Erster Zahnarztbesuch - der Nuckel soll/ muss weg?

  • Liebe #rabe,

    darf ich mal euer Schwarmwissen anzapfen?


    Die Muffelpuffels hatten ihren ersten Zahnarzttermin, den sie ganz prima gemeistert haben. Die Zahnärztin sagte sofort, dass wir den Nuckel zeitnah abgewöhnen sollten. Komplett. Grund sei, dass die Zähne vorne nicht aufeinanderstoßen und auch bei einer kurzen Nutzdauer jedes Mal auseinandergedrückt werden, sodass nichts heilen kann (das Wort fiel). Kieferorthopädische Korrekturen seien die Notwendigkeit, wenn der Nuckel nicht am besten gestern weggelassen wird. Der Oberkiefer könnte dann deutlich weiter vorstehen, sodass die Kinder dümmlich aussehen. Das waren so die Aussagen.


    Der aktuelle Stand ist, dass die Muffelpuffels ihre Nuckel lieben (wir haben die Soothie von Avent, nehmen allerdings die ganz weichen). Sobald ein Nuckel irgendwo in Sichtweite ist, möchten sie den gern haben. Da aktuell aber tagsüber ganz gute Laune herrscht und sie gerade sprachlich Fortschritte machen, die ich dadurch nicht behindern möchte, haben sie tagsüber in der Regel keinen Nuckel zur Verfügung. Ausnahme sind Autofahrten und der Mittagsschlaf. Sie brauchen ihren Nuckel zum Einschlafen, auch nachts. Da haben sie zwei Nuckel jeder im Bett. Nach dem Einschlafen fällt er oft von allein aus dem Mund. Sie schlafen nachts auch allein wieder ein, wenn sie aufgewacht sind, aber eben nur und ausschließlich mit Nuckel. Sobald kein Nuckel im Bett ist, sind sie völlig verzweifelt und nicht zu beruhigen.


    Mir macht die Aussage der Zahnärztin Angst. Und irgendwie kann ich mir auch schlecht vorstellen, dass alle Nuckelkinder eine kieferortopädische Behandlung brauchen. Ich kann mir gerade überhaupt nicht vorstellen, dass die Muffelpuffels nachts ohne ihre Nuckel sind. Sie sind jetzt 19 Monate alt.

    Was haben eure Zahnärzte gesagt bei Nuckelkind und Zahnschiefstellung?

  • Das hat unsere Zahnärztin auch gesagt.


    Dann ist er gestolpert und hat sich einen Schneidezahn verletzt, die Zahnwurzel hat sich entzündet und der Zahn musste gezogen werden.


    Dann haben wir an der einen Stelle nicht richtig geputzt und er bekam Karies. Erst hat er die Behandlung verweigert und dann war das Loch so groß, dass der Zahn gezogen werden musste.


    Bei beiden Lücken haben sich die Nachbarzähne stark verschoben, weshalb er später mal eine kieferorthopädische Behandlung brauchen wird.


    Es hätte also gar nichts genützt, wenn ich ihm den Nuckel weggenommen hätte. Die Zahnspange braucht er so oder so. Aber mit Nuckel hatte ich ein zufriedenes Kleinkind.

  • Hallo,

    Ich kenne das auch so, alle Schnuller, es gibt auch keine Sorte, die keinen Einfluss auf den Kiefer hat, verformen bei Gebrauch. Von ein wenig bis offener Biss ist da alles möglich, es ist wie immer die Dosis bestimmt den Grad.

    Was spricht denn gegen eine Zahnspange im entsprechendem Alter, wenn du jetzt nicht den Schnuller wegnehmen willst?

  • Meine Kinder haben einen leichten überbiss. Der soll vom Schnuller kommen. Ist ja auch viel wahrscheinlicher als dass ich den vererbt habe #rolleyes Ich hatte nie einen Schnuller#zwinker

    Bei mir war die Grenze der 5. Geburtstag. Ich bin gespannt wie die bleibenden Zähne meiner großen sind, die Milchzähne dürften bald ausfallen. Die kleine hat noch ein halbes Jahr;)

    Seit du da bist sind alle Lichter an
    Marc Forster

  • Auch ich kenne es so, dass die Empfehlung ist, dass der Schnuller bis spätestens 2 Jahre weg ist. Man sieht das einigen Kindern auch Deutlich an, dass sie viel nuckeln und genuckelt haben. Zahnspangen sind auch nicht billig und nicht immer klappt es so toll, die Fehlstellungen zu korrigieren. Kassenleistungen sind nicht so einfach zu bekommen, da gibt es strikte Regelungen dann zahlt ihr aus eigener Tasche und auch da gilt Disziplin beim Tragen.


    Andererseits scheinst du selbst ja doch recht fest überzeugt zu sein, dass es ohne Schnuller nicht geht. Wenn du selbst nicht dahinterstehst, wird es nich viel schwieriger.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Zahnärzte sehen halt immer nur die Zähne. Und für die machts natürlich Sinn.

    Aber Schlaf ist wichtig fürs Immunsystem und für die Entwicklung. Man muss abwägen und Prioritäten setzen.


    Ich würd die Schnullis nur noch im Bett geben und auch direkt nach dem Einschlafen rausziehen.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Meine Tochter hatte den Daumen und trägt nun eine Spange, weil im OK auf der einen Seite nicht genügend Platz ist und der Eckzahn raussteht. Ansonsten ist vom Daumenlutschen nichts mehr zu sehen. Sie hat vor dem Zahnwechsel aufgehört zu lutschen.

  • Ich bin für den Nuckel. Meiner Meinung nach befriedigt der eine bestimmte Zeit lang ein Grundbedürfnis.


    Zahnärzte sind halt so. Mein Sohn hatte mit 5 auf einmal Karies (sind sofort zum Zahnarzt), 6 Monate später waren 6 Zähne komplett kaputt, mussten gezogen werden und dadurch hat sich alles verschoben. Er hat nie nen Nuckel benutzt.

    Dwr Zahnarzt meinte ich soll die ganzen süßen Getränke weglassen und habe zu lange die Flasche gegeben. Beides hat nie statt gefunden.

  • Mein einziges Nicht-Schnullerkind ist jetzt 13 und hat einen immer krasser werdenden Überbiss.


    Ich denke, ein Schnuller fördert das noch, aber er ist nicht die Ursache.

    Ich würde wohl schon im Blick haben, den Schnuller abzugewoehnen, aber wenn die Bereitschaft noch nicht da ist, dann eben noch nicht.

    ... mit He (12) und Jo (10) und Ni (6)

  • Unser Zahnarzt meinte auch, dass wir den Schnuller abgewöhnen sollen. Ich habe dann gefragt, ob es für die Zahnstellung empfehlenswerter ist, wenn das Kind den Daumen nimmt. Antwort: Das ist ein hervorragendes Argument für den Schnuller! Den geben die Kinder irgendwann selbst her. Den Daumen ehr nicht.


    Jetzt sind beide in Kfo-Behandlung. Aber nicht wegen Schnullerbiss - der hat sich nämlich mit dem Zahnwechsel erledigt - sondern wegen unterschiedlichem Wachstum der Kiefer und daraus resultierender Zahnfehlstellungen.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Zahnärzte sind übrigens absolut nicht "so" - unsere Kinderzahnärztin war da immer extrem entspannt und meinte, ein lutschoffener Biss sei erstens gar nicht so häufig, wie gedroht werde und bilde sich zweitens sehr oft zurück.

    Sie würde Schnuller-Entwöhnen nur dann raten, wenn es nicht anders geht - nicht aus Reflex, wie das oft getan wird.


    Vielleicht mal noch eine andere Zahnärztin um ihre Einschätzung bitten?

    Wenn sie derselben Meinung ist, dann müsst ihr in den sauren Apfel beissen - wenn nicht, könnt ihr es entspannter angehen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Vielen lieben Dank euch für euren ganzen Input!!!

    Auch ich kenne es so, dass die Empfehlung ist, dass der Schnuller bis spätestens 2 Jahre weg ist. Man sieht das einigen Kindern auch Deutlich an, dass sie viel nuckeln und genuckelt haben. Zahnspangen sind auch nicht billig und nicht immer klappt es so toll, die Fehlstellungen zu korrigieren. Kassenleistungen sind nicht so einfach zu bekommen, da gibt es strikte Regelungen dann zahlt ihr aus eigener Tasche und auch da gilt Disziplin beim Tragen.


    Andererseits scheinst du selbst ja doch recht fest überzeugt zu sein, dass es ohne Schnuller nicht geht. Wenn du selbst nicht dahinterstehst, wird es nich viel schwieriger.

    Tagsüber den Schnuller abgewöhnen sind wir schon vor dem Zahnarzttermin angegangen und auch ganz unabhängig davon. Die Gründe hatte ich ja oben schon angesprochen.

    Nachts hab ich aber tatsächlich Angst davor, ja. Sie schlafen beide in einem Zimmer und lassen sich auch durch Kuscheln, ihr Lieblingsplüschi (was ebenso mit im Bett schlafen muss), singen, ... nicht beruhigen. Wenn sie nachts aufwachen, dann nehmen sie den Schnuller im Halbschlaf, nuckeln zwei, drei Mal, er fällt wieder raus, wenn sie weiterschlafen. Ist der nicht da, dann werden sie eben so richtig wach und das Schwesterchen dann auch.

    Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, wie ich das angehen soll, ihnen den nachts abzugewöhnen, weil die Alternativen, die mir einfallen, eben nicht zu helfen scheinen.

    (Und ja, weil ich es nicht leisten kann, nachts nur 2 Stunden zu schlafen).


    Zweitmeinung bespreche ich mal mit meinem Mann, ob ihm da jemand für einfällt :-)


    Ich bin eigentlich niemand, der Arztmeinungen in Frage stellt. Über alles dogmatische stolpere ich aber - Die Schwester sagte schon im Wartezimmer, dass es die Empfehlung geben wird, den Schnuller abzugewöhnen.

  • Wir sind als Wusel ca 2 war das erste Mal zur Kinderzahnärztin, weil er bei unserem Zahnarzt den Mund nicht mal aufmachen wollte. Dort haben sie gesagt, dass er durch den Nucki schon einen offenen Biss hat. Er hat bis dahin nur diese Kirschform genommen, die anscheinend besonders schlimm ist. Wir sollten schauen, ob wir ihn an einen schmaleren Nucki gewöhnen können und so weit wie möglich reduzieren. Er hat dann tatsächlich so einen Dentistar akzeptiert (nur den mit dem Fuchs!) und hat ihn nur noch nachts bekommen. Tagsüber wenn er krank war oder so. Dadurch hat sich der offene Biss tatsächlich schon etwas geschlossen. Seit kurz vor dem 4. Geburtstag hat er nun gar keinen Nucki mehr, allerdings waren wir seitdem wegen Corona nicht mehr beim Zahnarzt. Ich habe aber den Eindruck, dass sich die Lücke nochmal etwas geschlossen hat.

    Ich glaube, so lange der Nucki nicht bis ins Schalter ständig drin ist, schieben sich die Zähne normalerweise schon wieder zurück. Und eine Zahnspange bekommt man auch wegen so vielen anderen Dingen... Und lieber noch ein, zwei Jahre Nuckel als dann Daumen oder anderes Ersatznuckelobjekt. Weil das ist noch schlimmer für die Zähne und kann nicht so leicht abgewöhnt werden.

  • Ich habe Langnuckelkinder und war selbst ebenfalls sehr lange Schnullerkind - ja, bis ins Schulalter.

    Alle drei brauch(t)en wir kieferorthopädische Behandlungen - aber nicht wegen lutschoffenem Biss, sondern schlicht Platzmangel...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Zahnärztinnen sehen halt oft nur den Kiefer, aber nie das "ganze Kind" - und erst recht nicht die Situation der Eltern, für die der Schnuller ja auch eine Entlastung sein kann. Um das zu entscheiden, braucht es aber den Blick aufs Ganze: Was braucht das Kind - was hilft den Eltern - wer hat welche Kapazitäten.

    Und dann hängt die Frage, ob Zahnspange oder nicht eben auch nur zu einem geringen Teil am Schnuller oder nicht Schnuller.

    Meine Mädchen haben beide ziemlich schiefe Zähne - sie haben exakt meine Fehlstellungen geerbt. Bei mir hat man es noch auf die Nuckelflasche geschoben - nur hatten meine Töchter beide keinerlei Nuckelfalschen, Schnuller, Daumen. Nichts. Dauerstiller waren sie nach den ersten Monaten auch nicht.

    Mein Sohn hat acht Jahre massiv am Daumen genuckelt, später noch hin und wieder, insg glaube ich bis er 12 war. Und er hat perfekte Zähne.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Im Bekanntenkreis haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Zahnärzte Dinge unterschiedlich beurteilen/bemängeln, wenn sie wissen, dass das Kind einen Schnuller benutzt oder noch die Flasche bekommt. Zweitmeinung würde ich versuchen mir neutral einzuholen. Ärzte sind ja auch nur Menschen und deren Empfehlungen beruhen ja auf dem was sie gelernt haben.

  • also von meinen 4 waren 3 Schnullerkinder - bis 2,5 bis 3 bis 4,5. und ja, eiserne Regel ab Sprechalter (also recht früh bei meinen Plaudertaschen) war: im Bett und auf Autofahrten.

    und unser Kinderarzt hat bei allen Stress gemacht (bei jung supergreen am wenigsten, der hat ihn ziemlich früh selbst abgegeben). und ja, va bei Miss supergreen konnte ich selber sehen, dass der Biss nach vorne geht. - und ich weiß, dass das nicht für alle gilt, aber bei ihr war nach 1-2 Monaten ohne Schnuller nix mehr zu sehen, als wär nie was gewesen.

    der Zwerg hatte den Schnuller am längsten, aber seine Schneidezähne sind so anders als die der anderen Kinder, dass ich nicht sagen kann ob der Schnuller was verändert hat - er hat eher kleine Schneidezähne und neigt zum Unterbiss.


    mein Zahnarzt ist selber junger Vater, der meinte, dass er jetzt besser noch keine großen Töne zum Abgewöhnen spuckt.

    nur sollte man nicht mit größeren Kindern größere Schnuller nehmen - meine hatten immer, egal wie alt die Mam bis 6 monate - und entweder Kia oder Hausarzt hat das mal bemerkt und extra gelobt.

    Meine Kinder haben einen leichten überbiss. Der soll vom Schnuller kommen. Ist ja auch viel wahrscheinlicher als dass ich den vererbt habe #rolleyes Ich hatte nie einen Schnuller#zwinker

    Bei mir war die Grenze der 5. Geburtstag. Ich bin gespannt wie die bleibenden Zähne meiner großen sind, die Milchzähne dürften bald ausfallen. Die kleine hat noch ein halbes Jahr;)

    ich seh das ähnlich - ich hatte nur kurz einen Schnuller und mein Mann hat laaaange am Daumen gelutscht - wenn einer leichten Überbiss hat, dann ich.

    ein offener Biss hängt doch auch noch mit anderen Faktoren zusammen - Zunge, Lippenbändchen ... ?

    wenn meine Kinder eine Zahnspange brauchen, dann wegen Platzmangel - 3 der 4 haben meine riesigen Zähne geerbt - bei miss supergreen schauts gut aus zz - mit Glück hat sie die große Klappe gleich mit geerbt.


    und ich kenne menschen mit einem Überbiss und auch mit leicht offenem Biss, aber die kannte ich als Kinder noch nicht und hab darum keine Ahnung wie sie damals aussahen. ich kann mich umgekehrt auch nur an ein Kind mit wirklich sehr auffälligem "Schullergebiss" erinnern - der ist heute Erwachsen und hat gerade Zähne, von einem leicht markantem Eckzahn abgesehen.


    die beginnende schwarze Färbung am Schneidezahn von Jung supergreen kam (lt. Zahnärztin im Kiga) vom Saftfläschchen (er hatte nie eine Flasche, weder mit Milch noch mit Saft noch mit Wasser und hat sich auch mit 2,5 abgestillt), dass die Zähne so eng standen, dass man selbst mit Zahnseide mühe hatte, war da sicher nicht schuld. #rolleyes Der Zahn viel aus, bevor ihn unser Zahnarzt auch nur der Erwähnung wert gefunden hatte.


    Nur für unsere Familie kann ich sagen, mit 19 Monaten hätte sich der Stress niemals gelohnt - alle 3 haben den Schnuller irgendwann freiwillig abgegeben (sich abkaufen lassen), zu einer Zeit wo sie schon darüber verhandeln konnten.

    ich denken auch, dass Zahn und Kinderärzte da immer die selbe Platte auflegen - wenn sie nichts sagen, würde es doch auch auf sie zurückfallen. - das kann bei anderen anders sein.

  • Mein Großer hat auch gern und viel geschnullert. Mit 2,5 hatte er einen riesigen lutschoffenen Biss, d Zahnarzt riet dringend, den Schnuller abzugewöhnen. Doch ich hatte mich dann belesen und fast überall hieß es, dass sich das auch später noch von selbst reguliert, also behielt er seinen schnuller.


    Mit 3,5 gab er den schnuller von selbst ab. Innerhalb von sechs Wochen schloss sich der offene Biss. Aktuell ist er im Zahnwechsel und nichts deutet auf eine Fehlstellung durch den schnuller hin.


    Du schriebst allerdings von einem Überbiss, ich weiß nicht, ob es sich da anders verhält als bei einem lutschoffenen Biss.