Wie sag ich's meinem Chef?

  • Wie sag ich's meinem Chef? 61

    1. per Email mit bitte um Gespräch (21) 34%
    2. nur im Gespräch (40) 66%

    Hallo ihr Lieben,


    ich will diesen Monat noch die Kündigung einreichen (zum Jahresende). Job passt nicht mehr aus verschiedenen Gründen und ich kann nicht mehr und brauche eine Pause. Mit meinem direkten Chef hab ich ein eher freundschaftliches Verhältnis. Meine Möglichkeiten sind aber ausgeschöpft. Nun bin ich in solchen Gesprächen immer furchtbar leer und aufgeregt und weiß nicht wie ich mich ausdrücken will, vergesse die Hälfte und hab Schiss, dass ich missverstanden werden und mich zu irgendwas überreden lasse, was ich eigentlich nicht möchte. Daher überlege ich es ihm kurz per Email anzukündigen (mit Begründung) und mit der Bitte um ein Gespräch. Oder macht man das nicht? Soll ich lieber nur um ein Gespräch bitten und dann sagen, dass ich kündigen möchte... (ich bin jetzt schon fürchterlich aufgeregt).

    Es war mein erster Job nach dem Studium und ich bin jetzt fast 16 Jahre hier....

    Mag mir jemand noch einen Tipp hierlassen, wie ich mich dazu bekomme das auch wirklich durchzuziehen? Ich kann den Monat nicht verstreichen lassen. Dann müsste ich nämlich 3 Monate länger warten.

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...

  • wenn Du Dir selbst Druck machen möchtest, könntest Du um eim Gespräch bitten und die Kündigung per Post vorher einwerfen, so dass Du die Katze aus dem Sack lassen musst.

  • Das ist gerade auch bei mir Thema, aber die Firma ist sehr groß. Ich werde die Kündigung per Post mit Einschreiben an die Personalabteilung schicken. Mit meinem Chef habe ich einen Termin ausgemacht und werde es ihm dort sagen, bevor er es über die Personalabteilung erfährt. Wir haben aber auch ein gutes Verhältnis.

    Du bist deinem Chef nichts schuldig. Also du musst dich nicht erklären, wenn du nicht möchtest.

    Edit: Ich habe per Mail mit Gespräch angeklickt. Bei dir hört sich die Situation etwas verzwickt an. Es sind beide Wege in Ordnung.

    Liebe Grüße
    pitcat


    Dumm geborn, dor kanns nix för, Dumm starben dat is'n Malör.

  • per email einen Gesprächstermin ausmachen

    Kündigung in zweifacher Ausfertigung mitnehmen

    Rein gehen, Tür zumachen, (setzen) und die Kündigung mit den Worten "Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, deshalb kurz und schmerzlos: hier ist meine Kündigung. Eine Ausfertigung für dich/Sie/die Firma, eine für mich. Quittiere doch bitte auf meinem Exemplar, den Erhalt"


    Dann ist es raus, dein Vorgesetzter fällt um/ vom Stuhl/ muß sich setzen, unterschreibt (und fragt "Warum?")


    Dann nimmst du deinen unterschriebenen Teil an dich und jetzt kannst du zittern/heulen/ grinsen - je nach dem, wie dir zumute ist;)


    Kündigen IST aufregend. Ich hatte eine Zeit lang Übung darin, weil ich alle 15 Monate den Arbeitsplatz gewechselt habe. Jetzt - nach mehr als 20 Jahren in der Firma - würde es mir auch schwer fallen.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Ich finde es am besten, im persönlichen Gespräch zu kündigen und für die Form / Rechtssicherheit die schriftliche Kündigung dorthin mitzunehmen oder per Post nachzureichen.

  • Ich verstehe den Ansatz nicht. Willst du kündigen oder bist du noch unsicher?


    Wenn du dir sicher bist, nimm das Kündigungsschreiben zweifach mit, gib es ihm im Gespräch und lass dir die Kopie odee Zweitschrift unterschreiben.


    Danach könnt ihr euch ja noch über deine Motive unterhalten, falls sie ihn interessieren.

    Genauso, wenn du dann keinen vernünftigen Satz sagst ist das ja egal, gekündigt hast du dann.

  • Ich würde auf gar keinen Fall eine Mail schicken und das ankündigen. Sondern nur um einen Gesprächtstermin bitten und die Kündigung fertig mitbringen.

    Für das Gespräch selbst einen Gesprächsleitfaden erstellen und sich daran entlanghangeln.

    Oder jemanden zur Unterstützung mitnehmen, das geht auch.

  • Vielen lieben Dank an Alle!


    Ich hab es schon befürchtet. Im Gespräch statt mit Vorankündigung per Email ist besser.

    Auf die Idee das Kündigungsschreiben mitzunehmen bin ich überhaupt nicht gekommen, weil er ja nur mein direkter Vorgesetzter ist. Die hätte ich danach bei der Personalabteilung eingereicht. Macht man nicht so? Oder muss ich das bei demjenigen einreichen, der auf meinem Vertrag steht?

    Ich verstehe den Ansatz nicht. Willst du kündigen oder bist du noch unsicher?

    Ja, ich will kündigen. Vielleicht klingt es unsicher, weil ich schon lange Zeit zwischen kündigen und nicht kündigen schwanke. Und auch jetzt nicht weiß, ob es die beste Idee ist. Vielleicht auch weil ich noch nicht weiß wie es danach weitergeht. Weil ich nur weiß, was ich nicht mehr möchte...


    Du bist deinem Chef nichts schuldig. Also du musst dich nicht erklären, wenn du nicht möchtest.

    Das muss ich mir gedanklich so mitnehmen. Ich darf nicht erst anfangen mich zu rechtfertigen.


    Ansonsten hab ich mir noch gar keinen Kopf gemacht, wie so ein Kündigungsschreiben auszusehen hat...

    Rein gehen, Tür zumachen, (setzen) und die Kündigung mit den Worten "Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, deshalb kurz und schmerzlos: hier ist meine Kündigung. Eine Ausfertigung für dich/Sie/die Firma, eine für mich. Quittiere doch bitte auf meinem Exemplar, den Erhalt"

    Das klingt so - ich weiß nicht. Ich glaube mein Chef wäre sauer wenn ich ihn so überrumple.


    Für das Gespräch selbst einen Gesprächsleitfaden erstellen und sich daran entlanghangeln.

    Aber eigentlich gibt es da ja nicht viel zu sagen, oder? Alles was an Gespräch folgen kann, ist dass ich mich für meine Enscheidung rechtfertige. Was ich eigentlich gar nicht möchte. Ich wüsste da jetzt gar nicht, was ich da aufschreiben sollte.

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...

  • Ich verstehe den Ansatz nicht. Willst du kündigen oder bist du noch unsicher?

    Ja, ich will kündigen. Vielleicht klingt es unsicher, weil ich schon lange Zeit zwischen kündigen und nicht kündigen schwanke. Und auch jetzt nicht weiß, ob es die beste Idee ist. Vielleicht auch weil ich noch nicht weiß wie es danach weitergeht. Weil ich nur weiß, was ich nicht mehr möchte...


    Rein gehen, Tür zumachen, (setzen) und die Kündigung mit den Worten "Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, deshalb kurz und schmerzlos: hier ist meine Kündigung. Eine Ausfertigung für dich/Sie/die Firma, eine für mich. Quittiere doch bitte auf meinem Exemplar, den Erhalt"

    Das klingt so - ich weiß nicht. Ich glaube mein Chef wäre sauer wenn ich ihn so überrumple.


    Wenn Du Dir unsicher bist, wie wäre es, wenn Du Dir erst was Neues suchst und dann kündigst? Aus einer Festanstellung heraus sollte es einfacher sein, was Neues zu finden.


    Ansonsten - sag Deinem Chef, dass Du gerne dort gearbeitet hast - nenne ein paar Dinge, die Dir positiv in Erinnerung sind / was Du gerne machst, vielleicht gibt es auch irgendwas, wofür Du Dich bedanken möchtest und erkläre ihm, dass Du gerne nach all den Jahren Dich nochmal verändern möchtest und in den nächsten Tagen der Personalabteilung Deine Kündigung zukommen lassen wirst.

  • Ich würde das nicht als überrumpeln sehen. Wenn Du um ein Gespräch bittest, wird Dein Chef eh sehr gespannt sein, worum es geht. Wenn Du gleich damit los legst, machst Du es ihm eigentlich leichter. Du könntest auch sagen: "Du fragst Dich sicher, aus welchem Grund ich um ein Gespräch gebeten habe."

    Ich würde per E-Mail um einen zeitnahen Termin bitten, und je nachdem wie Eure Kultur da ist, möglichst gleich Terminvorschläge für die nächsten zwei bis drei Tage angeben. Sonst spannst Du Deinen Chef unnötig auf die Folter und erhöhst die Wahrscheinlichkeit, dass er im einer Dir unpassenden Situation nachfragt.


    Das ist mir, gerade bei gutem Verhältnis, passiert. Da kam dann zwischen Tür und Angel: "Du willst doch nicht kündigen?" Das hat mir nicht so gepasst, da ich die Gründe lieber in Ruhe darlegen wollte. Die Unwahrheit sagen wollte ich in dem Moment aber auch nicht.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Wenn er mit dir direkt die Gründe besprechen will, und du das nicht möchtest, sagst du einfach, dass du das gerade nicht möchtest, dass ihr aber gerne später noch mal (optional: gegen Ende deiner Tätigkeit) einen Termin dazu ausmachen könnt.

  • Schreib doch erstmal die Kündigung und leg sie in die Schublade.

    Dann kannst du deinen Abgang angehen. Ich finde du kannst deinem Chef dann auch einfach erzählen wie furchtbar schrecklich du den Job findest, vielleicht tut das ja gut, es mal loszuwerden. Und wenn du das gerne per Mail schreiben willst vorher, mach das doch einfach. Letztendlich ist es ja auch egal, weil du da ja weg willst.

  • Was den Gesprächsfaden angeht - für mich wäre das so etwas wie: was genau sage ich, um zu kündigen. Ich würde das, wenn ich mich so unsicher fühlen würde, wie sich Deine Beiträge für mich lesen, tatsächlich explizit ausformulieren und vor dem Spiegel oder mit jemand privat üben. (Ich mache das auch selbst. Nicht um zu kündigen, das kann ich ;-), aber ich glaube, jede hat Gespräche, die sie nicht führen möchte...)


    und dann Antworten auf die möglichen Fragen oder Kommentare überlegen und wieder üben.


    zB


    a) überlege es Dir doch nochmal, wir machen auch x, y, z...


    b) aber warum denn? Fühlst Du Dich nicht wohl? Was kann ich ändern, damit Du bleibst?


    c) Das passt gerade gar nicht, bleib doch zumindest noch (bis Ostern, Sommer, ...) damit ich in Ruhe eine Nachfolge finden kann.


    und dann den Gesprächsabschluss überlegen. Womit endet das Gespräch ?


    Bei uns gibt man die Kündigung nicht seinem Chef, die wird (in allen Fällen, die mir jetzt begegnet sind, habe es noch nicht selbst gemacht) per email an die Personalabteilung geschickt, aber da ist wohl jedes Unternehmen anders.

  • Eh, das ist Deine Freiheit als Arbeitnehmerin! Du kannst jederzeit den Job wechseln, wenn es Dir nicht mehr passt.

    Selbstständig einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern abzuwickeln wäre schwieriger.


    igel hat es ganz gut zusammen gefasst :D


    Und egal, ob die Personalabteilung, Dein direkter Vorgesetzter oder der Cheffe aller Cheffes der richtige Empfänger wäre: indem Du Dein vom "Gegner" unterschriebenes Pamphlet in der Hand hältst, ist Dein Gegenüber in der Pflicht, das Ding fachgerecht weiter zu leiten.

  • Also war bisher nur in der Position deines Vorgesetzten und habe auch schon Kündigungen erhalten. Die betreffenden Personen haben es mir persönlich bzw. am Telefon gesagt, ich hätte aber auch mir der Ankündigung per E-Mail leben können.

    Wenn ich mit den MitarbeiterInnen ein freundschaftliches Verhältnis pflege, würde ich wohl eine persönliche Kündigung erwarten.

  • Asmera

    Danke! Deine Sicht ist auch nochmal sehr wertvoll für mich.


    Und egal, ob die Personalabteilung, Dein direkter Vorgesetzter oder der Cheffe aller Cheffes der richtige Empfänger wäre: indem Du Dein vom "Gegner" unterschriebenes Pamphlet in der Hand hältst, ist Dein Gegenüber in der Pflicht, das Ding fachgerecht weiter zu leiten.

    Na ja, genauso möchte ich nicht rüberkommen. Mein Chef ist keinesfalls mein Gegner und ich hab die Befürchtung, dass er es so auffasst, wenn ich ihm das Papier unter die Nase halte. Die Atmosphäre hier ist generell sehr locker und unbürokratisch.


    annaclara

    Danke- die Stichpunkte werden ich gedanklich mal durchgehen. Zum Üben - ich glaube so Sätze einstudieren finde ich komisch. Aber gedanklich durchlaufe ich das Gespräch trotzdem tausendfach vorher. Und auch aufschreiben hilft mir, dass sich das Wichtige herauskristallisiert.

    Das ist mir, gerade bei gutem Verhältnis, passiert. Da kam dann zwischen Tür und Angel: "Du willst doch nicht kündigen?" Das hat mir nicht so gepasst, da ich die Gründe lieber in Ruhe darlegen wollte. Die Unwahrheit sagen wollte ich in dem Moment aber auch nicht.

    Autsch - was hat Dein Chef sich denn dabei gedacht...

    Ich würde das nicht als überrumpeln sehen. Wenn Du um ein Gespräch bittest, wird Dein Chef eh sehr gespannt sein, worum es geht. Wenn Du gleich damit los legst, machst Du es ihm eigentlich leichter.

    Klar werd ich sofort sagen worum es geht und nicht lang drumherumreden. Das Papier möchte ich aber irgendwie erst dann abgeben, wenn mein Chef meine Beweggründe kennt.


    Puh, frag ich heute noch nach einem Termin? Dann kann ich damit rechnen heute noch mit ihm zu sprechen. Oder lieber nächste Woche? #kreischen

    Ich glaub das Lostreten kostet mich hier die meiste Überwindung....

    Yeza


    ... Ein Strom der sich alles einverleibt,

    taumeln, stürzen, in der Leere schweben...