anstrengende Situation beim gemeinsamen Essen

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  • Trin

    Ja, wie du schreibst, Unterzuckerung ist für ihn ein sehr großes Problem. Weiß er auch selbst. Er kommt im Alltag mit den Kindern selten dazu, genug zu Essen, was ihn oft ungeduldig und gereizt macht.

    Wir versuchen da dran zu arbeiten. Danke!!!

  • Ich hab jetzt manches nur überflogen, also sorry, wenn die Idee schon kam...


    Ich denke, die Kinder zum gemütlich am Tisch sitzen zu bringen ist schwierig. Und momentan funktioniert alleine nebenan spielen halt auch noch nicht. Aber wäre es für euch Eltern möglich, gemeinsam zu Abend zu essen, wenn die Kinder im Bett sind? Also, das geht natürlich nur, wenn sie halbwegs zeitig schlafen und auch eine Weile schlafen, ohne dass jemand dabei sein muss... Aber da hättet ihr dann Zeit zu reden und sein liebevoll vorbereitetes Essen würde auch wertgeschätzt werden. Und auch wenn du nicht so lange essen magst, könnt ihr ja trotzdem gemütlich sitzen bleiben, bis auch dein Mann satt ist. Oder wenn du die Zeit abends eigentlich noch für was anderes bräuchtest, dann vielleicht nur an 2 oder 3 Abenden die Woche?


    Bei uns bin ich diejenige, die gern gemeinsam gemütlich essen würde. Der Große ist auch ein gemütlicher Esser, der Kleine schreit viel rum, was meinen Mann stresst. Und im Endeffekt räumt mein Mann genervt das Essen weg, während der Große und ich noch essen... Was mich dann immer stresst. Aber gut, das wird denke ich besser, wenn der Kleine größer wird (und endlich Backenzähne hat, damit er nicht nur weiches Zeug essen kann...)

  • Trin

    Ja, wie du schreibst, Unterzuckerung ist für ihn ein sehr großes Problem. Weiß er auch selbst. Er kommt im Alltag mit den Kindern selten dazu, genug zu Essen, was ihn oft ungeduldig und gereizt macht.

    Wir versuchen da dran zu arbeiten. Danke!!!

    Ich habe auch große Probleme mit Unterzuckerung. Mir hilft es, dann zwischendurch daran zu denken, etwas zu essen und zwar, bevor ich wirklich hungrig bin.

    Vielleicht könnte er ja öfter den Kindern einen Obstteller machen und dann selbst davon naschen?

  • Hallo,

    Trin

    Ja, wie du schreibst, Unterzuckerung ist für ihn ein sehr großes Problem. Weiß er auch selbst. Er kommt im Alltag mit den Kindern selten dazu, genug zu Essen, was ihn oft ungeduldig und gereizt macht.

    Wir versuchen da dran zu arbeiten. Danke!!!


    Toll, daß ihr das herausgefunden habt bzw. euch das noch mal neu bewusst geworden ist! Dann hat man doch schon mal was, wo man ansetzen kann.


    Gleichzeitig hilft es euch vielleicht, genauer hinzuschauen, was eure Kinder in der Beziehung wirklich brauchen, das kann nach meinen Erfahrungen ganz verschieden sein. Und das, was dem eignen Bedürfnis am weitesten entgegensteht, wird von uns selber oft als "unrichtig" und anstrengend empfunden, im schlimmsten Falle als "abzuerziehen", dabei ist es im Grunde ganz oft genau so richtig und normal, nur "anders" eben.


    Mir ging es so, als ich nach drei Kindern, die meistens gut und zügig aßen und dafür beizeiten mit 3 Mahlzeiten zurechtkamen einen Kleinmengen-Esser bekam, der gefühlt alle Stunde was brauchte und bei dem die Stimmung in direkter Linie mit dem Blutzucker verknüpft war (der dann aber manchmal schon so "eingewütet" war, daß er gar nicht essen wollte) Das war anfangs für mich wirklich eine Herausforderung - sowohl vom akzeptieren her als auch vom organisieren (ich hatte bis dahin nie groß Essen mitnehmen müssen, jetzt musste ich ständig dran denken, wenn ich keine emotionale Katastrophe riskieren wollte).


    Ich finde es immer wieder erstaunlich,. wie oft man die Lösung oder zumindest einen Teil davon gar nicht im eigentlichen von uns empfundenen "Problem" (in dem Falle das Verhalten der Kinder) findet sondern irgendwo daneben. Mal ist es unser eigener Umgang mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen - sehe ich sie und kann sie achten? Mal die Frage, wie gehe ich mit "anderes normal" um - kann ich es überhaut als "normal" akzeptieren oder fällt mir das schwer? Warum? Mal ist es ganz konkret unser Umgang mit Sachen wie unserer Kraft, Gesundheit usw.


    Und wie genau unsere Kinder immer und immer wieder völlig unbewusst und arglos auf solche Stellen legen. Eigentlich müssten wir ihnen dankbar sein, daß wir so viel über uns selber lernen dürfen - nur kann man das leider mitten im Alltagsstress viel zu selten sehen. Vielleicht ist es eine gute Idee, ihnen mal leise zu danken, wenn es ruhig ist, wenn sie schlafen. Auch wenn sie es nicht hören, macht es doch zumindest mit uns selber etwas.


    Alles Gute euch

  • Toll, dass ihr einen Lösungsansatz für euch gefunden habt, der eben nicht heißt "es muss halt funktionieren".


    Auch auf die Gefahr hin, einiges zu Wiederholen, möchte ich noch was Schreiben.


    Ich habe mir auch schon oft Gedanken darum gemacht, was denn genau an dieser "gemeinsamen Mahlzeit" so wertvoll sein soll. Mein Mann und ich empfanden das nämlich beide so. Als wir noch kein Kind hatten, haben wir uns beim gemeinsamen Abendessen vom Tag erzählt und das war für unsere Beziehung wirklich wichtig.

    Aber so ein nervtötendes Abendessen mit einem Kleinkind? Nein, das hat uns alle mehr gestresst, als der Beziehung gut getan. Ja, und dann steht man da. Und überlegt, was gerade schief läuft.

    Bei uns war es so, dass das Kind immer während des Essens Video auf dem Handy schauen wollte. Ui, böse. Da gingen bei uns Erwachsenen alle roten Lichter an und alle Stimmen, die laut rufen "DAS GEHT GAR NICHT" aus allen bekannten Gründen.

    Dann haben wir das Kind gefragt.

    Es kam heraus, dass sie mit uns gemeinsam Essen im Moment eben überhaupt nicht wichtig findet. Dass sie es langweilig findet. (Ja, Essen ist seit sie ca. 2 Jahre alt ist, so oder so Zeitverschwendung in ihren Augen.) Klar. Die Erwachsenen unterhalten sich über irgendetwas. Das ist öd. Selbst wenn wir versucht haben sie einzubeziehen und über Dinge zu reden, die sie interessieren. Sie fands doof.

    Also haben wir es (zähneknirschend) erlaubt.

    Das hat das Essen für alle absolut entspannt.

    Das Kind hatte genug Ruhe um sitzen zu bleiben und sich satt zu essen

    Die Erwachsenen konnten in Ruhe essen und sich unterhalten ohne ständig Kinderprogramm machen zu müssen.

    Und alle waren irgendwie zufriedener.


    Mittlerweile hat es sich wieder erledigt und wird nur noch ganz selten eingefordert.


    Und was haben wir uns den Kopf zerbrochen über dieses Thema.


    Zum Thema Unterzuckerung:

    Das ist hier ein ganz großes Thema, seit das Stillen in solchen Situationen nicht mehr genug Energie liefert (was musste ich mich umgewöhnen #angst)

    Wenn hier gar nichts mehr geht, gibt es Traubenzucker. Manchmal ist sie zu wütend und zu hungrig um was zu essen. Dann ist alles "Nein". Da hilft das ungemein. Ein oder zwei Stück und schon wenige Minuten später kann sie dann ganz normal essen. Und es gibt wie durch ein Wunder kein Theater mehr.

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Bei uns darf und durfte das Kind immer aufstehen, wenn es fertig ist, aber keiner ist mit aufgestanden bevor er selbst nicht fertig war. So ab 2 auch mit Sanduhr oder wenn der Teller/Kaffeebecher leer ist.

    Sich mit Kindern am Tisch unter Erwachsenen zu unterhalten klappt hier auch Null, aber wir lesen oft was vor oder hören Hörspiele und leisten uns so Gesellschaft. Babys und Kleinkinder werden rumgereicht, so dass jeder mal die Hände frei hat. Meine Nichte wurde als Baby rumgereicht und wer sie zum Einschlafen bekommen hat, hatte gewonnen. #freu

    Habt ihr sonst Flur vor der Küche wo gespielt werden kann? Oder eine spannende Küchenschublade mit entsprechendem Inhalt?

    Unser Ergebnis also, entspannte Gespräche nein, Gesellschaft leisten ja. ;)

  • Ich finde es immer wieder erstaunlich,. wie oft man die Lösung oder zumindest einen Teil davon gar nicht im eigentlichen von uns empfundenen "Problem" (in dem Falle das Verhalten der Kinder) findet sondern irgendwo daneben. Mal ist es unser eigener Umgang mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen - sehe ich sie und kann sie achten? Mal die Frage, wie gehe ich mit "anderes normal" um - kann ich es überhaut als "normal" akzeptieren oder fällt mir das schwer? Warum? Mal ist es ganz konkret unser Umgang mit Sachen wie unserer Kraft, Gesundheit usw.

    Danke dir! Das hilft mir gerade an ganz anderer Stelle als bei diesem Essthema so gut weiter. Kinder sind echt unsere besten (und härtesten ;)) Lehrmeister.

  • ich hatte gerade noch mal ein Gespräch mit meinem Mann darüber.

    Er ist irgendwie völlig enttäuscht, weil er das aus seiner Familie halt so kennt, dass das gemeinsame Essen das wichtigste vom ganzen Tag ist und wir als Eltern sowieso kaum Zeit zusammen haben und dann klappt es am Essenstisch auch noch nicht mal.

    Ich finde auch, dass es viel erwartet ist, mit so kleinen Kindern und habe ihm gesagt, dass das bei anderen Familien mit ganz kleinen Kindern auch nicht so ist, dass sie ewig lange gemütlich zusammen essen können aber er meint halt, ihm ist es egal, wie es bei anderen Familien ist, das ist das, was ihn stört.


    Ich weiß jetzt auch nicht, was ich dazu sagen soll.#hmpf

    Trin und viele andere haben schon so ausführlich hilfreiches geschrieben,

    da will ich bei ganz vielem unterschreiben :)


    und wollte generell noch schreiben:

    ich finde, ihr seid auf einem guten weg!

    ihr arbeitet zusammen an einer lösung und gleichzeitig entwickeln die kinder sich weiter und ihr mit ihnen :)


    dein mann braucht bestimmt auch nochmal etwas zeit, in dem das alles in ihm arbeiten kann

    und ihr sucht ja zusammen nach lösungen.


    ich habe bei solchen themen auch immer gemerkt, wie viel auch unsere eltern aus unserer kindheit vergessen haben. denk mal an all die DDR kinder, die alle mit genau einem jahr trocken waren und allesamt stundenlang seelig unterm apfelbaum im kinderwagen geschlafen haben :D


    bei manchen sachen ist es natürlich sehr gesund zu sagen "egal wie es bei anderen ist, wir machen unser ding" und bei anderen dingen ist dieser realitätsabgleich wiederum hilfreich.


    was ich noch einfach als kleinigkeit schön fand:

    wie Jesper Juul das mit der kerze vorschlug.

    einfach als schöne sache, eine kleinigkeit, die wiederum eine schöne atmosphäre schafft.

    mag dein mann hörbücher? das macht mein mann wiederum gerne, wenn er noch länger am tisch sitzen will

  • Vielleicht erinnerst du deinen Mann einfach mal daran, dass er sich definitiv nicht mehr daran erinnern kann, wie die Essenssituation daheim war, als er drei oder gar eins war?