Nagelbettentzündung

  • Ähm, was mir gerade eingefallen ist... Kann ich denn die Zugsalbe (Ichtholan) überhaupt bedenkenlos in der Stillzeit verwenden?! #hmpf Ich denk da bei Salben immer nicht dran...

  • Guten Morgen Bims ,

    bitte versuch nicht wild irgendwelche Arzneien.

    Und bitte empfehlt nicht irgendwelche Mittel, ohne zu wissen, dass sie Stillgeeignet sind!


    Jod darf in der Stillzeit bei kleinen INTAKTEN Hautgebieten kurzzeitig angewandt werden. Nicht zur großflächigen Desinfektion, nicht auf Schleimhäuten, etc.

    Denn es reichert sich in der Milch an! Gefahr von (vorübergehenden) Schilddrüsenproblemen beim Baby!


    Teersalbe weiß ich nicht aus dem Kopf.


    Kernseife geht sicher. Häufig warme Bäder.

    Zwischendurch Salbenverband - Zugsakben werden eigentlich nicht mehr verwendet.

    Es reicht normaler feuchter Verband mit Salbe.


    Aber, besser wäre es meine Einschätzung nach, es aufstechen zu lassen, da es schon länger geht. Wenn du die sterilen Möglichkeiten hast, ggf durch deine Schwiegermutter ( so sie das schon früher gemacht hat). (Bzw mache ich das bei mir selbst, aber bin da kein Maßstab).

    Sonst kurz anrufen beim Arzt. Das geht eigentlich SEHR schnell. Und einmal Eiter raus KANN schon reichen. So das nicht mal AB notwendig wird.

    Aber das sieht der Arzt.

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Warum werden Zugsalben nicht mehr verwendet? Kontextfrei Ein feuchter Salbenverband hat ja nicht die gleiche Wirkung, da es ja keine offene Wunde ist.

    Ich hab ja jetzt auch nicht wild irgendwelche Salben ausprobiert, sondern nur den Zugsalbenverband drauf gemacht. Aber eben nicht dran gedacht, dass ne Salbe auch problematisch sein könnte.

    Die Schwiegermama würde es mir eher nicht aufstechen. Aber ich schau mir den Finger jetzt nochmal an und wenn es nicht quasi wieder gut ist, ruf ich beim Arzt an.

  • Ich möchte meinen Satz "Zugsalben werden eigentlich nicht mehr verwendet." (Auch noch mit RSF!) anders formulieren.


    Es gibt meines Wissens nach keine nachgewiesene Evidenz, dass Zugsalben besser helfen, als feuchte Salbenverbände bei einer geschlossenen Nagelbettentzündung.

    Die Anwendung von Zugsalben erklärt sich historisch. Denn Sie haben wohl eine Wirkung, aber wie viel da über "normale" Salbe hinausgeht?


    Aber unabhängig davon: Wenn es nach drei Tagen immer noch so stark gerötet und warm ist, sollte mal ein Arzt drauf schauen und evt. öffnen.

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Danke für die Erklärung Kontextfrei Ich kenne Zugsalben noch von "früher", als Kind hatte ich oft Furunkel, die meist mit so einer grünen Zugsalbe eingeschmiert wurden. Ich dachte immer, die Salbe heißt so, weil sie die Entzündung "raus zieht". Meine Schwiegermama meinte jetzt, dass sich das Gewebe zusammenzieht... Aber keine Ahnung, ob das so ist...


    Ich war dann bei meiner (neuen) Hausärztin. Die wirkte etwas ratlos, hat gegoogelt, wie es mit Betaisodona, Rivanol und Ichtholan in der Stillzeit ist und meinte dann, naja, alles in Maßen okay. Aufschneiden würde sie eh nicht, sie ist Internistin. Aber sie gibt mir eine Überweisung zum Chirurgen mit, wenn es Montag nicht weg ist, soll ich da hin. Dann bekam ich noch ein Pflaster mit Betaisodona und durfte wieder heim...

    Aber ich kenne jetzt zumindest die neue Ärztin und ich finde sie sympathisch. Auch wenn sie mir jetzt mit dieser Sache nicht wirklich weiterhelfen konnte.

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    Zwischendurch Salbenverband - Zugsakben werden eigentlich nicht mehr verwendet.

    Es reicht normaler feuchter Verband mit Salbe.


    Aber, besser wäre es meine Einschätzung nach, es aufstechen zu lassen, da es schon länger geht. Wenn du die sterilen Möglichkeiten hast, ggf durch deine Schwiegermutter ( so sie das schon früher gemacht hat). (Bzw mache ich das bei mir selbst, aber bin da kein Maßstab)


    Zugsalbe, wenn damit Ichtholansalbe gemeint ist, wird durchaus noch bei Furunkel, Abzessen, tiefen Follikulitiden verwendet. Es hat eine relativ starke entzündungshemmende, auch durchaus milde antibatkerielle und auch juckreizstillende Wirkung und wird in der (dermatologischen) Praxis gerne und altbewährt verwendet (nicht nur von mir). Häufig beschleunigt man damit die Unterscheidung in "gereifte" Entzündung/ Furunkel, die eröffnet werden muss oder durch das Ichtholan sich spontan eröffnet etc. versus eine Entzüdnung, die unter dieser Therapie abheilt.

    Ein Nachteil ist die Geruchsbelästigung, die die meisten Patienten gerne in Kauf nehmen.

    Der Vergleich zu einem feuchten Salbenverband ist halt schwierig zu ziehen, denn was soll das sein? Es gibt ja nicht "die" Salbe. Oder meinst du eine wirkstofffreie Grundlage? Und eine Salbe ist halt per se auch eher fett denn feucht.


    Zum zuhause Aufstechen(lassen) würde ich allerdings -ohne den Befund gesehen zu haben, das kann man mE nur bei gaanz oberflächlichen Eiterherden machen- niemals raten. Da geh ich auch wegen der Nähe zu den Sehnenlogen oft nicht selbst dran sondern schicke weiter zum Chirurgen.