Die Klimakatastrophe

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  • Ich habe von den Grünen gerade eine Email zu einer Klimakampage bekommen, die sie starten wollen. Ich zitiere aus der Email:

    "heute zeigt sich die Klimakrise mit voller Wucht: Fast 40 Grad in weiten Teilen Deutschlands. Die Hitze staut sich in Wohnungen und an Arbeitsplätzen. Es gibt kaum frische Luft in den Städten, auf dem Land sind die Böden trocken. Vor allem ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen leiden in diesen Tagen spürbar. Und es ist erst Anfang Juli.

    Während Du die Auswirkungen längst im Alltag spürst, passiert im politischen Berlin das Gegenteil von dem, was jetzt nötig wäre:

    Die Klimaziele werden systematisch abgeschwächt.

    Erneuerbare Energien werden künstlich verteuert.

    Milliarden aus dem Klimafonds sollen in fossile Subventionen fließen.

    Und ein deutscher Klimasozialplan? Fehlanzeige.

    Diese neue Bundesregierung gefährdet mit Ansage unser Klima, unsere Gesundheit und unsere soziale Gerechtigkeit. Wer heute Klimaschutz abschwächt und ausbremst, gefährdet unsere natürlichen Lebensgrundlagen – vor allem zu Lasten unserer Kinder.

    Wir GRÜNE sagen klar: Klimaschutz darf nicht aufgeweicht werden! Denn wer Klimaschutz heute blockiert oder gar zurücknimmt, macht das Leben für mehr als 80 Millionen Menschen in Deutschland nicht nur heißer – sondern auch teurer und unsicherer.

    Deshalb starten wir heute mit unserer Klimakampagne in diesen Hitzesommer – und wir brauchen Dich dabei! Leite diese Mail jetzt an Deine Freund*innen und an Deine Familie weiter, damit wir noch mehr Menschen werden, die mit uns für echten Klimaschutz eintreten."

    Bei Interesse kann man sich unter https://dabeisein.gruene.de/forms/werde-jetzt-aktiv anmelden. Ich gehe davon aus, dass man ähnlich wie bei der Wahl dann regelmäßig Emails bekommt mit Dingen, die man tun kann.

  • Es ist Anfang Juli und hier in der Stadt sterben gerade wieder massenhaft Bäume. In 50 km Entfernung brennt der Wald, vielleicht regnet es nächste Woche ein paar mm. Was noch kommt diesen Sommer, wissen wir noch nicht. Es macht mich so traurig, ich weiß gar nicht, wohin mit mir.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (*2004) und Sohn (*2015)

  • Hier ist es einfach nur zu heiß. Sonst keine Katastrophen. Aber trotzdem: ich stehe abends unter der kalten Dusche und denke „Wie lange werden wir diesen Luxus noch haben?“; Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit tlw durch Wald „Wie lange wird dieser Wald noch leben? Wann werde ich um diese Uhrzeit gar nicht mehr Rad fahren können, weil es schlicht zu heiß ist?“

    ich weiß gar nicht, wohin mit mir.

    Trifft es ziemlich gut. Und hier gibt es niemanden, der/die mich versteht. Alle schauen mich nur mit großen Augen an, wenn ich irgendwas in die Richtung sage…

  • Ich fürchte mich gerade einfach sehr.

    Ich weiß nicht, was ich tun soll. Mir kommt alles sinnlos vor. Ich stelle Wasser raus für die Vögel und die Insekten und denke, dass das in ein paar Jahren nicht mehr reichen wird.

    Ich diskutiere mit meinem Kind über Hausaufgaben, obwohl ich nicht weiß, wie die Welt in 10 Jahren aussieht, wenn sie Abschluss macht.

    Ich nehme nicht an, dass wir noch 80 Jahre alt werden, und überlege, wie wohl das Ende der Menschheit aussehen wird.

    #heul

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Was mir hilft (aber natuerlich nicht fuer alle hilfreich ist): "worst (?) case": Das Ende der Menschheit bedeutet nicht das Ende der Welt. Diverse Lebewesen waeren darueber nicht unfroh. Meine Aufgabe in dem Fall ist es moeglichst viel Lebensraum zu erhalten - zum Beispiel fuer die Insekten und Voegel in meinem Garten. Jede von uns wird genau einmal sterben und wir wissen zum Glueck alle nicht, wann und wie. "best case": Ich sehe das Ende der Menschheit auch nicht als unausweichliches Szenario. Der ganze Scheiss fing mit der Industrialisierung und dem Kapitalismus erst an und ist noch gar nicht so alt - es gibt viele andere denkbare Lebensweisen. Wir muessen das nicht bis zum Ende durchziehen. Unendliches Wachstum geht halt nicht. Aber ich glaube, der Mensch an sich ist gut, und er ist faehig schwierige Dinge zu meistern, auch das Ende des Kapitalismus und der Billionaires. Wir koennen das auch aendern.

    Ja ich weiss, sieht im Moment eher schlecht aus aber "the odds don't matter if you beat them". Ich mach also einfach mal weiter und vertraue drauf, dass Wandel oft elend langsam anfaengt und dann kippt - auch im Positiven.

    Und um noch mein Lieblingsbuch zu zitieren: "So lasst uns denn ein Apfelbaeumchen pflanzen. Es ist soweit."

  • Der ganze Scheiss fing mit der Industrialisierung und dem Kapitalismus erst an und ist noch gar nicht so alt - es gibt viele andere denkbare Lebensweisen.

    Nein, das stimmt schlicht nicht. Ausbeutung der Natur gab es schon vor vielen Jahrtausenden schon in früheren Hochkulturen und auch Menschen früherer Generationen waren in der Lage, die eigene Lebensgrundlage zu zerstören.

    Nur ein Beispiel: die kargen Berge Griechenlands waren nicht immer so karg sondern einstmals bewaldet. Es gibt bereits deutliche Zerstörungen der Umwelt in der Frühen Bronzezeit einschließlich Vernichtung fruchtbarer Ackerfläche:

    Umweltzerstörung im griechischen Altertum
    Entgegen einer weitverbreiteten Annahme lebten die Menschen auch früher nicht in harmonischem Einklang mit der Natur. Wie archäologische und geologische ...
    www.spektrum.de


    Die Menschheit hat schon Phasen drastischer Klimaveränderungen mitgemacht - sie hat es überlebt, aber die archäologischen Befunde aus diesen Zeiten sind recht ernüchternd. Nach den Veränderungen am Ende der Frühen Bronzezeit (das ist die Zeit der Pyramiden in Ägypten) waren nur noch 10% der Menschen übrig.

  • Das Ende der Menschheit bedeutet nicht das Ende der Welt.

    Ich glaube gar nicht, dass es wirklich zum Ende der Menschheit kommen wird. Aber vermutlich werden sich die Lebensumstände dramatisch verschlechtern (z.B. Kriege, regelmäßige Unwetterkatastrophen, große Migrationsbewegungen ohne wohlwollende Aufnahmeländer), die Lebenserwartung dramatisch sinken und die Menschheit deutlich reduziert.

    Ich sehe das Ende der Menschheit auch nicht als unausweichliches Szenario. Der ganze Scheiss fing mit der Industrialisierung und dem Kapitalismus erst an und ist noch gar nicht so alt - es gibt viele andere denkbare Lebensweisen.

    Ich sehe das ähnlich wie Astarte. Die Industrialisierung und der Kapitalismus haben da einen sehr große Schub gebracht - aber auch davor hat der Mensch seine Umwelt deutlich verändert und oft nicht zum besseren. Und auch vorher waren da ja keine demokratischen, dem breiten Volk und der Erde wohlgesonnene Systeme am Werk - z.B. haben im Feudalismus winzige Gruppen von Herrschern gemacht, was sie wollten und sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. Der armen Bevölkerung ging es da viel schlechter als es zumindest bei uns in Europa heute der Fall ist. Der Abstand zwischen arm und reich dürfte auch noch größer gewesen sein.


    Ich habe vor einigen Jahren mal ein Buch gelesen über den Untergang verschiedener Zivilisationen. Nach meiner Erinnerung alles Fälle, die nicht von außen erobert wurden, sondern wo sich (z.T. auch durch diese Systeme selbst) etwas so verändert hat, dass sie irgendwann zusammengebrochen sind. Das war beeindruckend und erschreckend viele Parallelen zu heute. Nur dass es heute halt die ganze Menschheit betrifft, damals nur einzelne Zivilisationen. Leider fällt mir der Name gerade nicht mehr ein.

  • Ich habe keine Angst vor dem Ende der Zivilisation oder der Menschheit, sondern ganz banal um meine Kinder, um mich, um die Menschen in meinem Umfeld. Es tut mir so weh, wie wir aus unsere Umwelt mit Füßen treten und damit unsere Lebensbedingungen, die so unfassbar toll sind, ohne jede Not massiv verschlechtern. Und ich will das nicht ausbaden.

    Für die Menschheit bin ich sogar total optimistisch. Die Menschen haben so irre viel gelernt aus den letzten großen Katastrophen und die Zivilisation hat sich enorm entwickelt in den letzten 100 Jahren. Ich bin mir sicher, die Menschen werden auch Konsequenzen ziehen aus dieser Katastrophe und es wird eine bessere Zivilisation daraus erwachsen. Später halt, nach uns und nach Milliarden Toten und unermesslichem Leid.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (*2004) und Sohn (*2015)

  • Ich habe keine Angst vor dem Ende der Zivilisation oder der Menschheit, sondern ganz banal um meine Kinder, um mich, um die Menschen in meinem Umfeld. Es tut mir so weh, wie wir aus unsere Umwelt mit Füßen treten und damit unsere Lebensbedingungen, die so unfassbar toll sind, ohne jede Not massiv verschlechtern. Und ich will das nicht ausbaden.

    Für die Menschheit bin ich sogar total optimistisch. Die Menschen haben so irre viel gelernt aus den letzten großen Katastrophen und die Zivilisation hat sich enorm entwickelt in den letzten 100 Jahren. Ich bin mir sicher, die Menschen werden auch Konsequenzen ziehen aus dieser Katastrophe und es wird eine bessere Zivilisation daraus erwachsen. Später halt, nach uns und nach Milliarden Toten und unermesslichem Leid.

    Den ersten Teil kann ich so unterschreiben.

    Die Menschheit an sich müsste meinetwegen nicht weiter existieren, ich mache mir nur schreckliche sorgen um meine Kinder und wünschte, ich hätte sie nie in diese Welt gesetzt und hoffe sie bleiben dabei und bleiben kinderlos.


    Den zweiten Teil sehe ich völlig anders. Es ist für mich deutlichst zu sehen, dass der Mensch langfristig überhaupt nichts lernt und die selben Fehler in schöner Regelmäßigkeit wiederholt.

    Langfristig wird da meiner Meinung nach nie was gutes bei rauskommen.

  • Ich denke, wir sind das Leiden nicht gewohnt und haben deshalb viel Angst davor. Die meisten Menschen zu den meisten Zeiten an den meisten Orten haben mehr gelitten als wir. Das liegt in unserer Natur bzw der Welt in der wir leben. Hunger, Schmerzen, Verlust. Ich denke es hilft, ein bisschen mehr Frieden mit dem Leid zu schließen. Ich genieße es, solange ich und die Menschen um mich so wenig leiden, aber ich traue uns auch zu mehr Leid auszuhalten und möchte mich nicht schon vorträglich ängstigen. Ich tue was ich kann und den Rest lasse ich los. Es ändert ja nichts.

    "Unser wahres Zuhause ist der gegenwärtige Augenblick. Wenn wir wirklich
    im gegenwärtigen Augenblick leben, verschwinden unsere Sorgen und Nöte
    und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern." Thich Nhat Hanh

  • Im kern erklärt Moritz Neumeier hier, warum Klimaschutz halt nicht umgesetzt wird, auch wenn er nicht direkt über Klimaschutz spricht. Und es ist wunderbar gemacht.


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    LG, Kalliope

    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Ich habe keine Angst vor dem Ende der Zivilisation oder der Menschheit, sondern ganz banal um meine Kinder, um mich, um die Menschen in meinem Umfeld. Es tut mir so weh, wie wir aus unsere Umwelt mit Füßen treten und damit unsere Lebensbedingungen, die so unfassbar toll sind, ohne jede Not massiv verschlechtern. Und ich will das nicht ausbaden.

    Mag ein egoistischer Gedanke sein, aber ich glaube, dass wir und unsere Kinder immer noch zu den Menschen gehören, die hier auf diesem Planeten beste Chancen haben die letzten zu sein, denen es an den Kragen geht.

    Mich schockt die aktuelle Trockenheit (und die restliche Entwicklung des Klimas auf diesem Planeten) auch ganz tief in mir. Aber dem Klima ist es sowas von egal, ob ich daran verzweifle, dass ich das Gefühl da belasse wo es ist, und versuche realistisch und kopflastig mit der Situation umzugehen.

    Ich denke es hilft, ein bisschen mehr Frieden mit dem Leid zu schließen. Ich genieße es, solange ich und die Menschen um mich so wenig leiden, aber ich traue uns auch zu mehr Leid auszuhalten und möchte mich nicht schon vorträglich ängstigen.

    Genau diesen Gedanken habe ich auch von Zeit zu Zeit.

    Yeza

    My life falling apart

    Over and Done!

  • Ich habe vor einigen Jahren mal ein Buch gelesen über den Untergang verschiedener Zivilisationen. Nach meiner Erinnerung alles Fälle, die nicht von außen erobert wurden, sondern wo sich (z.T. auch durch diese Systeme selbst) etwas so verändert hat, dass sie irgendwann zusammengebrochen sind. Das war beeindruckend und erschreckend viele Parallelen zu heute. Nur dass es heute halt die ganze Menschheit betrifft, damals nur einzelne Zivilisationen. Leider fällt mir der Name gerade nicht mehr ein.

    Collapse von Jared Diamond

  • Ich habe vor einigen Jahren mal ein Buch gelesen über den Untergang verschiedener Zivilisationen. Nach meiner Erinnerung alles Fälle, die nicht von außen erobert wurden, sondern wo sich (z.T. auch durch diese Systeme selbst) etwas so verändert hat, dass sie irgendwann zusammengebrochen sind. Das war beeindruckend und erschreckend viele Parallelen zu heute. Nur dass es heute halt die ganze Menschheit betrifft, damals nur einzelne Zivilisationen. Leider fällt mir der Name gerade nicht mehr ein.

    Collapse von Jared Diamond

    Danke Dir!

    Dann dürfte das hier eine Inhaltsbeschreibung sein: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kollaps_(Buch)

  • Ich denke, wir sind das Leiden nicht gewohnt und haben deshalb viel Angst davor. Die meisten Menschen zu den meisten Zeiten an den meisten Orten haben mehr gelitten als wir. Das liegt in unserer Natur bzw der Welt in der wir leben. Hunger, Schmerzen, Verlust. Ich denke es hilft, ein bisschen mehr Frieden mit dem Leid zu schließen. Ich genieße es, solange ich und die Menschen um mich so wenig leiden, aber ich traue uns auch zu mehr Leid auszuhalten und möchte mich nicht schon vorträglich ängstigen. Ich tue was ich kann und den Rest lasse ich los. Es ändert ja nichts.

    So geht es mir an guten Tagen. Im Moment beim Anblick der sterbenden Pflanzen, während mir gleichzeitig täglich Leute erzählen, wohin sie dieses Jahr in den Urlaub fliegen, fällt mir das sehr schwer.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (*2004) und Sohn (*2015)

  • Im kern erklärt Moritz Neumeier hier, warum Klimaschutz halt nicht umgesetzt wird, auch wenn er nicht direkt über Klimaschutz spricht. Und es ist wunderbar gemacht.


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    Das finde ich auch richtig gut, den Link hatte heute eine Freundin im Status. Hab es schon weitergeschickt.