Die Klimakatastrophe

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  • Naja, ob man nun mit dem Auto oder mit dem Flugzeug in den Urlaub fährt macht CO2-technisch jetzt nicht so den Unterschied auf den Kilometer gesehen. Es ist eher die große Distanz, die im Flugzeug potentiell zurück gelegt wird.


    Quelle

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

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  • Naja, für gewöhnlich fahren ja Familien im Auto - da ist selbst beim Benziner der Flugkilometer das Familiengrösse-fache (in unserem Fall das Vierfache). Das ist meiner Meinung nach durchaus ein Unterschied.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Doch, mir ging es in diesem Moment um genau diesen Punkt.

    Weil Tikaani schreibt, es tut ihrer Familie gut. Und unserer Familie tut es eben gar nicht gut, sondern ziemlich weh.

    Wenn so ein Lebensstil glücklich macht, fällt es einem sicherlich auch leichter.

    Aber man kann nicht davon ausgehen, dass es bei allen so ist.

    Wir fliegen auch nicht in den Urlaub, weil halt Umweltschweinerei. Aber nicht mit dem "das ist so toll" - Gefühl, sondern eigentlich würde ich sehr gerne, verdammt nochmal, mach ich halt nicht.

    Ja, ich finde, das muss auch einen Platz haben in allen Gesprächen. Vieles ist echter Verzicht, und natürlich kann man mit der richtigen Einstellung alles Mögliche gut finden. Wichtig also, auch an der Einstellung zu arbeiten, denn alles hat schließlich mehrere Seiten.


    Bei mir ist es Tagesform, ob ich es schaffe, neue Gewohnheiten als etwas Gutes zu sehen oder mich arg eingeschränkt zu fühlen für etwas, dessen Notwendigkeit ich verstehe, das mir aber eben viel abverlangt.


    Meine Einstellung im Bezug auf Dinge, die ich einfach nicht positiv sehen kann, ist dann meistens ungefähr so: Früher oder später kommt das eh (durch Verbote, Teuerung oder schlimmstenfalls durch Verknappung/Wegfall) - da ist es gut, wenn ich es schon eingeübt habe, solange ich Kapazitäten hatte und es in meinem Tempo machen konnte.


    Aber trauern muss genauso Platz haben. Wenn man nicht spürt, dass man z.B. wütend, traurig oder auch neidisch ist, fängt man sonst viel zu schnell an, Argumente zu suchen, warum etwas eben nicht geändert werden kann.


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Manches fällt je nach Typ halt auch unterschiedlich leicht. Ich bin schon immer gerne viel Fahrrad gefahren. Da fühlt es sich überhaupt nicht nach Verzicht an den Alltag damit zu organisieren. Hab mein Fahrrad auch vermisst als ich in der Schwangerschaft nicht fahren durfte.

    Und weiter Reisen wären mir jetzt mit zwei kleinen Kindern, die Routine lieben eh gerade nichts. Aber mit 19 nach der Schule wollte ich auch raus und die Welt sehen.

    Trotzdem finde ich es total wichtig, dass man auch aufzeigt, dass es nicht nur Verzicht und Elend ist sondern manches auch besser werden kann oder zumindest nur anders.

  • Naja, ob man nun mit dem Auto oder mit dem Flugzeug in den Urlaub fährt macht CO2-technisch jetzt nicht so den Unterschied auf den Kilometer gesehen. Es ist eher die große Distanz, die im Flugzeug potentiell zurück gelegt wird.


    Quelle

    Der Unterschied zwischen Verbrenner und Elektroauto ist realistisch betrachtet deutlich größer als Quarks da „vorsichtig“ geschätzt hat.


    Beim Flugzeug kommt noch dazu, dass es Wasser an einer sehr treibhausaktiven Höhe in der Atmosphäre frei setzt. Fliegen hat also eine klimaschädliche Wirkung, die über das CO2 hinausgeht. Und es gibt auch nicht wirklich Ideen, wie man das für Langstrecke ändern könnte. Kurzstrecken kann man elektrifizieren.


    Fällt euch auch auf, dass beim Strommix für das Elektroauto immer günstigstenfalls der augenblickliche Zustand verwendet wird? Meistens sogar der von vor ein paar Jahren, mit höherem Fossil-Anteil, weil man sich auf veraltete Studien bezieht.


    Wohingegen bei den EFuels oder bei Wasserstoff natürlich immer von 100% Ökostrom ausgegangen wird. ;)

  • aj, cooler Rechner! Ich war etwas verwundert wegen Deiner Aussaage, dass es fast gleich sei.

    Aber man kann ja die Anzahl der Personen eingeben, das verändert die Zahlen deutlich.


    Ah, vergessen abzuschicken. Talpa hat schon gesagt, was ich meinte :)

    Nona mit großer (03) und und kleiner (05) Tochter und kleinem Sohn (2008 )

  • Manches fällt je nach Typ halt auch unterschiedlich leicht. Ich bin schon immer gerne viel Fahrrad gefahren. Da fühlt es sich überhaupt nicht nach Verzicht an den Alltag damit zu organisieren. Hab mein Fahrrad auch vermisst als ich in der Schwangerschaft nicht fahren durfte.

    Und weiter Reisen wären mir jetzt mit zwei kleinen Kindern, die Routine lieben eh gerade nichts. Aber mit 19 nach der Schule wollte ich auch raus und die Welt sehen.

    Trotzdem finde ich es total wichtig, dass man auch aufzeigt, dass es nicht nur Verzicht und Elend ist sondern manches auch besser werden kann oder zumindest nur anders.

    Nein, es ist nicht alles Verzicht und Elend. Manches bringt auch wirklich Lebensqualität. Aber Dinge schön reden, geht auch nach hinten los. Wenn es nun mal nicht schön ist, dann darf man das auch sagen und feststellen. Man muss sich ja nicht in seinem Elend suhlen.


    Aber ein "Jetzt fände ich ein Auto schon praktisch. Fahrrad fahren im Winter odt echt nicht meins. " oder "hachja, in den Krüger Nationalpark würde ich gerne. Ich will mal Zebras in ihrem natürlichen Lebensraum sehen." Das darf ruhig sein und muss m.M.n. auch sein.

  • Jetzt habe ich gerade gelesen, dass der Supreme Court in den USA die Befugnisse der EPA einschränkt bzw. für nicht gesetzeskonform erklärt. Bisher konnte die EPA die Co2-Emissionen deckeln.

    Hier zum Beispiel steht etwas darüber.

    Das klingt in dem Artikelchen so unaufgeregt, aber ich fürchte, das könnte in Wirklichkeit ein ziemliches Problem sein.


    Wie soll man denn die Zuversicht behalten gerade?


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Die Zuversicht leidet bei mir eher darunter, dass die G7 gerade beschlossen haben, dass sie sich jetzt mal eben nicht an die Verabredungen der letzten Klimakonferenz in Glasgow halten wollen. Und dass es bereits als großartiger Erfolg gilt, dass die EU gerade beschlossen hat, dass sie die Geschwindigkeit ein klein wenig reduzieren will, in dem das Klima schlechter wird.


    Dass der Supreme Court da was schädliches geurteilt hat, stimmt natürlich, und das war natürlich auch seine Absicht, aber es ist in der Auswirkung wohl nicht so krass. „Sie untersagten der EPA weder andere Arten von Treibhausgasvorschriften, noch griffen sie den Clean Air Act, die EPA oder den Regulierungsprozess insgesamt an.“ meint dazu Robert Rohde von Berkeley Earth.

  • Wenn ich auch nur die geringste Hoffnung hätte, dass das was ändern würde, dann würde ich mich für meine Kinder und die nachfolgenden Generationen nicht nur auf der Straße festkleben, sondern gerne auch noch zusätzlich antackern, einbuddeln, whatever...


    Stattdessen bemühe ich mich hier im Rahmen meiner kleinen beschränkten Möglichkeiten, und sehe, dass die politischen Weichensteller sich kaum bewegen.


    Es ist so frustrierend.

  • Also meine Zuversicht bleibt, solange es überhaupt vorwärts geht.


    Es ist unglaublich schwierig, in demokratischen Prozessen mit Regierungen, die für kurze Perioden im Amt sind, und dann auch noch global mit unterschiedlichsten Ländern, die in unterschiedlichster Weise betroffen sein werden mit diversen kulturellen Grundlagen etc. überhaupt Ziele zu definieren und umzusetzen.

    Das ist frustrierend, geht zu langsam, reicht nicht weit genug und wirkt angesichts der Krise, die bereits deutlich zu spüren ist, zum Haareraufen zaghaft.

    Aber vorwärts geht es etwas. Es wird geredet und gerungen und gehandelt, immerhin.


    Etwas, das bereits auf dem Weg ist, wieder rückgängig zu machen, Interessen von Industrien über das Interesse der gesamten Menschheit zu stellen, systematisch die Schrauben zurück zu drehen, das als Recht zu bezeichnen und damit alles andere in dieser Richtung ebenfalls auf den Prüfstand zu stellen - das ist für mich ein echter Grund zu (ver)zweifeln.


    Frust ist ein Gefühl, das entsteht, wenn die Zuversicht einen Dämpfer bekommt. Verzweiflung ist, wenn die Zuversicht schwindet. Ich will nicht darüber streiten, welche Entscheidung der letzten Tage die tragischere ist, aber ich sehe gerade nicht, wieso man die derzeitigen Befugnisse der EPA jetzt noch als sattelfest bezeichnen kann ...


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Ringelblume , mit „dieser Mann“ meinst du Donald Trump? Oder meinst du damit Joe Manchin, der zwar formal Demokrat ist, aber im Senat unter anderem vernünftige Klimagesetzgebung blockiert?


    Bei der Besetzung des Supreme Courts hat Donald Trump meines Wissens ganz exakt so gehandelt, wie jeder andere Republikaner auch gehandelt hätte. Auch das sich Nichtzuständigfühlen für die menschengemachte Klimakatastrophe ist nicht nur Trump, das ist bei konservativen Evangelikalen und anderen Republikanern sehr verbreitet. „Wenn Gott wollen würde ….“ undsoweiter.


    Der Supreme Court sagt, diese Dinge müssen vom Kongress beschlossen werden. Da wären wir dann wieder bei Joe Manchin. Oder insgesamt bei der Situation, dass die Mehrheitsverhältnisse in den USA nicht in deren Parlamenten abgebildet werden, unter anderem wegen Gerrymandering und weil man gezielt ärmere Leute demotiviert zu wählen.


    Edit Frisch


    Ich hatte den Tab offensichtlich lange auf, habe ihn nicht aktualisiert und nicht gemerkt, dass du seitdem noch was geschrieben hast.

    Das Problem mit dem SCOTUS und der EPA ist, dass der SCOTUS verlangt, dass man Gesetze beschließen müsste und nicht einfach vom Präsident Dinge verordnen lassen kann. Das ist eigentlich kein Verbot für sinnvolle Regelungen.


    Abgesehen davon sind Kohlekraftwerke aber auch überhaupt nicht mehr wirtschaftlich, weil Solarenergie und Speichertechnologie sehr viel billiger geworden sind in den letzten 20 Jahren. Die Auseinandersetzung über Emissionswerte von Kohlekraftwerken ist also ähnlich drängend wie die Diskussion über die Verbrennerverbote: Das Problem erledigt sich auch sehr schnell wenn man nichts macht.

  • Ach Xenia, Du weißt wirklich viel und liest viel und beschäftigst Dich. Das ist sehr bereichernd und besonders in diesem Thread echt toll.


    Aber am Ende haben Supreme-Court-Entscheidungen vor allen Dingen symbolische Kraft. Das ist so bei Abtreibungsgesetzen, und das ist so bei Befugnissen. Ob es dann konkret von Staaten umgesetzt wird und wie und welche anderen Wege man dann sucht - das kann man sich alles angucken und gerne finden, dass es schon irgendwie okay ist.


    Ich bleibe dabei: Diese Entscheidung ist eine Katastrophe, und zwar vor allem in ihrer Wirkmacht, ihrer Botschaft und durch die Türen, die sie öffnet - im Denken und im Handeln.


    Gruß,

    F

    Mal geht es dir schlecht. Dann geht's dir wieder gut. Ich jedenfalls trag jetzt immer einen Hut.

  • Es ging mir um Trump und seine besetzung des Supreme Court. Allerdings arbeite ich bei dem Punkt bemüht nach der Strategie: Verdrängung...

    Ja wahrscheinlich hätte das jeder Republikaner entschieden. Aber der hat diesen Richtern ihren Job verpasst und was die allein in den vergangenen 8 Tagen entschieden haben ist zum Mäusemelken.

    Respice post te, hominem te esse memento.

  • Hm. Und wir kehren munter zurück zum Kohleabbau und kaufen Frackinggas aus den USA und Erdöl aus Katar.

    Liebe Grüße von Tikaani (früher: Casa)

  • Einzig und alleine das laut Musikhören und Mitsingen im Auto vermisse ich manchmal.

    Das mache ich auf dem Fahrrad einfach trotzdem. #angst


    Und nochmal ganz klar: Ich habe kein PRIVAT Auto mehr. Ich habe sehr wohl jederzeit Zugriff auf eine Carsharingflotte. Alle paar Wochen oder wenn ich auswärts arbeiten muss, komme ich darauf zurück.


    Ja, ich auch. Ich fahre nicht mehr selbst, ich lasse mich gelegentlich im Taxi kutschieren (neulich erst wieder, da hatte ich bis spät nachts gearbeitet und es regnete, da bin ich dann mit dem Taxi gefahren).


    Ich denke inzwischen, dass sich die ganzen Umweltbemühungen wahrscheinlich nicht lohnen, um die Klimakatastrophe zu verhindern, aber hier in Frankfurt hätte ich trotzdem gerne weniger Autos und mehr Bäume, einfach weil mir die Autos auf den Sack gehen.


    claraluna ich glaube, da ist auch viel Gewöhnung dabei. Ich bin als Fahranfängerin durchaus gerne Auto gefahren (obwohl es anstrengend war). Inzwischen nervt es mich. Die Parkplatzsuche nervt mich. Der Geruch in Autos nervt mich. Die Staus nerven (manchmal "muss" ich mit dem Taxi zur Arbeit, da muss ich echt immer tiiiiiiiief durchatmen). Das Unfallrisiko. Mir wird im Auto schlecht, wenn ich lese. Das Auto ist nicht da, wo ich es brauche, sondern da, wo es abgestellt wurde. Man kann es nicht einfach unter den Arm klemmen und mit in den Zug nehmen. Es kostet Geld (Tiefgaragenparkplätze hier zwischen 80 und 350 Euro im Monat). Man muss sich drum kümmern, Inspektion, Versicherung, Reparaturen. Parkhäuser sind ätzend, immer irgendwie zu eng und zu unübersichtlich und zu steile Rampen.


    Radfahren dagegen hebt meine Stimmung spürbar und Tram/Zug fahren finde ich meistens recht gemütlich, meist kann man ja lesen oder aus dem Fenster schauen. Und die ganze Arbeit und Kosten, die ein Auto machen, fallen halt nicht an.

  • Ich freue mich auch immer einfach, wie schön Radfahren ist. Hier gibt es die endlich die ersten Fahrradstraßen - ist das eine Freude, wenn endlich genug Platz da ist!


    Wir hatten nie ein Auto, daher kann ich den Aspekt auch schlecht nachfühlen. Aber sie nerven mich hier in der Stadt auch kolosal. Besonders seit sie so groß und breit geworden sind.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Ich freue mich auch immer einfach, wie schön Radfahren ist. Hier gibt es die endlich die ersten Fahrradstraßen - ist das eine Freude, wenn endlich genug Platz da ist!


    Wir hatten nie ein Auto, daher kann ich den Aspekt auch schlecht nachfühlen. Aber sie nerven mich hier in der Stadt auch kolosal. Besonders seit sie so groß und breit geworden sind.

    Ich unterschreibe jedes Wort bei dir.

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

    ticker?TT=bdy&TT1=bdy&CL=&CT=&CG=F&O=m_chick&T=t_b14&D=2017-06-07&M1=&D1=&T2=&T1=Minizwerg&T3=&CC=0&CO=FFFFFF&CO2=&W=&TS=&R=A&SC=green

  • Es ging mir um Trump und seine besetzung des Supreme Court. Allerdings arbeite ich bei dem Punkt bemüht nach der Strategie: Verdrängung...

    Ja wahrscheinlich hätte das jeder Republikaner entschieden. Aber der hat diesen Richtern ihren Job verpasst und was die allein in den vergangenen 8 Tagen entschieden haben ist zum Mäusemelken.

    Das ist ja alles richtig. Aber Obama und Ruth Bader Ginsberg haben es tatsächlich auch vermasselt, sie hätte zurücktreten können und so den Platz für eine Berufung durch die Obama Administration schaffen können.