Heiligabend-Dramaturgie mit kleinen Kindern

  • Liebe Raben und Rabinnen,
    möchtet Ihr erzählen, wie Ihr den Heiligabend mit kleinen Kindern gestaltet / gestaltet habt?

    Meine beiden Kinder sind 3 und 6, und wir haben bisher noch nicht die optimale Dramaturgie gefunden. Ich erzähle mal:

    Morgens / vormittags: Gemeinsam Baum schmücken. Die Kinder haben sich gewünscht, dabei mithelfen zu dürfen.

    Dann ein gesundes Mittagessen als Grundlage für die ganzen Süßigkeiten, die es später gibt.

    Dann Rausgehen: Dieses Jahr wird es wegen Corona vermutlich keinen Gottesdienst geben, also Spielplatz oder Wald, um sich auszutoben.

    Dann wieder Reinkommen, da ist es so ca. 16h.

    Und dann?

    In meiner Herkunftsfamilie war dann das Wohnzimmer verschlossen, und irgendwelche geheimnisvollen Dinge passierten darin. Wir haben hier aber leider weder ein Esszimmer noch einen Küchentisch und brauchen den Tisch im Wohnzimmer, um uns zum Essen und Trinken hinsetzen zu können. Da lässt sich auch nichts absperren oder abhängen. Die Kinder brauchen ja aber etwas zu essen und zu trinken, und in meiner Herkunftsfamilie hat früher der festliche Teil des Tages auch mit dem Adventstee an Heiligabend angefangen. Wenn aber dann die Geschenke schon dastehen, wird natürlich erstens nichts gegessen, und es ist keine Zeit für Weihnachtsgeschichte oder Musik oder sonst etwas. Außerdem müssen wir uns ja irgendwann auch noch festlich anziehen, wenn wir nicht in der Matschhose Weihnachten feiern wollen. Und das Christkind braucht einfach eine gewisse Zeit, um alles herzurichten. Ach, schwierig - ich weiß noch nicht, wie ich es mache, und hoffe auf Inspiration von Euch. Danke!

  • Vielleicht kann nur einer mit den Kindern rausgehen? Der kann dann Wohnzimmer/ wo auch immer schon festlich herrichten, wenn das nicht mit den Kindern gemacht werden soll. Wir positionieren die Geschenke dann immer irgendwo unsichtbar, aber greifbar (Terasse oder so), so dass einer die reinholen und aufbauen kann während der andere mit den Kinder umziehen geht - das dauert ja doch ein paar Minuten.

  • Hier war es auch so, dass wir alle zusammen raus sind und dann hat einer das Handy vergessen und musste nochmal zurück und hat dann die Geschenke unter den Baum gelegt und kam dann wieder dazu. Und als wir dann heim kamen, war doch tatsächlich der Weihnachtsmann da.


    Weihnachtsbaum stellen wir allerdings deutlich früher auf, aber das ist ja geschmachssache.


    Das mit der Zeit der Bescherung finde ich so schwierig, weil ja, je jünger sie sind, desto früher die Müdigkeit kommt. Kommt vielleicht auch bisschen aufs Geschenk an, wie lange es gleich noch bespielt werden muss.

  • In meiner Kindheit gab es eine besondere "Bescherungstradition".

    Weihnachten war bei den Großeltern. Geschenke lagen nie alle auf einmal unterm Baum oder so, sondern es gab sie einzeln.

    Das lief wie folgt ab:

    einer der Erwachsenen ist aus dem Wohnzimmer gegangen, dann klopfte es draußen vor der Tür.

    Das war der Weihnachtsmann, ganz klar, nur leider hatte er nie Zeit um lange zu verweilen, er muss ja auch noch viele weitere Kinder beschenken ;)

    Aber er hat 1 oder 2 Päckchen im Flur gelassen.

    Wir Kinder sind dann natürlich hin und haben die Päckchen ins Wohnzimmer gebracht. Da stand dann ein Name drauf, für wen es gedacht ist. Derjenige dürfte dann natürlich auspacken.


    Ich habe dieses Ritual als Kind geliebt und als wir später größer waren und längst wussten, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, haben meine Großeltern regelmäßig gefragt, ob wir das denn immer noch so machen wollen. Ja wollten wir, da gab es keine Diskussion mit uns. :D

    Später hat es nämlich Spaß gemacht, selbst rauszuschleichen und Sachen in den Flur zu legen und zu klopfen.


    Nachteil: Es zog sich mit der Bescherung teils recht hin, je nach Personenzahl

    Vorteil: man bekommt viel besser mit, wer was geschenkt bekommt, weil nicht alle auf einmal auspacken und alles durcheinander fliegt.


    Kann man auch noch abwandeln, je nach Gegebenheiten. Zum Beispiel klopft es von ganz draußen an die Terassentür und dann steht ein Schlitten mit den Geschenken vor der Tür.

    So kann man noch in Ruhe Kaffee trinken und erst dann die Geschenke "auftauchen lassen".

  • Als wir denn zwei Kinder hatten, begannen wir Weihnachten bei uns zu feiern:


    Der Vormittag ist ruhig und normal, eben ein Feiertag. Allerdings wird gut gefrühstückt. Es wird irgendwann der Baum geschmückt, dann ist es ruhig (wir sind zu faul zum Spazieren gehen),


    Am frühen Nachmittag schicken wir die Kinder aus dem Wohnzimmer. Wobei wir den Fernseher im Schlafzimmer haben. Da können sie dann Weihnachtsprogramm schauen (ok, mittlerweile verschwinden sie in ihren Zimmern und schauen Youtube oder was weiß ich, aber es sollte ja um kleine Kinder gehen).

    Ich lege dann die Geschenke unter den Baum, mache die Lichterkette an und die Lampen aus.

    Dann lege ich die CD ein: Die roten Rosen singen Weihnachtslieder, und hole die KInder in das Zimmer mit dem erleuchteten Baum.


    Die Geschenke werden dann einzeln ausgepackt, Reihum nimmt jemand ein Geschenk, liest für wen es ist, und gibt es der Person. Das kann auch ein wenig dauern.


    Erst danach wird gegessen. Aktuell ist es Fleischfondue, aber ich weiß nicht sicher, seit wann wir das machen.
    Die Süßigkeiten lagen bei uns immer unterm Baum, kamen also mit der Bescherung. Da es dann recht schnell Essen gab und eben spannenden Geschenke, haben sie die auch erstmal in Ruhe gelassen.

    Aber die kann man natürlich auch erst nach dem Essen rausgeben.


    Am zweiten Feiertag kamen dann die Großeltern zum gemeinsamen Gansessen. Die brachten auch immer eine Kleinigkeit mit.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Wenn ich deinen Text lese, und richtig interpretiere, was Dir wichtig ist, könntet ihr nach dem festlich kleiden, Essen, Geschichte lesen, singen, und im Anschluss gemeinsam noch einmal kurz rausgehen, und den Tieren eure Weihnachtsgaben bringen (Vogelfutter/ Äpfel mit Kernen gespickt aufhängen o. Ä.).


    Ein Erwachsener hat etwas drinnen "vergessen" geht noch einmal geschwind zurück um es zu holen, und richtet in Windeseile das Weihnachtszimmer her- geht danach raus, ihr wünscht den Tieren zusammen ein frohes Fest.


    Und wenn ihr zurück kommt, strahlt alles im Lichterglanz, es tönt leise festliche Musik im Hintergrund , und die Geschenke liegen unter dem Baum. Und steht da nicht das eine Fenster einen Spalt offen? Und liegt hier im Glitzerstaub nicht eine Feder? War wirklich das Christkind da, während ihr draussen wart ;)?

    Und dann spaltet ein einziger Tag, das Leben in ein Davor, und Danach.

  • Zum Thema Essen: bei uns steht auch der Esstisch im Wohnzimmer und das Wohnzimmer wird hier am Heilgabend nach dem Frühstück verschlossen und die Kinder dürfen bis zur Bescherung nicht mehr rein. Es ist der einzige Tag im Jahr, wo Mittagessen und Kaffeetrinken in einem Raum stattfinden, wo sonst nicht gegessen wird. Bei uns ist das ein Raum im DG des Hauses, der sonst wenig genutzt wird außer zur Aufbewahrung von Sachen und als Gästezimmer. Bei meinem Mann in der Familie fand das Mittagessen an dem Tag auf der Treppe des Hauses statt - was ein absolutes Highlight für die Kinder war.


    Vom Ablauf her sah es bei uns bisher so aus, wobei wir bisher auch immer Großeltern an dem Tag zu Besuch hatten, was uns die Sache deutlich vereinfacht hat:

    - Frühstück am Esstisch im Wohnzimmer. Danach dürfen die Kinder das Wohnzimmer bis zur Bescherung nicht mehr betreten.

    - Eltern schmücken das Zimmer und den Weihnachtsbaum und stellen die Geschenke unter den Baum.

    - Kinder müssen sich alleine beschäftigen bzw. werden von den Großeltern beschäftigt

    - Mittagessen = ein familien-traditionelles sehr einfaches Essen, fast schon ein Snack

    - danach wenn möglich Spaziergang, ggf. noch "Nacharbeit" im Wohnzimmer, Vorbereitung des Abendessens in der Küche damit es später schnell geht

    - gg. 16:00 Kaffeetrinken mit Plätzchen, Stollen etc.

    - danach ziehen sich alle festlich an

    - Mein Mann muss dem Weihnachtsmann helfen und geht dazu ins Wohnzimmer. Wenn alles bereit ist, spielt er ein Lied auf einem Instrument und alle kommen ins Wohnzimmer zur Bescherung

    - Bescherung läuft bei uns so, dass ein Familienmitglied (inzwischen eins der Kinder) nach und nach die Geschenke unterm Tannenbaum hervorholt und verteilt. Dabei sollte möglichst ein Geschenk nach dem anderen ausgepackt werden, so dass ich das ziemlich hinziehen kann und man ausgiebig alle Geschenke bewundert

    - Abends gab es früher Kartoffelsalat mit Würstchen, inzwischen Raclette (beides kann man gut vorbereiten und muss dann nur reingeholt werden)


    Wir werden dieses Jahr zum ersten Mal ein Weihnachten ohne Großeltern haben - da bin ich auch gespannt wie es laufen wird. Kinder sind 12 und 7.


    Was bei uns recht spannend ist, dass Weihnachten in meiner und meiner Schwiegerfamilie relativ ähnlich gefeiert wurde.

  • Hallo,


    Bei uns war es im Grunde wie oben beschrieben.


    Die Stube war schon 2-3 Tage vorher zu. Räumlich war das prima machbar und hat uns die Möglichkeit gegeben, trotz wuseliger Kinderschar alles in Ruhe vorzubereiten. Zur Weihnachtsstube gehörten nämlich nicht nur die Geschenke und der Baum, sondern auch der (gefüllte) Kaufmansladen und das Puppenhaus, das sauber gemacht und eingeräumt werden musste usw. Die bleiben dann, so lange sie gut bespielt wurden (meist so bis Februar/März und dann wanderten sie in Absprache mit den Kindern wieder auf den Dachboden.


    Am 24. der ganz klassische Ablauf.


    Mittagessen wurde dank kompatibler Kinder schon zeitig in ein spätes ausgiebiges Frühstück umgewandelt. Dann traf jeder individuell die letzten Vorbereitungen (oder spielte, je nach Alter ...)


    Nachmittags kamen Oma und Opa (meine Eltern) und wir sind zum Gottesdienst gegangen. Danach kamen noch Onkel und Tante dazu und dann gab es in der Küche Kaffee/Kakao und Weihnachtsgebäck. Das war eng, aber gemütlich. Wenn alle satt waren, verkrümelten sich Oma und Opa mit den Kindern kurz ins Kinderzimmer.


    Irgendwann klingelte das Glöckchen und die Weihnachtsstube ging auf. Nur Kerzen in Kerzenständern und Pyramiden (viele) und Musik (immer die gleiche) , alle kamen rein, schauten sich um, sucht am Baum das "Weihnachts-Osterei" (und bemüht sich, nicht zu verraten, wo es hängt) und setzten sich.


    1, 2 Weihnachtslieder wurden gesungen. Ein Elternteil, später dann ein Kind bzw. die Kinder im Wechsel las(en) die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Meist das klassische "Und es begab sich zu der Zeit...", eine Zeit lang aber auch eine Kinderbuchversion, weil die größer gedruckt und für Erstleser leichter zu bewältigen war.

    Wer etwas vorführen wollte (singen, Instrumente, Lieder, Gedichte...) machte das, danach gab es noch ein bestimmtes Lied als Abschluss.


    Dann war Bescherung, allerdings nur mit den Geschenken von uns Eltern. Wir haben verschieden Versionen probiert, bis wir eine gefunden hatten, die gleichzeitig ruhig, wertschätzend und trotzdem nicht langweilig war. Wenn die Kinder dann beschäftigt waren, haben wir Großen uns untereinander beschert.


    Danach hatten Oma und Opa noch Geschenke für die Kinder, wobei wir das zum entstressen einige Jahre lang auf den 25. verlegt hatten. Da sind wir eh traditionell bei meinen Eltern.


    Danach war´s dann meist schon Zeit fürs Abendessen. Bei uns gibt es schon in unerer eigenen Kindheit an Heilig QAbend traditionell Kartoffelsalat + "Kleinkram", Dinge, die man unkompliziert essen kann, die satt, aber nicht übervoll machen. Das war sehr entspannend . sowohl in der Vorbereitung als auch Durchführung. (keiner hätte Lust gehabt, satt in der Stube bei den anderen zu sein, in der Küche zu stehen und zu kochen).


    Na ja, dann wurde einfach geredet und gespielt, bis alle der Reihe nach müde wurden und nach Hause bzw. ins Bett gingen.


    Also im Grunde ganz unspektakulär.


    Ach ja und wer sich das jetzt gar so kitschig-besinnlich vorstellt, der mische in das Zenario 4 sehr lebhafte Kinder unterschiedlichsten Altersvariationen dazu :D


    Tja, jetzt sind sie groß, erwachsen bzw. fast erwachsen und alles ist ganz anders ... noch ganz genau so. (Nur Musikvorführungen gibt´s leider keine mehr, das ist ihnen peinlich)-

    Wir haben schon mehrfach vorgeschlagen, daß die Jugend doch den Baum schmücken könne, gerne auch kreativ-verrückt. Oder die Stube aufbleiben kann (so viel Geheimnisvolles passiert da ja nicht mehr). Oder man andere Musik spielen könnte, moderne Weihnachtsmusik...

    Nein, geht nicht. Weihnachten soll bleiben, wie es ist. Nun dann... so lange sie das möchten, gerne doch.

  • Bei uns ist es auch so, dass wir morgens den Baum gemeinsam mit dem Kind schmücken. Das hat tatsächlich in meiner Familie Tradition. Ich hatte ein wenig gebraucht, um meinen Mann davon zu überzeugen, bei dem es die verschlossene Stube gab, wo dann mit Glöckchen Geläut der geschmückte Baum enthüllt wurde.


    Am Nachmittag war es bisher immer so, dass wir zu den Schwiegereltern gefahren sind oder im Gottesdienst waren. Das wird dann dieses Jahr wohl durch einen Spaziergang ersetzt, bei dem dann jemand etwas "vergessen" wird und schnell die Geschenke unter den Baum legt.


    Nach dem Nachhausekommen etwas Singen und dann die Bescherung. Die dauert meistens eine Weile, und jedes Geschenk wird ausgiebig bewundert. Das Essen gibt es auf jeden Fall nach der Bescherung.

  • Bei uns war es immer so:


    Eßzimmer war auch immer der Raum wo die Zeremonie stattgefunden hat


    Gemeinsam Baum schmücken am Vormittag, ABER die Lichter wurden noch nicht angemacht, nur aufgesteckt.

    Dann Mittagessen und Mittagsschlaf und nochmal raus zum Toben / wenn das mit dem Wetter gar nicht ging, durfte wir was im TV anschaucen, Augsburg Puppenkiste war da hoch im Kurs.

    Gemeinsames Tee trinken und Plätzchen essen nach dem reinkommen

    Danach sind wir in die Kinderzimmer gegangen und jeder hat sich was hübsches zum Anziehen rausgesucht, die Kinder entscheiden, was für sie hübsch und festlich ist.

    Sie durften dann auch entscheiden, ob sie zum essen schon die schöne Kleidung anziehen möchten oder erst danach (für diejenigen die eher kleckerig essen).

    Dann gab es um 18 Uhr Abendessen, meistens etwas was sich gut vorbereiten lies und auch kein langes Menü oder so. Einfach ein Abendessen, nichts mehrgängiges, das hätte niemand ausgehalten.

    Dann sind die Kinder alle auf ihre Zimmer gegangen, die meisten haben dann erst ihre schönen Klamotten ausgesucht. Sie wußten, sie müssen oben bleiben bis die Glocke klingelt. Die älteren Kinder haben den kleineren geholfen.

    In der Zeit haben sich auch die Eltern umgezogen, die Geschenke unter den Baum gelegt und das Licht gelöscht, nur die Kerzen am Baum und am Adventskranz auf dem Tisch haben gebrannt.

    Wenn alles fertig war wurde ein Glöckchen geläutet und die Kinder durften alle ins Eßzimmer gehen, begleitet von Kirchenglockengeläute, das vom Band kam.

    Dann haben wir einige Weihnachtslieder gesungen, mit mehr oder weniger Instrumenten begleitet und wir KInder haben immer etwas vorbereitet, z.B. ein Gedicht vorgelesen, eine kleine Geschichte, auf der Flöte gespielt, was wir halt wollten, das war quasi ein Dankeschön an die Eltern.

    Und danach gabs Geschenke, alles wurde zusammen bespielt, meistens bis Mitternacht. Die Erwachsenen haben sich Punsch gemacht und Plätzchen gabs dann später auch nochmal.


    Letztendlich hat sich diese Tradition dann auch bei uns bewährt, auch wenn wir nur ein Kind haben.

    Essen nach der Bescherung war nicht machbar, weil das Kind nichts mehr gegessen hat, viel zu aufgeregt. Also essen wir vorher. Es gibt kein Traditionsessen. Meistens koche ich worauf ich Lust habe, mehr oder wenig aufwändig, nichts besonderes, ich frag aber die zwei ob es für sie ok ist. Selten gab es Gerichte, die sich lange hinziehen wie Fondue.

    Der Rest ist immer noch wie bei uns zuhause, wir haben auch Eß und Wohnzimmer in einem Raum. Also Rückzug, auf Wunsch umziehen. Dann mit Glocke gerufen werden, Lichter an, singen.

    Eins haben wir verändert: da wir nur drei sind, verteilt einer die Geschenke einzeln und jeder bekommt mit seinem Geschenk auch die volle Aufmerksamkeit von allen. Danach wird erst das nächste Geschenk verteilt und aufgemacht, das geht reihum. Zuhause waren wir immer 8 Personen, da hatte jeder seinen Haufen und wühlte sich in Rekordzeit durch. Das gefiel uns nicht so, deshalb haben wir das verändert.

    Ich kaufen seit mein Sohn Brettspiele spielt jedes Jahr in Familienspiel, oft spielen wir das dann noch gleich am Abend oder spielen zusammen mit etwas, das er bekommen hat, wenn es grad paßt.

    Für uns ist das so stimmig und sehr gemütlich.

  • Bei uns ist es immer so, dass wir tagsüber den Baum schmücken und Essen kochen - Heiligabend gibt es immer etwas, das STUNDEN dauert und wobei alle mithelfen.

    Normalerweise besuchen wir dann noch meinen Vater, wo es Kuchen gibt - der hat Heiligabend Geburtstag.

    Abends gehen die Kinder dann in ein Zimmer, während im Wohnzimmer geheimnisvolle Dinge passieren. Dann kommen alle runter und die Geschenke sind da 8o

    Und dann essen wir. Machen wir echt. Da sind wir knochentrocken und es ist ein großer Spaß der Älteren, dann immer noch einmal nachzunehmen und das Essen richtig lange hinauszuzögern. Auch wenn das gemein klingt, es war bisher wirklich für kein Kind blöd, die machen das astrein alle mit, stieren zwar neugierig zum Baum, genießen das Abwarten und die Spannung aber auch.

    Wenn dann alle satt sind, werden die Geschenke ausgepackt und ausprobiert/ aufgebaut.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Mittagessen ist bei uns auch was leichtes, meistens eine Suppe. Dann Kaffeetrinken mit beiden Großeltern, danach ist ein Teil der Gäste mit Kind raus und wir haben vorbereitet. Das WoZi ist offen, sodass wir in dem Moment loslegen mussten, als sie wieder kamen. Da es ja zum Glück früh dunkel ist, gab es eben die Bescherung recht früh. Hier gab es ein Glöckchen für das Christkind, das gerade vorbeigeflogen ist. So gab es eben erst Bescherung mit viel Zeit zum Auspacken für alle. Früher durfte immer nach Alter ausgepackt werden, was später aber in Würfeln überging. Wer eine 6 würfelt, darf auspacken.


    Danach haben wir das Essen gerichtet, aber da war der ganze Druck beim Kind raus, weil die Geschenke ja schon ausgepackt waren. So konnten wir dann in Ruhe essen und danach spielen.

  • Ihr Lieben, vielen Dank! Es ist so schön, von Euren Weihnachten zu lesen, dass ich am liebsten gleich mehrmals Weihnachten feiern würde. So viele gute Ideen - Danke!

    Wir positionieren die Geschenke dann immer irgendwo unsichtbar, aber greifbar (Terasse oder so), so dass einer die reinholen und aufbauen kann während der andere mit den Kinder umziehen geht - das dauert ja doch ein paar Minuten.

    Das ist eine super Idee, dafür war ich bisher zu unorganisiert (ich bin eher der Typ, dem in der Kirche einfällt, dass noch zwei Geschenke verpackt werden müssen...) Aber ich bin lernfähig! So könnte das wirklich klappen.

    Und als wir dann heim kamen, war doch tatsächlich der Weihnachtsmann da.

    Ja, so stelle ich mir das vor, dieser geheimnisvolle Effekt. Mein Kleineres glaubt noch ganz fraglos ans Christkind, mein Größeres stellt skeptische Fragen, aber will sich - obwohl ich die immer wahrheitsgetreu beantworte - noch nicht von dem Glauben lösen.

    Zum Beispiel klopft es von ganz draußen an die Terassentür und dann steht ein Schlitten mit den Geschenken vor der Tür.

    So kann man noch in Ruhe Kaffee trinken und erst dann die Geschenke "auftauchen lassen".

    Ach wie schön! Das ist eine tolle Idee mit dem Schlitten, fast ein bisschen wie bei Madita. Das möchte ich unbedingt ausprobieren.

    Da können sie dann Weihnachtsprogramm schauen

    Das wäre eine Idee. Mit dem Tablet ins Schlafzimmer und hoffen, dass der Film richtig fesselnd ist. Das könnte klappen.

    könntet ihr nach dem festlich kleiden, Essen, Geschichte lesen, singen, und im Anschluss gemeinsam noch einmal kurz rausgehen, und den Tieren eure Weihnachtsgaben bringen (Vogelfutter/ Äpfel mit Kernen gespickt aufhängen o. Ä.).

    Das finde ich auch eine wunderschöne Idee. So wie die Bullerbü-Kinder, nicht?

    Und steht da nicht das eine Fenster einen Spalt offen? Und liegt hier im Glitzerstaub nicht eine Feder? War wirklich das Christkind da, während ihr draussen wart ;)?

    Ja, genau! Genau dieses geheimnisvolle Vielleicht... finde ich so schön. Glitzerstaub und Feder und Fenster - Ja! Danke, das wird ab jetzt bei uns Teil der Weihnachtsdramaturgie.

    Bei meinem Mann in der Familie fand das Mittagessen an dem Tag auf der Treppe des Hauses statt - was ein absolutes Highlight für die Kinder war.

    Das wär es für meine auch! Stimmt, das ginge wirklich.

    ur Weihnachtsstube gehörten nämlich nicht nur die Geschenke und der Baum, sondern auch der (gefüllte) Kaufmansladen und das Puppenhaus, das sauber gemacht und eingeräumt werden musste usw.

    Das finde ich wunderschön. Besondere Spielzeuge, die an Weihnachten im Wohnzimmer stehen. Da denke ich mal nach, das würde mir wirklich sehr gut gefallen.

    Nach dem Nachhausekommen etwas Singen und dann die Bescherung.

    Ich glaube, das versuche ich dieses Jahr: wenigstens ein oder zwei Lieder singen, bevor die Geschenke aufgemacht werden. Mein Dreijähriges ist allerdings äußerst willensstark, das muss ich mit ihr vorher gut besprechen. Aber sie singt gern, da wird es schon gehen.

    oft spielen wir das dann noch gleich am Abend oder spielen zusammen mit etwas, das er bekommen hat, wenn es grad paßt.

    Das ist schön!

    nd dann essen wir. Machen wir echt. Da sind wir knochentrocken und es ist ein großer Spaß der Älteren, dann immer noch einmal nachzunehmen und das Essen richtig lange hinauszuzögern

    Boah, wie fies :). Aber gleichzeitig sehr schön, das gemeinsam gekochte Festessen so zu würdigen. Für mich gehört ein köstliches Essen auch genauso zu Heiligabend wie die Geschenke, das lässt sich den Kindern so ja gut vermitteln.

    Danach haben wir das Essen gerichtet, aber da war der ganze Druck beim Kind raus, weil die Geschenke ja schon ausgepackt waren. So konnten wir dann in Ruhe essen und danach spielen.

    Ja, das ist bei uns auch so. Die essen zwar nach den ganzen Plätzchen und der Aufregung nicht mehr viel, aber das ist halt ein Abend im Jahr, wo die Ernährung nicht so gesund ist. Und für mich ist es ganz wichtig, an Weihnachten schön und in Ruhe zu essen.

  • Wir haben es auch so gemacht, dass einer etwas vergessen hatte.

    Eigentlich ist die Bescherung immer erst nach dem Abendessen.

    Als sie kleiner waren haben wir das auch schonmal vorgezogen.


    Bei euch würde ich es so machen, dass ich nachmittags esse.

    Dann würde entweder einer mit den Kindern ins Zimmer gehen und umziehen/spielen oder nochmal raus.

    Der andere räumt den Tisch ab.

    Legt die Geschenke hin und geht dann auch spielen oder raus.

    Nach einiger Zeit, geht man dann zusammen gucken.

    Tür ist halb auf und es leuchtet...

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Hallo,


    zur Weihnachtsmann-/Christkindsache kann ich nichts sagen (das gab´s bei uns nicht), aber generell habe ich im Laufe der Jahre gelernt, meine eigenen Erwartungen runterzuschrauben, weil sonst Chaos und Enttäuschung vorprogrammiert waren.


    Kleidung - nette, ordentliche Sachen, aber keine "Festkleidung". Dann ist es auch nicht schlimm, wenn der Kakao kleckert (und das passiert an solchen tagen IMMER - und zwar bevor das erste Foto gemacht wurde) oder das Kind auf dem Heimweg von der Kirche im Matsch landet (irgendwo war IMMER Matsch, wenn meine Kinder dabei waren).


    Singen - Wir Großen singen, weil WIR es wollen. Wer mitsingen will, darf das gerne, aber wenn außer uns alle schweigen - auch OK. Wenn wir nämlich erwartet haben, daß die Kinder singen, dann wollten sie es ganz sicher jetzt gerade nicht tun.


    Stimmung - besinnlich, ruhig und harmonisch darf sein - ist aber keine Voraussetzung fürs Weihnachtsgefühl (das ging mir in den ersten Jahren anders, da musste ich sehr umlernen) .


    Überhaupt alle Erwartungenm, wie es "sein sollte" oder wie es "sich anfühlen sollte" haben oft dazu geführt, daß es gerade so NICHT wurde. Nicht nur an Weihnachten, sondern generell mit Kindern.


    Wie gesagt, in den ersten Jahren war ich dann manchmal sogar recht unglücklich und hab mich "schuldig", weil unfähig gefühlt, meiner Familie die richtige Weihnachtsstimmung zu verschaffen. Aber irgendwann konnte ich das loslassen. Hey, das ist UNSER Weihnachten. Das darf harmonisch UND Chaotisch sein. Ruhig UND laut, glücklich UND grummelig.


    (Der fromme Teil: Jesus ist zu uns Menschen gekommen, so wie wir sind - nicht zu unsren perfekten Abbildern. UND Jesus war nicht nur Gottes- sondern auch ein Menschenkind und ganz sicher auch manchmal laut, chaotisch, mal überfordert und mal überdreht... Darum ist ganz sicher trotzdem - oder gerade darum - bei allen Weihnachten...)


    Essen auf der Treppe oder sonstwo finde ich ganz super. Unsere Kinder liebten "Besonderheiten" , die zu Ritualen wurden. die konnten gar nicht verrückt genug sein (aus einer Nacht auf der Terrasse schlafen wurden hier mehrere ganze Sommer...) .


    Und wenn es doch nicht so passt - was ist verloren? Dann wird es eben keine Tradition und es war an einem von noch vielen kommenden Weihnachten einmal ein ein chaotisches Essen. Eins, an das man sich vermutlich später lachend erinnert. "Wisst ihr noch, das eine Jahr, als wir versucht haben, auf der Treppe zu essen, damit wir die Stube zu lassen konnten? Was für ein herrliches Chaos, am Ende mussten wir euch alle erst mal umziehen - aber die Geschenke sind uns trotzdem nicht davongelaufen..."


    Also selbst dann etwas, was Erinnerungen und damit "Verbindung" schafft. :)

  • Ich würde auch versuchen, alles so einfach wie möglich zu machen.

    Einer geht mit den Kindern raus, der andere richtet das Zimmer her, kann ja auch schon den Tisch decken und den Baum anmachen, wenn er hört, dass die anderen wieder zu Hause sind.

    Essen hat bei uns am besten geklappt, wenne s etwas möglichst Einfaches war. Frikadellen oder belegte Brote oder irgendwas, was die Kinder mögen und man ohne viel Aufwand hinstellen und dann essen kann.

    Matschhose natürlich ausziehen, aber das kann man ja auch im Flut machen. Dann einfach die normalen Sachen anlassen.

    Wir hatten die Geschenke immer abgedeckt (unter einem Bettlaken).

    Wenn es jetzt nicht die Riesen-Geschenkeschlacht wird, kann man sich doch auch erst ml gegenseitig Frohe Weihnachten wünschen, sich in den Arm nehmen, den Weihnachtsbaum bewundern und dann können die Kinder doch auch erst die Geschenke auspacken, spielen und danach etwas essen.

    Je weiniger starr die Erwachsenen an bestimmten "Abläufen" oder gar einer "Dramaturgie" hängen, die aus irgendwelchen gründen unbedingt eingehalten werden muss, desto schöner wird es.

  • Hallo,

    Kinder schmücken vormittags den Baum.

    bei uns lief das auch immer so, dass die Familie in den Spätnachmittagsgottesdienst ging. Was sehr praktisch war, ich zuerst mit den Kindern, weil immer mindestens eines beim Krippenspiel dabei war und wir also deshalb früher dort sein mussten. Der Papa kam dann nach. Wundersamerweise war das Christkind genau wieder zu der Zeit gekommen.

    Wir zünden aber immer erst den Baum an, mit der mitgebrachten Kerze aus der Kirche, singen ein paar Lieder.

    Danach ist leider bei den Kindern kein Halten mehr. Seit jahren versuche ich das Geschenkeauspacken weniger hektisch zu gestalten. Gefühlt 1000 Mal erklärt, dass wir Großen erst Mal bei ihnen zusehen und später auspacken, werden wir genötigt... schnell zu machen.

    Ich krieg diese Hektik nicht raus. #rolleyes

    Mal mitlesen, ob ich hier noch eine bessere Strategie finde....

    Wir essen danach, etwas Vorbereitetes, was sich mögilchst im Backofen selbst zubereitet.


    Tja, wie das dieses Jahr wird.... der Gottesdienst fällt ja schon weg. Mein Mann fragte heute noch, ob wir auf den Baum verzichten wollen. Spontan hab ich gesagt: Ja dann ist ja gar ncihts mehr weihnachtlich.

  • Das finde ich wunderschön. Besondere Spielzeuge, die an Weihnachten im Wohnzimmer stehen.

    In meiner Herkunftsfamilie durfte zu Weihnachten immer der Zoo (Schleichtier-ähnlich) im Wohnzimmer aufgebaut werden, was er sonst nicht durfte. Da haben wir auch über etliche Jahre immer wieder Tiere dazu bekommen.


    Spieletechnisch stand bei uns früher immer gemeinsames puzzlen ganz hoch im Kurs - da waren wir aber schon älter.

  • Ich krieg diese Hektik nicht raus. #rolleyes


    Aber vielleicht ist dieses wilde Auspacken eben auch Teil des Weihnachtsfestes deiner Kinder? Vielleicht ist deinen Kinder das wichtig?


    Es gibt ja Menschen, die packen ein Geschenk aus, mit Genuss und Dranruetteln und langsam eine Ecke nach der anderen hochziehen, und die lieben das so. Und andere - da wird aufgerissen und geguckt und auch das kann ein tolles Gefuehl sein. Manchmal landet dann alles erst auf einem Haufen, aber mit der Zeit wird der Haufen inspiziert, und angeguckt. Ich finde, da gibt es unterschiedlche Typen.


    Aber - um es zu verlangsamen - wir hatten an Weihnachten zT schon Santa da, der die Geschenke einzeln aus dem Sack zog und an jeden einzeln verteilte, das hat schon ganz schoen Geschwindigkeit rausgenommen. Genauso koennte ihr jemanden bestimmen, der die Geschenke verteilt und man gemeinsam guckt. Aber wie gesagt, je nachdem werden die Kinder das mitmachen, oder nicht.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Wir haben, als die Kinder noch kleiner waren, nach der Kindermette, bei der alle schon festlich gekleidet waren, anschließend die Kinder nochmal für 10 Minuten in ihre Zimmer geschickt und dann sofort das Christkindl kommen lassen. Uhrzeit ca. 17 Uhr, da ist es ja auch schon lang dunkel draußen.

    Gegessen haben wir anschließend ganz in Ruhe, und dann wurde gespielt, es gab Punsch und Plätzchen, und wir sind ganz lange aufgeblieben.

    Inzwischen (wir gehen meistens immer noch in die Kindermette, weil wir dort unsere besten Freunde treffen) wollen die Jungs lieber erstmal essen und dann auspacken. Das kann man also immer noch ändern irgendwann :)