Argumente gegen altersabhängige Mittagsschlafregelung im Kindergarten

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Rabeneltern.org-Team
  • In unserem Kindergarten (Waldkindergarten, Ganztagsgruppe) ist es so, dass alle Kinder, die noch nicht 4 Jahre alt sind, an der Mittagspause im Ruhebauwagen teilnehmen müssen, ältere Kinder können auch teilnehmen wenn entweder die Eltern es wünschen oder das jeweilige Kind sich am jeweiligen Tag dafür entscheidet.


    Die Mittagspause sieht so aus: Umziehen, in dem Schlafsack muckeln mit Kuscheltier o.ä., hinlegen, vorlesen und dann wird der Wagen komplett abgedunkelt und so eine Leuchte angemacht, die einen Sternenhimmel projeziert. Diese läuft ca. 20 oder 30 Minuten und geht dann per Zeitschaltuhr aus. Kinder, die bis dahin nicht eingeschlafen sind, dürfen aufstehen, alle anderen werden spätestens 2 Stunden nach Beginn der Pause geweckt.

    Alle Kinder, die nicht an dieser Ruhebauwagen-Mittagspause, haben ebenfalls eine Mittagspause im anderen Bauwagen mit Vorlesen, Bücher anschauen, Malen etc.


    Nun fände ich es absolut ok, wenn die Aufteilung auf diese beiden Mittagspause-Arten nicht altersabhängig wäre, sondern gemeinsam mit den Eltern auf die Kinder geschaut würde bzw. alle Kinder wie die älteren selbst entscheiden könnten. Die Erzieher beharren darauf, dass die Regelung "eben so sei" und es den anderen Kindern nicht zu vermitteln sei, wenn Ausnahmen gemacht werden.


    Die Frage, warum sie das alters- und nicht entwicklungsabhängig regeln habe ich erstmals im Dezember gestellt, da wurde mir gesagt, sie würden das im Team besprechen. Erneute Nachfragen im Januar und Februar ergaben nichts Neues.


    Seit gestern geht mein Kind nun nach10 Wochen Pause, in denen sie keinen Mittagsschlaf gemacht hat, wieder in den Kindergarten. Nächste Woche wird sie 4. Und allen Ernstes bestehen sie nun darauf, dass sie diese Woche noch in den Ruhebauwagen muss.


    Ich mag jetzt kein Fass aufmachen deswegen, werde aber eine freundliche Email an den Leiter schicken und um eine Ausnahme wegen der speziellen Situation der Pandemie-Pause bitten.


    Trotzdem hätte ich gerne mehr in der Hand als nur "ich finde Schlaf sollte bedürfnisorientiert / entwicklungsabhängig und nicht altersabhängig angeboten/ermöglicht werden"


    Kennt ihr einschlägige Artikel?

  • Ich kenne leider keine einschlägigen Artikel. Alle, die ich kenne, z.B. Largo, sagen, dass der Schlafbedarf in 24 Stunden individuell ist, die Aufteilung eher kulturell.


    In manchen Ländern, vor allem südlichen, ist es ja üblich, dass auch Erwachsene Mittagsschlaf halten.


    Was sind denn Eure persönlichen Argumente gegen die Ruhepause? Stört das Kind die Pause? Schläft es dabei ein oder steht es einfach nach 20 Minuten auf?


    In unserer Kita müssen, aus organisatorischen Gründen, alle Ruhepause machen: auf die Matte kuscheln, Hörbuch oder Buch lesen. Wer danach nicht eingeschlafen ist, darf wieder aufstehen und in der Bücherecke weiter für sich Pause machen. Unserer Vierjährigen tut die Ruhepause gut. In Absprache mit uns darf sie allerdings nicht schlafen, sonst geht sie abends erst um eins ins Bett... Das haben die Erzieher verstanden als Argument.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Sie schläft ein, meistens kurz bevor das Licht ausgeht. Wachhalten durch die Erzieher:innen ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Die Argumentation ist "wer einschläft, braucht den Schlaf".


    Eine Ruhepause gibt es ja für die anderen Kinder auch. Nur ohne hinlegen und Abdunkeln und mit Beschäftigung, d.h. sehr viel weniger aufs einschlafen ausgerichtet.


    Hier ist die Stimmung nachmittags super schlecht, wenn sie geschlafen hat und sie schläft erst spät ein und braucht ewig lange dazu (also sie ist müde, kann aber nicht einschlafen). Insgesamt schläft sie mit Mittagsschlaf ca. 2 Stunden weniger in 24 Stunden. Daswiederum führt dazu, dass sie mittags müde ist und einschläft...

  • Schlafbedarf und Biorhythmus sind individuell. Außerdem halte ich es für sinnvoll, die Kinder in ihrer eigenen Wahrnehmung zu stärken und selbst darauf zu schauen, wann sie ruhebedürftig sind. Die Ruhebedürftigkeit hängt zudem von so vielen Faktoren ab, die nicht täglich gleich sind: Jahreszeit, Anstrengungen im Tagesverlauf, Gesundheit (Infekt im Anmarsch? Gerade genesen von einer Erkrankung?), schwer verdauliche Nahrung, psychische Belastungen usw.

  • Die Argumentation ist "wer einschläft, braucht den Schlaf".

    Das stimmt so halt nicht immer. Denn - manchmal hatte das Kind eine schlechte Nacht, dann ist es müde und schläft bei so einer Zwangsschlafsituation ein. Danach kann es aber abends nicht mehr rechtzeitig einschlafen, da es ja mittags geschlafen hat. Dann war die Nacht natuerlich zu kurz, woraufhin das Kind dann mittags einschläft.


    Allerdings ist es rein statistisch schon so, dass die meisten Kinder den Mittagsschlaf wohl bis 5 abgeben haben. Dh aber halt auch, dass manch 5jaehriger doch noch einen Mittagsschlaf braucht, genauso wie manch 3jaehriger eben keinen mehr braucht.



    Wir hatten mal 2Jahre lang MIttagsschlafszwang, wenn du was ändern kannst, dann versuch es. Es war katastrophal nervig.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Nun ja, wer den Schlaf braucht...


    Wenn man 20 min bei Dunkelheit liegt schläft man ja eigentlich (fast) immer ein, egal, wie wach man vorher war, oder nicht?


    Wir haben hier aktuell das Dilemma, dass die Kleine nach Mittagsschlaf-Tagen abends später ins Bett geht, dann aber zu wenig am Stück geschlafen hat, und am nächsten Tag wieder müde ist, obwohl sie gesamt sogar mehr Stunden geschlafen hat.

    Ohne schläft sie mehr am Stück nachts.


    Mh. wie man da argumentieren kann, weiss ich leider auch nicht. Ich fühle aber mit dir, denn wir haben hier auch ganz ohne Kindergarten-Schlaf-Zwang ein ziemliches Schlafdurcheinander hinter uns.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Wegen der einen Woche würde ich jetzt ausschließlich mit der speziellen Pandemie-Situation argumentieren. Ohne das Problem grundsätzlich zu diskutieren. Da würde ich befürchten, dass sich das Ganze hinzieht und die Woche vorbei ist, bevor eine Entscheidung gefallen ist.

  • Schlafbedarf und Biorhythmus sind individuell. Außerdem halte ich es für sinnvoll, die Kinder in ihrer eigenen Wahrnehmung zu stärken und selbst darauf zu schauen, wann sie ruhebedürftig sind. Die Ruhebedürftigkeit hängt zudem von so vielen Faktoren ab, die nicht täglich gleich sind: Jahreszeit, Anstrengungen im Tagesverlauf, Gesundheit (Infekt im Anmarsch? Gerade genesen von einer Erkrankung?), schwer verdauliche Nahrung, psychische Belastungen usw.

    Ja, das sehe ich auch so. Unter anderem deswegen finde ich diese Altersregel so, äh, ungünstig.

  • Ich verstehe dich total, ich habe bei unserem Dritten damals in der Krippe versucht, dass er nicht Mittagsschlaf mehr machen soll im letzten halben Jahr - leider erfolglos #hmpf es kam zu den gleichen von dir geschilderten Kreisläufen: Kind schlief mittags, war nachmittags miesester Laune, ab abends dann aber quietschfidel und fit bis Mitternacht. Und damit natürlich am nächsten Morgen unausgeschlafen und mittags wieder müde #hammer Ohne Mittgsschlaf kam er am Wochenende und in Ferien bestens klar. Leider gab es in der Krippe gar kein Verständnis und wir mussten da zähneknirschend ausharren.

    Im Kindergarten waren sie verständnisvoller und er musste nicht zur Schlafgruppe - das war ein Segen! Ich würde vermutlich weiter nerven und immer wieder nachfragen.

  • Hier ist die Stimmung nachmittags super schlecht, wenn sie geschlafen hat und sie schläft erst spät ein und braucht ewig lange dazu (also sie ist müde, kann aber nicht einschlafen). Insgesamt schläft sie mit Mittagsschlaf ca. 2 Stunden weniger in 24 Stunden. Daswiederum führt dazu, dass sie mittags müde ist und einschläft...

    Dann würde ich mich darauf beschränken und das schildern und nicht allgemein argumentieren.

  • Ich habe damals damit argumentiert, dass das Kind 2 Stunden weniger Schlaf hat, wenn er Mittagsschlaf macht und Abends weint und bis 23 Uhr nicht einschlafen kann. Deshalb habe ich der Krippe 'verboten', ihn zum Mittagsschlaf hinzulegen, da er bei 3 Krippentagen pro Woche so ein Schlafmanko von mindestens 6 Stunden pro Woche hat. Das ist schlecht für die kindliche Entwicklung. Die damalige Gruppenleiterin hat ihn deshalb immer bedauert (er war ja 'erst' 2.5 Jahre alt), aber es wurde akzeptiert.

  • Nun ja, wer den Schlaf braucht...


    Wenn man 20 min bei Dunkelheit liegt schläft man ja eigentlich (fast) immer ein, egal, wie wach man vorher war, oder nicht?

    Ja, denke ich auch. Wie wenn man ein Kind, dass den ganzen Vormittag draußen gespielt hat nachmittags beim Autofahren nicht beschäftigt, dann schläft es auch ziemlich sicher ein. Ist hier selbst beim 10-Jährigen oft so.

  • Hier ist die Stimmung nachmittags super schlecht, wenn sie geschlafen hat und sie schläft erst spät ein und braucht ewig lange dazu (also sie ist müde, kann aber nicht einschlafen). Insgesamt schläft sie mit Mittagsschlaf ca. 2 Stunden weniger in 24 Stunden. Daswiederum führt dazu, dass sie mittags müde ist und einschläft...

    Dann würde ich mich darauf beschränken und das schildern und nicht allgemein argumentieren.

    Das habe ich bereits im Dezember (und Januar und Februar) gemacht.

  • Wegen der einen Woche würde ich jetzt ausschließlich mit der speziellen Pandemie-Situation argumentieren. Ohne das Problem grundsätzlich zu diskutieren. Da würde ich befürchten, dass sich das Ganze hinzieht und die Woche vorbei ist, bevor eine Entscheidung gefallen ist.

    Ja, so habe ich es jetzt in meiner Mail gemacht.


    Trotzdem würde ich gerne, wenn möglich, etwas bewegen für die nachfolgenden Kinder.

  • Hier ist die Stimmung nachmittags super schlecht, wenn sie geschlafen hat und sie schläft erst spät ein und braucht ewig lange dazu (also sie ist müde, kann aber nicht einschlafen). Insgesamt schläft sie mit Mittagsschlaf ca. 2 Stunden weniger in 24 Stunden. Daswiederum führt dazu, dass sie mittags müde ist und einschläft...

    Dann würde ich mich darauf beschränken und das schildern und nicht allgemein argumentieren.

    Das habe ich bereits im Dezember (und Januar und Februar) gemacht.

    Hmm, bei manchen Leuten zieht "mein Kinderarzt hat gesagt...". Wäre das eine Option, falls eine U-Untersuchung ansteht, das mal (suggestiv) anzusprechen dass Du Dir wegen Schlafmangel Sorgen machst?

  • Ich habe damals damit argumentiert, dass das Kind 2 Stunden weniger Schlaf hat, wenn er Mittagsschlaf macht und Abends weint und bis 23 Uhr nicht einschlafen kann. Deshalb habe ich der Krippe 'verboten', ihn zum Mittagsschlaf hinzulegen, da er bei 3 Krippentagen pro Woche so ein Schlafmanko von mindestens 6 Stunden pro Woche hat. Das ist schlecht für die kindliche Entwicklung. Die damalige Gruppenleiterin hat ihn deshalb immer bedauert (er war ja 'erst' 2.5 Jahre alt), aber es wurde akzeptiert.

    Ja, das habe ich auch schon vorgerechnet.


    Beim Mittelkind hatten wir das Thema auch in der Krippe, und der Argumentation wurde gefolgt. Aus dem Kindergartenbereich kannte ich das so gar nicht.

  • Dann würde ich mich darauf beschränken und das schildern und nicht allgemein argumentieren.

    Das habe ich bereits im Dezember (und Januar und Februar) gemacht.

    Hmm, bei manchen Leuten zieht "mein Kinderarzt hat gesagt...". Wäre das eine Option, falls eine U-Untersuchung ansteht, das mal (suggestiv) anzusprechen dass Du Dir wegen Schlafmangel Sorgen machst?

    Es geht ja jetzt nur noch um eine Woche. Trotzdem würde ich gerne etwas darüber Nachdenken bewegen, weil ich diese altersabhängige Regel so bescheuert finde.

  • Wir hatten mal 2Jahre lang MIttagsschlafszwang, wenn du was ändern kannst, dann versuch es. Es war katastrophal nervig.

    Ich fand jetzt schon ein paar Monate super nervig. Daher pikst es mich auch so an, dass sie sich jetzt wegen einer Woche so anstellen.


    Für uns andere ich ja nichts mehr bzw. nur für die 3 Tage diese Woche noch - - nächste Woche ist das Kind dann 4 und damit offiziell berechtigt in die andere Mittagspause zu gehen.


    Aber prinzipiell würde ich gerne zum Nachdenken anregen. Denn eigentlich sind sie dort sehr kindorientiert eingestellt.

  • Aber prinzipiell würde ich gerne zum Nachdenken anregen. Denn eigentlich sind sie dort sehr kindorientiert eingestellt.

    Dann würde ich es auf jeden Fall nächste Woche nochmal ansprechen, dann ist klar, dass euch das Thema an sich wichtig ist, auch wenn es euch nicht mehr betrifft.

  • Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber ich fühle sehr mit dir! Wir hatten das damals auch eine Zeit lang, dieses Drama mit Mittagsschlaf und dann abends nicht einschlafen können und NATÜRLICH ist das Kind dann mittags wieder müde usw. usw.

    Wir Eltern waren völlig fertig, weil wir dann meist bis 23:30 das Kind bespaßen mussten. Anfragen nach einer Ausnahme für unser Kind haben leider nicht gefruchtet.

    Ehrlich gesagt hat uns dann gerettet, dass ich irgendwann beim Abholen plötzlich in Tränen ausgebrochen bin, weil die Zeit so frustrierend war.

    Ich glaube, ab da haben sie uns dann ernster genommen. #stirn

    Ob das jetzt eine gute Vorgehensweise für euch ist, musst du selbst entscheiden:D


    Ich wünsch euch jedenfalls, dass ihr die für euch passende Lösung schnell bekommt!!