Vollnarkose für Zahn-OP - bräuchte Erfahrungsberichte

  • ich bräuchte mal ein wenig Aussprache und Austausch von Euch. Bei meinem Sohn (8 Jahre) ist im Rahmen der Kieferorthopädischen Behandlung ein überzähliger bleibender Zahn (Mesiodont, zwischen den oberen Schneidezähnen) festgestellt worden. Der Zahn ist noch nicht herausgewachsen oder fühlbar, aber die Zähne stehen bereits etwas auseinander. Nun hatten wi rbereits einen ersten Termin in einer Kieferchirurgenpraxis und die Praxis und auch die Ärztin machen auf mich einen sehr guten Eindruck. Ein Tag /Woche kommt eine Narkoseärztin und die Praxis operiert häufig Kinder in Vollnarkose für Zahnsanierung etc.

    Ich habe abe rden Eindruck dass mindestens einmal im Jahr ich über einen Zeitungsartikel stolpere bei dem ein Kind bei einer Vollnarkose beim Zahnarzt gestorben ist... und latent Panik.


    Keiner konnte mir bislang sagen, ob der Zahn wirklich raus muss. Vielleicht bleibt er so klein und an diesr Stelle - mit der Lücke zwischen den Schneidezähnen - und nix passiert. andrerseits hat man ihn jetzt gefunden, und wenn er wächst wird die Entfernung vermutlich nicht leichter.


    Der Zahn sitzt Richtung Gaumen, dh er muss von der Mundinnenseite raus entfernt werden, inkl grösserem Schnitt im Zahnfleisch. Die Ärztin würde es lieber in Vollnarkose machen und ich halte das auch für besser bis auf das risiko dass bei der Narkose etwas schief geht...


    Ich hatte versucht noch in einer Kliniksprechstunde einen Termin für eine Zweitberatung zu organisieren aber telefonisch komme ich nicht durch und per email antwortet niemand. Und die Kieferchirurgin war echt nett.


    Mein Kopf sagt: am besten jetzt rausmachen und dann ist erledigt. Mein Bauch sagt: wer weiss was alles schief gehen kann, am besten abwarten und vielleicht muss man gar nix machen.


    Möchte jemand Erfahrungen beisteuern oder einfach meine Hand halten?

    mit zwei Jungs (2010 und 2012) schon lange nicht mehr mit tapatalk unterwegs aber endlich wieder mit laptop im Forum

  • Wir hatten das leider schon zweimal. Erst bei meinem Sohn, da kam ein Anästhesist in die Praxis dazu und halt die Narkose eingeleitet und geführt.


    Meine Tochter hat es auch gebraucht, das war in einer endodotologischen Praxis in Hamburg, da kam auch ein Anästhesist dazu.


    Beides hat gut funktioniert.


    Was ich niemals machen würde, ist eine Betäubung mit Lachgas (heißt das so, ich glaube ja..)

    Also nur mit Anästhesisten-Team dabei!


    Ob das nun nötig ist bei Deinem Sohn, das kann nur eine Zweitmeinung ergeben. Soooo dringend ist es doch nicht. Hol Dir bzw. Euch doch erst nochmal eine zweit Meinung..

  • Mio Zahnarzt, Kieferorthopäde und Kieferchirurg sind sich einig dass es raus sollte. Bin nur unsicher, ob sie das sind "weil man das halt so macht" oder weil es nötig ist. Vermutlich weiss es keiner. Der Zahn kann weiterwachsen und die Schneidezähne auseinanderdrücken oder aber einfach so bleiben. Die Lücke lässt sich dann aber Kieferorthopädisch auch nicht mehr schliessen.. Habe ihc erwähnt dass es das ganz geringe Risiko gibt einen der beiden Schneidezähne zu beschädigen? #heul

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  • Ach..... Noch eine Meinung??? Irgendwann muss man den Fachleuten vertrauen, aber ich kann Dich sehr gut verstehen, ich tue mich das auch immer sehr schwer.

  • Mio: ja du hast schon recht, aber ich bin eben auch unsicher ob ich da jetzt unnötig ein Fass aufmache oder es wirklcih eine Sache ist wo eine Zweitmeinung sinnvoll wäre. Gerade da die Kieferchirurgenpraxis so nett wirkt und sich die Kliniksprechstunde nicht meldet :P

    aber Du hast schon recht. Ich werd mich da nochmal ans Telefon klemmen. Weiss aber auch nicht ob ich jetzt noch einen Kieferchirurgen abklappern soll? Dann müsste ich das Röntgenbild vom aktuellen Kieferchirurgen mitnehmen und erklären warum ich da nicht hin bin #eek. Es ist so ein spezielles 3D Röntgenbild, das braucht man um zu erkennen wo der Zahn genau ist.

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  • und ja: Lachgas wird es nicht werden. Muss aber noch fragen wie es dann funktioniert. Man legt ja bei einer Zahn-OP keinen Beatmungsschlauch, oder?

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  • was für Gas bekommst man denn wenn man so eine kleinere OP hat und nur eine Maske aufgelegt bekommt? Das hatte ich schon mehrmals und fands immer recht angenehm.

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  • Keine Erfahrung, aber Händchen halten, wenn du willst! Bei uns schwebte eine Vollnarkose zur Zahnbehandlung im Raum, da war die Tochter zwei. Bis heute haben wir es geschafft, das zu vermeiden, und jetzt wäre sie alt genug, still zu halten, wenn der betreffende Zahn behandelt werden müsste. Ich kann also deine Sorge teilen...

    Ich würde dich gern darin bestärken, dir eine zweite Meinung zu holen. Wenn deine Ärztin komisch reagiert, weil du die Röntgen-CD für eine zweite Meinung haben willst, könnte sie sich die Reaktion aufs Brötchen schmieren - sich eine weitere Meinung zu holen bei einer Sache, die einem so wichtig ist, ist völlig OK. Und selbst wenn sie dir das krumm nähme - dein Kind würde sie sicher nicht schlechter behandeln.

    Es klingt, als wäre es zeitlich nicht sooo dringend, dass du nicht ein paar Wochen rauszögern kannst?

  • Lachgas hat so seine Tücken und es muss auch da immer ein Anästhesist dabei sein. Eigentlich. Ich weiß nicht mehr genau, was das Problem war, es ist schon ein paar Jahre her. Bei der Vollnarkose kann man die Beatmung über die Nase machen, dann ist der Mund frei.

  • Hallo,


    Bei meinem Sohn wurde im Alter von 6 Jahren eine Zahnbehandlung aufgrund von Karies unter Vollnarkose durchgeführt. Das war in einer Kinderzahnarztpraxis mit einem Anästhesistenteam. Er hat es gut vertragen und nach unzähligen Behandlungsversuchen war es für ihn eine große Erleichterung, dass es endlich alles vorbei ist. Hilft dir jetzt vielleicht nicht viel, weil es bei euch um etwas ganz anderes geht.


    Die Ängste kenne ich aber auch und habe versucht, es zu verdrängen (habe natürlich trotzdem geheult im Wartezimmer...)

    Alles Gute für euch.

  • Unser Sohn hatte mit 4 oder 5 eine Zahn-OP. Das war in einer großen Praxis, da kommen regelmäßig Anästhesisten, die nur Kinder behandeln, daher mit Kinder-Narkosen vertraut sind. Das hat uns etwas beruhigt. Wir waren aber trotzdem tierisch nervös. War aber alles problemlos und er würde am liebsten weiterhin alle Zähne "im Schlaf" reparieren lassen :)

  • Keine fachliche Meinung dazu, ich kann nur beitragen, dass hier im Umfeld mehrere Vorschulkinder in der Nachbarortkinderzahnarztpraxis unter Vollnarkose diverse Eingriffe hatten (mehrere Kariesfüllungen etc). Ging alles ohne Probleme, Anästhesisten waren dabei, Kinder waren danach den Tag etwas matschig.

    When you’re a kid, they tell you it’s all… Grow up, get a job, get
    married, get a house, have a kid, and that’s it. But the truth is, the
    world is so much stranger than that. It’s so much darker. And so much
    madder. And so much better.

  • Beide Kinder hatten mit knapp 2 vollnarkosen beim Zahnarzt.

    Ich hab mir vorher auch soviele Gedanken gemacht und gegoogelt und auch die Todesfälle rausgepickt. Ich war völlig fertig.

    Aber es ging alles gut!

    Ich würde nicht mehr lange warten und den Zahn möglichst bald entfernen lassen.

    Ich schreibe immer vom Handy, darum leider nur meistens kurz und knapp. :)

  • Irgendwie ist das bei uns sooft schon vorgekommen, dass es Alltag ist.

    Diverse Brüche, Zähne halb ausgeschlagen, (was dann entfernt werden musste) usw.

    Ich bin da ziemlich ruhig, weil ich selber als Kind auch ewig in Narkose musste...selber Grund 🙈...


    Schiefgehen kann immer was, aber ich bin da eher entspannt weil es bisher immer gut geklappt hat.


    Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass solche Dinge echt schmerzen auslösen können. ich hatte Zysten, die eigentlich nicht weg gesollt hätten und das waren monatelang schmerzen bis sie doch raus waren.

    Grad Druck auf den Kiefer ist unangenehm, bzw kann unangenehm sein.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Vielen Dank ihr Lieben für Eure Erfahrungsberichte und das Händchenhalten. Tut gut so viele Berichte zu lesen. Ich hab ja an sich vor Vollnarkosen auch keine Angst, aber irgendwie gibts gerade bei ambulanten Zahn-OPs so viele negative Schlagzeilen... Jetzt warte ich mal ab welchen Eindruck die Anästhesistin macht und entscheide dann ob ich mir noch eine zweite Praxis ansehe.

    Die Röntgen-CD hab ich schon längst. ich habe nur Skrupel "einfach so" eine Zweitmeinung einzuholen, es ist ja doch ne Menge Arbeit für den Arzt und dann mach ich doch keinen OP-Termin aus... Bin etwas enttäuscht dass die Kliniksprechstunde sich trotz mail mit allen Röntgenbildern und Nachfrage nach einigen Wochen überhaupt nicht gemeldet hat... Aber das hilft ja nix. Heut hab ichs auch nicht geschafft dort anzurufen.

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  • Lachgas gemischt mit Sauerstoff wird in der Zahnmedizin zur Analgesie (Schmerzverminderung) und als Beruhigungsmittel eingesetzt. Es macht "betrunken". Man kann sich gegen Lachgas wehren (extra versuchen, wach zu bleiben; versuchen, nicht durch die Nasenmaske zu atmen), dann wirkt es wenig oder nicht.

    Eine Behandlungsgarantie unter Lachgas gibt es also nicht!


    Die Gefahr vom Lachgas-Sauerstoffgemisch ist der Atemstillstand bei Überdosierung.

    Ich habe viele Kinder und Erwachsene unter Lachgas-Sauerstoff behandelt, dabei immer darauf geachtet, dass die Patienten wach und ansprechbar blieben. Ein Mal hat ein Junge erbrochen während der Behandlung, allerdings in einer Phase, in der der Sauerstoff schon lange hochgedreht und die Lachgasmenge schon lange gesenkt worden war. (Wir haben jeweils am Anfang einer Behandlung das Lachgas hochgedreht, um das Setzen der Lokalanästhesien erträglich zu machen. Danach haben wir in aller Regel den Lachgasanteil in der Mischung stark gesenkt und am Schluss nur noch reinen Sauerstoff gegeben (wichtig!)).


    Eine Vollnarkose muss eine Anästhesistin durchführen. Intubiert wird über die Nase. Eine Vollnarkose kann durch Lachgas eingeleitet werden, allerdings in anderen Dosierungen als bei der zahnärztlichen Lachgas-Behandlung.


    Ein Mesiodens stört immer. Wie stark er stört, ist schwierig vorauszusagen (wächst er noch, ist eh zuviel Platz da im Oberkiefer, und stört daher eine "kleine" Lücke nicht ...). Wann der beste Zeitpunkt ist, den Mesiodens zu entfernen, falls er entfernt werden soll, muss der Kieferorthopäde zusammen mit den Eltern entscheiden.


    Für die Wunde im Gaumen hilft viel Eis essen. Es kann auch eine kleine Platte angefertigt werden, die die Wunde in den ersten Tagen abdeckt. Ob ein Kind damit eher zurechtkommt oder ob es so eine Platte noch mehr stört als die Wunde selber, ist ebenfalls schwierig vorauszusagen ...

  • Dann mach ich auch mal mit beim Händchen halten...


    Meine Tochter hatte auch einen Zahn unten, der doppelt angelegt war und der rausgeholt werden mußte. Jetzt war das nur ein Milchzahn und deshalb keine große Sache. Vermutlich sieht das ganz anders bei einem bleibenden Zahn aus.


    Ich weiß nicht mehr wie die Art der Narkose hieß. Also so gesehen eine Vollnarkose, aber da es so ein kleiner Eingriff war, war das ganze in kürzester Zeit erledigt.


    Ich hab mir auch total den Kopf gemacht. Aber es verlief total unkompliziert und ich erinnere mich noch gut, dass sie nach dem Eingriff einige Zeit nichts essen sollte, sie aber total Hunger hatte. Der Zahnarzt/Kiefernchirurg (?) war genau über einem Biergarten und meine Tochter hat den Hähnchengeruch wahrgenommen und fast gleich danach ein halbes gegrilltes Hähnchen verschlungen. Also sie war topfit gleich danach und ich sehr erleichtert.




    Negative Schlagzeilen würden mich auch total verunsichern. Ich versteh Dich gut.

  • Liebe TS, ich kann deine Sorge gut verstehen, ein blödes Gefühl haben wir Mütter wahrscheinlich immer, auch wenn wir wissen, dass das alles sehr, sehr seltene Fälle sind. Meine zwei hatten auch zahnärztliche Eingriffe unter Vollnarkose und es geht ihnen gut.


    Wenn der Zahn deines Kindes tatsächlich entfernt werden soll, wirst du im Normalfall sowieso ein ausführliches Vorgespräch mit der Narkoseärztin haben. Lass dir alles genau erklären, was sie während und nach dem Eingriff tun, wer anwesend ist, welche Risiken es gibt usw. Wenn nach dem Gespräch noch Fragen offen sind, kann man die konkret angehen.


    Zeitungsmeldungen ohne weitere Hintergrundinfos haben noch nie wirklich geholfen #zwinker Ich wünsch dir viel Kraft auf dem Weg zur Entscheidung, die sich für euch richtig anfühlt.

  • Liebe Dank uvla und Seerose fürs Händchen halten und Mut-zusprechen und Bidi für die Einschätzung und ausführliche Erklärung.


    ich war heute zum Narkosevorgespräch und es hat wieder alles einen sehr guten und netten EIndruck gemacht. Die Ärztin hat geschwind noch die Zahnspange kontrolliert ob sie sich als Plättchen zum Anpressen eignet (tut sie)und die Narkoseärztin hat mir die Narkose (über Zugang eingeletit, dann mit Schlauch durch die Nase) erkärt. Und die Sprechstundenhilfe sagte auf die Frage nach Kindkranktagen dass sie nicht denkt dass es eine Woche dauert da es ein viel kleinerer Eingriff als bei Weisheitzähnen ist.


    Jetzt habe ich ein besseres Gefühl, aber vor allem auch dank Euch . Im Kindergarten & SChulumfeld habe ich niemand mit Zahn-OP bei einem Kind gefunden, da ist es gut ein paar Erfahrungsberichte zu haben.

    Der Termin ist schön nächste Woche - ich halte Euch dann auf dem laufenden.

    und ja: tut auch gut zu lesen dass ich andere Mütter ähnliche Sorgen gemacht haben...

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