Zwillinge hohes Schätzgewicht, Einleitung bei 37+0?

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  • Guten Abend,

    ich war gestern bei der Geburtsplanung im Krankenhaus. Meine Zwillinge liegen beide mit dem Kopf nach unten, sind nach der Schätzung ähnlich schwer und auch sonst scheint alles gut auszusehen für eine spontane Geburt. Die Ärztin hat das Gewicht der beiden auf jeweils ca. 2800g bei Ssw 35+1 geschätzt und gesagt, dass das selbst für einen Einling ein hohes Gewicht wäre. Vermutlich liegt sie nicht ganz stark daneben, denn auch bei allen Vorsorgeterminen bei meiner Frauenärztin und Kontrolluntersuchungen bei anderen Ärzten im KH wurden sie immer recht „schwer“ geschätzt. Mein Sohn ist zu dem auch überdurchschnittlich schwer zur Welt gekommen (allerdings 41+4). Jetzt wurde mir gestern ans Herz gelegt zur Einleitung bei 37+0 ins KH zu kommen, da das Risiko, dass der 2. Zwilling doch noch per Kaiserschnitt entbunden werden müsse wenn die Kinder mehr als 3kg wiegen würden, steige. Hab ich noch nie gehört und hab auch mitbekommen, dass die dort im KH sowieso bei Zwillingen (unabhängig von der Versorgung etc.) spätestens ab 38+0 einleiten wollen. War das bei euch auch so? Obwohl das meine 2. Geburt ist macht mich das jetzt schon nervös. Mein Erster Sohn war ja quasi über einen Monat länger im Bauch und hat dann von alleine losgemacht, kann ja gut sein, dass ich zwei unreife Kinder bei 37+0 entbinde... hm. Die Ärztin sagt, die zwillis können mit den Gewichten jetzt ruhig kommen, aber schwer heißt ja nun nicht unbedingt reif?! Ich hab’s sehr schwer mich für eine Strategie und einen Umgang damit zu entscheiden... habt ihr einen Rat? Vielleicht die Einleitung etwas hinauszögern, bzw. nur beginnen wenn der Befund geburtsreif ist?

  • Also ich ganz persönlich würde noch warten und dann frühestens ab 39+0 einleiten oder aber direkt per Kaiserschnitt holen. Eigentlich würde ich sogar länger warten, wenn ansonsten alles gut aussähe und dann lieber den Kaiserschnitt nehmen als eine zu frühe Geburt.

    Ich selbst habe mein erstes per Kaiserschnitt geboren, das zweite spontan. Die Geburten waren unterschiedlich und ich sehe auch unterschiedliche Vor- und Nachteile. Ich kann aber nicht sagen, dass ich eins davon per se besser fand. Also ich hatte auch bei der spontanen Geburt mit Problemen zu kämpfen (Ich wurde eine Stunde genäht, länger als nach dem Kaiserschnitt). Ich war zwar schneller wieder auf den Beinen, aber es hat viel länger gedauert, bis untenrum wieder alles fit war. Beim Kaiserschnitt war ich einige Tage deutlich stärker eingeschränkt aber danach recht flott wieder fit.

  • Mh, ich bin nur mäßig qualifiziert für eine Antwort, da ich mich mit Zwillingen nicht auskenne, aber meine Einlinge waren auch immer deutlich über Durchschnitt. Und dieses Argument verstehe ich nicht:

    da das Risiko, dass der 2. Zwilling doch noch per Kaiserschnitt entbunden werden müsse wenn die Kinder mehr als 3kg wiegen würden, steige.

    Warum? 3kg sind ja jetzt nicht so viel.

    Und das Gewicht hat jetzt nicht direkt was mit der allgemeinen Reife zu tun.

    Was war denn überdurchschnittlich schwer bei deinem Sohn?

    Ich hatte ganz unkomplizierte Geburten mit einem maximal Gewicht von 5540g. Da hat keiner Stress gemacht bezüglich einer Einleitung (war allerdings auch nicht im Krankenhaus.) Mh, nur wegen der Größe einzuleiten würde ich auch nicht wollen.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und


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  • Du hattest einen spontanen Geburtsbeginn in der 42.ssw und Dein Sohn hatte ü4kg?


    Ich halte davon gar nichts. Wenn das 2 Schädellagen sind, der Doppler-US gut ist, dann erbitte Dir Zeit bis mind. 38+0 SSW.

    Dein Körper macht das schon.

    Du hast eine supergute Prognose mit dieser Vorgeschichte.

    Natürlicher Geburtsbeginn und dann erst die Geburt des 2. Zwillings mit Oxytocintropf unterstütze, halte ich für besser, als aktionistisch so früh mit Cytotec einzuleiten.

    ... mit Anna 2011, Sven 2014, Elsa 2015 & Olaf 2018

  • Meisterschülerin: ich verstehe das Argument auch nicht so richtig. Die Ärztin erklärte das so, dass der zweite Zwilling ja nicht so lange Zeit habe den Weg ins Becken zu nehmen (der führende wird ja schon Tage vorher reingedrückt) und mit zunehmendem Gewicht weniger gut „nachrutsche“. Mein erster war „nur“ 3850g, also auch nicht sehr über dem Durchschnitt.

  • Darüber gibt es verschiedene Meinungen.

    Mal wird gesagt, der kleinere Zwilli soll vorangehen, um weniger Geburtsdauer und Wehen abzukriegen, dann wieder der Größere, damit der Kleine nur noch hinterher rutschen muss.

    ... mit Anna 2011, Sven 2014, Elsa 2015 & Olaf 2018

  • mit zunehmendem Gewicht weniger gut „nachrutsche“

    Aber die Schwerkraft wirkt doch nach unten, da sollte man doch mit der richtigen Geburtsposition eher das Gegenteil bewirken. Außerdem ist ja dann schon alles geweitet, und die Zwillinge schriebst du sind ja ungefähr gleich groß/schwer.

    Meisterschülerin mit dem großen Meister(02/11), dem Möppi (09/13), dem Kleinchen (07/15) und


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  • Hat die Klinik Erfahrung mit Spontangeburt bei Zwillingen?

    Irgendwie klingt das rumgeeiert, es gibt objektiv gesehen keinen Grund zur Einleitung.

    ... mit Anna 2011, Sven 2014, Elsa 2015 & Olaf 2018

  • Hallo,

    dazu würde ich mich unbedingt mit meiner Frauenärztin und Hebamme absprechen.

    Im Krankenhaus ist man glaube ich mittlerweile sehr gerne und sehr schnell bei der Hand mit Kaiserschnitt... und angedrohtem Kaiserschnitt...


    Mir sagte man auch , dass man mit Zwillingen nie bis zum normalen Geburtstermin gehen würde, sondern immer mindestens 2 Wochen vorher einleiten würde..., warum, wieso... und was ich mit dieser Info gemacht hätte, kann ich Dir nicht sagen.


    ich hatte dann nämlich einen Kaiserschnitt bei 35+6, weil ich da Wehen hatte und mit doppelter Querlage das Thema spontane Geburt erledigt war.


    Und immer mal wieder denke ich, wäre ich damals nicht gleich ins Krankenhaus, sondern hätte erst Mal Rücksprache mit meiner Frauenärztin gehalten, dann hätte diese schwangrschaft ev. noch etwas länger gehalten... wer weiß???


    Also so viel beitragen kann ich nicht. Nur, ich hatte mich auch vorher damit auseinandergesetzt, dass es ev. passieren kann, dass Zwilling 2 per Kaiserschnitt geholt werden muss. Ich hätte das in Kauf genommen. Damals ohne zu wissen, wie ein Kaiseschnitt ist.

    Rückblickend kann ich sagen, ein Kaiserschnitt ist auch ganz okay. Nur hättest Du dann eben beides. Die Wehwehchen, die man nach der natürlichen Geburt hat+ Kaiserschnittwehwehchen.

    Aber mit ein bisschen Glück ja auch nicht.

    Mein Große kam 2 wochen vor Termin. Und du merkst es einfach, wenn die Kinder etwas zu früh sind. Hast ev. etwas Startschwierigkeiten beim Trinken....

    aber das sind alles Kleinigkeiten... wenn man mal ganz ehrlich ist.


    Egal wie Du Dich entscheidest, es ist toll, dass ihr soweit durchgehalten habt. Drück euch die Daumen für eine schöne Geburt und eine schöne Kennenlernzeit mit den Zwillingen. Hach... da kommen so Erinnerungen hoch #love

  • Haldis ja das KH hat sogar sehr viel Erfahrung mit Spontangeburten bei Zwillingen, deshalb will ich da hin. Und tatsächlich würde mir da auch keiner zum Kaiserschnitt raten, aber Einleitung scheint immer sehr zeitig gemacht zu werden...

    Franzi11 mit meiner Hebamme und Ärztin werde ich auf jeden Fall nochmal darüber reden! Und danke fürs Daumendrücken für eine schöne Geburt, noch bin ich ja auch erst Anfang 36. Woche, vielleicht machen sie sich ja noch von selbst auf den Weg! Wie ging es denn deinen beiden nach der Geburt? Waren sie schon fit?

  • NoSo

    wenn du magst kannst du mir eine PN schreiben. (der Bereich hier ist völlig öffentlich ;)). Meine Zwillinge sind beide mit eher hohen Gewichten geboren. ich habe es nur als Vorteil erlebt. So hoch klingt es für mich nicht. Zumal man Zwillinge ja auch meist nicht ganz so genau messen kann. Ich wünsche dir alles Gute! ^^.

    Liebe Grüße,

    ica

  • "eigentlich waren sie fit" Die Geburt ist am 15.12. schon 12 Jahre her ;-)


    Ich bin in die Uniklinik, weil klar war, das wird nichts mit schöner Spontangeburt. Sie kamen mit 47 cm und 2200 Gramm(er) und 2500Gramm (sie) . Haben beide spontan geatmet, brauchten überhaupt keine Unterstützung. Man wollte die Beiden zur Überwachung eine Nacht auf die Kinderintensiv mitnehmen, sehen ob sie Temperatur halten können usw.... meine Tochter bekam ich aber schon drei Stunden nach der Geburt. Meinen Sohn auch schon wieder am nächsten Morgen.

    Mein Sohn war etwas trinkschwach... die Oberschwester etwas ungeduldig. ich weiß es noch wie heute, da war so eine ältere Schwester mit russischem Akzent, sie sagte immer "Moooorgen er trinkt" Und tatsächlich bei ihr und einer Hebammenschülerin hat mein Sohn schön getrunken. Bei den restlichen Schwestern nicht.

    Also wurden er nach 2 Tagen in die Kinderklinik verlegt. Und ich und die Zwillingsschwester sind als Begleitpersonen mit. Dort ist es üblich, dass die begleitenden Zwillingskinder ebenfalls an den Monitor angeschlossen werden. Das war so ein bischen unser Pech ;-) Jedenfalls haben die Beiden mit Unterstützung der Schwestern gut versorgt bekommen. Er trank zwar etwas schwach und musste etwas genötigt werden. aber ging schon . Und so hätte am 23.12. nach Hause gedurft.. ich saß schon auf gepackten Koffern und wartete nur noch auf die abschließende Visite...

    da gab es plötzlich großen Aufruhr im Zimmer. Man schob einen weiteren Monitor hinein. Und da merkte ich ,es geht gar nicht um ihn, sondern um sie.

    Madamchen hatte Herzrhythmus-STörungen. Daraufhin wurde er entlassen, sie in die Herzstation aufgenommen. Und nun waren der Bub und ich wieder Begleitpersonen. Das bescherte uns einen weiteren Aufenthalt bis 7.Januar.

    Bei einer Kontrolle ein viertel Jahr später stellte man fest, dass sich das Mädel so propper entwickelt hatte, dass sie aus der Medikamantendosierung längst herausgewachsen war und nichts mehr brauchte.

    Wäre sie nicht am Monitor gewesen, hätte sich das wohl auch so einfach gegeben... hätte keiner gemerkt.


    Natürlich hätte ich Weihnachten und Sylvester gerne zu Hause verbracht. Aber egal... rückblickend alles nicht schlimm.


    Er war weiterhin etwas trinkfaul. Das ist einfach seine Art Wenn er nicht will, dann isst er nicht. Ist heute noch nicht anders. Stillen hat leider nicht geklappt...


    das sind so die Dinge, die einfach besser laufen, wenn sie reifer geboren werden.


    Dass Du so weit gekommen bist ist toll, "quasi Pflicht" und alles was Du jetzt noch an Entwicklungszeit rausschinden kannst, ist super "quasi Kür" ;)

  • Auch bei meiner Zwillingsschwangerschaft wäre wohl bei 38 +0 eingeleitet worden, ist aber nicht so weit gekommen. Ich fand es am Ende aber auch sehr quälend. Daher finde ich eine wichtige Frage: Wie geht es dir denn mit der Schwangerschaft?

  • @ diotimas Frage ist wirklich gut: wie geht es Dir und was willst Du? Was sagt dein Baugefühl?


    Wenn Du Dich quälst und nicht mehr kannst ist eine frühe Einleitung wahrscheinlich für Dich besser. Geht es Dir gut, Du kannst noch gut schlafen und essen dann würde ich noch mit der Entscheidung warten.

  • Vielen Dank für eure vielen Antworten! Ich hab diese Woche nochmal jeweils einen Termin mit meiner Hebamme und der Frauenärztin und werde dann wohl bei 37+0 einfach nicht mit gepackter Tasche ins KH, sondern mir den Befund (Muttermund und geschätztes Gewicht) anhören und dann in Ruhe zu Hause mit meinem Mann und der Hebamme entscheiden ab wann ich zur Einleitung bereit bin.