Unterschied zwischen Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater

  • Psychotherapeut kann meines Wissens nach nur werden wer ein abgeschlossenes Medizin oder Psychologie Studium mitbringt.

    Daran schließt sich die Facharzt Ausbildung bzw die Therapeuten Ausbildung an.

    Aufgrund der studienplatzknappheit und des unverschämten NC gibt's mittlerweile etliche private "Universitäten "zumindest im Bereich Medizin.

    Dort kann man in der Tat ein Medizin Studium absolvieren, Muss auch nicht schlecht sein. Allerdings fehlt in allen privaten Unis der Blick über den Tellerrand. Man hat eben nicht die Vielfalt einer Uni wo man Kreuz und quer durchs Studium Generale schnuppern kann, und man lernt nicht Mal eben Leute kennen die "Exoten"studieren.

    So etwas dürfte es auch für Psychologie geben.

    Allerdings würde ich mit erheblichen Kosten rechnen.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Ein Psychiater ist ein Arzt, dafür brauchst Du also ein Medizinstudium. Dass man für dieses an privaten Unis keinen NC benötigt könnte sein, weiß ich aber nicht sicher.

    Psychotherapeuten hat Schoko schon erklärt und für Psychologie habe ich Dir das hier von Wikipedia kopiert:


    "Psychologe ist die nicht geschützte Berufsbezeichnung von Personen, die in der Regel das Studium der Psychologie an einer Hochschule (Universität oder Fachhochschule) erfolgreich absolviert und als Diplom-Psychologe (Dipl.-Psych., Deutschland), Master of Science (M.Sc. Psychologie), Master of Arts (M.A. Psychologie) oder als diplomierter Psychologe (Dipl.-Psych. FH, Schweiz) abgeschlossen haben. Damit verbunden ist die Fachkunde zur Beschreibung, Erklärung, Modifikation und Vorhersage menschlichen Erlebens und Verhaltens. Der Beruf des Psychologen ist dem Gesetz nach ein Freier Beruf. Für die Tätigkeit als Psychologischer Psychotherapeut ist nach dem Abschluss des universitären Diplom-/Masterstudiums eine zusätzliche mehrjährige Weiterbildung notwendig.

    Psychologen sind in sehr vielen verschiedenen Anwendungsfeldern (Gesundheitswesen, Bildungswesen, Wirtschaft, Forschung und Entwicklung, Rechtswesen, Verkehrswesen, Verwaltung etc.) tätig."


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Psychologe

  • Es gibt ab diesem Jahr einen eigenständigen Studiengang "Psychotherapie" (deshalb noch kein NC vielleicht), der mit einer Approbation endet. Anschliessend muss analog zum Facharzt eine mehrjährige Ausbildung in einem bestimmten Therapieverfahren absolviert werden, danach kann man sich dann mit einem Kassensitz niederlassen.


    Psychologin ist man dann aber nicht. Die neue Berufsbezeichnung lautet "Fachpsychotherapeutin".

  • Psychotherapeut kann meines Wissens nach nur werden wer ein abgeschlossenes Medizin oder Psychologie Studium mitbringt.

    Ein kleines Wörtchen gehört noch davor, psychologischer Psychotherapeut. Dazu braucht man o.g. Studium UND eine mehrjährige Weiterbildung in einer der anerkannten Fachrichtungen (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie, Verhaltensteherapie und neu die systemische Therapie). Psychologische Psychotherapeuten dürfen als Einzige mit der Kasse abrechnen. Dafür sind die Weiterbildungen aber lang und sehr teuer (20 000€ können da schon einmal zusammen kommen, auch wenn ein Teil durch Therapien refinanziert wird).


    Psychotherapeuten dürfen sich auch die nennen, die zum Beispiel den Heilpraktiker für Psychotherapie gemacht haben oder eine andere Ausbildung (wobei ich glaube, der Begriff ist gar nicht geschützt #gruebel). Dann behandelst Du aber reine Selbstzahler.


    Therapeutisch arbeiten dürfen auch Heilpädagogen und Sozialpädagogen mit entsprechender Weiterbildung. Das entspricht dann aber nicht der klassischen Psychotherapie, sondern ist oft auf bestimmte Gruppen beschränkt (Heilpädagogen dürfen z.B. nur mit Kindern arbeiten).


    Ich würde Dir den Rat geben, am besten schonmal zu überlegen, in welchem Feld Du gerne arbeiten möchtest. Psychologe in eigener Praxis, in der Klinik, in der Psychiatrie? Dann ist der Weg der oben beschriebene über das Studium und die Weiterbildung.


    Mit einem Psychologiestudium kann man auch in der Wirtschaft arbeiten oder als Arbeitspsychologe, dann braucht man die teure Weiterbildung nicht. Das Studium braucht man trotzdem.


    Wer gerne in einer Beratungsstelle arbeiten möchte kann auch soziale Arbeit studieren und zum Beispiel eine systemische Weiterbildung draufsetzen. Da sind die Zugangshürden zum Studium niedriger und die Berufsaussichten breiter.


    Nicht immer muss es der "Königsweg" des Psychologie- oder Medizinstudiums sein. Man braucht es für manche Bereiche zwingend, für andere nicht unbedingt. Alles hängt davon ab, wo man später hinwill. Wenn es allerdings wirklich der Traum ist, würde ich mich auch vom NC nicht abhalten lassen...

    Doubt kills more dreams than failure ever will #sonne

  • Ein kleines Wörtchen gehört noch davor, psychologischer Psychotherapeut. Dazu braucht man o.g. Studium UND eine mehrjährige Weiterbildung in einer der anerkannten Fachrichtungen (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie, Verhaltensteherapie und neu die systemische Therapie). Psychologische Psychotherapeuten dürfen als Einzige mit der Kasse abrechnen. Dafür sind die Weiterbildungen aber lang und sehr teuer (20 000€ können da schon einmal zusammen kommen, auch wenn ein Teil durch Therapien refinanziert wird).

    Psychologische Psychotherapeut:in UND Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in. Letztere haben ebenfalls eine Approbation und können mit der Kasse abrechnen, haben aber entweder Psychologie oder auch Sozialpädagogik, Sozialarbeit o.ä. studiert.

  • Ich habe aber hier https://psychologynet.org/unte…ychotherapeut-psychiater/ gelesen, dass man für den Psychotherapeut keinen NC benötigt - kann ich damit auch Psychologe werden?

    Spannende Frage. Das Studium der Psychotherapie ist ja grad ganz neu. Das Studium der Psychologie umfasste bisher immer neben der klinischen Psychologie auch Arbeits- und Organisationspsychologie, pädagogische Psychologie und alle möglichen anderen psychologischen Fächer. Ich nehme mal an, dass diese nur teilweise im neuen Studiengang enthalten sind und es daneben den alten Studiengang auch noch gibt. Aber kann man wohl Psychotherapie studieren und dann Arbeitspsychologin werden? Ich denke nicht.

    Was ist denn dein zukünftiger Berufswunsch?

  • Ein kleines Wörtchen gehört noch davor, psychologischer Psychotherapeut. Dazu braucht man o.g. Studium UND eine mehrjährige Weiterbildung in einer der anerkannten Fachrichtungen (Psychoanalyse, Tiefenpsychologie, Verhaltensteherapie und neu die systemische Therapie). Psychologische Psychotherapeuten dürfen als Einzige mit der Kasse abrechnen. Dafür sind die Weiterbildungen aber lang und sehr teuer (20 000€ können da schon einmal zusammen kommen, auch wenn ein Teil durch Therapien refinanziert wird).


    Psychotherapeuten dürfen sich auch die nennen, die zum Beispiel den Heilpraktiker für Psychotherapie gemacht haben oder eine andere Ausbildung (wobei ich glaube, der Begriff ist gar nicht geschützt #gruebel). Dann behandelst Du aber reine Selbstzahler.

    Auch ärztliche Erwachsenen- bzw. Kinder-/Jugendlichentherapeutinnen können mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.


    Der Begriff des Psychotherapeuten ist gesetzlich geschützt: DGVT - Berufsbezeichnungen für PsychotherapeutInnen


    Pius, um Deine Frage kurz zu beantworten: Nein, mit einem Studium der Psychotherapie bist Du nachher kein Psychologe.


    Am besten Du überlegst Dir, ob Du schon weißt, was Du später mit dem Psychologiestudium machen möchtest. Davon wird nämlich maßgeblich abhängen, ob und wenn ja was man ggf. empfehlen könnte, wenn der NC für Psychologie nicht reicht. Wenn Du kein Psychotherapeut werden möchtest, kann man Psychologie z.B. auch an der Fernuni Hagen ohne NC studieren.

  • Fraglich ist wirklich was du machen willst, falls es das Psychologiestudium sein soll, ist meines Wissens das Studium der Psychologie an der Fernuni Hagen NC frei.


    Die Fernuni ist eine staatliche deutsche Hochschule halt nur mit Fernstudiengängen - die Kosten sind somit sehr günstig und du hast am Ende einen „normalen“ Hochschulabschluss, also den Bachelor of Science - den Master kann man bei guten Noten auch machen.


    https://www.fernuni-hagen.de/K…g/zugangsvoraussetzungen/


    Hier ist noch ein Erfahrungsbericht

    https://www.psychologie-studie…-fernstudium-psychologie/

  • Das mache ich nächstes Jahr. Sogar ohne Abi. Ich muss „nur“ die Zulassungsprüfung bestehen. ;)

    Warum mir aber in neuester Welt Anarchie gar so gut gefällt? Ein jeder lebt nach seinem Sinn, das ist nun also auch mein Gewinn! Ich laß´ einem jeden sein Bestreben, um auch nach meinem Sinn zu leben.

    Johann Wolfgang v. Goethe