Die Klimakrise

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  • Xenia, ich habe das direkt auf Paulas Pistons geschrieben und denke ich auch konkret erwähnt, dass es mir darum geht, dass es die gesellschaftliche Grundstimmung ist, die viel bewirken könnte. Viel mehr als andere Innovationen und Erfindungen.

    Das!

    Denn ohne diese Grundstimmung ist es illusorisch zu glauben, es würden gewisse Entscheidungen politisch auch nur angedacht.

    Ausserdem ist "der Konsument" ein nicht unwichtiges Rädchen im System - wäre bio und "nachhaltig" nicht so hip in den letzten Jahren, würde es wohl kaum so viele Firmen geben, die da mitspielen.


    Landwirtschaft: ich denke, das ist ein leider gut lobbyierter Mythos, dass nachhaltige Landwirtschaft die Menschheit nicht ernähren kann. Viel unserer heutigen Landwirtschaft, Pestizide etc hat einerseits mit Gewinnmaximierung zu tun und ist andererseits die Folge starker Personaleinsparungen - mit zunehmender Landflucht mussten mehr Maschinen her. Jetzt, wo viele Fabriksjobs wegautomatisiert werden, gibt es durchaus Potential für mehr Hände im Gemüse. Dazu noch halbwegs ehrliche Preise, dann ginge da noch deutlich mehr.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Aber das gesellschaftliche Klima ist doch da? Fast 75% der deutschen halten Klimaschutz für sehr wichtig. Klar die wählen jetzt nicht alle grün oder links, aber die grundsätzliche Wichtigkeit des Themas steht für die meisten außer Frage.


    Nur kommt es in den politischen Entscheidungen nicht an, da spielt eben nicht unbedingt der Bürgerwille eine Rolle sondern Lobbyarbeit und finanzielle Interessen.


    Vor ein paar Tagen mussten die Staaten des Pariser Klimaabkommens ihre Pläne zum Erreichen des 1,5°C Ziels einreichen. Um das zu erreichen, müssten 45% des CO2 Ausstoß reduziert werden. Und, was meint ihr zu wieviel sich die Länder insgesamt verpflichtet haben? 1%.


    Keine Pointe.

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

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  • Ist das Bewusstsein wirklich da? Denn wenn es das wäre, müssten die Wahlentscheidungen anders ausfallen, denke ich.


    Aber ja, natürlich muss die Politik handeln - und aufhören, Entscheide nach der intensivsten Lobbyarbeit zu treffen. Und eben, die grossen Batzen sind unbequem, für Alle. Und da will niemand "schuld dran" sein, fürchte ich.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Nun ja, das Bewusstsein, etwas ändern zu müssen, und der Wille, etwas ändern zu wollen und dabei auch persönliche Einschränkungen hinzunehmen, sind ganz verschiedene Dinge.

  • Man kann doch politische Entscheidungen gar nicht getrennt vom Konsumenten sehen.


    Wenn man nur das Beispiel Verkehr /Mobilität betrachtet, mit allen offenen und versteckten Subversionen für die Automobilindustrie, mit Steuerpivilegien und Förderungen für den Bürger, mit Folgekosten für Unfälle und Umweltauswirkungen, mit Kosten für die Infrastruktur und die damit verbundene Industrie (Straßenbau), mit Auswirkungen auf den Flächenverbrauch für Parkplätze und damit für den Wohnungsmarkt.... Wenn man da wirklich rangehen würde, könnte sich keiner mehr Autofahren leisten.


    Die Endauswirkung aller politischen Entscheidungen, eine Abkehr vom Lobbyismus klimaschädlicher Industrie hat am Ende der Kette immer der Bürger zu tragen, der sich manches dann schlichtweg nicht mehr leisten kann und damit sein Verhalten zwangläufig verändern muss.


    Und natürlich schreien alle hurra, wenn man öffentlichkeitswirksam Plastikstrohhalme verbietet, da sind wir alle "Klimaschützer", aber schon bei 10€ mehr Anwohnerparkgebühr (ob für Verbrenner der E-Auto) tobt das Volk.


    Jono schrieb oben, dass sie nicht mehr als Konsumentin alleine die Entscheidungen treffen möchte, da gehe ich voll mit, ich bin auch für einen staaatlichen Rahmen, der bei den großen Batzen der Industrie ansetzt. Zu glaube, dass das jedoch keine erheblichen Veränderungen an der individuellen Lebensführung nach sich zieht, ist dann doch.... freundlich gesagt sehr kurzsichtig.




    Und im übrigen müssen wir auch fossile Stoffe wie z.B. Kobald im Boden lassen....

  • Und im übrigen müssen wir auch fossile Stoffe wie z.B. Kobald im Boden lassen....

    Kobalt macht dem Klima gar nichts. Die sonstigen Bodenschätze sind halt nur nicht unendlich, und deswegen ist ihre Ausbeutung irgendwann mal zuende. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir dahin kommen, uns über endende Kobalt-Reserven Gedanken machen zu können, ist im Augenblick nicht besonders hoch.


    Wir haben sicher nicht nur ein einziges Problem, aber die Klimakrise ist ein Problem von Treibhausgasen. Kobalt und Lithium sind da nicht das Thema.


    Ist das Bewusstsein wirklich da? Denn wenn es das wäre, müssten die Wahlentscheidungen anders ausfallen, denke ich.

    Die Leute glauben halt, dass die Politiker:innen wissen was sie tun. Abgesehen von der AfD sagen ja alle, dass sie sich um den Klimaschutz kümmern wollen. Gut, bei der FDP sieht ein Blinder mit dem Krückstock, dass sie das nur so vor sich hinplappern, aber die CDU hat ja durchaus schon Schritte unterstützt in Richtung Klimaschutz. Nur halt viel zu kleine und viel zu wenig und natürlich auch viel mehr Schritte in die andere Richtung.


    Ich glaube, dass die meisten Menschen das Ausmaß des Problems halt nicht erkennen. Also dass diese drei trockenen Sommer ein Vorgeschmack sind und kein Ausrutscher des Wetters zum Beispiel.


    Auf Island stehen CO2 Filter Anlagen, das wusste ich noch garnicht.

    Fand ich sehr vielversprechend, auch wenn es erst ein kleines Projekt ist.

    Der Lesch ist auch so ein bisschen unzuverlässig geworden. #angst

    Alles, was CO2 aus der Luft holt, ist im Prinzip Braunkohleverstromung rückwärts. Es macht überhaupt keinen Sinn, irgendetwas in diese Richtung zu unternehmen, während Braunkohleverstromung noch stattfindet. Die muss ersetzt werden.


    Island steht diese Möglichkeit natürlich nicht offen. Es ist sicher nicht schlecht, sowas auszuprobieren. Man darf nur nicht so tun, als wäre das eine Lösung.

  • Und im übrigen müssen wir auch fossile Stoffe wie z.B. Kobald im Boden lassen....

    Kobalt macht dem Klima gar nichts. Die sonstigen Bodenschätze sind halt nur nicht unendlich, und deswegen ist ihre Ausbeutung irgendwann mal zuende. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass wir dahin kommen, uns über endende Kobalt-Reserven Gedanken machen zu können, ist im Augenblick nicht besonders hoch.


    Wir haben sicher nicht nur ein einziges Problem, aber die Klimakrise ist ein Problem von Treibhausgasen. Kobalt und Lithium sind da nicht das Thema.

    Natürlich ist Kobalt in erster Linie kein CO2 Problem. Dennoch ist dessen Abbau mir irreversiblen Umweltschäden verbunden, von den Arbeitsbedingungen rede ich garnicht erst.


    Lithium wird zumindest teilweise aus dem Abbau von Erz gewonnen, der überraschenderweise mit hohem Energieverbrauch einhergeht.


    Ich sehe ja auch Elektromobilität als förderungswürdiger als den Verbrennermotor an, es ist jedoch sicher nicht die Lösung der Klimakrise.

    Genausowenig wie die komplette Ersetzung von Fleisch und Fleischerzeugnissen durch Käse und andere Milchproduktion den Faktor Ernährung lösen könnte.

  • Ich sehe ja auch Elektromobilität als förderungswürdiger als den Verbrennermotor an, es ist jedoch sicher nicht die Lösung der Klimakrise.

    Genausowenig wie die komplette Ersetzung von Fleisch und Fleischerzeugnissen durch Käse und andere Milchproduktion den Faktor Ernährung lösen könnte.

    Kann das sein, dass dir nicht so ganz klar ist, wie schlimm Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind?

    Ich empfehle mal dieses Video hier:


    Zum zweiten: Das mag keine Absicht sein, aber da stellst du einen Strohmann auf. Ich kenne nur die Empfehlung, dass man möglichst pflanzliche Nahrung essen sollte. Niemand empfiehlt Milch fürs Klima!


    Tierisches Eiweiß ist unterschiedlich klimaschädlich, aber Kuhmilch und daraus gewonnene Produkte haben einen größeren schädlichen Klimaeffekt als z.B. Geflügelfleisch. Die einzige Eiweißquelle, die ganz klar noch schlimmer ist als Milch ist Rindfleisch.

  • Xenia kann es sein, dass du nicht weiß wie schlimm MIV generell ist?


    Meine Forderung lautet in erster Linie deutlich weniger MIV. Also MIV politisch unattraktiv machen, mit deutlich höheren Kosten für Kraftstoff. Und deutlich höheren Strompeisen für Strom aus nicht regenerativen Energien. Und deutlich höherer finanzieller Beteiligung des Nutzers am Parken. Und Abschaffung der Pendlerpauschale, Dienstwagenregelung, etc.


    Und das was dann noch an MIV übrig bleibt sollte mit deutlich leichteren und kleineren Fahrzeugen passieren. Und die dann auch bei Neuanschaffungen in elektronisch.


    Zu glauben, wir könnten weiter wie gehabt individuell motorisiert mobil sein, wenn wir einfach nur auf E umstellen, verkennt den Ernst der Lage.

  • Landwirtschaft: ich denke, das ist ein leider gut lobbyierter Mythos, dass nachhaltige Landwirtschaft die Menschheit nicht ernähren kann.

    Auf Dauer können wir uns nur eine nachhaltige Landwirtschaft leisten. Die Frage ist, wie diese heute aussehen kann und was wir wollen. Ich war im Ausland in einer landwirtschaftlichen Versuchsanstalt - ohne Pestizide, Insektizide usw. - aber sehr weit weg vom Demeter-Bauern aus der Bioladen-Zeitschrift.



    Thema Verkehr: in China legt man neue Bahntrassen jetzt schon für 1000 km/h aus - da braucht man dann auf solchen Strecken auch keine Flugzeuge mehr:

    https://www.internationales-ve…lange-transrapid-strecke/

  • Ja, nachhaltig heisst nicht, dass der Gernot im Strickpulli und Sandalen den Salat streichelt und beim Wachsen zusieht. Das geht durchaus auch im grossen Stil: passendes, abwechslungsreiches Saatgut, saisonal-bodenangepasste Aussaat, gezielte Nützlingspflege...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ja, nachhaltig heisst nicht, dass der Gernot im Strickpulli und Sandalen den Salat streichelt und beim Wachsen zusieht. Das geht durchaus auch im grossen Stil: passendes, abwechslungsreiches Saatgut, saisonal-bodenangepasste Aussaat, gezielte Nützlingspflege...

    Nichts gegen das Salatstreicheln! In der Bio-Landwirtschaft der Zukunft geht man dafür aber durch eine doppelte Schleuse in das Folienzelt/Gewächshaus (abgeschlossen, damit keine schädlichen Insekten reinkommen). Im Boden lauern zuviele Gefahren für Pflanzen - habe ich gelernt - die gedeihen auf Substrat. Über Computer wird ihnen das nötige Wasser und die Nährstoffe zugeführt. "Gezielte Nützlingspflege" heißt dann z.B., dass zur Blütezeit ein Bienenkästchen eingesetzt wird. Wenn die Blütezeit vorbei ist, sterben dann auch die Bienen (deren Lebenserwartung ist eh nur ein paar Wochen).

  • :D Wir haben eine Demeter-Gemüse-Kiste ;)


    Ich denke also durchaus, dass da viel herauskommt. Aber halt mit Abstrichen, im Winter essen wir eine Menge Kohl, die nächsten Wochen werden etwas zäh...


    Ich glaube, dass es mit einer guten Mischung machbar ist. Alte, heimische Linsensorten brauchen keine Folientunnel mit Substrat, aber dazwischen darf dann auch so eine Anlage stehen und "Goodies" wachsen lassen...

    Ich denke, es ist mehr ein Umdenken, das es halt braucht - unsere jetzige Form der Landwirtschaft ist ja auch nicht aus dem Nichts entstanden, das dauerte Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Nichts gegen das Salatstreicheln! In der Bio-Landwirtschaft der Zukunft geht man dafür aber durch eine doppelte Schleuse in das Folienzelt/Gewächshaus (abgeschlossen, damit keine schädlichen Insekten reinkommen). Im Boden lauern zuviele Gefahren für Pflanzen - habe ich gelernt - die gedeihen auf Substrat. Über Computer wird ihnen das nötige Wasser und die Nährstoffe zugeführt. "Gezielte Nützlingspflege" heißt dann z.B., dass zur Blütezeit ein Bienenkästchen eingesetzt wird. Wenn die Blütezeit vorbei ist, sterben dann auch die Bienen (deren Lebenserwartung ist eh nur ein paar Wochen).

    OT Das erinnert mich irgendwie an meinen Gyn, der während meiner 2. Schwangerschaft verkündete, ich solle doch bitte nichts mehr essen was unter freiem Himmel gewachsen ist. Ich habe ihn nur ungläubig angeachaut und das nicht weiter diskutiert...

  • Ich habe einen tollen Artikel darüber gefunden, wie schnell und wie hoch der CO2-Gehalt in der Atmosphäre derzeit angestiegen ist. Das tolle an dem Artikel: er verdeutlicht und visualisiert die zeitliche Komponente im Verhältnis zu Erdzeitaltern


    Zitat

    If CO2 is so correlated with climate, why are we not already experiencing the temperatures and sea levels of the Pliocene, and witnessed by faraway Homo Habilis, with their almost-human eyes? Professor Gavin Foster, co-author of the Nature study, puts it this way: “The reason we don’t see Pliocene-like temperatures and sea-levels yet today is because it takes a while for Earth’s climate to fully equilibrate (catch up) to higher CO2 levels and, because of human emissions, CO2 levels are still climbing. Our results give us an idea of what is likely in store once the system has reached equilibrium.”


    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

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  • Und Anreizen, Arbeitsstätten und Wohnorte wieder näher zusammen zu bringen. Ist in Zeiten wo oft 2 Leute in einer Familie nicht leichter geworden - aber ich würde mir wirklich bessere Platformen wünschen um wohnortnah gezielt nach Jobs suchen zu können.

    Ein erster Schritt könnte ja eine Verpflichtung der Arbeitgeber sein, Homeoffice anbieten zu müssen.

    Aber das geht ja selbst im größten Lockdown kaum....

    Ich will aber gar nicht ständig im Home Office arbeiten. Ich fände es nur z.B. super, wenn man bei den typischen Jobsuchplatformen nicht immer nur nach km, sondern nach Anbindung für Fahrrad und ÖPNV suchen könnte. Oder Gemeinden regelmässig Veranstaltungen machen würden, wo sich die lokalen Arbeitsgeber vorstellen können und man mit denen ins Gespräch kommen kann.

    Deswegen abschaffen der pendlerpauschale aber genauso auch bezuschussung von langerpendlerei mittels ÖPNV. Oder fahren busse jetzt klimaneutral?

    Wir sind mittlerweile alle im home office und das wird zum grossteil auch so bleiben.

    Dein argument verstehe ich nicht wirklich ...einer meiner ersten handlungen bei potentiellen arbeitgebern war rauszufinden wie ich da hinkomme.


    Und ich würde das thema firmenwagen positiver sehen.... die entscheidungen von firmen tragen sehr dazu bei, wie sich das thema der persönlichen mobilität entwickelt.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Dein argument verstehe ich nicht wirklich ...einer meiner ersten handlungen bei potentiellen arbeitgebern war rauszufinden wie ich da hinkomme.

    Yeah - ich wohne nahe einer sehr sehr großen Stadt mit vielen potenziellen Arbeitgebern. Wenn ich die Umkreissuche anschmeisse, bekomme ich massenhaft Anzeigen irgendwo in der Stadt oder auch außenrum. In den meisten Anzeigen steht der Ort nicht mal genau drin. Selbst unser Ort wird in der Anzeige oft mit dem Namen der Großstadt genannt. D.h. ich muss extrem mühsam von Hand suchen, wo die Firmen eigentlich wirklich sitzen. Es wäre deutlich leichter, wenn Firmen den genauen Standort in den Anzeigen angeben würden und Suchmaschinen schlauer wären, als ausschliesslich nach Umkreis zu suchen. Ich kann momentan bei den Suchen z.B. auch nicht eingrenzen, xx km, aber NICHT in Großstadt.


    Jetzt verständlicher?