Herr-Herrn...mein Kind begreift es nicht

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  • Mein Jüngster (12,5) ist ein pfiffiger Junge, hat mit einem Mädel zusammen das beste Zeugnis in der Klasse (7. Klasse Gym), in Deutsch immer zwischen 1 und 2 und er begreift es einfach nicht, wann es "Herr" heißt und wann "Herrn" #confused#rolleyes. Ist das normal in dem Alter? Ich habe es ihm natürlich schon x-Mal erklärt, aber er sagt ganz selbstverständlich "Mama, Herrn Schulz hat gesagt, wir sollen..." oder "Ich gehe nachher noch zu Herr Meyer". Und leider schreibt er das auch so.

    Gibt es vielleicht eine Eselsbrücke, womit er es sich besser merken könnte? Ich meine, gibt ja Schlimmeres, aber ich dacht, daß man das mit bald 13 langsam mal richtig machen könnte...

    LG, LilliMarleen


    *`74 + Mädchen*7/03 + Junge*5/06 + Junge *5/08

  • Ach, ich kenne Menschen, die schreiben mit 14 noch Dort statt Docht und Aten statt Atem. Irgendwann kriegt er es raus.


    Wenn Ihr nicht so lange warten wollte, ist eine Hilfe, z.B. für Briefe und Prüfungen, wenn man also mehr Zeit hat als beim Sprechen, einfach die Frage nach dem Fall.


    Wer? der Herr

    Wessen? des Herrn

    Wem? dem Herrn

    Wen? den Herrn


    Er kann sich also merken: Wenn ich den Satz, den ich sagen/schreiben will als Frage stelle und das Fragewort WER ist, nur dann kommt der HERR.


    Wer hat mir das gegeben? Herr Meyer hat mir das gegeben.

    Wessen Hose ist das? Herrn Meyers Hose ist das.

    Zu wem gehe ich? Zu Herrn Meyer gehe ich.

    Wen treffe ich? Herrn Meyer treffe ich.


    Herr also nur im Nominativ Singular.

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

    age.png



    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.

  • ??

    Das ist ein ganz normales Casus-Problem.

    Nominativ "Herr"

    Genitiv, Dativ, Akkusativ "Herrn"


    In der gesprochenen Sprache kommen damit viele in Konflikt, beim Schreiben ist das eine Grammatik-Frage wie bei jedem x-beliebigen anderen Substantiv auch.


    Freilich ist deutsche Grammatik (vielleicht mit alleiniger Ausnahme des Genus) eine Sache, die Deutsch-Muttersprachler oft sehr viel ... kreativer verwenden als Menschen, die Deutsch als Zweitsprache in der Schule gelernt haben.


    Eselsbrücke - ich denke, nein, die gibt es nicht.

  • Da meine Kinder ja in einem Dialekt mit weniger Fällen aufwachsen und mir bei Schweizern, inkl. Lehrpersonen diese "Fallschwäche" häufig auffällt, bin ich da penetrant: ich frage nach.

    Wen triffst zu? Zu wem gehst du?

    Oder ich stosse ein verzweifeltes: "Rettet der Akkusativ" aus...

    Und das Rezitieren des "Werwolfs" von Morgenstern gehört auch zu diesen nervigen Mutter-Reaktionen bei Fallfehlern. :D


    Der Grosse hat es unterdessen gerafft, bei der Kleinen harzt es.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Danke, ICH weiß das. #zwinker

    meine jüngste (8) kriegt es nicht in den Kopf und erschwert wird das durch den sehr norddeutschen Zungenschlag hier oben, der sprachliche Feinheit verwäscht.


    „wessen Auto ist das?“ „Das ist dem Herr Dinser seins“ (bitte in breitem Holsteiner Slang vorstellen...

  • Q hat das Problem mit seinen 15 Jahren immer noch (ist allerdings auch nicht sonderlich gut in Deutsch), und ob T es inzwischen endlich richtig macht, weiß ich gar nicht. Zumindest habe ich ihn länger nicht mehr korrigiert. Aber ob er es richtig gemacht hatte, oder einfach keine Gelegenheit war, das weiß ich nicht mehr.


    Jedenfalls kenne ich dieses #haare Gefühl bei dem Thema. Und meine Lieblingsantwort ist "Mama, is doch egal, weiß doch jeder, was gemeint ist" ||

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Ich hab vom Mathelehrer meines Sohns in der 6. Klasse einen Elternbrief bekommen, in dem (sinngemäß) stand: „Ich erlaube Herr xyz, dies und das zu tun.“


    Kann also noch dauern, bis das sitzt #zwinker

  • Die Eselsbrücke ist das Fragewort. Wer? (Der!) Herr!

    Fiawin mit d9be21343ykoa.gif

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


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    Schokolade löst keine Probleme. Aber das tut ein Apfel ja auch nicht.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.

  • Also erstens wird es höchste Zeit dass auch das Deutsche sich endlich dieses elenden Kasussystems entledigt wie die meisten germanischen Sprachen das im Mittelalter bereits getan haben #freu (oh Gott ich hoffe der Genitiv ist richtig angewendet in diesem Satz? #gruebel ) und zweitens vermute ich, dass Herrmüller und Herrmeier für viele Kinder quasi Eigennamen sind und deshalb fällt das da nochmal besonders schwer...

  • ass Herrmüller und Herrmeier für viele Kinder quasi Eigennamen sind und deshalb fällt das da nochmal besonders schwer...

    Bei meinen Kindern ist das Problem weniger, dass sie das n nicht hinmachen, wo eins hingehört - das kommt schon mal vor. Aber der häufigere Fall ist, dass sie eins hinpacken, wo es nicht hingehört...

    Liebe Grüße

    Sabine mit T. 10/02 und Q. 11/05

  • Mein Kind konterte gerne mit "ein n verdient der aber nicht". Ich glaub auch, dass sie das absichtlich gemacht hat, weil sie genau wusste, dass ich bei manchen Gramatiksachen steil gehe. Auch auf Briefen. Herr Hans Müller. NEIN. Falsch.

  • Also erstens wird es höchste Zeit dass auch das Deutsche sich endlich dieses elenden Kasussystems entledigt wie die meisten germanischen Sprachen das im Mittelalter bereits getan haben #freu

    Den Satz schicke ich meinem Mann - der findet Deutsch so richtig rückständig mit den 4 Fällen und den ganzen Konjugationen und dann auch noch 3 (!) unlogischen Geschlechtern.


    Ich merke bei meinen aber, dass der Akkusativ der beliebteste Fall ist, danach kommt Dativ und Genitiv. Genitiv kann man ziemlich gut ueberall ersetzen. Aber auch der Dativ faellt fiel hinten runter.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Aus der Schweiz kommend bin ich da auch immer etwas unsicher.

    Ich glaube er ist Schweizer im Herzen #cool. Oder ob der Schellen Ursli Film vielleicht schuld ist? #pfeif#angst:D

    1-#post-3-4-#post#post-7-#post–9-10-11-12-13-14-15-#post–17-18-19-20-#post–22-23-24 Bonus #post

  • Achso dann greift die Theorie nicht. Es sei denn sie haben stattdessen Herrnmüller als Eigennamen abgespeichert #idee1

    Erinnert mich an meine Tochter, die mir kürzlich mal erzählte dass sie so mit 8 immer dachte es hieße Frau Kepetry ;-))

  • Hier auch, Herrn Schmidt hat gesagt... Es ist eindeutig der einzige Fehler, aber der hält sich hartnäckig. Er weiß um das Problem, fragt nach, aber kriegt es einfach nicht hin. Ich probiere es mal mit euren Tipps und hoffe.

  • Bei meinen Kindern hab ich auch den Eindruck, dass es ein "Eigenname"-Problem ist. Betrifft nämlich nur die Lehrer. Und dann sind sie verwirrt und werfen Herr und Herrn wild durcheinander. Irgendwann hat sich das verwachsen bei den Großen, ich hoffe, bei den Kleineren macht es auch irgendwann klick.

  • Bei meinen Kindern hab ich auch den Eindruck, dass es ein "Eigenname"-Problem ist. Betrifft nämlich nur die Lehrer. Und dann sind sie verwirrt und werfen Herr und Herrn wild durcheinander. Irgendwann hat sich das verwachsen bei den Großen, ich hoffe, bei den Kleineren macht es auch irgendwann klick.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass viele Kinder heutzutage sehr viel später das duzen aufhören. Selbst in der GS werden die LK zT noch regelmaessig geduzt. Das hatte mich doch sehr erstaunt.

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  • Ich glaube, das machen unglaublich viele Kinder.

    Ich unterrichte ja an einer Musikschule und wenn mir meine Schüler*innen etwas aus ihrem Schulalltag erzählen, höre ich das sehr oft falsch. Auch in den beiden Schulklassen, in denen ich mitunterrichte, kommt das bei vielen Kindern vor.

    Bei meinen eigenen Kindern zu Hause habe ich total drauf geachtet, die können das inzwischen. Aber sie sagen es absichtlich falsch, weil sie wissen, dass ich dann zusammenzucke.