Blutentnahme gegen den Willen des Kindes

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  • Ich möchte nochmal Mut machen, es auch selbst mit festhalten zu versuchen, wenn man nicht ganz gelassen und ruhig ist.

    Aber um das durchzuziehen, ohne dass es dem Kind noch zusätzliche Angst macht, muss man halt selbst voll dahinterstehen und ruhig bleiben, egal wie sehr das Kind sich wehrt und wie verzweifelt es ist. Unsicherheit oder Mitleid ist an der Stelle vermutlich schwierig

    Aber das hängt sehr von der Person ab. Wenn man das nicht kann, dann besser outsourcen, als mittendrin loszulassen und in tränen auszubrechen.

    Ich war auch unsicher und unruhig und habe die ganze Zeit geweint. Trotzdem habe ich festgehalten und war da. Wir sind da gemeinsam durchgegangen, beide mit inneren Widerständen, beide mit Angst (Kind hatte Angst vor der Blutentnahme, ich vor der Diagnose), beide waren wir geschockt von der unmittelbar vorhergegangenen Nachricht, daß wir stationär bleiben müssen. Also wirklich keine idealen Umstände. Aber auch das darf sein, auch ich als Mutter darf widersprüchlich sein in mir - und halte trotzdem an dem fest, was jetzt getan werden muß.

  • Für mich wäre auch klar: Wenn das Kind Todesangst hätte beim Zähneputzen oder Haarewaschen, dann lieber Karies und fettige Hare. Beides ist nicht lebensbedrohlich. Blutabnehmen zum Ausschließen ernster Erkrankungen (wie z.B. Leukämie) wäre für mich was anderes - dann lieber mit Festhalten Blutabnehmen, wenn das Kind so gar nicht kooperieren kann, eine spätere Spritzenphobie des Kindes in Kauf nehmen (die ja auch nicht bis ans Lebensende bestehen bleiben muss, sondern sich je nach Erfahrung verändern kann).

    Ich glaub das ist der entscheidende Faktor: Todesangst für Zähneputzen in Kauf nehmen ist definiiv übertrieben. Für Blutentnahmen wegen Sachen, die sehr zeitnah behandelt werden müssen um Schaden abzuwenden dagegen unumgänglich.


    Der Punkt ist: Hat das Kind wirklcih Todesangst oder will es schlich und ergreifend mit allen Fasern seines Körpers nicht? Bei SOhni ist in Punkto Haarewaschen nämlch ganz klar zweiteres. Nägelschneiden ist so ne Mischung aus in-Angst-reinsteigern und nicht-wollen, aber definitiv keine Todesangst. Todesangst hat er wenn der Arzt ihn in den Hals schauen will - warum auch immer. Da wird er hochpanisch. Nichtmal beim Blutabnehmen oder in der Lungenfunktionsbox eingesperrt hat er dermaßen Panik. Und da überleg ich schon dreimal, ob das Halsschauen heute wirklich sein muss (bzw. obs mit Spatel sein muss - ohne gehts) und verweiger das auch mal wenns nur Routine ist.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Zur "Belohnung":

    Die gibt es bei uns, aber die ist nicht an Erfolg oder Misserfolg gekoppelt, sondern nur zeitlich von der Situation abhängig.

    Ja, das find ich auch ganz wichtig. Die gibts hier auch nicht "weil er so tapfer war" (find ich immer besonders lustig, wenn die Ärzte das nem Kind nach Festhalt-Brüll-Kämpf-Aktion beim Gummibärchen-Rüberreichen sagen) sondern zum Trost weil das einfach echt doof war. Nötig, aber doof. Auch wenns das Kind ganz locker wegsteckt ohne mit der Wimper zu zucken und es "gar nicht schlimm" findet, gibts so ein Trösterchen (Kind muss sich also nicht reinsteigern ums zu kriegen, find ich auch wichtig). Weil angenehm ist auf jeden Fall anders. Und Erwachsene gönnen sich nach doofen Sachen ja auch oft was Gutes/SChönes.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Lachgas als Beruhigungsmedi funktioniert nur bei kooperierenden Kindern ... ausser man gibt es bis das Kind wirklich schläft, dann aber nur durch einen Anästhesisten, keinen Hausarzt oder Zahnarzt oder so ...

    Lachgas ist ungeeignet um jemanden wirklich schlafen zu lassen. Das geht nur in Kombination mit anderen Narkosegasen.

    Und außerdem ist es nicht sehr wahrscheinlich dass das Kind eine lachgasmaske toleriert, wenn noch nicht einmal Emla Pflaster akzeptiert werden.

    Mein Vorgehen wäre, dass ich die Notwendigkeit erkläre und dann das Kind zum Arzt schleppe. Tatsächlich würde ich emla Pflaster großzügig kleben und ausreichend lange wirken lassen.

    Dann ruhig das Problem vorher besprechen in der Praxis. Wenn die Person die das Blut abnehmen soll souverän auftritt ist das kein Fehler. In dem Fall würde ich um eine erfahrene Kraft bitten.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)