Lebensrhythmus oder der Käse der Woche

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  • Wir haben grob den Freitagabend als Filmabend mit Chips und kleiner Flasche Limo. Das hat durch den Freitagsfilm auf dem KiKa angefangen. Aber das kann ohne Desaster auch wann anders stattfinden oder ausfallen, wenn was anderes dran ist.


    Ansonsten sind wir auch eher nicht in der Lage, solche Rituale und Planungen auch noch zu allem anderen hinzubekommen, also zumindest nicht so oft. Hier kann auch keiner die Frage beantworten "Um wieviel Uhr gibt es Mittag- oder Abendessen?", Frühstück sowieso nicht, weil wir nicht frühstücken oder nur am Wochenende und dann ist es auch meist schon Mittag.


    Zwei kleine Traditionen mit Pizza bestellen haben wir: Zeugnistag am Abend und wenn A. eine Präsentation in der Schule hat, am Vorabend. Dann hält sie den Vortrag als Generalprobe vor der Nachbarfamilie und uns und wir essen bestellte Pizza.

  • Wir haben grob den Freitagabend als Filmabend mit Chips und kleiner Flasche Limo. Das hat durch den Freitagsfilm auf dem KiKa angefangen. Aber das kann ohne Desaster auch wann anders stattfinden oder ausfallen, wenn was anderes dran ist.

    Den haben wir auch, genau aus dem gleichen Grund.


    Und Samstags essen wir selbst gemachte Pizza. Wenn es gerade besser passt, wird der Samstag aber auch schon auf den Freitag oder Sonntag verlegt.


    Pizza bestellen oder essen gehen am letzten Schultag hat hier auch Tradition.


    Sonst sind wir ziemlich flexibel. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Kinder mittlerweile schon recht groß sind.

  • Ich finde ja, dass sich unstrukturierte Familien und selektive "Käse-der-Woche" nicht ausschliessen :-)

    Bei uns gab es mittwochs immer Pfannkuchen, das war der Tag, an dem meine Mutter bei uns auf die Kinder aufgepasst hat und wir mittags gemeinsam gegessen haben. Da sie sich alleine keine Pfannkuchen macht, fand sie das immer cool, und die Kinder auch. Bis heute hallt das nach.

    Wobei jetzt in normalen Schulzeiten Freitag der Pfannkuchentag ist, an dem nur bis mittags Schule ist.


    Ansonsten gibt es einen "silly stuff Tuesday"(der Begriff hat sich irgendwie eingebürgert, auch, wenn silly nicht korrekt angewendet ist) bei uns, an dem süsses Gebäck oder herzhafte Knabbereien im Programm sind, derzeit gibt es irgendwie mindestens 2 Dienstage in der Woche.

    ZOOM Konferenzen sind derzeit auch so ein Strukturelement fuer alle Altersklassen....

  • Ich musste gezwungenermaßen feste Abläufe und Rituale in den Alltag einbauen, weil der Charakter eines der Kinder das erfordert. Ärztliche Anweisung sozusagen ;)


    Für alle gut sichtbar hängt bei uns ein täglich wiederkehrender Ablaufplan der Tagesgestaltung ab 17.45 bis zum Ende. Das muss wirklich immer gleich ablaufen und es darf nur mit vorheriger Absprache davon abgewichen werden. Einfach später nach hause kommen oder etwas in der Reihenfolge vertauschen geht nicht.

    Alles was vorher passiert, muss am Vorabend in groben Zügen besprochen werden, wobei das nur das eine Kind betrifft. "Normal" wäre heimkommen, essen, Hausaufgaben erledigen, spielen. Jeder andere Ablauf muss erklärt werden.


    Ich bin eher so ein "wie es mir gefällt"-Typ und es war schwer für mich zu lernen und zu akzeptieren, dass Bullerbü bei uns nicht läuft. Manchmal finde ich das auch unfair den Kindern gegenüber, die die Problematik nicht haben. Aber - und das muss ich wirklich zugeben - diese Konsequenz im Tagesablauf hilft enorm uns alle zu entspannen. Es war halt anstrengend es zu lernen.


    Sonst haben wir auch nichts dergleichen 😉

  • bewundere immer Familien mit Struktur und Käsen der Woche - wie oft haben wir schon Anlauf genommen - um dann irgendwann erkannt zu haben, dass wir so halt nicht sind.

    Hier auch. Vor allem würde es das Leben vermutlich um einiges leixhter machen.

    Ich habe schon soviele Anläufe genommen um das hinzubekommen, es funktioniert nicht. Mittlerweile versuche ich es nicht mehr.

    Ich kann das auch nur sehr schwer. Ich weiß, dass es dem Delfinchen gut täte, aber Struktur, die nicht von Außenstehenden kommt, ignoriert sie. #hmpf Also habe ich es aufgegeben, weil es nichts bringt, mich aber übermäßig stresst.



    Als ich Kind war, hatten wir ein paar unverrückbare Rituale: Samstag Mittag gab es irgendeinen Doseneintopf oder, wenn Zeit war, selbstgemachte Graupensuppe, und abends Würstchen vor dem Fernseher. So mit acht, neun Jahren war es meine Aufgabe, die Würstchen warm zu machen, und ich war total stolz, zu "kochen".


    Später, irgendwann Mitte der 90er, gab es immer donnerstags Mettbrötchen mit Zwiebeln, und dazu setzte sich die ganze Familie vor den Fernseher und wir guckten erst "Dr. Stefan Frank", danach "Für alle Fälle Stefanie" und dann die größeren Kinder, die noch nicht protestierend ins Bett mussten, "Alphateam". Totaler Trash-Abend, aber das war so cool! Im Grunde hat das Fernsehprogramm uns damals strukturiert...

    Ich habe hier zwar geschrieben, dass wir so einen Käse-der-Woche auch haben. Aber wir sind hier sehr weit entfernt von so festen Strukturen. Ich mag das auch gar nicht.Ich kenne einige Familien in meinem Umfeld, die so viele festgelegt Strukturen haben, dabei fühle ich mich immer sehr eingeengt.


    Das ist es. Wenn ich eine von außen vorgeschlagene Struktur durchsetzen soll, fühlt sich das nicht richtig an, und deswegen klappt das auch mit den Kindern nicht. Wenn ich aber äußere Strukturen wie Schulzeiten und Termine einhalten muss, ist das viel stressfreier.


    Denn- nur wegen "Kinder brauchen den Rhythmus" meinen eigenen umzutakten finde ich extrem schwierig.

  • Ja, das kenne ich auch aus meiner Kindheit:

    Samstags gab es immer Eintopf oder Suppe und es wird saubergemacht und der Rasen gemäht. Ich glaube das war auch bei fast allen Anderen in unserer Nachbarschaft so. Vermutlich war das so üblich.

  • Diese Woche bat der Spezialist darum, in Zukunft nicht mehr einmal pro Woche Käse auf den Teller zu bekommen. Er möchte jetzt stattdessen ein hartgekochtes Ei.

    Der Käse der Woche hielt sich bei uns zweieinhalb Jahre lang. Die Kinder sind gewachsen.

    Ich bin

    ich. Mensch, Mutter, Nordwest-Europäerin. Anwesend.

  • Freitags besteht mein Sohn auf Pfannkuchen zu Mittag - ansonsten sind wir eher flexibel.

    Das ist hier auch meist so. Das kommt noch aus der KiGa-Zeit, als "Fannkuchen-Freitag". Das fand der Kleine so logisch und schön und war echt enttäuscht, als er später lernte, dass man das mit PF schreibt.



    Unser Käse ist der Pfannkuchen-dienstag. Wird von den Kindern eingefordert- und darf nur selten verschoben werden...;)

  • Diese Woche bat der Spezialist darum, in Zukunft nicht mehr einmal pro Woche Käse auf den Teller zu bekommen. Er möchte jetzt stattdessen ein hartgekochtes Ei.

    Der Käse der Woche hielt sich bei uns zweieinhalb Jahre lang. Die Kinder sind gewachsen.

    Na dann wird das vielleicht das Ei der Woche? ;)

  • Wir haben hier den „Arztbesuchs-Grießbrei“. Mein Sohn musste längere Zeit regelmäßig zum Arzt. Da er das meist doof fand, durfte er sich dann aussuchen, was er zum Mittag essen wollte. Das war dann immer Grießbrei (und Mama darf für sich etwas anderes machen). Diese Tradition gibt es immer noch, selbst wenn jetzige Arztbesuche nachmittags liegen. Nach dem Arzt gibt es Grießbrei 😊.


    Freitags ist der „Pizza oder Pommes mit Film“-Abend.


    Und meine Tochter hat den „Wenn-gar-nichts-mehr-geht-Saft“. Der genau so heißt und getrunken wird, wenn sie mal wieder ADHS bedingt völlig über dem Punkt ist. Ich reiche ihn ihr dann wortlos hin. Den Namen hat sie dem Saft verpasst.


    Das sind die von den Kindern eingeführten Rituale, die mir so einfallen.

  • Unser Gewitterpudding besteht schon seit Jahren, ist aber viel zu selten. Dafür haben wir den " im Regen nass geworden"- Kakao in letzter Zeit häufiger gehabt. Der letzte Orkankuchen ist auch schon wieder lange her. Wir mögen Rituale!