Lernverhalten Grundschüler - für Rabinnen mit Fachwissen

  • Haben seine Comics Sprechblasen oder eine andere Form von Text?

    Nein, nie.

    Er hat auch im Kindergarten nie freiwillig seinen Namen schreiben wollen.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Außerdem würde ich bei einem guten Optiker vorbeischauen und die Augen messen lassen, das kostet da nichts.

    Die dürfen meines Wissens bei Kinder nicht messen, weil die zu viel kompensieren können.

    Beim Optometristen als Selbstzahler wärst du aber richtig.

    Wir haben beste Erfahrungen mit einer Orthoptistin in einer augenärztlichen Praxis, das wäre eine Kassenleistung.

  • Oh wow, die Antwort der Lehrerin war jetzt ... ich weiß auch nicht, wie ich das benennen soll.

    "Danke für Ihre Schilderung" - Hinweis zum Kinderarzt, zur Überweisung ins SPZ. Schöner Gruß.


    Sonst nichts. Kein Stück eigener Eindruck, kein Wort zu meiner Frage, was wir eventuell weglassen können, weil er sich so erschlagen von den Aufgaben fühlt.

    Keine Antwort, ob es okay ist, dass wir erst mal mit der Fibel weitermachen, statt dem LiesMal.


    Ja herzlichen Dank #rolleyes


    Und ich hab so Panik vor diesem erneuten Diagnostik-Marathon. #crying

    Allein diese ganzen Anrufe und Termine wieder. Das fällt mir so schwer. #haare

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • SPZ wäre da mit Kanonen auf Spatzen zu schießen: die sind richtig schwere Fälle gewöhnt und für so feine Details häufig blind. Außerdem kannst Du da mit sechs bis neun Monaten Wartezeit bis zum Ersttermin rechnen.

    Die Lehrerin liest sich entweder gleichgültig oder total überfordert - oder beides.


    Gibt es eine für Euch zuständige Schulpsychologin? Die würde ich nach Empfehlungen für eine Diagnostikstelle fragen.

    Ich bin

    ich. Mensch, Mutter, Nordwest-Europäerin. Anwesend.

  • Legakids und andere Interessenverbände helfen teils auch mit dezidierten Vorschlägen zu Diagnostik- und Behandlungsexpertinnen weiter.

    Oft gibt es da so Regionalverbände mit konkreten Ansprechpartnern.

  • Okay, jetzt hatte der Kurze gerade die erste Videokonferenz. Und nun bin ich wirklich ... ratlos.

    Der hing da vor dem Bildschirm wie ein Schluck Wasser in der Kurve, starrte stumpf vor sich hin und nuschelte ein paar wortkarge Antworten, wenn er konkret gefagt wurde. Schien aber geistig völlig abwesend, als hätte er das Licht im Kopf ausgeschaltet #blink


    Klar, er war verlegen, bisschen peinlich berührt. Aber wenn er in der Schule in diesen Modus schaltet, wundert mich gar nichts. #haare

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Okay, jetzt hatte der Kurze gerade die erste Videokonferenz. Und nun bin ich wirklich ... ratlos.

    Der hing da vor dem Bildschirm wie ein Schluck Wasser in der Kurve, starrte stumpf vor sich hin und nuschelte ein paar wortkarge Antworten, wenn er konkret gefagt wurde. Schien aber geistig völlig abwesend, als hätte er das Licht im Kopf ausgeschaltet #blink


    Klar, er war verlegen, bisschen peinlich berührt. Aber wenn er in der Schule in diesen Modus schaltet, wundert mich gar nichts. #haare

    auch das erinnert mich an das, was ich dir bereits schrieb.

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Abklärung beim KJP.

    Unsere Mittlere hat den Sprung vom Buchstaben zur Silbe nicht geschafft.

    Obwohl sie sich das Lesen (Buchstaben zusammenziehen) vor der Schule selbst erschlossen hatte.

    "Guck mal Mama, da steht POMMES und da steht AFRIKA!"


    Die Lehrerin sagte in der 3. Klasse nur "bitte abklären, irgendwas passt nicht!"

    Abklärung in der 4. Klasse war unauffällig, sie hat perfekt kompensieren können.

    Über 3 Ecken kamen wir trotzdem an eine gute Logopädin die eine Sprachentwicklungsverzögerung feststellte und behandelte. Dass das Thema Lesen da ggf. nochmal aufschlägt, hatte sie uns gleich gesagt, aber erstmal war abwarten angesagt, da die Sprachentwicklungsverzögerung erstmal aufgearbeitet und innerlich verarbeitet und umgesetzt werden musste.

    In der 6. Klasse wurden die Schwierigkeiten deutlicher, der LRS-Test altersangepasst ein anderer und es wurde eine LRS mit nur "L", also eine Lesestörung festgestellt.

    Sie hat dann quasi erst richtig lesen (in Silben) gelernt, bis dahin hat sie alles buchstabiert oder eben nur die ersten Buchstaben gelesen und sich den Rest zusammengereimt aus Zeitmangel.


    Ansonsten gabs letztens eine Thread zu lern-Apps, vielleicht hilft das auch weiter (neben einer Abklärung)

    Lern-app für Kinder


    Die Antwort der Lehrerin ist zwar wenig empathisch aber ich finde sie besser als "dann müssen Sie mehr üben!"

    Sie kann da nicht weiter und verweist an Fachkräfte. Auch wenn man vielleicht ein paar nette Worte dazu hätte finden können.

    Was macht ihr eigentlich, ihr flinken Sekundenhorter, mit all der Zeit, die ihr spart, wenn ihr "lg" tippt statt lieb zu grüßen?

    - aus einer Berliner S-Bahn-Station -

  • Nun zu meiner Frage: Diese Fibel enthält ein Gedicht, das dieses Kind nach zwei mal vorlesen (Samstag und Sonntag) am Mittwoch plötzlich zu großen Teilen fehlerfrei aufsagen konnte.

    Gleichzeitig lesen wir seit Freitag jeden Tag in der Fibel. Jeden Tag kommt da mehrmals der Name "Mia" vor - und bis heute liest das Kind: M - I - A ... #gruebel ... Mima? "Nein." "Mi ... a ... Mia?

    Seine beste KIndergartenfreundin heißt Mia #stumm Was steckt denn nur dahinter, warum fällt ihm sowas einfaches nur so schwer?

    Die anderen Fehler sind nachvollziehbar, er rät dann halt gern mal "Oma" statt "Omi" oder am "mi statt im".


    Dazu passt eine Beobachtung aus dem Schulmaterial: Da hat er das LI mühsam erarbeitet, danach das MO. Zwischenzeitlich aber das LI schon wieder vergessen und so ging das hin und her, sodass das LIMO einfach nicht zu kriegen war.

    Ihr lest erst seit ein paar Tagen in der Fibel. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere, was die Fibel für ein ganzes Schuljahr angelegt. Bis zum Ende der 1. Klasse sollte man alle Laute können. Ich denke, Lesen lernen ist eine große Leistung und man sollte am Anfang wirklich nicht zuviel erwarten.


    #angst Ich gebe aber zu, dass ich auch recht ungeduldig beim Lesen lernen war und man denkt irgendwie, das ist doch so einfach! Nein, das ist es für ein 1. Klässler Kind nicht!

  • Wir haben noch etwas seltsames herausbekommen.

    Ich habe Bobby erzählt, dass es verschiedene Menschen gibt: Manche sehen die Buchstaben ganz fest auf ihrem Platz und bei anderen bewegen sie sich - und wie das denn bei ihm ist.

    Darauf kam völlig selbstverständlich: Sie bewegen sich natürlich. .... Nein, war nur ein Scherz. Sie sind fest." (Er hat aber nicht mal gegrinst.)

    Mein Mann hat ihn dasselbe dann zwei Tage später noch mal gefragt. Da hat er auch wieder gesagt, dass Buchstaben wackeln und hüpfen. Und dann wieder korrigiert. "Nein, hab mich vertan. Die sind fest."


    Irgendwie erscheint mir das komisch. Als hätte er schon verinnerlicht, welche Antwort "gewünscht" wird. Wir haben jetzt erst mal einen Termin in einer Sehschule bei einer Orthopistin. Womöglich ist es das ja schon #weissnicht

    Bisher waren alle Sehtests immer in Ordnung, er hat allerdings eine klare Rot-Grün-Schwäche.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Was sicher nix schadet, ist schmökern auf der Seite der Legakids. Und sei es nur, um besseres Verständnis für die diverse Dynamik des Lesen lernens zu bekommen. Die Spiele und Videos sind auch für nicht-Legakids super und die Elterninfo sehr positiv und bestärkend.

  • ch habe Bobby erzählt, dass es verschiedene Menschen gibt: Manche sehen die Buchstaben ganz fest auf ihrem Platz und bei anderen bewegen sie sich - und wie das denn bei ihm ist.

    Darauf kam völlig selbstverständlich: Sie bewegen sich natürlich. .... Nein, war nur ein Scherz. Sie sind fest."

    Also, bei der mir bekannten, erwachsenen Person mit Dyslexie ist es so, dass sie erst als Erwachsene, mit meiner Hilfe #zwinker herausgefunden hat, dass sich die Buchstaben für sie tatsächlich irgendwie bewegen. Aber natürlich sind sie fest. Die Dame ist sehr intelligent und weiss (und wusste es immer schon), dass die Buchstaben selbstverständlich fest sind.
    Ich finde daher die Antwort vom Bobby nachvollziehbar.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • ch habe Bobby erzählt, dass es verschiedene Menschen gibt: Manche sehen die Buchstaben ganz fest auf ihrem Platz und bei anderen bewegen sie sich - und wie das denn bei ihm ist.

    Darauf kam völlig selbstverständlich: Sie bewegen sich natürlich. .... Nein, war nur ein Scherz. Sie sind fest."

    Also, bei der mir bekannten, erwachsenen Person mit Dyslexie ist es so, dass sie erst als Erwachsene, mit meiner Hilfe #zwinker herausgefunden hat, dass sich die Buchstaben für sie tatsächlich irgendwie bewegen. Aber natürlich sind sie fest. Die Dame ist sehr intelligent und weiss (und wusste es immer schon), dass die Buchstaben selbstverständlich fest sind.
    Ich finde daher die Antwort vom Bobby nachvollziehbar.

    Das finde ich eine super sympathische Beschreibung :D. Diese schlauen Kinder wissen ja, wie „es sich gehört“ und es ist echt spannend, welche Strategien unser Gehirn entwickeln kann, um zurechtzukommen.


    Was ich aber eigentlich sagen wollte: in unserem Sprachraum ist es eher unüblich, da so früh schon zu schauen, aber eigentlich wäre das wohl sehr wichtig. Ich komm um keinen Preis der Welt auf den Namen des Mannes, bei dem ich vor einigen Jahren viel dazu gelesen habe, es war jemand von einem Münchner Institut, das sich viel mit dem Thema individuelle Sprachentwicklung beschäftigt. Da war die Position klar: rechtzeitig zu erkennen, was das Kind jeweils braucht und nach welcher Logik/mit welchen Strategien es sich an Sprache herantastet - das eröffnet viele Chancen und erspart uU viel Leid und Frust. Er empfiehlt sogar, schon deutlich vor Schuleintritt und Lesenlernen das Thema im Blick zu haben.

    Das Problem, das ich erlebe ist, dass es ganz wenige Fachleute gibt, die sich wirklich auskennen und in der Lage sind, zu erkennen, was dem Kind jeweils hilfreich ist.


    Und für mich eine wesentliche Erkenntnis: dass bei einem Kind, einem Menschen „die Buchstaben tanzen“ ist kein Fehler, sondern schlicht eine andere Art der Wirklichkeitswahrnehmung. Das hilft zwar nicht unbedingt, in einem System zu bestehen, das auf genau eine Art des Denkens ausgerichtet ist, aber es kann sehr zum Aufbau von Selbstbewusstsein und dem Erkennen von Stärken beitragen!

  • Das ist total interessant. Meine Buchstaben bewegen sich ja auch. Ich hielt das aber immer für eine Folge meiner Augenerkrankung. (Definitiv nichts Erbliches, ich habe halt Narben auf der Hornhaut.)

    Ich kann mich nicht erinnern, wie es vorher war.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Das ist total interessant. Meine Buchstaben bewegen sich ja auch. Ich hielt das aber immer für eine Folge meiner Augenerkrankung. (Definitiv nichts Erbliches, ich habe halt Narben auf der Hornhaut.)

    Ich kann mich nicht erinnern, wie es vorher war.

    Bei mir ist das auch so, ich habe das nie hinterfragt weil ich es nicht anders kannte. Erst mit den Kindern wurde mir klar, dass das nicht Standard ist :D

    Spannend ist auch dieses „Denken in Bildern“. Ich hab das ganz ausgeprägt. Das hängt wohl zusammen, aber da bin ich gerade dabei, zu lernen.