Wann/wie/wo haben eure Kinder schwimmen gelernt?

  • Nachtkerze 2020 ist das Jahr der Übergangsfrist, es kann nach beiden Kriterienkatalogen geprüft werden. Erst ab 2021 sind die neuen Anforderungen verbindlich.

    Wie und ob sie umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Selbst nach den alten Anforderungen habe ich Kinder gesehen, die trotz Festhaltens bei 25m oder trotz Tauchen mit Schwimmbrille ihr Abzeichen bekommen haben.


    Insgesamt wird über diese Abzeichen ein Druck aufgebaut, was sich sicher auch auf die Qualität der "Ausbildung" auswirkt (es soll ja möglichst jeder schaffen und offenbar immer früher - Seepferdchen im Kindergarten, früher undenkbar! Mitte der 90er beim Schulschwimmen in der 4. Klasse konnte vielleicht 1/3 sicher schwimmen, heute angeblich fast alle (außer mein Kind 🤣)) und dann wird eben auch eine Sicherheit suggeriert, die der Besitzer des Abzeichens aber eben nicht hat.


    Wo werden die Abzeichen denn verlangt? Außer beim Urlaub in den Niederlanden wollte von uns noch keiner wissen, ob die Kinder Bronze (!) haben. Die ohne Bronze mussten Schwimmflügel anziehen. Aber sie haben auch geglaubt, dass mein Großer Bronze hat, obwohl er es nicht hat (auch wenn er sich schwer tat mit dem "lügen").

  • Mitte der 90er beim Schulschwimmen in der 4. Klasse konnte vielleicht 1/3 sicher schwimmen, heute angeblich fast alle (außer mein Kind 🤣))

    Zu meiner DDR-Schulzeit konnten an unserer Schule nach der 2. Klasse (in der wir das ganze Jahr Schwimmunterricht hatten) eigentlich alle Kinder schwimmen (Seepferdchen-Bronze), am Ende der 4. Klasse (halbes Jahr Schwimmunterricht) alle sicher schwimmen (Bronze-Silber-Niveau). In einer Gegend mit vernünftigen Schwimmunterricht würde ich eigentlich schon erwarten, dass Ende 4. Klasse alle Kinder sicher schwimmen

    Wo werden die Abzeichen denn verlangt?

    Z.B. wenn die Kinder auf Jugendfreizeiten mitfahren. Bei uns an ander weiterführenden Schule

  • Ich habe jetzt noch mal nachgeschaut, bei uns und in der Umgebung gibt es keinen einzigen Kurs. Nichts... Und ob ich in ein Hallenbad komme muss ich probieren, da nur 30 Personen in das eine rein dürfen, im anderen Ort musst du erst zahlen, dann wenn du im Bad bist kann es sein das du nicht in das Becken darfst weil die Mindestzahl überschritten ist, zudem ist auch der Kinder bereich gesperrt.

    Ins dritte Bad darfst du nur mit Saisonkarte.

  • Ich hätte eine Frage (hoffentlich nicht zu OT): was ist daran so schlimm, nicht den Kopf unters Wasser zu nehmen beim Brustschwimmen? Ich finde Brustschwimmen immer sehr entspannt, bin bis zur Nase (also Nase ist draußen und prustet nur beim Ausatmen ins Wasser) im Wasser, gleite, habe mein Silber, aber ich bin ungern mit Nase oder Augen im Wasser.

    Ich will es später meiner Tochter ja nicht falsch beibringen...

  • Ich hätte eine Frage (hoffentlich nicht zu OT): was ist daran so schlimm, nicht den Kopf unters Wasser zu nehmen beim Brustschwimmen? Ich finde Brustschwimmen immer sehr entspannt, bin bis zur Nase (also Nase ist draußen und prustet nur beim Ausatmen ins Wasser) im Wasser, gleite, habe mein Silber, aber ich bin ungern mit Nase oder Augen im Wasser.

    Ich will es später meiner Tochter ja nicht falsch beibringen...

    Das frage ich mich auch. Gerade wenn z.B. die Augen empfindlich auf Chlor reagieren oder die Haare nicht pitschnass werden sollen (mangelnde Föhne im Schwimmbad) ist das doch eine super Alternative.

  • Für die Augen gibts Schwimmbrillen und für die Haare Badekappen. ;) lsA Freizeitschwimmerin ohne sportliche Ambitionen halte ich das genauso, aber ich denke es geht dabei auch um die Effizienz des Schwimmzugs und die Körperhaltung. Kopf hoch ist jedenfalls nicht gut für die Körperspannung, gerade wenn man eine schwache Körpermitte hat. Für die Halswirbelsäule auch nicht gut. Mir wurde nach meinem BSV explizit davon abgeraten von einer Sportwissenschaftlerin, lieber Rückenschwimmen.

    tt1c48ce.aspx
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  • Ich hätte eine Frage (hoffentlich nicht zu OT): was ist daran so schlimm, nicht den Kopf unters Wasser zu nehmen beim Brustschwimmen? Ich finde Brustschwimmen immer sehr entspannt, bin bis zur Nase (also Nase ist draußen und prustet nur beim Ausatmen ins Wasser) im Wasser, gleite, habe mein Silber, aber ich bin ungern mit Nase oder Augen im Wasser.

    Ich will es später meiner Tochter ja nicht falsch beibringen...

    Zur Technik des Brustschwimmens gehört einfach das Ausatmen unter Wasser, es ist ein festgelegter Ablauf inklusive Kopf unter Wasser in der Gleitphase. Sonst ist es im engeren Sinne kein "Brustschwimmen". Aber wenn eben kein entsprechenden Abzeichen angestrebt wir, spricht ja auch nichts dagegen den Kopf über Wasser zu halten. Die umgangssprachliche Bezeichnung für das, was die meisten machen, ist Brustschwimmen. De facto ist es dann nicht.

  • Die Badekappe bei der die Haare trocken bleiben möchte ich ja mal sehen... Ich kenne keine und unsere Leistungsschwimmerinnen im Verein meinten, sie hätten da auch keine gefunden. Dafür seien die Badekappen auch nicht da. Angeblich friert man damit weniger und ist schneller.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Aber wie soll es dann heißen, was die meisten tun? Dass es möglicherweise Brustschwimmen mit schlechter Technik ist - geschenkt. Aber dem Ganzen darum den Begriff anzuerkennen, scheint mir doch etwas albern.

  • Meiner Meinung nach lernt man Technik am ehesten mit viel Zeit im Wasser. Anleitung ist hilfreich, klar, aber mit einem 10 Stunden Kurs lernen nur sehr begabte Kinder gute Technik, die meisten müssen halt viel üben. Dafür ist es übrigens nie zu spät - ich hab mit Anfang 30 noch mehrere Schwimmkurse gemacht und meine Technik sehr verbessert. Aber auch da hab ich viel geübt. (Und parallel habe ich meinen Kindern schwimmen beigebracht, das ist vielleicht auch eine Idee wenn man es dem Kind gern selbst beibringt aber sich unsicher fühlt).


    Das war auch das erste Mal, dass ich mit Badekappe geschwommen bin und es war eine Offenbarung! Viel besser als ohne einfach weil die Haare besser gebändigt sind. Kann ich für Menschen mit nicht ganz kurzen Haaren echt empfehlen.

  • Was meint ihr, ist es möglich einem Kind das Schwimmen ganz ohne Kurs selbst beizubringen? Und wenn ja, wie gehe ich da vor? Gibt es Bücher oder Videos?

    Hier gibt es nur traditionelle Schwimmkurs mit teilweise sehr langen Wartezeiten. Die Konzepte haben mich bis jetzt auch wenig überzeugt.

    Meine Tochter hat es mit mir gelernt. Erst mit Schwimmflügeln die Bewegung, Brustschwimmen, dann mit Schwimmgürtel mit immer weniger Päckchen. Und dann ging es ohne.

    Ich glaube aber nicht, dass das so mit jedem Kind funktioniert. D.h. nicht für jedes Kind ist diese Methode sinnvoll und nicht jedes Kind kann oder will mit den Eltern lernen.

  • Anatinae schlimm ist daran nix, wenn man nicht unter Wasser ausatmet. Millionen Deutsche Menschen schwimmen so. Aber es ist nicht wenig effektiv. Wenn du den Kopf raus haelst, sinkt automatisch der Torso und Po tiefer und den muss man dann mit mehr Widerstand durchs Wasser ziehen. Schwimmer die möglichst flach im Wasser liegen, haben den geringsten Widerstand. Deswegen heben Schwimmer den Kopf sowenig wie nötig aus dem Wasser. Dazu kommen oft noch Nackenverspannungsprobleme. Es gibt da heutzutage echt gute youtube videos, wo man den Unterschied sieht.


    Das bessere Gleiten ist mit ein Grund, warum in den meisten Laendern zunächst das Gleiten mit Kopf im Wasser geuebt wird. Haende gerade ueber dem Kopf auf Ohrhoehe ueber eineinanderlegen und wie Superman im Wasser gleiten. Das kann man auch aus dem Stand aus ueben. Von der Rutsche kopfwaerts ins Wasser rutschen und möglichst lange gleiten.


    Vor dem Gleiten wird auch Toter Mann (Seestern als Kinderfreundlicherer Begriff) geuebt. Ueben und Spüren, dass das Wasser einen traegt.


    Ein weiteres Problem, dass ich oft beobachte ist, dass die Menschen eine Schere drin haben in der Beinbewegung - die wenigsten haben wirklich einen schönen Beinschwung, darum geht es ja nicht, Zielt war es 25m irgendwie zu schwimmen, und ab Bronze mittlerweile mit erkennbarem Stil. Erkennbarer Stil ist ja aber auch ziemlich nichtssagenden.


    Wasser treten koennen finde ich ebenso wichtig, kommt aber in den typischen Shcwimmkursen um uns rum nicht vor.



    Die Abzeichen werden hier staendig zB beim Schulschwimmen abgefragt, weil ein Kind, dass kein Bronze/Silber hat etc "kann" per Definition nicht schwimmen.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Für mich ist Schwimmen Mittel zum Zweck. Ich will nicht untergehen. Da ist es mir vollkommen egal, ob ich die Brustschwimmtechnik richtig beherrsche und unter Wasser ausatmen (tu ich nicht). Wer richtige Techniken lernen möchte, kann das gerne machen, aber überlebensnotwendig ist es nicht. Ebenso halte ich die Schwimmabzeichen für nicht erforderlich, gibt es zB in Ö auch nicht in dem Ausmaß und der Bedeutung wie in D.

  • Corvidae danke für deine Gedanken - ich stolpere hier in Deutschland einfach daran, dass dieses Schwimmabzeichen so wichtig sein soll, und empfinde einfach, dass es weder überleben im Wasser noch schwimmen richtig beibringt. Schwimmen nur um zu Schwimmen ist doch auch toll, aber dazu braucht es kein Abzeichen. Und verstehe damit noch dreimal weniger den Sinn dahinter. Es wird sich bei Elterntreffen sehr oft daran gemessen, wie viele Abzeichen das eigene Kind schon hat, und es gibt Tips, welcher Bademeister wie die Regeln interpretiert, um dann einfacher das Abzeichen zu erhalten.

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  • Interessante Diskussion. Nachdem meine Tochter in den meisten Dingen (auch Schwimmen) beratungsresistent ist, bin ich auf Evelyn Podubrins Online-Schwimmkurs getroffen. Der Schwimmkurs ist quasi für die Eltern, die durch den Kurs lernen können, das Kind beim Schwimmen lernen zu begleiten. Darin geht es im Grunde darum, dass Kinder, wenn sie genug Zeit am/im Wasser verbringen, genauso wie Sprechen und Laufen, sich das Schwimmen auch selbst beibringen können. (Sie zeigt unter anderem ein Seenomadenvolk, wo die Kinder auch schwimmen lernen, ohne angeleitet zu werden.) Man verschafft seinem Kind "einfach" (in der Praxis ja manchmal nicht so einfach) genug Wasserzeit und dann klappt es irgendwann von selbst. Ganz wichtig ist, dass man das Kind nie zu etwas drängt und dass die Freude am Spiel mit/im Wasser im Vordergrund steht. Ach ja, und dass man auf jegliche Auftriebshilfen verzichtet und das Kind lückenlos beaufsichtigt. Durch den Verzicht auf Schwimmhilfen entwickeln die Kinder ein gutes Gefühl für den Wasserauftrieb und das Gleiten z.B. kommt sehr früh von selbst.

    In dem Online-Schwimmkurs geht es auch viel um die Schwimmabzeichen, und die falsche Sicherheit, in der sich dann viele Eltern wiegen, wenn das Kind ein Seepferdchen-Abzeichen hat. Und auch falsche Sicherheit durch Schwimmhilfen. Und das "Schwimmen können" eben viel mehr ist, als sich unter kontrollierten Bedingungen eine Weile über Wasser zu halten/sich fortzubewegen.
    Die Idee basiert auf der freien Bewegungsentwicklung, also ein bisschen so wie Emmi Pickler aufs Schwimmen angewendet :-)


    Das fand ich alles total faszinierend, und ich persönlich kann das schon bestätigen. Beide meiner Kinder (5 und 1,5) lieben das Wasser und die 5-jährige könnte locker die "Seepferdchen-Anforderungen" erfüllen, nur braucht es solche Abzeichen nicht, wenn das Kind sowieso Freude an der Bewegung im Wasser hat. Ausserdem liebt sie das Tauchen und taucht inzwischen mehrere Meter tief. Ich muss aber auch zugeben, es hilft sicher, dass ich selbst das Wasser liebe.

    Du kannst deinen Kindern deine Liebe geben, nicht aber deine Gedanken. Sie haben ihre eigenen. (Khalil Gibran)



  • Kind 1 hat mit 5 Jahren einen Schwimmkurs besucht, war aber einfach noch nicht soweit. Sie hat es durch uns und Schwimmunterricht der Schule gelernt.

    Bei Kind 2 waren wir schlauer und haben es gleich selber beigebracht.

    Mit Kind 3 üben wir noch.

    Meine Kinder haben erst tauchen und dann schwimmen gelernt.

    Meine zwei können sehr gut schwimmen und vom Sprungturm springen. Auch mein Nichtschwimmerkind, das taucht dann zum Beckenrand. Wir sind natürlich immer dabei.

    Wir gehen auch regelmäßig ins Schwimmbad und für uns ist schwimmen lernen generell sehr wichtig.


    Ich bin aber grundsätzlich der Meinung das der Schwimmunterricht nicht ausreicht und auf der weiterführende Schule weiter durchgeführt werden sollte. Mit erste Hilfe, Grundlagen, Gefahren usw.

  • Ich schmeiße mein grosses Kind auch mal von der Luftmatraze. Erkläre das sie ruhig bleiben muss, falls sie sich in Algen verheddert und nie gegen eine starke Strömung anschwimmen usw.

    Wir lieben das Wasser aber es birgt leider auch viele Gefahren.


    Hier werden die Abzeichen nicht einfach so vergeben. Das ist schon recht streng.

  • Hier werden die Abzeichen auch nicht einfach vergeben, gerade die jetzt etwas strengere Seepferdchen Regelung finde ich super.

    Wobei ich (und auch in meinem Umkreis fällt mir niemand ein) niemals davon ausgehen würde, dass ein Kind mit Seepferdchen sicher schwimmen kann. Es ist ein erster Schritt zum Schwimmen und für meine Kinder ist es eine große Motivation, sich auf die entsprechenden Abzeichen vorzubereiten (Streckentauchen üben etc). Wir schwimmen alle sehr gerne. Mein 1. Kind hat ganz viele Schwimmkurse besucht bis zum Goldabzeichen, mein 2. Kind hat mit mir gelernt, mein 3. Kind will unbedingt einen Schwimmkurs....kommt also aufs Kind an.

    Begonnen habe ich mit den Kindern mit Freistil. Das Brustschwimmen (wesentlich komplexer durch die Gleitphase unter Wasser) kam erst danach

  • Das bessere Gleiten ist mit ein Grund, warum in den meisten Laendern zunächst das Gleiten mit Kopf im Wasser geuebt wird. Haende gerade ueber dem Kopf auf Ohrhoehe ueber eineinanderlegen und wie Superman im Wasser gleiten. Das kann man auch aus dem Stand aus ueben. Von der Rutsche kopfwaerts ins Wasser rutschen und möglichst lange gleiten.

    Aber wie lernen dann Kinder, sie sich extrem schwer damit tun, den Kopf unter Wasser zu nehmen, schwimmen? Ich hätte bei meinem Großen ungern gewartet mit dem schwimmen lernen bis er bereit war den Kopf unter Wasser zu nehmen.