Eltern erhalten Verdienstausfäll für Kinderbetreuung

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  • Im Übrigen sind nicht alle PKV-Versicherte Krösus nach meinem Kenntnisstand. Es soll durchaus auch Fälle geben, wo Leute aus irgendwelchen Gründen in die PKV geraten sind, die nicht unbedingt etwas mit hohem Einkommen zu tun haben und dort nicht wieder raus kommen selbst wenn sie es wollten.

    Ganz genau so. Ich habe mit 19 (!) den Fehler gemacht, zum Studium nicht aus der Privaten rauszugehen, weil ich halt keine Ahnung hatte und mein Vater meinte, das ist ok (Eltern Beamte und daher privat & Beihilfe). Und dann dooferweise im Studium Kinder bekommen, die auch in die private mussten. und jetzt leider Vollzeit Pflege und daher kein sozialversicherungspflichtiger Job.

    Mit 19 hab ich das nicht erfasst, heute weiß ich das und werde meine Kinder entsprechend beraten.


    Aber ich finde es doof, auf Grund dessen Vorwürfe zu bekommen, mich ja aus dem System rausziehen zu wollen und daher selber schuld, zusätzlich zu dem ganzen Ärger dadurch, daher treffen mich solche Kommentare wie von PaulaGreen immer sehr. Ich finde das System doch selber beschissen.


    Zum Glück habe ich eh „keine Arbeit“, so trifft mich das grad nicht, aber es tut mir leid für alle die es betrifft.

    When all hope begins to shatter
    Know that I won't be afraid

  • Du hast auch als PKV das Recht, bei deinem AG Kindkranktage zu nehmen. Das mache ich auch, ich lasse mich wegen Kindkrank unbezahlt freistellen. Dein Job ist also gesichert.


    Den Verdienstausfall erhalte ich von meiner GKV. (Als freiwillig Versicherte mit Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt der aber -mit Recht- deutlich unterxden 90%). Diese ist nach dem Solidarprinzip aufgebaut.

    Du hast Dich mit der PKV entschieden, zu Gunsten anderer Leistungen aus dem Solidarprinzip auszusteigen. Du kannst nicht erwarten, dass Du jetzt von den Solidarleistungen profitieren kannst.

    Es gibt durchaus Konstellationen, in denen man sich nicht aktiv für die PkV entscheidet und einfach nicht in die GKV kommt (hier: "Beamte auf Zeit", nach Ablauf der Beamtenzeit keine Rückkehr in die GKV mehr möglich).


    Aber genau diese Abhängigkeit vom Versicherungsstatus ist ja der punkt: hier ist niemand krank. Weder die Kinder noch die Eltern. Sondern es geht darum dass die Kita zu macht. Was hat denn das bitte mit der Krankenkasse zu tun? Warum sollen Beamte und Selbstständige das nicht dürfen?


    Du kannst natürlich sagen, dass die das alle bei der Berufswahl hätten Bedenken müssen, finde ich aber bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen.

  • Jetzt gerne nochmal meine Sicht der Dinge:


    Mit Ausnahme der Beamt:innen ist mir keine Situation bewusst, bei der man "unfreiwillig" in der PKV gelandet ist (im Gegensatz übrigens zu vielen GKV Versicherten, die nämlich tatsächlich keine Wahl haben, sondern nur in die GKV dürfen). Auch Selbstständige können sich gesetzlich versichern. Und natürlich ist, bei gemeinsamen Kinder, die Entscheidung eines jeden Elternteil letztendlich eine Familienentscheidung - ich finde nicht, dass man das als individuelle Entscheidung werten kann.

    Und da bietet das System PKV eben gewisse Vorteile und gewisse Nachteile - und ich kann nicht die Vorteile mitnehmen und bei den Nachteilen autsch schreien.


    Zu den Beamt:innen sehe ich tatsächlich diverse Möglichkeiten über die Beihilfe und ich bin mir ziemlich sicher, dass da nachgesteuert wird. Ich kenne übrigens auch einige Beamt:innen, bei denen die Kinder nicht in der freiwilligen GKV des besser verdienenden Partners drin sind, sondern dennoch privat versichert werden.


    Zu der Argumentation, dass die finanzielle Entschädigung wegen geschlossener Schulen nicht über die Krankenkassen und "Kindkrank" laufen sollte:

    Wie ich oben schon schrieb kann sich jeder zur Betreuung seiner Kinder wegen geschlossener Schulen von seinem Arbeitgeber unbezahlt beurlauben lassen. Oder als Selbstständige befristet schließen. Nun muss das natürlich finanziert werden. Gesetzliche Kassen bieten hier in ihrem Leistungskatalog eine Lohnersatzleistung wegen durch Krankheit bedingter Betreuung des Kindes an. Die jetzige Betreuung des Kindes ist durch eine Krankheit bedingt, die mein Kind zwar nicht selbst hat, aber es ist eine Krankheit, die dies notwendig macht. Und wer, wen nicht das öffentliche Gesundheitsystems (also die GKV), soll das denn sonst zahlen? Und da die GKV Teil des öffentliche Gesundheitssystem ist, wird es eben durch Beiträge und Steuern mischfinanziert.

    Privatversicherte haben sich entschieden, aus der solidarischen Finanzierung des steuerlich subventionierten Gesundheitsystems auszusteigen, da finde ich es verwunderlich, jetzt doch von dessen Leistungen und der inkludierten steuerlichen Subventionierung profitieren zu wollen.


    Richtig fände ich, wie oben vorgeschlagen, mal bei der eigenen PKV anzufragen, warum sie das eigentlich nicht übernehmen.

  • PaulaGreen Aus meiner Sicht sollte es anders sein. Kindkranktage sollten weder über die Krankenversicherung der Mutter noch des Vaters, sondern aus Steuermitteln finanziert werden. Und wie gesagt - ich bin nicht mal sicher, ob das nicht "im Hintergrund" auch der Fall ist - bei Corona ist es das ziemlich sicher.


    Das ich prinzipiell das ganze System mit PKV und GKV ziemlichen Mist finde ist ein anderes Thema

  • PaulaGreen Aus meiner Sicht sollte es anders sein. Kindkranktage sollten weder über die Krankenversicherung der Mutter noch des Vaters, sondern aus Steuermitteln finanziert werden. Und wie gesagt - ich bin nicht mal sicher, ob das nicht "im Hintergrund" auch der Fall ist - bei Corona ist es das ziemlich sicher.

    So wie ich es verstehe, wird eine Summe dafür an die GKV fließen - wobei man nicht weiß, ob sie reicht. Dieses Jahr hat zumindest meine GKV u.a. wegen Corona die Beiträge erhöht- vermutlich wird das nächste Jahr wieder passieren. Ubd so zahlen des halt doch die Versicherten.


    Das ich prinzipiell das ganze System mit PKV und GKV ziemlichen Mist finde ist ein anderes Thema

    :thumbup:

  • PaulaGreen hast du meinen Beitrag gelesen? Ich bin KEINE Beamtin und trotzdem unfreiwillig in der PKV und finde das ganze System kacke hoch 20.

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  • Ebura mich würde wirklich interessieren, wie man unfreiwillig in die PKV kommt.

    Das hab ich doch oben erläutert?


    Aber gern nochmal

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  • PaulaGreen Ich finde Deine Beiträge ziemlich herablassend ehrlich gesagt. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Nur, dass es Menschen gibt, denen Deine Beiträge unsäglich weh tun.

    Ich werde mich aber ganz sicher nicht vor Dir rechtfertigen, warum meine Kinder in der PKV sind ;)

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Ebura entschuldige, irgendwie habe ich nur das an mich gerichtete gelesen. Mein Fehler.


    Naja, das was Du beschreibst, ist ja nicht unfreiwillig - Du hattest ja die Wahl und warst nicht umfassend genug informiert.

    Ich habe mit 19 den Fehler gemacht, einen der schlecht bezahltesten akademischen Berufe zu studieren. Da war ich auch nicht ausreichend genug informiert. Aber da sag ich jetzt auch nicht, dass das unfreiwillig war.

  • Aber genau diese Abhängigkeit vom Versicherungsstatus ist ja der punkt: hier ist niemand krank. Weder die Kinder noch die Eltern. Sondern es geht darum dass die Kita zu macht. Was hat denn das bitte mit der Krankenkasse zu tun? Warum sollen Beamte und Selbstständige das nicht dürfen?


    Du kannst natürlich sagen, dass die das alle bei der Berufswahl hätten Bedenken müssen, finde ich aber bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen.

    Genau das, es ist unglaublich unfair.

    Mich regt das wirklich auf, dabei sind wir davon nichtmal betroffen, weil wir gesetzlich versichert sind und diese Tage nichtmal brauchen.


    Und was die Berufswahl angeht ist das ja auch immer so eine Sache, was man vorher hätte wissen müssen....

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Weißt Du, Gwynifer ich bekomme gerade aus meinem direktem Umfeld wird, wie gut und vor allem schnell jemand, der in der PKV ist, versorgt wird. Da sagt der Arzt am Telefon "ich habe hier eine Privatpatientin sitzen" und dann gibt's doch noch schnell eine MRT.

    Da schlucke ich schwer.

    Denn wir zahlen als 2x freiwillig GKV extrem viel Geld für die Solidargemeinschaft und verzichten dafür auf manche Leistungen.

    Das System ist komplett ungerecht und ich finde nur durch den Verblrib in der GKV kann man zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen.

  • Naja, ich habe mit 19 halt keine Ahnung gehabt und habe das gemacht, was mein Papa gesagt hat. Kann man mir das wirklich vorwerfen im Sinne von „hat sich bewusst entschieden aus dem sozialsystem auszusteigen“?


    Mich trifft das grad wirklich. Ich engagiere mich aktiv gegen das System, ich hasse es auch persönlich. Und habe massive Ängste. Gerade geht es um 30.000€. Und dann höre ich immer wieder „selbst schuld“. (Da kannst du jetzt natürlich nichts für, sorry).

    Es ist halt nicht immer simpel Schwarz Weiß.


    Ich sage übrigens beim anrufen NIE, dass wir privat versichert sind. Schon aus Prinzip nicht.

    Egal, schon raus.

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  • Und weißt Du PaulaGreen mein chronisch krankes, PKV versichertes Kind durfte schon MONATELANG auf einen Termin zur Zöliakieabklärung warten und hatte in dieser Zeit heftige Depressionen, verursacht durch diese Krankheit. Das, was Du beschreibst habe ich persönlich noch NIE erlebt. Wir warten hier auch monatelang auf Termine wie alle anderen auch, trotz PKV. Vielleicht gehe ich aber auch nur zu den falschen Ärzten, wer weiß.

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  • Ebura das tut mir sehr leid, dass diese Entscheidung für Dich ganz persönlich so eine schlechte Entscheidung war.

    Es ehrt Dich, dass Du auf die Vorteile verzichtet. Das würde ich tatsächlich nicht tun, denn Du trägst ja auch die Nachteile, dann kannst Du auch die Vorteile mitnehmen.

    Ich tue mich schwer mit "Vorteile mitnehmen und Nachteile beklagen" - so ganz grundsätzlich, unabhängig von diesem Thema.

  • Gwynifer auch das tut mir wirklich leid. Vielleicht bin ich da gerade aktuell in "Kampfstimmung", weil ich genau das Gleiche wie meine enge Bekannte hatte und bei ihr beim Wort "privat" die Türen aufgehen. Da hat es mir gestern einfach in meinem Gefühl der Ungleichbehandlung gut getan, auch wieder meine Vorteile zu spüren.


    Ich wollte Dir da nicht wehtun, da schwingt vielleicht viel Wut auf das System an sich mit.

  • Ja, das System ist grundfalsch. Daher bin ich da auch engagiert dagegen

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  • Du musst dich nicht rechtfertigen bitte.


    Das ist genau wie dieses fiese, ich hab es verdient so viel Geld zu verdienen und die die wenig verdienen sind selber Schuld.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen