Susan went to the USA (Reisebericht)

  • 20190817_111829bnj42.jpg        New York, New York!


    New York war gleichzeitig furchtbar und hatte einige der coolsten Momente der Reise.


    Am Freitagabend kam ich also im Dunkeln an der Penn Station an. Nach einer kleinen Wanderung durch das Gewirr von Treppen und Gängen fand ich den Weg nach Draußen. Schwül-warmes Nieselwetter begrüßte mich. Ja super.


    Eine knappe Viertelstunde stiefelte ich, meinen humpelnden Rollkoffer neben mir her zerrend, durch Chelsea zu meinem Hostel.


    Liebe Leute, es roch nicht gut.


    Egal.


    Ich kam in Leo's Hostel an, einem katholisch geführten Haus, und fühlte mich bei der Einrichtung stark an meine Zeit im katholischen Studentinnenwohnheim erinnert, Dusche auf dem Gang mit kraaaasssssem Schimmel an der Decke inklusive. :D


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    Die Unterkunft war aber völlig okay und da ich sowieso astronomische Preise erwartet hatte, schockte mich der Preis auch nicht so sehr...


    Am nächsten Tag begann ich mit meiner Erkundungstour. Ich hatte das Glück, dass die 5th Avenue noch für Autos gesperrt war, so dass dort viele Leute joggen, Rad fahren oder spazieren waren - ein schönes Erlebnis.


    Aber auch an den anderen Tagen fand ich den Autoverkehr recht moderat – die congestion tax, die man dort zahlen muss, scheint zu wirken. Oft konnte man bei Rot über die Ampel gehen, weil gar kein Auto kam.


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    Hier fahren normalerweise Autos.


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    Es war weiterhin sehr schwülwarm und in den Straßen New Yorks stank es teilweise er-bärm-lich. Und nicht nur in den Straßen, sondern teilweise auch im Central Park. Nach Müll und Urin, aber vor allem nach Urin. Bäh. Selbst die Pferde, die Touristen durch den Park zogen, stanken. Erst in den Nebenstraßen und auf den Wiesen wurde es besser.


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    Eigentlich hatte ich am ersten Tag das Guggenheim und das Metropolitan Museum besuchen wollen. Aber ich war müde, es war heiß und die Schlangen in der Sonne (!) waren lang. So begnügte ich mich damit, mir die beeindruckende Halle im Guggenheim Museum anzuschauen und mich im Central Park auf eine Wiese zu legen. Auf der Wiese, weg von den Pferdekutschen, roch es auch besser.


    Nachdem mein Frust über die Gerüche und die Wärme und meine Müdigkeit etwas abgeklungen war, fand ich es ehrlicherweise schon ziemlich hübsch:


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    Beim Central Park und dem Kennedy-Becken war für mich überraschend, wie groß beides ist - mir kam es nämlich kleiner vor!


    Meine Vergleichsmaßstäbe waren der Gruga-Park in Essen und die Binnen- und Außenalster in Hamburg und gefühlt war das jeweils ungefähr gleich groß.


    Tatsächlich ist der Central Park (341 Hektar) viel größer als der Gruga-Park (65 ha), und das Kennedy-Becken auch deutlich größer als die Binnenalster… (43 ha vs. 18 ha).


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    Oben: Binnenalster. Unten: Kennedy-Becken


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    *


    Wenn New York als Stadt nicht mein Liebling wurde, gab es hier doch eines der großen Highlights der ganzen Reise:


    Hamilton


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    Schlange am Einlass


    Bereits Monate im Vorhinaus hatte ich mir für Samstagabend eine Karte für das Musical „Hamilton“ gekauft. Darauf gekommen war ich, weil ich Michelle Obamas Autobiografie „Becoming“ gelesen hatte, in der sie davon erzählt, wie beeindruckt sie von Lin-Manuel Mirandas Auftritt im Weißen Haus war. Miranda ist der Künstler hinter dem Musical. Den Auftritt könnt ihr hier sehen:



    In dem Musical geht es um Alexander Hamilton, einen der Gründungsväter der USA und Begründer des Finanzwesens in den USA.


    Besonders daran ist, dass der größte Teil des Musicals aus HipHop besteht und dass die meisten Rollen traditionell mit „BIPoC“ (Latinos, Schwarze etc.) besetzt werden.


    Ich hatte mich kaum vorbereitet, las nur kurz vorher einen Wikipedia-Artikel dazu (und ein paar Google-Rezensionen des Theaters, die mir Sorgen machten, weil sich Leute über zu schmale Sitze beklagten... #hmpf). Trotzdem konnte ich ganz gut folgen.


    Und es war großartig.


    So lustig!


    So cool!


    (und der Sitz war breit genug ;))


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    Links und rechts von mir saßen zwei junge Frauen, die große Fans des Musicals waren und quasi alles mitsprechen / mitsingen konnten.


    Das Musical gibt es inzwischen auf Disney+ und es soll auch nach Deutschland kommen. In London läuft es schon.


    Hier könnt ihr Lin-Manuel Miranda mit James Corden und anderen Promis beim Carpool Karaoke viel Spaß haben sehen:



    Und hier sind noch ein paar Beispiele mit dem original cast:



    Es ist wirklich ein beeindruckendes Werk. Ein vielfaches an Textmenge eines normalen Musicals. Dutzende Bezüge auf andere Musikstücke. Geschichtlich spannend. Musikalisch vielfältig. Mitreißend. Hach. Ich habe es seitdem viele Male gehört.


    Auch witzig war, dass ich einen Tag vor dem offiziellen Beginn meines Jobs zum Sommerfest meiner neuen Kanzlei eingeladen war und meine (auch sonst sehr coole) Chefin sich ebenfalls als Fan entpuppte. :D



    Abend und Morgen, der erste Tag. Good night! #mond#sonne


    Morgen geht es weiter mit vielen schönen Bildern von der Highline und aus dem Whitney Museum.

  • Juhuuu, es geht weiter #applaus! Lin-Manuel Miranda war einer der Komponisten bei Vaiana und es gibt eine so geniale Version von "Shiny" (Tamatoa) von Miranda selbst (im Film singt Jemaine Clement, in der deutschen Version Tommy Morgenstern).

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Uff. NY reizt mich so gar nicht. Und doch ist es soo toll, im wohlriechenden eigenen Garten zu sitzen und deinen Bericht zu lesen. Danke dir für diesen weiteren Start in den Tag!

    तत् त्वम् असि

  • Danke für den interessanten Bericht! Hamilton habe ich in London gesehen - ich war sehr beeindruckt! Die meisten Musicals sind mir zu langweilig, aber das hat mir wirklich gut gefallen.

  • Danke Susan! Dein toller Bericht versüßt mir echt meine schlaflose Nacht!

    Schlaflose Nacht, puh. Ich hoffe, die nächste Nacht wird besser!

    Ich nehm das mal als Inspiration das Musical zu schauen auf Disney+. Danke Susan :) Wie immer für diesen Reisebericht!

    Ich hoffe, es gefällt dir! Film hat natürlich nicht die gleiche Wirkung wie Bühne, aber es sollte trotzdem cool sein.

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    Noch ein letzter Blick in den Central Park


    Sonntag


    Am Sonntag hatte ich mir ein straffes Programm vorgenommen:


    Zitat von Susan per Whatsapp am 18. August 2019

    Ich will die High Line entlang laufen, ins Whitney Museum, zum Stonewall Monument, zum World Trade Center, zur Wall Street, zur Brooklyn Bridge und zum Bushwick Collective (Street Art). Mal schauen, wie weit ich komme. ^^


    Ich habe es dann nur bis zum Stonewall Monument geschafft:


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    Oben das Monument, unten der Pub dazu.


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    Dort irrte ich eine Weile mit wehen Füßen und keinem passenden Wechselgeld für den Bus durch die schwüle Hitze #rolleyes in New York waren die BusfahrerInnen auch nicht so hilfsbereit wie in Arizona oder Kalifornien...


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    Yeah, New York ... Der Bereich auf der anderen Straßenseite war auf Google Maps grün eingefärbt...


    Schließlich gelangte ich noch irgendwie zur Staten Island Ferry, aber es begann ziemlich zu regnen, so dass ich dann mit dem Bus zurückfuhr und das WTC nur von Ferne sah.


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    Davor war es aber echt toll!




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    Bauwerke am Beginn der High Line


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    Der High Line Park ist eine etwas mehr als zwei Kilometer lange Flaniermeile auf Stelzen, die über eine ehemalige Güterbahntrasse durch das südwestliche Manhattan führt. Es war recht voll - die High Line wird von 7 Millionen Besucher:innen jährlich frequentiert, ein paar davon waren auch an diesem Tag unterwegs. Aber es ging noch und gefiel mir sehr gut:


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    Man hat schöne Ausblicke in die Umgebung, mit interessanter Perspektive

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    Wer mehr lesen und weitere Bilder sehen möchte:

    https://de.wikipedia.org/wiki/High_Line_(New_York)

    https://en.wikipedia.org/wiki/High_Line


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    Danach gab es in einem Restaurant am Fuße der High Line Nudeln mit den leckersten Zucchini, die ich je gegessen habe - keine Ahnung, wie die das machten...


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    Und einen wirklich abgespaceten Eisbecher ... der war genauso groß wie er aussieht!


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    Gestärkt machte ich mich auf ins Whitney Museum. Dort wurde zum dritten Mal auf der Reise meine VisaCard abgelehnt, aber ich war ja seit dem ersten Mal präpariert und hatte genug Bargeld dabei.


    Das Whitney Museum ist ein Musuem für amerikanische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Wie das Getty heißt es nach seiner Gründerin, Gertrude Vanderbild Whitney, die um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) lebte.


    Es gibt sehr unterschiedliche Kunstwerke, von "ganz normalen Bildern" bis zu Skultpuren und Installationen.


    Das hier fand ich einfach witzig, und gleichzeitig erhellend:


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    Degrees of my Deaf Rage in the Art World

    Acute Rage - Guggenheim Accessibility Manager

    Legit Rage (Right) - Bard MFA (das ist ein Kunst-College)

    Obtuse Rage - Visiting Artists who aren't comfortable with interpreters

    Straight Up Rage - Rijksmuseum front desk manager

    Reflex Rage - Curators who think it's fair to split my fee with interpreters

    Full on rage - Museums with zero deaf programming (and no deaf docents / educators)



    Einige Kunstwerke sprachen mich an, ohne dass ich so genau sagen könnte, warum.


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    Ich dachte, das sei Gips oder so ... aber nein, das ist Farbe!


    Detailaufnahme:


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    Jay DeFeo, b. 1929 Hanover, NH, d. 1989, Oakland, CA

    The Rose, 1958-66

    Öl mit Holz und Mica auf Leinwand


    Jay DeFeo, die als Teil einer lebendigen Gemeinschaft von Künstler:innen, Dichter:innen und Musiker:innen hervortrat, die in den 1950er Jahren in San Francisco aktiv waren, arbeitete an diesem monumentalen Gemälde beinahe acht Jahre. Sie beschrieb Die Rose später als "eine Vermählung zwischen Gemälde und Skulptur". Fast vollständig aus dicken Farbschichten aufgebaut - teilweise durch Holzdübel gestützt - wiegt das Wek mehr als 750kg. DeFeo erschuf es in einem arbeitsreichen Prozess des Aufbauens und Aushöhlens und Übermalens. Ihre ursprüngliche Idee war gewesen, einfach ein Bild hervorzubringen, das eine Mitte hatte. Über die folgenden Jahre verlängerte und verbreiterte sie das Bild und änderte mehrfach seinen Stil. Die Rose musste schließlich aus ihrem Studio im zweiten Stock durch ein teilweise entferntes Fenster mit einem Gabelstapler extrahiert werden.

    (Übersetztung der Erläuterung des Museums zu dem Bild)


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    Ich meine, das obere Bild ist von Georgia O'Keefe


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    Alvin Loving, Frank Stella


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    Das Whitney hat mehrere Dachterrassen, von denen aus man über die Stadt blicken kann.




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    Abend und Morgen, der zweite Tag :)

  • Wow!


    Und jetzt bin ich endlich dazu gekommen, die Hamilton-Videos zu gucken. Amazing! Awesome! Ich bin schwer beeindruckt. (Wie können die sich so viel Text merken? - von der rhythmischen Herausforderung ganz abgesehen...)

    तत् त्वम् असि

  • Wow!


    Und jetzt bin ich endlich dazu gekommen, die Hamilton-Videos zu gucken. Amazing! Awesome! Ich bin schwer beeindruckt. (Wie können die sich so viel Text merken? - von der rhythmischen Herausforderung ganz abgesehen...)

    Ja, nicht wahr?


    Ich glaube, die vielfältigen Rhythmen und musikalischen Themen helfen sogar ein bisschen dabei, sich den Text zu merken, aber es ist trotzdem eine wahnsinnige Leistung.

  • Danke für den Musical-Tipp, da werde ich auch mal reinhören, obwohl ich kein Musical-Fan bin.


    Warst du denn dann noch im Metropolitan und Guggenheim? Ich habe die Museen in NYC geliebt, aber ich liebe auch die Stadt trotz tropisch heißer Subway im Sommer, Müll und Gestank habe ich damals nicht so wahrgenommen. Die Highline gabs noch nicht, die würde ich mir bei einem nochmaligen Besuch noch ansehen wollen.


    Interessant fand ich auch den Chicago Bericht, ich hatte gar keine Bilder von der Stadt, hab mir die immer als Beton-und-Crime-Wüste vorgestellt, da lag ich wohl komplett daneben.

    tt1c48ce.aspx
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  • New York - letzter Teil :)


    Am Montag begann der Tag mit dem Kauf einer Fahrkarte nach Washington (dazu später mehr) und einer kleinen Stipvisite in der wunderschönen Public Library am Bryant Park, wo man alleine den Tag schon hätte zubringen können. Es folgte ein Mittagessen mit einem Kollegen aus meiner alten Kanzlei und dann stand als Highlight des Tages die Überfahrt mit der Fähre nach Staten Island und zurück an, vorbei an der Freiheitsstatue.


    Man hätte auch eine aufwändigere Tour mit einem Besuch auf Ellis Island buchen können und sich anschauen können, wo früher die Immigranten anlandeten. Ich hatte mich für das Sparprogramm mit der öffentlichen Fähre entschieden - mehr war mir einfach zu viel.


    Zur Ehrenrettung New Yorks muss ich nochmal sagen, dass Mitte August eigentlich echt keine geeignete Resiezeit für die Stadt ist, jedenfalls wenn man wie ich alles über 27°C als Zumutung empfindet. Bestimmt ist es im Frühjahr deutlich schöner! Im Frühjahr war ich halt noch mit der Rettung deutscher Mittelständler beschäftigt. #cool


    Die Überfahrt klappte reibungslos. Ich musste zusammen mit hunderten anderen Leuten im großen Terminal auf die nächste Fähre warten, dann war es ein klein wenig aufregend, mir guten Platz auf dem Deck zu sichern, war aber alles zu bewältigen und gut organisiert.


    Vom hinteren Deck aus hatte ich einen sehr schönen Blick auf Manhattan und die Statue!


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    Rückblick auf Manhattan - der höchste Turm links der Mitte ist das neue One World Trade Center.


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    Lady Liberty mit Jersey City im Hintergrund


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    Kommentar meines Bruders: Ach. Google Bilder. Du bist da doch gar nicht.


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    Rückfahrt nach Manhattan - diesmal mit Platz auf dem Vorderdeck




    Wieder zurück an der südlichen Spitze Manhattans spazierte ich durch den Financial District (Wall Street und so).

    Ich fand dort vor allem beeindruckend, wie eng alles gebaut ist. Die Straßen sind winzig! Und weil die Häuser so hoch sind, ist es relativ schattig.


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    Bei dem Bullen stand eine Traube von Menschen, die sich gegenseitig dabei fotografierten, wie sie dem Bullen an die Hoden greifen.


    Von der Wall Street ging es zu Fuß weiter über die Brooklyn Bridge bis zu Grimaldi's, wo es eine riesige okaye Pizza gab. Eines der wenigen Male, in denen ich tatsächlich Plastikbesteck und Pappteller bekam, und diesmal hatte ich damit nun wirklich nicht gerechnet... DIe Pizza war so groß, dass ich mir die Hälfte einpacken ließ!


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    Brooklyn Bridge - schön war, dass man einigermaßen vernünftig Platz hatte als Fußgängerin, und nicht direkt neben Autos laufen musste. Man war nicht alleine, ich habe u.a. zwei deutsche Teenagermädchen fotografiert (also mit deren Handy).


    Ich war ja nun schon in Brooklyn, also machte ich noch einen Mini-Ausflug nach Bushwick. Bushwick ist ein Arbeiter- und Künstler-Viertel, das unter anderem für seine Straßenkunst bekannt ist. Ich hatte auch den Eindruck, dass wenn man sich für Street Art interessiert und diesen sehr urbanen Stil mag, man dort gut Zeit verbringen kann.


    Am Montagabend es war allerdings schon so dunkel (und so warm. SO WARM), dass ich nur einmal um den Block spazierte, ein paar Graffitis bewunderte und dann mit der Bahn nach Chelsea zurückfuhr und ins Hotel zurückkehrte.


    Abend und Morgen, der dritte Tag :)



    #mond#sonne



    Am Dienstag hatte ich als wesentliche Programmpunkte, Kolleg:innen zu treffen - eine Kollegin, die ich auf einem Mandat auf der Gegenseite gehabt hatte und einen Kollegen, mit dem ich auf demselben Projekt zusammengearbeitet hatte. Mit der (supernetten) Kollegin war ich lecker Mittagessen, davon habe ich keine Bilder. Sie hatte in Georgetown studiert; darauf kommen wir in einem der nächsten Teile nochmal zurück.


    Am nächsten Tag schrieb ich dazu an meine Familie:



    Und ja, mir ist völlig klar, dass sowas nie auf alle zutrifft. Und dass es früher auch Leute gab, die sich zu fein waren, bei Aldi einzukaufen. Und ich bin auch schon in Stöckelschuhen über die französische Granitküste gehüpft. Und der ADAC hat 21 Millionen Mitglieder, der ADFC nur 0,25 Millionen (tretet bei! wir haben auch Pannenhilfe! https://www.adfc.de/sei-dabei).


    TROTZDEM.


    Aber nochmal zurück ins Herz New Yorks. Bei dem Kollegen war ich nämlich zum Kaffee im Büro im 38. Stock eines Wolkenkratzers am Time Square eingeladen und durfte aus dem Fenster fotografieren. #super


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    Kleine Überraschung im Hausflur: Eine der Kanzleien, die hier wohnt, hatte lange mit meiner alten Arbeitgeberin über eine Fusion verhandelt. Die Verhandlungen scheiterten leider kurz nach meinem Besuch im Haus ... ich schwöre, ich bin unschuldig! Korrelation ist keine Kausalität!



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    Durchblick bis zum Central Park!


    Um halb vier ging es dann mit dem Amtrak Northeast Regional Train nach Washington. Das war das einzige Ticket, das ich erst vor Ort gekauft habe; ich hatte mir zwischen New York und Washington etwas Flexibilität lassen wollen, wie lange ich wo bin, zumal ich ja auch die Treffen mit mehreren very busy people unterbringen wollte. Am Ende hat es dann aber doch perfekt geklappt, dass ich einfach die ursprünglich geplante Verbindung nehmen konnte. Das Ticket kostete übrigen ohne irgendeine Ermäßigung 96 USD.


    Diesmal fand ich den Einstieg vergleichsweise stressig. Man wartete in einer großen Halle der Penn Station mit vielen anderen Leuten, die auf viele verschiedene Züge warteten. Es gab keine richtige Gleisanzeige und die Ansagen waren schwierig zu verstehen. Ich hatte ein Coach Ticket ohne zugewiesenen Sitzplatz und es war etwas unklar, wie viel Platz auf dem Zug war. Außerdem hatte der Zug natürlich Verspätung... insgesamt war diese Experience eher so wie Chaostage bei der Deutschen Bahn. Aber am Ende klappte dann doch alles.


    Von NY nach DC kann man entweder in drei Stunden mit dem Amtrak Acela fahren oder in drei Stunden vierzig Stunden mit dem Northeastern. Ich entschied mich bewusst für den etwas langsameren Zug, weil ich hoffte, ein bisschen mehr von der Strecke zu sehen. Interessant war dann vor allem der Anfang, da es wieder am Hudson vorbei ging. Die restliche Fahrt war so unspektakulär, dass ich tatsächlich daran keinrlei Erinnerungen mehr habe...



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    Abend und Morgen, der vierte Tag :)


    #mond#sonne



    Liebe Leute, damit kommen wir als nächstes schon zur letzten Station:

    Washington D.C.

    Hier wird es nochmal schön - freut euch auf die National Mall, diverse Touristenhighlights, Georgetown Cupcakes, Arlington Cemetery und last but not least zwei wirklich großartigen Museen.

  • Danke für den Musical-Tipp, da werde ich auch mal reinhören, obwohl ich kein Musical-Fan bin.


    Warst du denn dann noch im Metropolitan und Guggenheim? Ich habe die Museen in NYC geliebt, aber ich liebe auch die Stadt trotz tropisch heißer Subway im Sommer, Müll und Gestank habe ich damals nicht so wahrgenommen. Die Highline gabs noch nicht, die würde ich mir bei einem nochmaligen Besuch noch ansehen wollen.


    Interessant fand ich auch den Chicago Bericht, ich hatte gar keine Bilder von der Stadt, hab mir die immer als Beton-und-Crime-Wüste vorgestellt, da lag ich wohl komplett daneben.


    Nein, in den Museen war ich dann gar nicht. Ich habe dann anders priorisiert und hatte mir überlegt, dass wir in Europa ja auch schöne Museen haben. #angst


    Das MoMa hätte ich gerne gesehen, aber das war geschlossen. In Washington habe ich dann festgestellt, dass es in NYC noch ein Smithsonian Designmuseum gegeben hätte, das mich interessiert hätte, aber da war ich eben schon nicht mehr da.


    Chicago hat sich glaube ich auch einigermaßen gemausert in den letzten Jahren? Da war noch einiges under construction und vieles sah relativ neu aus. Ich glaube, zum Beispiel die Gestaltung des Flussufers ist noch nicht so lange so. Ich war auch fast nur im Inner Loop; kann gut sein, dass andere Teile ganz anders aussehen (bzw. ist das sogar ziemlich sicher so).


    Aber die meisten Städte sind ja nicht nur schrecklich. Warschau und Duisburg haben auch tolle grüne Ecken. ^^ Und Frankfurt finden vor allem Leute schrecklich, die nur die Bahnhofsgegend (oder bestenfalls noch die Einkaufsstraße am Samstag) kennen und noch nie auf dem Lorberg oder in der Gerbermühle waren.

  • ich lese auch mit.

    DC!!! Ich habe dort ein Praktikum gemacht 2000. Ich bin sehr gespannt.


    Ich bin großer USA Fan, also Land und Leute. Mich kriegt jede Marlboro Werbung, dabei rauche ich nicht mal😄

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • So, mal schauen, was ich dieses Wochenende noch zu Washington schaffe. Der Rest kommt dann in der Woche :)


    Washington D.C.


    Washington also.


    Washington erschien mir optisch von allen besuchten Städten die „europäischste“ und läutete den Anfang vom Ende der Reise ein. Vielleicht lag das daran, dass es viele „ganz normale“ mehrstöckige Häuser gab. Auch die Straßen wirkten gewohnter auf mich. Vielleicht ein bisschen wie Mannheim? Das ist nicht despektierlich gemeint, Mannheim ist prima ;)


    Karlsruhe ist auch keine schlechte Assoziation, denn das Layout der Straßen hatte sich Thomas Jefferson möglicherweise von dort abgeschaut:


    Die Stadt Karlsruhe, die 1715 von Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach als Ideal- und Planstadt errichtet wurde, besteht in ihrem historischen Kern aus einem Jagdstern, dessen südlicher Abschnitt zu einem neunstrahligen Straßenfächer ausgebaut ist. Im Zentrum der Anlage liegt der Turm des Schlosses Karlsruhe. Der fächerförmige Grundriss brachte Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“ ein.

    Der Franzose Pierre L’Enfant erhielt von George Washington den Auftrag, einen Grundriss für die „Federal City“ Washington, D.C. zu entwerfen. L’Enfants 1792 veröffentlichter Plan of the City of Washington enthielt auf einem rechtwinkligen Straßenraster eine Vielzahl von großen, diagonal zum Raster verlaufenden Avenuen, die stern- bzw. fächerförmig auf wichtige Gebäude wie das Weiße Haus und das Kapitol ausgerichtet sind. Als Vorbilder werden Versailles oder Williamsburg, Virginia genannt, im Hintergrund standen jedoch Bestrebungen, eine eigenständige amerikanische Architektur zu entwickeln.[3] Zu den Stadtplänen, die L’Enfant zur Verfügung standen, zählte auch einer der Stadt Karlsruhe, den Thomas Jefferson nach einem dortigen Besuch im Jahr 1788 mitgebracht hatte.[4]


    Daneben gab es natürlich trotzdem jeeeede Menge Besonderes, es ist ja nicht umsonst die Hauptstadt. Die großartige Museumsmeile auf der National Mall, die Monumente, das Capitol und die Library of Congress, oder auch der riesige Friedhof in Arlington, um nur ein paar zu nennen.


    Schon die Ankunft in D.C. war beeindruckend, denn der Bahnhof ist ein wunderschönes Gebäude, seht mal:


    Link zu Wikipedia


    Ich konnte bei meiner Ankunft nur staunen und bin später extra noch einmal hingelaufen, um Fotos zu machen. Grandios!


    Untergekommen war ich diesmal in einem Hotel, das hier bei den Raben empfohlen worden war (the Pod). Das war unspektakulär, aber völlig in Ordnung von der Lage her, neben dem Eingang nach China Town.


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    Daneben war ein Vapiano, so fühlt man sich doch gleich zuhause … *weint leise über die Insolvenz von Vapiano*


    ....zu Abend aß ich dann aber in einem afrikanischen Restaurant, das zu einer Kette gehört (Nando). Der Service war nur so la la, wie übrigens oft.


    Diesbezüglich war ich eher etwas enttäuscht von den USA. Nachdem ich vorher sehr oft gehört und gelesen hatte, dass dort so eine kundenfreundliche Mentalität hersche, hatte ich mir mehr erwartet.


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    Das Essen in Ordnung, mal was anderes, aber nichts, was mir als wiederholenswert in Erinnerung geblieben wäre.



    *


    Am Mittwoch hatte ich eine Stadtführung per Fahrrad gebucht. Nach einer kleinen Odyssee, bei der ich erst eine Viertelstunde in die falsche Richtung gelaufen war #haare und dann am ÖPNV scheiterte #weissnicht und mir schließlich ein Uber buchte, hatte ich nach einigem Suchen die Radstation gefunden und war erstaunlicherweise immer noch hinreichend pünktlich. 8o


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    Wir waren ein internationales Grüppchen, unter anderem mit einer Familie aus den Niederlanden. Gemeinsam radelten wir durch die glühende Mittagshitze (32°, aber in der Sonne kam es mir mehr vor....). Das Tempo war angenehm, der Führer recht freundlich (mit extra Wasser im Gepäck! 8o), und ich nach anfänglichem Hadern doch im Nachhinein sehr zufrieden mit meiner Idee. Wir bekamen einen guten Überblick über die Stadt, ein paar nette Anekdoten und hinreichend Gelegenheit, Fotos vom Capitol, Lincoln Memorial, weißem Haus und diversen Gedenkstätten zu machen.


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    Das Capitol


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    Blick vom Capitol über die National Mall zum Washington Monument:


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    Das Japanisch-Amerikanische Denkmal erinnert an die japanischen und japanischstämmigen US-Einwohner:innen, die während des zweiten Weltkriegs in den USA eingesperrt wurden, und an diejeningen unter ihnen, die im Krieg gekämpft haben.

    https://wtop.com/gallery/dc/ja…rld-war-ii-incarceration/



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    Susan vor Lincoln Memorial und Blick von dort zum Washington Monument (dahinter käme dann noch das Capitol)


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    Das Weiße Haus ... viel kleiner als erwartet, und hässlich abgesperrt.


    Die Radtour begann und endete in der Nähe eines Einkaufszentrums. Hungrig und durstig und auf der Suche nach WLAN fand ich Philly Cheesesteaks:


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    Ganz lecker, halt so auf Subway/McDonalds-Niveau (wobei ich Subway lieber mag). Wer es ausprobieren möchte, es gibt dutzende Rezepte online, hier ist ein Video:





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    Unterwegs vorbei an der Höhle des Bösen ;)


    Zum Abschluss des Tages machte ich einen Ausflug in den Stadtteil Georgetown, der die Universität beherbergt.


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    Georgetown mit Universitätsgebäude


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    Die Kollegin, die ich in New York getroffen hatte, hatte mir ein Cupcake-Café dort empfohlen, das musste ich natürlich probieren!


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    Die Cupcakes waren wirklich beeindruckend, ihr könnt hier einen Eindruck bekommen:


    https://www.georgetowncupcake.com/


    Es gab zig verschiedene Sorten, aber man hatte in der langen Schlange auch genügend Zeit, sich für eine zu entscheiden!


    Zum Abendessen naschte ich mich noch durch die heiße Theke bei Whole Foods:


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    Nicht schön, aber lecker!



    Das war Abend und Morgen, der erste Tag in Washington. :)


    Weiter geht demnächst es mit dem GROSS-AR-TI-GEN neuen Museum of African American History and Culture. Stay tuned! ^^


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    Sneak Peek

  • Danke Susan, ich habe das jetzt alles in einem Rutsch durchgelesen und so richtig, richtig Lust, in die Staaten zu reisen. Das ist ein toller Reisebericht, sehr spannend und informativ!

  • The Smithsonian Museums


    Am nächsten Tag klingelte mein Wecker um kurz vor halb sieben, damit ich noch eine Karte für das National Museum of African American History and Culture ergattern konnte. In das Museum kam man nämlich schon vor Corona nur mit einer Karte für einen bestimmten Zeitpunkt. Die Karten konnte man entweder Monate im Vorhinaus buchen, oder am Besuchstag, wenn man schnell genug war und sich eben den Wecker auf morgens früh stellte.


    Das Museum gehört zu den Smithsonian Institutions. Smithson war ein reicher Brite, der sein Vermögen aus unbekannten Gründen den Vereinigten Staaten vermacht hat, mit der Auflage, dass sie damit das Wissen der Menscheit mehren sollten. Zu den Instituten gehören neben Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt eben auch eine Reihe Museen, die meisten von ihnen an der National Mall. Die National Mall ist ein großer Grünstreifen ;) zwischen dem Capitol und dem Lincoln Memorial, geteilt durch das Washington Monument.


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    Als erstes Smithsonian Gebäude gibt es immer noch das "Smithsonian Castle", das meiner Erinnerung nach in der Vergangenheit als Museum und als Forschungsinstitut diente und nunmehr das Besucherzentrum beherbergt.


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    Die Fläche darum herum ist sehr schön gestaltet und lädt an vielen Stellen zum Flanieren oder Verweilen ein.


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    Das Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur sitzt am Fuße des Washington Monuments. Es ist meines Wissens das jüngste der Smithsonian Museums und hat einen der letzten freien Plätze an der National Mall erhalten. Es ist super-beliebt (daher auch der Aufwand, Tickets zu bekommen). Zu Recht, finde ich; mir hat es sehr gut gefallen und ich war einigermaßen betrübt, dass ich nur fünfeinhalb Stunden Zeit hatte und daher nur etwa die Hälfte der Ausstellung wirklich gesehen habe.


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    Das Museum reicht tief in die Erde. Der überirdische Teil ist nur ein Bruchteil des Gebäudes.


    Die umgekehrte Stufenpyramidenform soll an eine Krone der Yoruba (ein Stamm in Nigeria, Togo und Benin) erinnern.


    Außen ist das Gebäude mit einem geflochtenen Muster verkleidet.


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    Blick durch die Verkleidung nach draußen - links im Bild der Fuß des Washington Monuments.


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    "Making a way out of no way" (etwa: Einen Weg finden, wo keiner ist) war das Motto einer Ausstellung, angelehnt an eine Redewendung.


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    Die schattige Eingangshalle war eine willkommene Abwechslung zur immer noch drückenden Hitze draußen und bot schon erste Blickfänge, wie diese großartige Skulptur.


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    Nach einem recht langen Einführungs-Film über das Museum im Erdgeschoss ging es mit einem großen Fahrstuhl ins Tiefgeschoss. In Massen schlängelten wir uns durch einen bewusst eng gestalteten Ausstellungsparcours zur Geschichte der Sklaverei.


    Meine Fotos von dort sind nicht so gut, daher hier nur eines:


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    Königin Nzingha war eine bemerkenswert erfolgreiche (wenn auch nicht gerade nette) Herrscherin im Gebiet des heutigen Angola, die sich trotz geringer Legitimation über fast vier Jahrzehnte an der Macht hielt und erfolgreich mit Eindringlingen wie Portugiesen und Holländern verhandelte.


    https://en.wikipedia.org/wiki/Nzinga_of_Ndongo_and_Matamba

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nzinga_von_Ndongo_und_Matamba


    Bemerkenswert auch: Deutscher und englischer Wiki-Eintrag unterscheiden sich deutlich in ihrer Tonalität und ihren Wertungen.


    Die Ausstellung ging weiter und umfasste viele spannende Ausstellungsstücke. Ich kann gar nicht alles zeigen, habe ja selbst nicht mal alles gesehen, daher hier nur ein paar ausgewählte Bilder:


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    Das Museum zeigt einen ganzen Eisenbahnwagen mit Abteilen und Toiletten für "Weiße" und "Farbige"... oben die Toilette für dunkelhäutige Menschen (kleiner) und unten die Toilette für hellhäutige Menschen (viel mehr Platz und Sitzgelegenheiten im Waschraum).


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    Die Ausstellungsräume waren groß genug, um ganze Gebäude zu zeigen, zum Beispiel eine Sklavenhütte oder einen Wachturm.


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    Unter einer der Decken hing ein Flugzeug der Tuskegee Airmen:


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    Die Tuskegee Airman waren die ersten schwarzen Piloten der US Air Force (bzw. deren Vorgängerbehörden). Hochqualifizerte Leute, die sich einem harten Training unterzogen hatten und deren militärischer Erfolg das Ende der Segregation in der US-Armee einläutete.


    Weiter oben im Gebäude ging es über in den kulturellen Teil des Museums:


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    Chuck Berrys roter Cadillac #cool



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    Aus der Kultur-Abteilung - George Clintons "Mothership" #banane


    https://nmaahc.si.edu/object/nmaahc_2011.83.1.1-.9


    Hier (am Ende) könnt ihr das Teil in Aktion sehen:






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    Links: B.K. Adams (b. 1972)

    Transformation "Blaues Pferd", 2009

    GFK, Folie, Acrylfarbe


    Rechts: Kevin E. Cole (b. 1960)

    Steigendes Risiko mit Emotionalem Glauben, 2008

    Mixed Media auf Holz


    Erläuterung zur rechten Skulptur unter dem Spoiler.



    Das Museum war einer der Orte, an denen mir die immer noch vorhandene gesellschaftliche Spaltung in den USA sehr deutlich wurde. Es war nämlich einer der ganz wenigen Orte, an dem ich wirklich viele Schwarze und People of Color sah. Ansonsten war meine Reise weitgehend weiß geprägt. Ich bin gerade in Amsterdam und gefühlt sehe ich hier mindestens genauso viele BIPoC wie in den USA... obwohl der Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich kleiner sein müsste. Offenbar hatte ich mir ein weitgehend "typisch weißes" Programm zusammengestellt, ohne dass ich darüber vorher irgendwie nachgedacht hatte. Dass es so krass werden würde, hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Im Gegenteil hatte ich mich eigentlich darauf eingestellt, dass ich in den USA sehr viel mehr BIPoC sehen würde als in Frankfurt. Das war aber gar nicht so. Nennenswert BIPoC sah ich eigentlich nur noch im Greyhoundbus von Phoenix nach LA und dann noch in D.C. bei Walmart, wo die Kunden während meines Besuchs fast alle schwarz waren.



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    Das war also mein Besuch im National Museum of African American History and Culture :)


    Zwischendurch gab es noch leckeres Essen im "Sweet Home Café" des Museums:


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    Grits (Maisbrei) mit Shrimps ("Gulf Shrimp & Stone Ground Grits – featuring the premier corn-product from popular Columbia, S.C.-based Anson Mills alongside smoked tomato butter, caramelized leeks and crispy Tasso") und grünen Bohnen als Beilage, Bananen-Kuchen (wenn ich mich recht erinnere) und eine Cola light. Alle zusammen für USD 37,07 (etwas mehr als EUR 30, uff), aber sehr lecker!


    Wer sich zu einer eigenen kleinen kulinarischen Reise inspirieren lassen möchte, kann das hier tun:

    https://nmaahc.si.edu/visit/sweet-home-cafe



    Soviel für diesmal.


    Heute vor einem Jahr bin ich wieder in Frankfurt gelandet.

    Wir haben aber noch anderthalb Tage vor uns! #schreiben


    Bis bald

    Susan