Gestern angespuckt worden - Corona-Test? Wenn ja wann?

  • Gestern saß ich mit meinen Kindern auf einer Bank bei einem Pokemon Go Arena Kampf. Die Arena ist neben der Notunterkunft für Obdachlose mit Kindern, derzeit von ein paar etwas schwierigen Familien bewohnt. Zwei Kinder aus der Unterkunft (beide von der Schule meines Kleinen) kamen über den Zaun nach draußen geklettert und versteckten sich in unsere Nähe. Wir waren auf unseren Kampf fokussiert und haben nicht bemerkt, wie die sich von hinten an unsere Bank anschlichen. Als ich es Rascheln hörte, drehte ich mich um - und bekam eine Ladung Spucketröpfchen ins Gesicht. Ich war so erschrocken, dass ich gar nix gesagt habe, wir haben die Arena eingenommen und sind dann los.


    Die Kinder haben uns noch fast bis zu Hause verfolgt und fanden es superlustig, dass wir Angst vor weiteren Spuckattacken hatten.


    Ich habe ehrlich gesagt Angst vor Corona. Gerade in überfüllten Notunterkünften ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder infiziert sein könnten, wahrscheinlich größer als anderswo. Oder?


    Was jetzt? Morgen den Hausarzt um Test anbetteln? Beim Gesundheitsamt fragen, ob die Notunterkunft ein HotSpot ist? Einfach hoffen, dass keine Symptome kommen?


    Und dann wird eines dieser Kinder ab Juni mit meinem in einem Klassenzimmer sitzen. Mein Sohn hat jetzt Angst vor dem. Kann ich wegen so einer Lappalie die Schule bitten, die Kinder in getrennte Gruppen zu stecken?


    Es ist nur Spucke. Eklig, aber eigentlich harmlos. Aktuell finde ich es aber wirklich beängstigend. #crying

  • Beim Gesundheitsamt fragen, ob die Notunterkunft ein HotSpot ist

    #knuddelwenn Du magst. Ich verstehe Dich gut, finde das auch supereklig, auch in "normalen" Zeiten.

    Das s. oben würde ich versuchen zu erfahren. Ein Test ist noch nicht sofort sinnvoll, wenn Du angesteckt worden bist braucht das noch Zeit, bis der Test positiv wird. Das müsste Dir aber auch das Gesundheitsamt sagen können, ab wann Du getestet werden solltest. Ich drücke Dir die Daumen, dass nix ist.

  • Für mich wäre das ganz klar ein Grund zur Anzeige. Auch, wenn am Schluss nicht viel bei rumkommt. Ich würde mich da wehren wollen und wüsste nicht wie es anders möglich ist.

    Dann würde ich in der Schule verlangen und nicht bitten, dass mein Kind nicht in die gleiche Gruppe kommt wie das andere Kind. Ich würde versuchen sehr freundlich aber auch bestimmt auftreten.


    Puh, was für eine blöde Situation. Es tut mir leid, dass euch sowas passiert ist und ich stufe anspucken in der heutigen Zeit als schwere Körperverletzung ein.


    Das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung und ich weiß nicht, ob dir das hilft.

  • Also dass die Notunterkunft ein Hotspot ist muss nicht sein. WENN jemand infiziert ist, machts schneller die Runde. mit so viel Menschen auf einem Haufen, das natürlich schon.


    Gesundheitsamt ist die Frage, ob die was sagen dürfen. Vermutlich eher nciht falls es so ist. WEnn nicht, können sie Dich beruhigen. Aber dass da nicht doch ein paar bisher unbekannt Infizierte dabei sind können die auch nciht ausschließen. Außer es wäre grad erst ne Routine-Reihentestung gewesen (wird zwischendurch in vielen Einrichtungen einfach so mal gemacht hab ich neulich gelesen um der Fürsorgepflicht für die eng aufeinander lebenden Menschen nachzukommen.)


    Test macht erst allerfrühestens in ner Woche Sinn. Zu früh ist er eh noch negativ. Inkubationszeit sind 5 - 14 Tage. Und selbst in den ersten symptomatischen Tagen ist er noch nciht zwingend zuverlässig positiv. Dazu brauchts ja ne gewisse Menge Virus damit der Test den nachweisen kann.


    Sowas ekliges, ich würde da schon im Normalzustand die Krise kriegen (aber gut, als Krankenschwester hätt ich da alle möglichen anderen Sachen auch noch im Kopf wie Hepatitis A und Ähnliches, von daher ist das für mich immer hochgradiges No-Go.

    Scheint aber grad in bildungsfernen Schichten ein tolles Spiel zu sein. Ich hab kürzlich auch am Kiosk zwei kleine Jungs (ich tipp Kindergartenalter beide, der Große vielleicht auch schon 1. Klasse) beobachtet, wie die mit Strohhalmen bewusst andere Kinder angepustet bzw. angespuckt haben. So kräftig feucht durchgeblasen dass die Tröpfchen sichtbar den Kids ins Gesicht geflogen sind. Die Mutter hats gekonnt ignoriert, obwohl die anderen Kids sich beschwert haben (scheinen irgendwie zusammengehört zu haben, sind später mehrer Erwachsene mit dem ganzen Kinderpulk weitergezogen).


    Rein vom medizinischen her dürfte das Risiko kleiner sein wenn Du wirklich NUR die Spucketröpfchen im Gesicht hattest und weder direkt dabei eingeatmet noch mit den Fingern ins Gesicht und dann an die Nase gefasst hast im Vergleich zu dem längeren, feinen Aerosolnebel der durch längere GEspräche in geschlossenen Räumen z.B. stattfinden. Die Viren müssen ja in Nase oder Rachen kommen, über die Haut ist die Ansteckung eher unwahrscheinlich. Aber ganz ausschließen würd ichs auch nciht. Versteh das mulmige Gefühl.



    Ich glaub, ich würde morgen früh im GEsundheitsamt anrufen, denen die Sache schildern und einfach um Rat fragen.


    Und bzgl. Schule - na klar. Man kann ja immer Wünsche angeben mit wem man in die Klasse will. Und da kann man auch sagen, dass das Kind vom betreffenden massiv geärgert wird schon jetzt und man bitte möchte, dass die Kinder in unterschiedliche Klassen kommen.

    Hast Du daheim gleich gründlichst alles mit Seife gewaschen? Das ist das Wichtigste.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • das ist nicht "nur" spucke, das wird auch meines wissens nach gesondert behandelt rechtlich. vielleicht wäre es eine überlegung, mal bei der polizei nachzufragen, wo man diesen angriff zumindest aktenkundig machen kann (vielleicht ist da auch das jugendamt eine anlaufstelle?). sowas sollte massive konsequenzen haben, finde ich.


    ich würde einen test machen lassen, aber der bringt jetzt vermutlich noch nicht so viel, wenn der vorfall gestern erst war. zum hausarzt gehen finde ich daher schon allein wegen der info eine gute idee.

    die schule würde ich sofort kontaktieren, noch vor den ferien, und tatsächlich darum bitten, möglichst deinen sohn von dem betreffenden fernzuhalten. die "lieben kleinen" haben übrigens glück, dass sie bei dir gelandet sind und nicht bei jemandem, der diese massive gewalt (nichts anderes ist anrotzen, zumal in dieser zeit) nicht analog beantwortet hätte. kann mir vorstellen, dass da leute auch ausrasten könnten...


    tut mir extrem leid für euch, und ich hoffe, ihr könnt vom HA beruhigt werden. ich rege mich grad voll auf...


    lg patrick

  • Für mich wäre das ganz klar ein Grund zur Anzeige. Auch, wenn am Schluss nicht viel bei rumkommt. Ich würde mich da wehren wollen und wüsste nicht wie es anders möglich ist.

    Dem stimm ich zu. Passieren wird nix, grade bei so kleinen Kindern die ja eh noch nciht strafmündig sind. Aber die Eltern werden ne klare Ansage bekommen (ob die dann was bringt ist die Frage) und es setzt zumindest ein Signal "Stopp, das geht überhaupt nicht, das ist kein Spaß"

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • das ist nicht "nur" spucke, das wird auch meines wissens nach gesondert behandelt rechtlich. vielleicht wäre es eine überlegung, mal bei der polizei nachzufragen, wo man diesen angriff zumindest aktenkundig machen kann (vielleicht ist da auch das jugendamt eine anlaufstelle?). sowas sollte massive konsequenzen haben, finde ich.

    Bei Erwachsenen wär es in der Situation aktuell versuchte Körperverletzung. Bei nem Kind wird nix passieren aber ja - zumindest aktenkundig machen und ne klare Ansage von Seiten der Polizei an die Eltern bzw. Weiterleitung an die Stelle, die das Heim betreut weil die auf ihre Leute doch oft etwas besser einwirken können als Außenstehende.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Ich würd da auch eine klare Ansage machen. Notfalls mit Polizei. Und mal schauen, ob du einen Ansprechpartner findest, der über die Covid-Situation in diesem Heim Bescheid weiß.

  • Ich würd da auch eine klare Ansage machen. Notfalls mit Polizei. Und mal schauen, ob du einen Ansprechpartner findest, der über die Covid-Situation in diesem Heim Bescheid weiß.

    Das wäre auch mein Vorgehen.

    Das geht ja echt gar nicht. Zudem würde ich das in der Schule ansprechen. Vielleicht können sie die Gruppen tauschen

  • Polizei habe ich auch überlegt, aber die können nichts tun. Manchmal bringen die ein paar dauerschwänzende Kinder aus dem Heim in die Schule, das JA beobachtet mehrere Familien dort, aber im Grunde passiert nichts. Und ich als Elternsprecherin der Grundschule kämpfe immer dafür, diese Kinder nicht auszugrenzen und keine Vorurteile zu haben - jetzt komme ich und zeige Zweitklässler an? Das hätte nur zu Folge, dass mein Kind Zielscheibe dieser Kinder wird. (Ein anderes Kind aus dem Obdachlosen-Heim ist von der Schule geflogen, nachdem es meinen Großen zusammengeschlagen hatte. Das wurde meinem Großen bis zu dessen Übertritt auf die Weiterführende verübelt.)


    Ich frage mal im Gesundheitsamt nach. Vll kaufe ich sicherheitshalber vorher noch etwas ein - die stellen einen angeblich schnell mal unter Quarantäne in dieser Stadt.

    Oder ich frage das DRK, das diese Unterkunft betreut.


    Menno, warum passiert so überflüssiger Scheiß?

  • DRK ist ne gute Idee. Auch bzgl. der Sache an sich, vielleicht kommen die eher an die Leute ran mit Vernunft

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Bioschnitte, das finde ich ja auch absolut obereklig und vermutlich auch etwas beunruhigend.


    Auf die Idee, das Kind bei der Polizei anzuzeigen, käme ich trotzdem nicht. Die Idee finde ich ehrlichgesagt etwas befremdlich (obwohl ich selbst schon mal ein sechsjähriges Kind angezeigt habe, das an Silvester mit einer Pistole ein explodierendes Geschoss durch ein offenes Dachfenster in das Badezimmer geschossen hat, in dem ich mich gerade befand).


    Aber die Idee, beim DRK diesen Vorfall zu schildern, finde ich gut. Das würde ich wohl auch machen, und darauf dringen, dass jemand von denen, die dort regelmäßig an den Bewohner*innen dran sind, mit dem Kind (oder zumindest den Eltern) spricht und denen klar macht, dass so etwas kein Witz ist.


    Falls ich einen Test machen würde, würde ich den nicht gleich heute machen, sondern in ein paar Tagen.


    Alles Gute!

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich unterschreibe bei Huehnchen, nachdem ich länger herumgehirnt habe, wie ich mich ausdrücke. Ich teile zwar nicht das Silverster-Erlebnis, aber den Rest sehe ich genauso. Den Test würde ich persönlich nicht machen.

    Viele Grüsse,
    Rocio mit Oktober07-Mädel, Oktober09-Bub und April11-Knaben

  • Ich würde mich auch nicht in Form einer Anzeige an die Polizei wenden. Sondern ich würde den Vorfall schildern und sie bitten, mal ernst mit den betreffenden Kindern und deren Eltern zu sprechen. Normalerweise würde ich darum die Lehrerin oder die Eltern (die als erstes, wenn sie zugänglich sind) bitten. Aber hier schien das beides keine Option. Von einer Anzeige diesbezüglich halte ich auch wenig.

  • Die Lehrerin habe ich erreicht. Sie separiert die beiden. Das spuckende Kind kommt eh fast nie zum Unterricht, sie wird das Schwänzen jetzt nicht mit Polizeigewalt verhindern. Wenn es kommt, hat sie es im Blick, wenn es nochmal spuckt, wird es suspendiert.


    Mein Hausarzt wusste nicht, ob ein Test sinnvoll ist und hat mich ans Gesundheitsamt verwiesen. Dort geht niemand ans Telefon. Na gut, dann praktiziere ich weiter #stayathome und hoffe, dass keine Symptome kommen.

  • Ich würde weiterhin versuchen, das Gesundheitsamt zu erreichen. Kann gut sein, dass man Dir sagt, dass ein Test erst bei Symptomen sinnvoll ist. Man würde Dir auch sicher nicht sagen, ob es dort Infektionsfälle gibt oder nicht. Aber wenn es jetzt oder in den nächsten Wochen dort Fälle gibt, dann seid Ihr schon mal als Kontaktpersonen bekannt und würdet vielleicht dann getestet. Denn wahrscheinlich würden die spuckenden Kinder bei einer Kontaktpersonenverfolgung Euch nicht erwähnen...

  • Ich hab inzwischen beschlossen, es zu ignorieren. Beim Gesundheitsamt anzurufen hat nicht funktioniert und ich habe aufgegeben.

    Falls Symptome auftreten, würde ich die spuckenden Kinder bei der Infektionskettenverfolgung mit angeben. Aber es ist jetzt 2 Wochen her und bisher sind wir symptomfrei. Meine Region hat aktuell zum Glück kaum Fälle.