Meine Siebtklässlerin verzweifelt an Lateinvokabeln

  • Liebe Raben, ich bräuchte mal Schwarmwissen.


    Sie weiß nicht, wie sie die Vokabeln lernen soll, dass sie auch hängen bleiben. Eben hat sie eine Stunde lang in meinen Armen geheult, weil sie soo viel gelernt hat und die Hälfte nicht behalten kann. :(


    Ich habe ihr jetzt erst mal ein Übungsheft mit Audio- und Medieninhalt bestellt sowie eine App geladen. Sie war aber zu aufgelöst, um diese vernünftig testen zu können.


    Habt ihr irgendwelche Tipps zu Apps oder Lernmethoden, die ihr eventuell helfen könnten? Bei Englisch war es recht einfach, sie hat eine große Schwester, die lieber Englisch als Deutsch spricht, und ihre Anleitungsvideos zum Zeichnen auf Tiktok haben auch geholfen. Aber auf Latein gibt es ja nichts Alltagstaugliches. 😕 Sie ist total verzweifelt, und ich kann ihr leider nicht aus Erfahrung helfen. Durch ADHS in Verbindung mit HB war meine Lern"methode" immer "ich lese mir den Mist noch zwei Mal durch, finde tausend absurde Querverweise durch Fremdwörter, mogele mich irgendwie durch, und wenn es eine Drei wird, ist mir das auch egal, Hauptsache, ich muss im Studium kein Latinum erwerben". 🙈 Hilft ihr aber nun nicht, im Gegensatz zu mir ist sie ehrgeizig und legt Wert auf gute Noten.


    Mein Y findet Karteikästen gut, aber irgendwie kommt sie damit nicht klar.


    Habt ihr Erfahrungen, wie man einem eher naturwissenschaftlich begabten Kind das Vokabellernen erleichtern kann?

  • Hallo,


    A. (6. Klasse) lernt Latein auf unsere Veranlassung auch mit Karteikarten. Ich frage sie damit ab. So kann man immer mal wieder alle durchgehen und die plötzlich verschwundenen wieder nach vorne holen. Täglich ist sehr sinnvoll, schaffen wir natürlich nicht, aber so ungefähr. Dann ist es nicht viel und plötzlich sind welche da. Manchmal nicht am nächsten Tag, dann kommen sie halt wieder nach vorne.


    In Englisch geht das momentan noch nicht. Wir haben vereinbart, dass wir sie aus dem Buch abfragen und die schwierigen auf Karteikarten schreiben, aber sie kann sie immer. Aber sie hat Englisch erst seit dem zweiten Halbjahr der 5. Klasse, was gleichzusetzen mit erstem Lockdown ist und damit quasi null ist. Daher sind das eher noch Anfangsvokabeln.

  • Wir haben im Rabenflohmarkt ein Buch eingestellt, das für meinen Sohn wirklich hilfreich war.

    "Kaputt ist der Kopf" heißt es. Da werden die gängisten Vokabeln alphabetisch mit guten Eselsbrücken versehen.

    Da konnte sogar ich mir einige gut merken.

  • Lateinvokabeln genau wie Griechisch lernt mein Sohn am besten in ganzen Sätzen. Wir haben lange gebraucht um das herauszufinden...

    DAS wollte ich auch gerade schreiben! Klar kann man hin und wieder in die Vokabelliste schauen, aber am besten und schnellsten lernt man Dinge im Kontext - und kann sie dann auch besser abrufen, weil es viel mehr Verknüpfung im Kopf gibt, als wenn man nur die eine Vokabelkarte isoliert (ohne Kontext) gelernt hat.

    Man kann die Lektionstexte ruhig so halb memorieren. Das hat noch dazu den Vorteil - gegenüber "klassischem Vokabelernen" (lListenlernen, Vokabelkarten) - dass man auch ein Gefühl für die Sprache bekommt.


    Ich habe vor 3 Monaten gerade wieder mit einer Neusprache angefangen und es läuft so einfach wirklich gut. Gut, Latein muss man nicht aktiv sprechen. Aber ich erinnere mich, dass bei mir Latein erst von dem Zeitpunkt an für mich funktioniert hat, als ich es nicht mehr als "tote Sprache" gelernt habe, sondern so wie eine Neusprache.

  • Junior hat auch mit dem Karteikartensystem am besten gelernt, gerade beim Aufschreiben der Vokabeln blieb schon mal viel hängen. Es war Pflicht für alle in der Klasse. Später hat er es auch bei den anderen Sprachen so gehandhabt. Er ist aber auch der visuelle Lerntyp.

  • Hier benutzen beide Kinder und ich die Phase6 App bzw Website.

    Beim Junior hat sich da bewährt dass wir nach dem ersten Schwung ganz konsequent täglich 4 neue Vokabeln aktivieren. Egal ob er neue aufhat oder nicht. So sind die Häppchen kleiner und bleiben besser im Kopf und der Frust ist deutlich weniger geworden.

    Nr. 1 Sommer 06 - Nr. 2 Herbst 08 - Nr.3 Frühling 11 und Nr. 4 Herbst 13 #herzen

  • Bei uns hat die Lateinlehrerin "Navigium" eingerichtet. Ich habe es mir noch nicht angeschaut, ich weiß aber, dass es über den Browser läuft und direkt an das Buch angelehnt ist.

    Vielleicht kann man da auch privat einen Account erstellen. Mein Kind findet es super, weil es ein Klassenranking gibt und auch ein Ranking für die ganze Schule, das steigert wohl die intrinsische Motivation sehr. Gut ist wohl auch, dass es da auch Übungen für Grammatik gibt.

  • Lateinvokabeln genau wie Griechisch lernt mein Sohn am besten in ganzen Sätzen. Wir haben lange gebraucht um das herauszufinden...

    Oh, das wäre für mich ein guter Tipp gewesen.


    Mir hat geholfen-Latein an der Uni-, die Vokabeln in thematischen Wortfeldern zu lernen.

    Und ich hatte alphabetische Listen, die ich visuell in meinem Hirn gespeichert hatte (zumindest versucht habe ich es relativ erfolgreich ;))


    thistlejo , gute Nerven!

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    "Freiheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut." Carolin Emcke


    save me

  • Mein Sohn ist im 1. Lateinjahr und lernt mit Phase 6. Das scheint gut zu funktionieren, er übt an etwa 5 von 7 Tagen. Die tägliche Übung die vorgegeben ist und häufig noch selber ausgewählte Vokabeln zusätzlich.

  • Ich hab früher mit meiner Schwester Latein gelernt, die hatte auch ein Problem mit Vokabeln. Ganz schön lange her #freu

    Wir haben das immer in Bewegung gemacht, wenn sie sitzen musste, hat sie sich nur die Hälfte gemerkt. Die Vokabeln lesen oder schreiben hat ihr auch fast gar nicht geholfen, aber sie gesagt bekommen schon. Ich hab sie also mit Karteikarten oder einfach der Tabelle aus dem Buch abgefragt.
    Wichtig war, dass ich ihr die Antwort, wenn sie nicht gleich kam, sofort gesagt habe, irgendwie ist es dann leichter ins Gedächtnis gerutscht. Also lieber mehr Runden und es sich zur Sicherheit nochmal sagen lassen, als minutenlang zu "raten" oder sich "anzustrengen" sich zu erinnern. Und ich hab die gekonnten Vokabeln auch nicht gleich aus dem Stapel genommen, sondern immer wieder abgefragt, wegen der Motivation und damit es wirklich flutscht.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • An diejenigen mit den "Vokabeln in Sätzen" üben:


    Woher nehmt ihr diese Sätze? Also wie stellt ihr sicher, dass dort keine falschen Satzkonstruktionen dabei sind? Mein Tochter quält sich sehr mit Französisch. Sie hatte dort in den ersten Jahren sehr viel Ausfall und viele Lehrewechsel. Jetzt lernt sie mit Quizlet. Das geht ganz gut aber ihr fehlt das Gefühl für den Satzbau. Da könnte komplette Sätze ja weiterhelfen.


    Sorry, dass ich mich hier so dazwischen drängele mit meiner Frage.

    Lieben Dank!

  • Mir half es wenn ich statt der reinen Übersetzung ein Bild und eine Assoziation, also einen persönlichen Bezug dazu hatte.


    Ganz schwierig fand ich immer viele Wörter zu einem Thema zu lernen, weil sich da vieles ähnelte. Lieber ein Bild mit den Wörtern gestalten und darüber reden. Damit war ich als erwachsene und französisch erfolgreich. Plus ein rotierendes karteikartensystem, dass die Wörter regelmäßig in größer werdenden Abständen wiederholt.


    Latein in der Schule habe ich durch stures aufsagen und abschreiben gelernt. Karteikarten gab es, habe ich aber selten genutzt. Später in der Oberstufe mehr, weil ich die so gut in die Hosentasche stecken konnte oder aufm Klo liegen lassen und dort wiederholen.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Woher nehmt ihr diese Sätze? Also wie stellt ihr sicher, dass dort keine falschen Satzkonstruktionen dabei sind?

    Aus dem Buch #weissnicht


    Um Französisch zu lernen hat mir eine Kurzgrammatik (meine war von Langenscheidt) gute Dienste geleistet.

    Um ein Gefühl für den Satzbau zu entwickeln würde ich es vielleicht mal mit einem Kauderwelsch Sprachführer versuchen.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Quizlet finde ich auch super.

    Man kann auch noch Bilder hinzufügen, das hilft ja auch manchen Menschen :)


    Die Sätze haben wir immer aus dem Buch übernommen.

    Bei lebenden Sprachen stehen ja oft schon welche im Vokabelteil dabei. Bei den toten muss man halt in der Lektion suchen



    Madrone Das sofort

    t zu sagen bei Nichtwissen ist sehr sinnvoll. Wenn das Kind beim Raten erstmal alle möglichen falschen Übersetzungen durchgeht, dann merkt es sich die richtige nicht mehr gut.

  • Quizlet finde ich auch super.

    Man kann auch noch Bilder hinzufügen, das hilft ja auch manchen Menschen :)

    Cool! Das merke ich mir, ich habe immer meine eigenen Karten erstellt - mit Anki, das erfordert aber ersteinmal viel Lernen, wie Anki funktioniert.


    Es gibt auch Menschen, die Latein sprechen, gerade in den USA gibt es dazu immer wieder Vorlesungen und Kurse - vielleicht findet man was dazu auf YouTube?

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