebenheiten. Bei sehr alten Menschen findet man oft die sog. Rollvenen (durch ein lockeres Bindegewebe neigen die Venen zum seitlichen Verrutschen), je nach Körperfülle sind sie leicht oder schwer zu sehen/zu tasten, oft, aber nicht immer sind bei schlanken Menschen die Venen leichter zu sehen/tasten da sie von weniger Unterhautfettgewebe umgeben sind. Wärme steigert die Durchblutung und kann das Finden erleichtern, Muskelaktivität, also das "pumpen/Faust machen" und der Blutdruck ebenfalls. Ich habe gelernt dass Patientinnen oft am besten wissen, welche Stelle am ehesten funktioniert. Gerade wenn sie als "schwieriger Fall" gelten haben sie sich gemerkt, wie sie die unangenehme Prozedur am schnellsten hinter sich bringen können #ja

    Die Oberhaut ist am meißten von Nerven durchzogen, der erste Piks ist z.B. an der Hand schmerzhafter als in der Armbeuge, Desinfektionsmittel wird oft nicht ausreichend abgewischt und dann brennt es, ich nehme gerne ein Mittel welches auch für Schleimhäute geeignet ist (Octenisept zb enthält einen Alkohol der nicht oder kaum brennt). Damit der erste Einstich nicht so schmerzhaft empfunden wird, hilft, wie Madrone sagte, das Ausatmen (ablenken) und die Haut um die Vene etwas zu spannen und eine möglichst dünne Nadel. Nach der Blutabnahme verhindert das Drücken auf die Punktionsstelle dass Blut aus der Vene ins umliegende Gewebe fliessen kann und wirkt somit dem "blauen Fleck entgegen. Warum es nach dem "schlechten Stechen" mehr weh tut, kann vielleicht damit zusammen hängen, das die Punktion zu langsam und nicht zielgerichtet (rumprobieren) ausgeführt wurde und da durch (mehr) Mikroverletzungen entstanden sind. Anfangs habe ich auch zu zaghaft gestochen und nicht tief genug. Das war bestimmt nicht angenehm für meine unfreiwilligen Blutspenderinnen #schäm

  • mein Hebamme hat es in allen Schwangerschaften immer super hinbekommen. So krass... vorher und nachher war es immer eine halbe Katastrophe. Mit gefühlt unendlich viele Versuchen.


    Was bei mir gar nicht ging (auch bei der Hebamme nicht) war das Blutbnehmen beim großen Zuckertest. Vorher nichts gegessen... die hat so lange probiert und überall wo man es versuchen konnte... letztlich haben wir den Test abgesagt.


    Also der Blutdruck und ab man vorher was gegessen hat etc. spielt ggf. auch eine Rolle.

  • Zusätzlich zu körperlicher Verfassung (viel/wenig getrunken, Kreislauf, BMI usw.) gibt es anscheinend noch eine Veranlagungs-Komponente. Denn meine Mutter und ich haben/hatten eine ähnliche körperliche Statur, und bei ihr war Blutabnehmen *immer* die absolute Katastrophe (also egal, ob "nur so" abgenommen wurde, wenn sie in gutem Zustand war, oder ob es im Zusammenhang mit ihrer Krebsbehandlung war, wo vielleicht der Kreislauf o.ä. mal nicht so top waren). Ich habe bei ihren Schilderungen immer mitgelitten. Einmal hat wohl jemand eine Sehne für ein Blutgefäß gehalten und da dran rumgekratzt, häufig mussten drei Leute probieren (die immer mit dem Spruch aufliefen: "ich habe noch bei jeder Blut bekommen"), bis sie zu der Erkenntnis kamen, dass es doch besser jemand macht, die/der dafür bekannt ist, ein Händchen dafür zu haben (da ging es dann aber meistens ganz passabel).


    Meine Venen sind so klasse, die sieht man schon prima ohne dass Blut angestaut werden müsste. Das würde ich bestimmt sogar selber schaffen, die zu treffen. Bei mir hat auch jede*r beim ersten Mal getroffen.

    Stimmt, manchmal brennt es, aber das ist ein anderer Schmerz als "schlecht gestochen". Und wenn der Arm hinterher wehtut, fühlt sich das auch nochmal anders an. Ich habe mich gefragt, ob es was damit zu tun hat, wie (lange/fest/winkel?) nachher auf die Wunde gedrückt wird?

    Das hat montaine ja schon erläutert, aber bei mir hat das in der Tat einen großen Einfluss. Denn wenn ich nicht wirklich die angewiesene Minute echt fest drücke, läuft das Blut ins Gewebe, und dann tut es am ersten Tag weh, und ab dem zweiten Tag habe ich einen voll fetten blauen Fleck.

    Aber woran liegt es nun, dass manche Leute "gut" stechen und es nicht wehtut? Also: was machen die richtig?

    Das wüsste ich auch gerne. Aber zum Glück weiß man das ja anscheinend in jedem KH, wer das tatsächlich gut kann, und wer nur schaumschlägert.... Wäre schön, wenn man Patient*innen vielleicht schon nach dem ersten erfolglosen Versuch glauben würde, dass es bei ihnen schwierig ist, und dann diese Personen ranließe...

    Ich nehme mal an, dass niemand so schlecht im Blut abnehmen ist, dass er dabei Nervenbahnen oder bekannt besonders empfindliche Stellen erwischt.

    Äh, doch, bei meiner Mutter schon - siehe oben...

    Die Oberhaut ist am meißten von Nerven durchzogen, der erste Piks ist z.B. an der Hand schmerzhafter als in der Armbeuge, Desinfektionsmittel wird oft nicht ausreichend abgewischt und dann brennt es, ich nehme gerne ein Mittel welches auch für Schleimhäute geeignet ist (Octenisept zb enthält einen Alkohol der nicht oder kaum brennt). Damit der erste Einstich nicht so schmerzhaft empfunden wird, hilft, wie Madrone sagte, das Ausatmen (ablenken) und die Haut um die Vene etwas zu spannen und eine möglichst dünne Nadel.

    Das kann ich mir gut vorstellen, dass unterschiedliche Körperstellen unterschiedlich empfindlich sind. Aber bei mir wird immer in der Armbeuge abgenommen, und auch da variiert es zwischen "habe ich gar nicht bemerkt" und "naja, das möchte ich nicht dauernd haben". Da fände ich es schon spannend, wie das geht, dass man in den Körper stechen kann, ohne dass man *irgendwas* merkt. Hatte ich auch schon mal bei einer Impfung - und die ging ja richtig rein... Ich denke, eine dünne Nadel dürfte da eine Voraussetzung sein. Aber bestimmt nicht die einzige.

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Vielleicht ist die Kombination aus Nadelstärke, Einstichgeschwindigkeit und der Winkel (30 Grad) entscheidend? Wenn nicht zügig gestochen wird, tut es auch stärker weh. Ganz wichtig ist auch, darauf zu achten dass die Nadel richtig herum gedreht, also mit dem Schliff nach oben eingestochen wird. Natürlich sind wir Menschen auch unterschiedlich schmerzempfindlich. Ich habe festgestellt dass auch beim Subcutan Injizieren ,zB bei der Thromboseprophylaxe, die Einstichgeschwindigkeit wichtig ist und der empfundene Schmerz größer, wenn es langsam durchgeführt wird,


    ... Auf die Patient/innen hören, Gesagtes annehmen können anstatt sich für unfehlbar halten ("ich hab noch bei Jedem Blut abnehmen können") ist immer der bessere und meist effektivere Weg #ja


  • Und warum tut nach dem Stechen manchmal der ganze Arm weh, obwohl das Stechen selbst okay war?

    Das ist meistens der Fall, wenn entweder das Gefäß blöd angeritzt wurde oder nicht gut genug draufgedrückt wurde. Dann gibts in der Tiefe (nicht zwangsläufig zu sehen) nen Bluterguß den man grad in der Ellbeuge weil da nicht so viel Platz dafür ist mehr als deutlich spürt. Richtig fest und lang draufdrücken (und zwar sofort mit nem Tupfer nach dem Nadel-rausziehen, nicht erst nach ausführlich Pflaster draufkleben) wirkt da oft Wunder.


    Ja, ein bisschen ist das schon so. Ich freue mich schon immer, wenn ich im Labor eine bestimmte Person bekomme, weil ich weiss, dass sie "gut sticht".

    Aber vor einigen Jahren, als mir noch eher selten Blut abgenommen werden musste, hat jede Person sofort getroffen, es war nur mehr oder weniger schmerzhaft und ich habe auch manchmal "Komplimente" für meine Venen bekommen. Inzwischen muss jede Person suchen, auch die guten. Und als ich im Krankenhaus war und mein Allgemeinzustand richtig übel, da war es fast unmöglich, Blut abzunehmen, und endete jedesmal in einer Tortur mit mehreren Löchern und riesigen blauen Flecken.

    Beim Blutabnehmen wird ja ne Verletzung gesetzt, d.h. es gibt Mini-Narben in der Unterhaut und in der Gefäßwand. Nicht schlimm, aber lenkt halt u.U. die Nadel ab oder erzeugt nen kleinen WIderstand der es schwieriger macht durchzukommen.


    Bei mir spielt das Desinfektionsmittel eine Rolle, ob der Stich schmerzhaft ist oder nicht. Glaub ich zumindest. Teilweise brennt es mir den ganzen Arm hoch, wenn gestochen wird. Den Stich selber spüre ich kaum.

    Oooooh ja. Ich liebe dieses Zeitmangel-Schnell-gesprüht-und-sofort-gepiekt wahnsinnig. Abgesehen davon, dass die Desinfektion somit auch für die Katz ist wenn die Einwirkzeit nicht eingehalten wird kommen damit auch Minitröpfchen vom Desinfektionsmittel mit der Nadelspitze ins Gewebe wo sie einfach reizen weil sie dafür nicht gemacht sind. Und dann brennts richtig heftig und strahlt auch aus.

    Richtig wäre erst kurz einwirken lassen und ggf. Restflüssigkeit steril abzuwischen.


    die Aztin sagte, es liegt daran, dass dann vordringlich die Körpermitte versorgt wird, wo die Organe sind.
    Der Druck in den Blutgefässen, ist der denn wohl zu beeinflussen? Durch den Trainingszustand zum Beispiel?
    Unterhautfettgewebe ist auch ein Problem? Also ist es leichter, bei schlanken Menschen Blut abzunehmen?

    Einfach genug Flüssigkeit, das ist das Wichtigste. Und nein, ob dick oder dünn hat überhaupt keinen EInfluss meiner Erfahrung nach. Eher im Gegenteil manchmal weil viele dünne Menschen eher niedrigen Blutdruck haben und das dei Gefäßwand eher nachgeben lässt als ein normaler oder etwas höherer (wie bei nem Luftballon, da kommt man in nen schon etwas schlaffen auch schlechter rein als in nen frisch prall aufgeblasenen).

    Aber woran liegt es nun, dass manche Leute "gut" stechen und es nicht wehtut? Also: was machen die richtig?
    Ich weiss aus Erfahrung, dass ausatmen während des Stechens auf jeden Fall hilft, aber manchmal tut es trotzdem weh.

    Hauptsächlich Schnelligkeit und Winkel. Wenn zu zaghaft (automatisch langsam) gestochen wird oder aber zu hektisch (und dabei der Winkel missachtet) tuts mehr weh. Und natürlich auch zu nem gewissen Grad die Ausstrahlung/das psychologische Geschick. Ist der Patient angespannt, verkrampt er unbewusst die Muskeln und die Nadel kommt nicht mehr so leicht rein bzw. es wird evtl. auch das Gefäß vom Muskel "geschützt" also etwas verschoben - und schon geht das Pulen an.


    Ich sage und zeige den Punkt, wo man gut reinstechen kann. Wenn auf mich gehört wird, habe ich gute Venen, da es dort es gut geht, wenn ich ignoriert werde und der andere Arm genommen wird, habe ich sehr schwache, schlechte Venen.

    Oooooh ja. Jeder springt sofort auf meine gut sichtbare rechte Vene - die aber schon immer bei Nadelkontakt wegrutscht. Aber die Ärzte und Helferinnen sind begeistert: Die ist ja sooooo super. Ein TEil der Ärzte/Helferinnen glaubt mir wenn ich sag der andere ist besser. Inzwischen hab ich gelernt, dass das Wort "Rollvene" einen Großteil der "Nee, glauben Sie mir, ich treff jede Vene" davon überzeugt doch die andere Seite (mit nur schwach sichtbarer, aber super brav zu punktieren). Beim Rest bin ich inzwischen rigoros mit "Nein, ich lass mich an dem Arm nicht stechen, punkt. Nur links, Ende der Diskussion. "


    Meine Beobachtungen bezüglich der Venenpunktion sind, dass "gute Venen" ,beziehungsweise "einfaches Blutabnehmen" viel von der Flüssigkeitsmenge, also ob die Person ausreichend getrunken hat, abhängt, das Blut ist dann "dünner", fließt besser. Und natürlich auch von individuellen körperlichen Gegebenheiten. Bei sehr alten Menschen findet man oft die sog. Rollvenen (durch ein lockeres Bindegewebe neigen die Venen zum seitlichen Verrutschen), je nach Körperfülle sind sie leicht oder schwer zu sehen/zu tasten, oft, aber nicht immer sind bei schlanken Menschen die Venen leichter zu sehen/tasten da sie von weniger Unterhautfettgewebe umgeben sind. Wärme steigert die Durchblutung und kann das Finden erleichtern, Muskelaktivität, also das "pumpen/Faust machen" und der Blutdruck ebenfalls. Ich habe gelernt dass Patientinnen oft am besten wissen, welche Stelle am ehesten funktioniert. Gerade wenn sie als "schwieriger Fall" gelten haben sie sich gemerkt, wie sie die unangenehme Prozedur am schnellsten hinter sich bringen können #ja

    Die Oberhaut ist am meißten von Nerven durchzogen, der erste Piks ist z.B. an der Hand schmerzhafter als in der Armbeuge, Desinfektionsmittel wird oft nicht ausreichend abgewischt und dann brennt es, ich nehme gerne ein Mittel welches auch für Schleimhäute geeignet ist (Octenisept zb enthält einen Alkohol der nicht oder kaum brennt). Damit der erste Einstich nicht so schmerzhaft empfunden wird, hilft, wie Madrone sagte, das Ausatmen (ablenken) und die Haut um die Vene etwas zu spannen und eine möglichst dünne Nadel. Nach der Blutabnahme verhindert das Drücken auf die Punktionsstelle dass Blut aus der Vene ins umliegende Gewebe fliessen kann und wirkt somit dem "blauen Fleck entgegen. Warum es nach dem "schlechten Stechen" mehr weh tut, kann vielleicht damit zusammen hängen, das die Punktion zu langsam und nicht zielgerichtet (rumprobieren) ausgeführt wurde und da durch (mehr) Mikroverletzungen entstanden sind. Anfangs habe ich auch zu zaghaft gestochen und nicht tief genug. Das war bestimmt nicht angenehm für meine unfreiwilligen Blutspenderinnen #schäm

    Vielleicht ist die Kombination aus Nadelstärke, Einstichgeschwindigkeit und der Winkel (30 Grad) entscheidend? Wenn nicht zügig gestochen wird, tut es auch stärker weh. Ganz wichtig ist auch, darauf zu achten dass die Nadel richtig herum gedreht, also mit dem Schliff nach oben eingestochen wird. Natürlich sind wir Menschen auch unterschiedlich schmerzempfindlich. Ich habe festgestellt dass auch beim Subcutan Injizieren ,zB bei der Thromboseprophylaxe, die Einstichgeschwindigkeit wichtig ist und der empfundene Schmerz größer, wenn es langsam durchgeführt wird,


    ... Auf die Patient/innen hören, Gesagtes annehmen können anstatt sich für unfehlbar halten ("ich hab noch bei Jedem Blut abnehmen können") ist immer der bessere und meist effektivere Weg #ja

    Bei Dir unterschreib ich einfach mal komplett.


    Als besonders schimm übrigens empfind ich diese "tollen" Vacutainer-Kanülen. Es gibt Helferinnen, die diese (verbotenerweise #angst vorher biegen um den Winkel besser hin zu kriegen, dann gehts noch (dicke Kanüle tut immer etwas mehr weh, aber bei manchen Blutuntersuchungen muss das einfach sein, dann muss man da halt durch). Aber mit gerader Kanüle ist es eh schon heftig. Und wenn dann noch das Röhrchen (mit dem nötigen Druck, ohne klappts nicht) gewechselt wird ohne die Kanüle richtig gut festzuhalten dabei - dann geh selbst ich gern mal durch die Decke. Und wenn der Halbgott in weiß (sowas hab ich bisher glaub ich echt nur bei Ärzten erlebt und auch nur bei denen, die von ihrer ganzen Art schon mehrere Meter übern Boden geschwebt sind) auf das "Au!" genervt reagiert und das Röhrchen um endlich fertig zu werden noch schneller draufstopft als normal gibts auch ab und zu mal den Spaß, dass man dann nochmal neu stechen muss. Weil die Nadel nämlich auf der anderen Seite vom Gefäß wieder rauskommt. Besonders schön, die nächsten zwei Wochen hat man dann ein dickes blaues Ei in der Ellbeuge.


    Ich frag inzwischen immer, ob wenns Vacutainer-System ist mit Butterfly abgenommen werden kann. Dauert zwar länger, aber ist wesentlich angenehmer. Schon beim Stechen, aber erst recht beim Röhrchenwechsel. Da ist nämlich ein kleiner Schlauch dran, also kein Druck aufs Gefäß beim Wechsel.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Apropos Druck aufs Gefäß:

    Besonders geliebt habe ich es, wenn die MFA zuerst mit dem Tupfer feste gedrückt und danach erst die Nadel rausgezogen hat #haare#haare#haare

    Wie kann man nur so frei von Logik sein???

    Die ist zum Glück nicht mehr da, ich will auch nicht wissen, wo sie jetzt ist.

  • Apropos Druck aufs Gefäß:

    Besonders geliebt habe ich es, wenn die MFA zuerst mit dem Tupfer feste gedrückt und danach erst die Nadel rausgezogen hat #haare#haare#haare

    Wie kann man nur so frei von Logik sein???

    Die ist zum Glück nicht mehr da, ich will auch nicht wissen, wo sie jetzt ist.

    Das habe ich auch ein paar Mal erlebt, Ich dachte, da sei irgendein magischer Trick dahinter, den ich nicht begreife. Ist das falsch?