Blinddarm oder was anderes?

  • Ich habe gestern noch mit dem Bereitschaftsdienst telefoniert, die meinten abwarten, der CRP wäre zu niedrig als dass es wirklich akut sein kann. Die Nacht war ok, bin aber eh Bauchschläfer.


    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen, diese ermutigen mich, dass ich mit dem Problem "ist doch nicht so schlimm" bei Trotzdem akuten Erkrankungen nicht allein bin :)

  • Wenn der Hausarzt dich untersucht und Blut abnimmt und dann entscheidet, dass es erstmal nichts weiter ist heißt es ja nicht, dass nichts draus werden kann. Es heißt nur, dass es erstmal keinen Grund für weitere Diagnostik gibt. Aber das kann sich ja ändern, je nachdem, wie es weitergeht


    Letztlich sind die Ärzte darauf angewiesen, dass die Patienten sich melden, wenn es nicht besser oder sogar schlimmer wird.

  • Wenn der Hausarzt dich untersucht und Blut abnimmt und dann entscheidet, dass es erstmal nichts weiter ist heißt es ja nicht, dass nichts draus werden kann. Es heißt nur, dass es erstmal keinen Grund für weitere Diagnostik gibt. Aber das kann sich ja ändern, je nachdem, wie es weitergeht


    Letztlich sind die Ärzte darauf angewiesen, dass die Patienten sich melden, wenn es nicht besser oder sogar schlimmer wird.

    Ich habe etwas wenig Vertrauen in Ärzte allgemein, da es mich bereits mehrfach das Leben hätte kosten können, weil sie der Ursache der Symptome nicht auf den Grund gegangen sind. Meine Hausarztpraxis neigt eher dazu zu sagen "ist nichts", obwohl mein Körpergefühl sagt "das ist ernst". Mehrfach wäre das in der Vergangenheit fast schief gegangen bei mir, meinem Mann und auch schon meinem Sohn. Da sah es auch nicht so schlimm aus, wäre aber ohne Zweikonsultation eines Facharztes auf meine Initiative (über die Meinung des Hausarztes hinweg) nicht ohne Folgen ausgegangen.


    Wir gehören hier wie auch von anderen schon beschrieben auch zu der Sorte "kann so schlimm nicht sein, sie reden/laufen/leben noch". Und das auch halbtot wenn es sein muss. Deswegen meine Frage hier entgegen der Einschätzung meines Mannes.


    Meinen Mann haben sie in einem Krankenhaus mal mit Werten von akutem Leberversagen auf 600km Heimreise geschickt weil er ja noch gut beieinander war...ich habe ihn direkt in die Uni gefahren hier vor Ort, die auch meinten "brauch keine Tasche, er sieht noch nicht gelb aus, der kann wieder heim" bis die Blutergebnisse da waren - da ging es dann sehr zügig in den OP.


    Das hört sich bescheuert an, aber uns merkt man ernste Krankheiten einfach nicht an. Selbst Bild- und Labordiagnostik sind da nicht immer eindeutig. Ich könnte ein Buch verfassen mit tollen Geschichten zu "hätte ich dem Arzt vertraut, wäre ich jetzt tot"

  • Jetzt? #blink aktuell ist es ja nicht akut...glaube ich zumindest. Also Schmerz gut aushaltbar (ich hab ja den Vergleich mit der Kolik). Oder woran merke ich dass ich zur Notaufnahme sollte ohne dass es bereits lebensbedrohlich ist?

    (Vorausgesetzt das ist wirklich der Blinddarm)

    ich weiß ja nicht, welche Stärke das. Ibu hat, aber die freiverkäuflichen werden eher nicht stark genug sein, um einen akuten Blinddarm zu verschleiern.

    Die letzte Aussage halte ich generell schon für unzutreffend, als Entscheidungshilfe für eine Person, die schon mal beinahe wegen einer verstopften Galle beinahe über die Klinge gesprungen wäre, für extrem unpassend.

    Sohn ist damals mit Schmerzen, aber aushaltbar, selbst laufend durchs halbe Krankenhaus...mir war klar, dass das der Blinddarm ist...sah alles nicht wild aus...zwei Stunden später erfolgte die Not-Op...Blinddarm kurz vorm platzen.. da haben wir noch mit dem Anästhesisten gespasst und Quiz-Duell gespielt...konnte auch keiner fassen...war aber 5 vor zwölf bei ihm!

    Daher auch von mir eine Stimme für die Notaufnahme!

    Das finde ich interessant, dann gibt es ja doch durchaus weitere Fälle, wo es so ähnlich läuft wie bei mir. Gut, dass du so aufmerksam warst, charjulie.


    In meinem KH damals konnten sie den Verlauf bei mir kaum fassen. Ich war am Sonntag um 9:30 mit leichtem, aber komischem Bauchweh aufgewacht, bin dann, als es nach einem Klogang nicht wegging, zur Bereitschaft, die hat mich ins KH geschickt, die haben nichts gefunden und mich in die Frauenklinik geschickt. Die ganze Zeit waren die Schmerzen pillepalle, aber seltsam dauerhaft. In der Frauenklinik machte der Arzt dann einen US (wie die Bereitschaftsärztin und der Arzt im KH auch), nur fand dieser freie Flüssigkeit im Bauchraum, da war der Blinddarm also bereits geplatzt, ich glaube es war so gegen 14 Uhr, um 14:30 lag ich schon auf dem OP-Tisch.


    So rasant läuft es bei dir, Exon, offensichtlich nicht. Aber trotzdem hoffe ich, dass der Spuk entweder jetzt von selbst weggegangen ist, oder du im KH bist.


    Denn nicht nur, dass ich auch gut ohne das "Mensch, war das knapp"-Gefühl gekonnt hätte (aber froh war, dass ich nicht mehr, wie 10 Tage zuvor, mitten in der Wüste 2 Stunden über Rumpelpisten von der nächsten Klinik entfernt war, denn das wäre sicherlich schiefgegangen): Die OP war so viel aufwändiger. Sie hatten zuerst (weil sie nicht wussten, was es ist) endoskopisch geschaut, und bei einem Eierstockproblem auch so operiert, aber als sie die Sauerei gesehen haben, mussten sie doch konventionell aufschneiden, um ordentlich sauberzumachen. Wenn ich mir das hätte sparen können, wäre ich echt froh gewesen.


    Alles Gute, Exon.


    edit: offenbar bist du noch da. Sind die Schmerzen weg? Warum zögerst du? Gerade die Erfahrungen, die du in deinem letzten Post beschreibst, sollten dich doch eigentlich schon längst ins KH getrieben haben, oder?

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05


  • Ich meine genau das, was du sagst - hör auf dein Gefühl, hake nach, wenn du denkst, dass da was nicht stimmt. Stell dich wieder vor, wenn es nicht passt.


    Mehr als Befund, Labor und vielleicht noch irgendwelche Bilder kann man leider nicht machen. Wenn das alles ok ist, muss der Patient sich einfach wieder melden oder nachhaken.

  • Alles Gute, Exon.


    edit: offenbar bist du noch da. Sind die Schmerzen weg? Warum zögerst du? Gerade die Erfahrungen, die du in deinem letzten Post beschreibst, sollten dich doch eigentlich schon längst ins KH getrieben haben, oder?

    Warum ich zögere...gute Frage. Um nicht wieder als hysterisch abgestempelt zu werden? Der Bereitschaftsdienst hat ja bereits gestern telefonisch mitgeteilt, dass sie keine Notwendigkeit sehen für eine Behandlung.

    Druck und Spannungsgefühl ist noch da, auch der punktuelle Schmerz. Aber nicht so, dass es sich gefährlich anfühlt. Dass da was nicht ok ist, sagt mir nur mein Gefühl :wacko: Und das könnte sich täuschen und ich mache aus einer Mücke einen Elefanten.


    Ich werde gleich nochmal beim Hausarzt anrufen wenn sie aufmachen und nach einem Ultraschall fragen.


    (In der Akte von meinem Kaiserschnitt stand drin, dass man mich in Vollnarkose gelegt hat, weil Patientin panisch wurde. Kein Wort davon, dass die Spinale nicht wirkte und denen meine Beine um die Ohren geflogen sind vor Schmerzen...sowas lässt mich nachhaltig an meiner Selbstwahrnehmung zweifeln)

  • soeben mit der Hausarztpraxis telefoniert (inklusive Rücksprache mit behandelnden/untersuchendem Arzt von gestern), ich soll morgen früh nüchtern zum US kommen, kein Grund zur Eile #weissnicht


    Edit: u.a. da kein Fieber

  • mein Sohn hatte solche Schmerzen, allerdings wohl deutlich heftiger (er wurde richtig grün im Gesicht)

    Hausärztin hielt es für Blinddarm...


    es war ein Blasenstau.



    Hoffentlich finden sie bei Dir schnell die und Abhilfe!

    annalin mit Nr 1 M 9/2003 und Nr2 W 3/2006

  • Nach deinen Schilderungen bin ich immer noch für zeitnahe Abklärung im Krankenhaus. Du hast jetzt seit fünf Tagen Schmerzen und Unwohlsein, dein Gefühl sagt dir, das etwas nicht gut ist.

    Du schreibst, dass es dir schon öfter passiert ist, das es knapp war. Ich lese dich jetzt hier besorgt aber relativierend. Eigentlich bist du dir sicher, dass da was ist, gleichzeitig lässt du dich von den Aussagen der Ärzte beruhigen, obwohl du kaum Vertrauen zu Ärzten hasst, mit gutem Grund.


    Ich verstehe nicht, warum du es nicht mit Ultraschall im Krankenhaus heute abklären willst. Gerade weil du auch sagst, das deine Hausarztpraxis auch oft eher nach „ da ist nichts“ arbeitet. Mehr, als das sie tatsächlich nicht finden, kann doch nicht passieren? Aber dann könntest du beruhigter sein.

    Oder du bekommst dein Gefühl bestätigt.

    Du hast hier von vielen gelesen, das es so Verläufe gibt, wie du sie gerade beschreibst.


    Entschuldige bitte, das ich so nachhake, aber das Erlebnis, meine Freundin fast zu verlieren, weil sie einen für die Ärzte atypischen Verlauf hatte, war erschreckend...

    Alles Gute dir!

    Kinder brauchen Schatzsucher und keine Fehlerfinder :)

  • Habe ich das richtig verstanden, der Blinddarm ist entzündet aber noch nicht schlimm genug und daher wird nicht/noch nicht operiert. #gruebel

    Worauf wird gewartet?

    Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass die entzündung spontan verschwindet?


    Ich finde das Vorgehen des Arztes komisch. Du hast die Beschwerden ja auch nicht erst seit gestern.


    Bei einer unkomplizierter Blindarmentzündung kann mit Minimalinvasiver Technik operiert werden.

    Bei geplatzten Blinddärmen oder im Falle einer sehr starken Entzündung mit Beteiligung des Überganges vom Dünndarm zum Dickdarm kann eine ausgedehntere Operation notwendig sein. In diesem Falle ist eine offene Operation über einen Bauchschnitt notwendig.

    Mandragora
    mit Sonnenschein 07, Kuschelbär 10, Zwerglein 14, kleine Bohne 20

  • Exon für Dich#knuddel (weil ich die Erfahrung mit kaum wirkender Spinale beim KS auch so gemacht hab, da will frau sicher kein 'panisch' hören...)

    Wenn dein Gefühl sagt, da ist was, dann geh wieder hin. Was die Ärzt:innen draus machen (s.o.) hast Du eh nicht in der Hand. Du kannst nur für Dich sorgen! Alles Gute!

    Ar scáth a chéile amhaireann na daoinne

  • Die Gefahr, dass dich da jemand für hysterisch hält mag ja bestehen, aber das hilft dir ja nicht weiter.


    Du sorgst dich und du bist diejenige, die mit den Folgen von was auch immer leben muss. Das kann genauso wie ein übersehener Blinddarm auch die Komplikation einer im Nachhinein unnötigen OP sein. Aber es sollte dir egal sein, was die von dir denken.


    Die haben alle keine Kristallkugel und orientieren sich eben an dem, was sie handfest finden. Wenn die Einschätzung simpel wäre, dass man sich nicht täuschen kann gäbe es weniger Fehldiagnosen.

  • Kann man eine Blinddarmentzündung haben wenn nur das CRP (9.8 bei Ref <5) leicht erhöht ist, aber alle anderen Werte inkl. Leukozyten (6.68 bei <10.4) normal sind? Das war die Argumentation warum es nicht akut sein soll. Eben kamen die Laborergebnisse, außer dem CRP alles top #weissnicht


    Mir fehlt sowohl das Vertrauen in die Ärzte als auch in mein Bauchgefühl.


    (Und warum ich mich drücke vor der Notaufnahme: die ist für echte Notfälle, also Kopf unterm Arm. Wurde mir von Kleinauf eingetrichtert. Da geht man eigentlich nur im RTW hin. Plus die Erfahrung von der Gallensache...die parken dich mit Morphium auf Station und warten ab...plus: die Kinderbetreuung ist nicht gesichert, ich bin 2 Tage nach der Gallen-OP wieder heim zu 1.5jährigen weil Mann meinte er ist im Geschäft unabkömmlich. An dieser Einstellung hat sich nichts geändert in den Jahren #crying Ich will nicht wieder mit frischer OP allein mit Kind sein. Dann lieber mit diffusen Schmerz daheim sein. Aber das ist ein anderes Thema)

  • Bei meiner Freundin gab es auch Blutwerte, die nicht auf kurz vor zwölf hinwiesen, weswegen ja niemand den Ernst erkennen konnte...durch den geplatzten Blinddarm und die dadurch größere OP musste meine Freundin 10 statt 5 Tage im Krankenhaus bleiben und durfte 8 Wochen nichts heben usw.

    Das tut mir sehr leid, dass dein Mann dir da wenig Unterstützung ist.

    Ich lasse dir den da #knuddel, für die Gesamtumstände.

    Kinder brauchen Schatzsucher und keine Fehlerfinder :)

  • [...] die Kinderbetreuung ist nicht gesichert, ich bin 2 Tage nach der Gallen-OP wieder heim zu 1.5jährigen weil Mann meinte er ist im Geschäft unabkömmlich. An dieser Einstellung hat sich nichts geändert in den Jahren #crying[...]

    #eek#eek#eek#eek Das finde ich so krass, da weiß ich gar nicht, was ich dazu sagen soll. #flop Was denkt der Kerl sich dabei...

  • Kenne ich auch. Dieser Kinderbetreuungsgedanke.

    Aber mich überzeugt ab einem gewissen Punkt immer das Gefühl, dass mich dieses Sorgen die ganze Zeit so viel Zusatzenergie kostet, dass es Sinn macht, doch nochmal checken zu lassen.

  • Ich bin auch eher der Typ, der nur zum Arzt geht, wenn man schon halb tot ist. Aber WENN ich wirklich mal ein schlechtes Gefühl hatte, dann war das auch im nachhinein berechtigt. Egal wie klein die Beschwerden auf den ersten Blick waren. Das letzte mal war ich mit "Verspannung" in der Brust beim Hausarzt. Würde ich sonst nie mit hin, sowas sitz ich halt aus, werf ne Ibu ein und mach weiter. Aber ich hatte kein gutes Gefühl dabei... am Ende war es eine akute Lungenentzündung, die sich da entwickelt hat und die ich auch nur knapp überlebt habe (u.a. weil die auch erst eine Woche später korrekt diagnostiziert wurde).


    Von daher: Wenn dein Gefühl sagt, das ist nicht ok, fahr zur Notaufnahme. Ja, die ist wirklich nur für Notfälle und es ist gut sich vorher Gedanken zu machen, ob da kein Weg dran vorbei führt und man wirklich akut Hilfe braucht (oder ggf. Gerätschaften, die ein normaler Arzt eben nicht hat). Aber wenn sich am Ende doch rausstellt, dass es "nix" war, reißt einem da niemand den Kopf ab! Dann war das eben so und fertig. Da bekommt man keine Rechnung und auch keinen Vortrag gehalte, dass man jemand anderem da einen Platz weggenommen hat. Insofern würde ich in deinem Fall eher einmal zu viel als einmal zu wenig hinfahren.


    Blinddarm wurde übrigens bei meiner Freundin auch erst nicht erkannt. War eher wie ein heftiger Magen-Darm Infekt, Bereitschaftsarzt (über Telefon) hat auch keinen Handlungsbedarf gesehen. Irgendwann wurde die Schmerzen dann nach ca. 1 Woche auch besser, aber eine Freundin hat sie dann doch ins Krankenhaus geschleift. Zu dem Zeitpunkt war der Blinddarm schon durchgebrochen, sie bekam sofort eine Not-OP und war fast 2 Wochen auf der Station, bis sie wieder halbwegs auf den Beinen war. Hätte man früh (vor dem Durchbruch) operiert, hätte man das ggf. sogar ambulant machen können.
    Blinddarm aussitzen ist einfach nie eine gute Idee. Manchmal kann man ihn mit Antibiotika behandeln, wenn man es früh erkennt, aber wenn das nicht geht, hilft am Ende nur eine OP.

  • Blinddarm aussitzen ist einfach nie eine gute Idee. Manchmal kann man ihn mit Antibiotika behandeln, wenn man es früh erkennt, aber wenn das nicht geht, hilft am Ende nur eine OP.

    Bei meinem Bruder wurde mehrmals mit Antibiotika behandelt - gab fuer kurze Zeit Ruhe, bevor die Entzuendung wieder aufflammte (und ehe Nachfragen kommen: Ja, er hatte das Medikament korrekt und bis zum Ende der verschriebenen Behandlung genommen). Endgueltig zu ende war es erst nach der OP.