Frage zur Antihormontherapie bei Brustkrebs - nichts Akutes

  • Hallo zusammen,

    ich habe eine Frage bezüglich meiner Mutter, die 2012 an Brustkrebs erkrankt war. Nach dem üblichen Programm (OP, Chemo, Bestrahlung) hat sie dann eine Antihormontherapie begonnen, der Tumor war stark hormonsensitiv.


    Sie nahm ein Jahr lang Tamoxifen und ist dann auf Anastrozol umgestiegen (nochmal 5 Jahre lang). Die Nebenwirkungen sind bei ihr nicht ohne - Erschöpfung, Knochenschmerzen, Stimmung, Übelkeit. Andererseits können das ja auch noch Nachwirkungen der Chemo sein.


    Nun hat ihr Onkologe ihr bei der heutigen Nachuntersuchung (die bisher immer alle gut waren) gesagt, dass sie nun mit den Tabletten aufhören könne.


    Diese Nachricht hat uns ganz schön umgehauen, denn meine Mutter hat ein großes Sicherheitsbedürfnis und erträgt die Nebenwirkungen tapfer, obwohl es ihre Lebensqualität schon einschränkt.

    Sie ist nun hin- und hergerissen, zumal es ja auch Hinweise darauf gibt, dass 10 Jahre Antihormontherapie Vorteile mit sich bringen.


    Mir persönlich wäre es lieber, dass sie die Tabletten weiter nimmt, da sie für mich eine Art Lebensversicherung sind und wir alle große Angst vor einem Rezidiv haben.

    Sie fragt mich nun um Rat und ich weiß nicht, was ich sagen soll - beide Optionen machen mir Angst und können falsch sein.


    Meine Mutter möchte dem Arzt vertrauen, aber ich bin da immer etwas skeptisch, weil der Onkologe nie besonders viel Zeit hat und den speziellen Fall meiner Mutter gar nicht so genau im Kopf hat und würde mich deshalb gerne auch noch selber informieren.


    Es kommt also zu den fehlenden Sachinformationen auch noch diese große Angst, dass alles wieder von vorne beginnen könnte.


    Kennt jemand sich mit den aktuellen Studien aus, ob eine Tabletteneinnahme von mehr als 5 Jahren einen großen Vorteil hat?

    Außerdem hat diese schreckliche Angst von damals mich wieder so heftig gepackt, dass es mir heute den ganzen Tag richtig schlecht ging. #heul
    Ich bin wirklich ratlos...


    GLG,

    murmel

  • Der Krebsinformationsdienst ist eine sehr gute Anlaufstelle. Es gibt auch telefonische Beratung oder die Möglichkeit, sich bei onkologischen Fragen eine Zweitmeinung zu holen. Deiner Mutter weiterhin alles Gute!