Wie "konfessionell" sind konfessionelle Kitas?

  • @Lilian...das waren schon christliche lieder oder lesungen aus der bibel und so....

    Erntedankfeier mit christlichen liedern und Dank an Gott für die Gaben


    Hagendeel ich mochte den Elterntag

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • claraluna: "Elterntag" klingt schon mal anders als "Muttertag". Diese Muttertagspräsente aus der Kita fand ich ehrlich gesagt immer echt ätzend, überhaupt, dass dieser tag dort thematisiert wurde. Trotzdem hätte ich da nie gemeckert oder so, weder vor dem Kind noch vor den Erzieherinnen. Das ist einfach ein Knochen-Job, nicht gut bezahlt, und sie geben sich so viel Mühe mit allem. Und ich kann mir auch einfach nicht vorstellen, dass Kindergartenkinder durch solche Sachen so tief geprägt werden, dass man als Eltern da nicht mehr gegenan kommt. Wie schon gesagt, hier nicht-konfessionelle Kita, Nikolaus usw. wurde selbstverständlich gefeiert, auch mit Aufführungen und Thematisierung des christlichen Hintergrunds alle dieser Feste. Meine Kinder wären glaube ich echt traurig gewesen, wenn in der Vorweihnachtszeit in der Kita gar nichts "Vorweihnachtliches" gelaufen wäre. Einen Laternenumzug zu St. Martin gab es auch. Und Ostersachen zur Osterzeit ... besonders "christlich" ist mein Sohn trotzdem nicht geworden, ich würde immer davon ausgehen, dass ein Kind sich als Jugendlicher/Erwachsener auch von starken religiösen Prägungen der Kinderzeit dann auch lösen kann, wenn das kritische Denken anfängt; selbst wenn so krasse Sachen passieren wie dieser "Fastenpass" in einer kath. Kita denke ich nicht, dass das Kind sein Leben lang zwangsläufig in der Passionszeit fasten wird. Trotzdem würde ich - wenn ich selbst sehr kirchenkritisch wäre - keine konfessionelle Kita wählen. Unwohlsein, Misstrauen, eventuell sogar Konflikte sind da ja eigentlich vorprogrammiert.

  • Hagendeel - ich mag Muttertag generell nicht....


    in unserem Kiga war das dann der Elterntag - Fr nachmittags ein Kuchenbuffett - von den Kindern gemacht, die Kinder haben bedient... noch ein nettes Lied gesungen.... schön wars... :-)

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Mir leuchtet es sowieso nicht ein, warum manche KiTas meinen Religion komplett raushalten zu müssen.


    St. Martin kann man prima als die Geschichte von einem Mann, der mit einem armen teilt erzählen

    Weihnachten kann man unter "die Christen feiern die Geburt des Sohn Gottes" verbuchen und gleichzeitig Weihnachtsmanngeschichten erzählen

    Nikolaus ist auch ein guter Mann, der als reicher Kaufmannssohn sich für die Armen eingesetzt hat

    Ostern ist schwieriger, weil das Thema Tod mit rein spielt. Aber neben Frühlingsfest, darf man durchaus sagen "Die Christen glauben, dass Jesus zu Ostern gestorben und wieder lebendig geworden ist."


    Das gleiche gilt für Zuckerfest oder Opferfest und was die Kinder sonst noch so für Religionen mitbringen.


    Durch die Information oder Erzählung über das was an religiösen Feiertagen gefeiert wird, ist noch niemand missioniert worden oder in Gewissenskonflikt gestürzt worden.


    Ich meine, die Kinder hören auch Geschichten über Feen, Hexen, Kobolde und sonstige übernatürliche Wesen. Wenn man nicht religiös ist, kann man sicherlich doch religiöse Hintergründe als eine Mischung aus Feengeschichte und Geschichtsunterricht und fremde Kulturen sehen.

    Insofern erschließt sich mir die komplette Vermeidung religiöser Themen in manchen KiTas nicht.

  • Naja, aber da werden dir einige Leute etwas erzählen wenn du ihre Religion in der falschen Lesart behandelst.

    Das kann schon zwischen Katholiken und evangelischen zu Problemen führen.

    Deshalb finde ich es gut dass Religion an konfessionellen Kitas einen Stellenwert hat, an städtischen ist es ja mehr ein kulturelles zelebrieren der Feste.

    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Naja, aber da werden dir einige Leute etwas erzählen wenn du ihre Religion in der falschen Lesart behandelst.

    Das kann schon zwischen Katholiken und evangelischen zu Problemen führen.

    Deshalb finde ich es gut dass Religion an konfessionellen Kitas einen Stellenwert hat, an städtischen ist es ja mehr ein kulturelles zelebrieren der Feste.

    Schoko

    Das Zelebrieren sicher. Das wäre ja fatal in städtischen KiTas, wie bei Grundschulen, religiöse Zeremonien durchzufuhren. Finde ich schon bei Einschulungsgottesdiensten eine Zumutung. Aber ich halte es für gesellschaftlich schwierig, wenn ein komplettes Thema ignoriert wird. Das Thema kommt doch auf.

    Und so zu tun als hätte Weihnachten keinen christlichen Hintergrund...

    Damit lässt man nämlich eine Lücke, die dann evtl. Anders gefüllt wird.


    Ich sehe einfach nicht das Problem, wenn man mit den Kindern thematisiert "Wie feiert Ihr Weihnachten?" und das dann informativ (!) in einen Zusammenhang einordnet. Oder eben auch Kinder vom Zuckerfest erzählen lässt und dann da zwei Sätze zu sagt.


    Letzten Endes ist das ein situativer Ansatz, man greift auf was die Kinder beschäftigt.


    Aber ich bin auch recht unempfindlich was Leute über meine Religion erzählen. Sonst könnte ich keinen einzigen Gottesdienst mehr besuchen. Was da erzählt wird, geht oft auf keine Kuhhaut. So viel Unfug können die Erzieherinnen gar nicht erzählen, denk ich oft.


    Aber ich verstehe, dass das Konfliktpotential bietet und man das vermeiden will. Auch wenn ich es für falsch halte.

  • Und so zu tun als hätte Weihnachten keinen christlichen Hintergrund...

    #weissnicht Ich bin im Osten aufgewachsen und da wurde 40 Jahre lang so getan, als ob Weihnachten nichts mit dem Christentum zu tun hat. Als man nach der Wende in Erfurt auf dem Weihnachtsmarkt vorm Dom auch erstmals eine Krippe aufbaute, dachten die Leute, dass sei eine Märchenszene - Rumpelstilzchen - weil dort eine Frau mit kleinem Baby und viel Stroh zu sehen war.


    Dennoch denke ich, dass das Wissen um die Geschichte zur abendländischen Kultur dazu gehört und auch in einem städtischen Kiga Thema sein kann. (Und ehe jetzt jemand mit den Muslimen kommt - auch im Koran wird die Geburt Jesu geschildert.)

  • Astarte: Die Geschichte mit Rumpelstilzchen ist ja hammerhart. Bin auch im Osten aufgewachsen, kenne ähnlich krasse Geschichten, aber deine toppt alles.

    Das einzige "Problem" das auftreten könnte, ist ja schon, dass kleine Kinder eher nicht objektiv informiert werden möchten. In dem Alter steht ja die Beziehung zur Erzieherin im Vordergrund, und sie wollen dann in der Regel auch wissen, ob die Erzieherin das selbst auch glaubt (wenn sie z.B. den christlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes erzählt). Das war in der Kita meiner Kinder z.B. durchaus der Fall. Die Erzieherin war Spanierin (katholisch), die Kita war städtisch, sie hat damals meinen Kindern gesagt, dass sie katholisch ist und auch daran glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist. Meine Kinder haben sich mit dieser Antwort dann auch zufrieden gegeben und nicht weiter nachgefagt, für sie war es damit o.k. Aber auf die Frage muss man sich schon einstellen. Und - klar, warum nicht? Kinder lernen so, dass es Menschen mit religiösen Überzeugungen gibt. Nach meinem Eindruck ist sowas für Erwachsene ein Problem ("Hilfe, wir sind nicht religiös, was ist, wenn mein armes Kind Religion kennen lernt"; oder "Hilfe, wir sind religiös, was passiert wenn mein Kind merkt, dass es auch nichtreligiöse Menschen gibt") - für die Kinder aber eher nicht, sie können das hinnehmen, dass Erwachsene hier verschieden sind.

  • Naja, aber da werden dir einige Leute etwas erzählen wenn du ihre Religion in der falschen Lesart behandelst.

    Das kann schon zwischen Katholiken und evangelischen zu Problemen führen.

    Deshalb finde ich es gut dass Religion an konfessionellen Kitas einen Stellenwert hat, an städtischen ist es ja mehr ein kulturelles zelebrieren der Feste.

    Schoko

    Ist das wirklich noch so schlimm? Hier im kath. KiGa arbeiten sogar ev. Erzieherinnen, weil derTräger sonst har keine Chance mehr hätte, genug Personal uu bekommen. Und wir sind in Bayern

  • Astarte: Die Geschichte mit Rumpelstilzchen ist ja hammerhart. Bin auch im Osten aufgewachsen, kenne ähnlich krasse Geschichten, aber deine toppt alles.

    Das einzige "Problem" das auftreten könnte, ist ja schon, dass kleine Kinder eher nicht objektiv informiert werden möchten. In dem Alter steht ja die Beziehung zur Erzieherin im Vordergrund, und sie wollen dann in der Regel auch wissen, ob die Erzieherin das selbst auch glaubt (wenn sie z.B. den christlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes erzählt). Das war in der Kita meiner Kinder z.B. durchaus der Fall. Die Erzieherin war Spanierin (katholisch), die Kita war städtisch, sie hat damals meinen Kindern gesagt, dass sie katholisch ist und auch daran glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist. Meine Kinder haben sich mit dieser Antwort dann auch zufrieden gegeben und nicht weiter nachgefagt, für sie war es damit o.k. Aber auf die Frage muss man sich schon einstellen. Und - klar, warum nicht? Kinder lernen so, dass es Menschen mit religiösen Überzeugungen gibt. Nach meinem Eindruck ist sowas für Erwachsene ein Problem ("Hilfe, wir sind nicht religiös, was ist, wenn mein armes Kind Religion kennen lernt"; oder "Hilfe, wir sind religiös, was passiert wenn mein armes Kind merkt, dass es auch nichtreligiöse Menschen gibt") - für die Kinder aber eher nicht, sie können das hinnehmen, dass Erwachsene hier verschieden sind. Und konfessionelle Differenzen sind ihnen in der Regel ja auch ziemlich egal.