Kita-Erzieherin hält Kinder nicht auseinander

  • Hmm... ich habe alles gelesen und kann dich total gut verstehen, möchte aber meine Erfahrungen mit Zwillingen hier teilen.

    Ich habe vor einem dreiviertel Jahr (erwachsene) Zwillinge kennengelernt, ich sehe sie regelmäßig auch über mehrere Stunden und es sind auch fast immer beide zeitgleich da. Es hat für mich 4 Monate gebraucht, die ersten Unterscheidungsmerkmale sicher zu identifizieren und mittlerweile liege ich zu 80 % richtig. Aber jedes mal, wenn ich wieder falsch lag, bin ich ersteinmal wieder etwas verunsichert und halte mich zurück mit der direkten Ansprache, weil's mir natürlich unangenehm ist. Ich versuche also erst einmal wieder Sicherheit zu gewinnen und überlege im Stillen für mich wer von den beiden das nun ist, bevor ich es wieder laut tue.


    Und Leute, die die beiden seit Jahren kennen, sagen völlig entrüstet und überzeugt, dass die beiden doch total unterschiedlich sind und aussehen - mit diesem Unterton "wie kann man nur so dämlich sein, sie nicht auseinander zu halten".


    Das fühlt sich für mich dann natürlich noch blöder an und erhöht den Druck, dir beiden sicher auseinander zu halten.


    Also so sehr ich dich verstehen kann, so sehr weiß ich auch um die Probleme des Auseinanderhaltens.


    Vielleicht kann dich das ja ein wenig milde stimmen- und ich überlege derweil, wie du vielleicht unterstützen kannst, da ist mir bisher nichts brauchbares eingefallen, schließlich sind deine beiden noch viel kleiner, als "meine" Zwillinge

    Das Leben ist ein weißes Blatt, die Farben sind in dir.


    Male es schön bunt und leuchtend.

    JOCHEN MARISS

  • Also so sehr ich dich verstehen kann, so sehr weiß ich auch um die Probleme des Auseinanderhaltens.

    Wenn die Erzieherin die Kinder auseinanderhalten will, wer oder was hindert sie daran, die Kinder jeweils zu fragen, wenn sie unsicher ist: bist du x? dann wird auch ein kleines Kinder <2 verständlich machen können, ob sie x oder halt y ist.

    Da vergibt man sich als Erwachsener doch nichts, wenn man einfach nachfragt und dazu steht, dass einem das schwerfällt. Habe ich bei Drillingen, Zwillingen, wenn ich sie im Unterricht hatte (nur 1x wöchentlicher Unterricht) immer so gehandhabt.


    Edit: Die Erzieherin bekommt ja schon Unterstützung durch andersfarbige Kleidung o.ä., deshalb habe ich leider Zweifel, ob es am Können oder eben doch eher am Wollen liegt.

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


    Es gibt eben so wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol. (Sigmund Freud)


    262 Beiträge im alten Forum – war ich so stolz drauf, deswegen steht's jetzt hier. #baden

  • Also so sehr ich dich verstehen kann, so sehr weiß ich auch um die Probleme des Auseinanderhaltens.

    Wenn die Erzieherin die Kinder auseinanderhalten will, wer oder was hindert sie daran, die Kinder jeweils zu fragen, wenn sie unsicher ist: bist du x? dann wird auch ein kleines Kinder <2 verständlich machen können, ob sie x oder halt y ist.

    Da vergibt man sich als Erwachsener doch nichts, wenn man einfach nachfragt und dazu steht, dass einem das schwerfällt. Habe ich bei Drillingen, Zwillingen, wenn ich sie im Unterricht hatte (nur 1x wöchentlicher Unterricht) immer so gehandhabt.


    Edit: Die Erzieherin bekommt ja schon Unterstützung durch andersfarbige Kleidung o.ä., deshalb habe ich leider Zweifel, ob es am Können oder eben doch eher am Wollen liegt.

    Das sehe ich ganz genauso.

  • Edit: Die Erzieherin bekommt ja schon Unterstützung durch andersfarbige Kleidung o.ä., deshalb habe ich leider Zweifel, ob es am Können oder eben doch eher am Wollen liegt.


    Wenn man Gesichter/ Personen einfach nicht so gut erkennt, ist das leider nicht hilfreich.

    Dann weiß man eben: Ein Kind trägt rot und eines blau - aber da das ja nichts längerfristiges Bleibendes ist, wie eine Frisur o.ä., ist es sehr schwer, sich täglich zu merken: Das KInd in Rot ist A und das Kind in Blau ist B. Das müsste man sich jeden Tag neu merken - da hätte ich persönlich gar keine Chance. Wer war jetzt noch mal in Blau?


    Ich kann gut verstehen, dass man da vorbelastet und besonders sensibel ist, wenn man selbst erfahren musste, dass man über Jahre nicht als Individuum wahrgenommen wurde. Das ist natürlich ganz übel. Dennoch würde ich die Marotte dieser einen Erzieherin nicht zu hoch hängen, denn es ist ja offenbar nur diese eine. Alle anderen im Umfeld der Kinder erkennen sie als einzelne Personen, daher werden die Kinder unter der einen Person nicht leiden. (Und wenn, werden sie sich beschweren - einfach mal Ohren auf Durchzug stellen, wenn sie nicht angesprochen werden, z.B.)

    Eine gewisse "Sippenhaft" gibt es in der KiTa mMn irgendwie immer. Da werden z.B. immer Kinder so beschrieben, wie die auffälligen ihres Freundeskreises, auch wenn sie in dem Punkt ganz anders sind.

    Jüngere Geschwister werden in Schule und KiTa auch immer erst mal mit den älteren, schon bekannten Kindern verglichen. Das sind doch so ein wenig die ausgleichenden Nachteile (neben den vielen Vorteilen), mit denen alle Geschwister irgendwie leben.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Wenn man Gesichter/ Personen einfach nicht so gut erkennt, ist das leider nicht hilfreich.

    Dann kann man, also hier die Erzieherin, das doch aber so benennen und schlicht um Nachsicht bitten? Also schlicht zu sich selbst stehen, wäre nebenher ein gutes Vorbild für die Kinder.

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


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  • Ich tu mich auch schwer damit, Gesichter auseinander zu halten und verwechsel häufig Menschen miteinander.

    Das trifft aber alle Menschen in meiner Umgebung, nicht nur bestimmte, und ich tue es nicht ab.

    Ich sehe es als Problem und entschuldige mich jedesmal und es ist mir schrecklich peinlich.


    Es passiert auch nicht in meinen Kursen oder sonst bei Menschen mit denen ich täglich zu tun habe und solche Sachen wie, dass das eine Kind immer etwas mit rosa trägt hilft da nun wirklich.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Kennst du das kennlernspiel, mit den Adjektiven mit gleichen Anfangsbuchstaben vor dem Namen, vielleicht hilft das? Wenn deine Kinder nicht mit dem selben Buchstaben beginnen, vielleicht kann man bei nur einem kind eine Eigenschaft finden, die es gut beschreibt und gleichzeitig aber nicht einschränkt.


    Schlaue oder schüchterne sarah wäre nicht so toll. Aber rosane rebecca, oder blaue Britta, wäre in Ordnung, und dann ist irgendwas an der Kleidung eben diese farbe. Oder auch eben ein kleiner unterschied im Aussehen, ohne beleidigend zu sein.


    Soetwas würde wirklich eine schöne Eselsbrücke sein.

  • Du erlebst das immer nur beim Bringen und Holen - hast du sie schon während der gesamten Aufenthaltszeit im Kindergarten beobachten können?

  • Ich sehe es als Problem und entschuldige mich jedesmal und es ist mir schrecklich peinlich.

    Ich auch. Außer, ich möchte oder muss souveräner scheinen, als ich bin. Dann geh ich oft in den "Ist doch sicher nicht so schlimm"-Modus.


    Worum es mir aber geht: Bringt es jetzt etwas, die Erzieherin in der Hinsicht weiter zu beobachten? Vermutlich wird die Zeit ihren Teil dazu beitragen, dass sie es doch noch lernt, die Kinder beim richtigen Namen zu nennen. Und wenn nicht, ist sie als Einzelne, die das Unterscheiden nicht hinbekommt, nicht in der Position, das Selbstbewusstsein der Kinder ungut zu beeinflusssen. Daher wäre mein Tipp (solange die Kinder das Thema nicht bemerken und stören): Choose your battles.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Die Erzieherin war während der Eingewöhnung ihre Bezugserzieherin. Ich habe sie also nicht während der gesamten Aufenthaltszeit (wer hat das schon?) beobachten können, aber schon mehrere Stunden und auch während der Mahlzeiten.

    Mir hat nicht gefallen, was ich gesehen habe. Wenn sich mehrere KInder im wilden Spiel weh tun, dann hätte ich als Laie erwartet, dass sie getröstet werden statt sehr lauter Ansagen, dass sie ja selbst Schuld sind und es deswegen kein Kühlpad gibt. Ich hätte auch nicht erwartet, dass eine Zweijährige, die offenbar einfach noch nicht deutlicher sprechen kann, deswegen angeschnauzt wird. Es gab diverse solcher Beobachtungen.

    Ich bin wirklich niemand, der das Haar in der Suppe sucht, echt nicht. Ich kann das total gut verstehen, dass man Menschen verwechselt. Ich kann mir selbst trotz pädagogischem Beruf weder Gesichter noch Namen merken, aber ich gebe mir große Mühe.

    Die Muffelpuffels sind zweieiig, sie sehen sich ähnlich, ja. Aber sie laufen seit dem Gespräch kurz nach Themeneröffnung mit einer Palme versus zwei Pippilangstrumpfzöpfen samt unterschiedlich farbigen Haargummis und unterschiedlich farbigen Klamotten rum. Da sehe ich den Unterschied auf eine große Entfernung ohne Brille.

    Warum es mich so stört, dass diese einzige Erzieherin sie nicht auseinanderhält? Weil es nicht so ist, dass die KInder permanent mit allen anderen zu tun haben. Sie sind morgens eine knappe Stunde in der Sammelgruppe und den Rest der Zeit in der Regel bei dieser Erzieherin.

    Ich suche gar nicht bewusst nach Dingen gegen die Erzieherin. Es fällt einfach auf, wenn die Erzieherin in einer Woche insgesamt 2 Sätze mit mir wechselt, dass in diesen Sätzen dann "die" statt des Namens verwendet wird (zumal ich diese Wortwahl ganz unabhängig davon, dass es um mein KInd geht, sehr abschätzig finde und bei meinen Schülern da nicht wortlos geblieben wäre). Aber eben weil ich ganz und gar nicht streitsüchtig bin, habe ich bisher da keine weiteren Dinge unternommen. Zumal mein Akku gerade durch "Katastrophen an allen Fronten" sehr leer ist.

  • Gruppe wechseln?


    Ich stehe ja so gar nicht auf doofe erzieher(innen), vor allem bei so kleinen Kindern. Hatte sie auch was toll gemacht?


    Darfst du hospitieren? Trotz corona? Sehen deine Kinder glücklich bei ihr aus?

  • Wenn sie mal in der Sammelgruppe ist, dann laufen meine Kinder freudig hin. Sie laufen aber immer freudig hin. Beim Abholen freuen sie sich, mich zu sehen, da mag ich keine generelle Einschätzung wagen. Hospitieren geht nicht.

    Was Tolles konnte ich während der EIngewöhnung nicht feststellen.... nur meckern, wettern gegen die tollen Sachen, die die eigentliche Erzieherin (die ist gegangen#heul ) so eingerichtet hat wie morgendliches Kneten und so...

    Ich hatte meine Bedenken vor Gruppenwechsel schonmal unauffällig an die Leiterin herangetragen, als ich die Kinder mal erst später holen konnte und die Leiterin die Sammelgruppe betreut hat. Die steht aber (und das finde ich nicht schlecht) verständlicherweise hinter ihren Mitarbeitern...

  • Du schreibst, dass du wegen der Corona-Situation so gut wie kein Wort mit der Erzieherin wechselt. Was macht dich denn so sicher, dass sie die Kinder nach wie vor nicht unterscheiden kann?

  • Die geringe Konversation hat leider nichts mit Corona zu tun, sondern mit dieser Erzieherin.


    Und natürlich hast du recht, dass ich nur anhand dessen, was ich wahrnehme, vermute, dass sie sie nicht unterscheiden kann.

  • Du hast geschrieben, dass ihr die Kita wegen Corona nicht betreten dürft... Dann liegt doch die fehlende Kommunikation doch nicht nur an der Erzieherin.

    De facto läuft es doch darauf hinaus, dass du null Vertrauen zu der Frau hat. Denkst du, das würde etwas ändern, wenn sie nicht mehr "sie" sagt, sondern die Namen nennt? Es gibt ja auch noch ganz viele andere Dinge, die dich stören. Die letzte Konsequenz wäre dann doch eher ein Wechsel der Gruppe oder Einrichtung .

  • Mir hat nicht gefallen, was ich gesehen habe. Wenn sich mehrere KInder im wilden Spiel weh tun, dann hätte ich als Laie erwartet, dass sie getröstet werden statt sehr lauter Ansagen, dass sie ja selbst Schuld sind und es deswegen kein Kühlpad gibt. Ich hätte auch nicht erwartet, dass eine Zweijährige, die offenbar einfach noch nicht deutlicher sprechen kann, deswegen angeschnauzt wird. Es gab diverse solcher Beobachtungen.

    Hmm, das wären für mich auch gravierende Dinge, die gegen die Erzieherin sprechen und ja ganz unabhängig davon ist ob sie die Kinder auseinander halten kann oder nicht. In dem Fall würde ich wohl über einen Wechsel der Gruppe/Einrichtung nachdenken. Allerdings, klingt es, als hättest du scho genug Baustellen und wenn die Kinder ganz zufrieden wirken, kannst du das getrost noch zwei Monate liegen lassen...

  • Da habt ihr Recht! Nun ist eben nie alles Gute beieiander. Ein Einric htungswechsel ist nicht wirklich machbar. Es ist sehr schwer, hier Plätze zu bekommen, zumal die Kita in unserem Wohnort liegt. Wenn ich das Thema angehe, dann würde ich versuchen, einen Gruppenwechsel zu erwirken, genau.


    Da die Kinder gern hingehen, ist es nicht allzu eilig, das sehe ich auch so. Aber ja, ich hab manchmal schon zu meinem Partner gesagt, dass ich das Gefühl habe, ich würde sie tagsüber im Wald absetzen und dann wieder abholen. Ich weiß wirklich nichts! Es liegt insofern nicht an Corona, als dass wir die Kinder direkt bei ihrem Raum abholen, nur nicht im Inneren, sondern an der Terassentür, die jeder Raum hat. Die Erzieherin hat leider auch schon vorher nichts erzählt. Das liegt übrigens nicht an uns, sondern war auch im Gespräch mit anderen Eltern schon Thema... ich tröste mich gerade damit, dass es im schlimmsten Fall nur noch ein gutes Jahr ist #hammer#angst